#08: Marketing & Kultur (Anna Lassonczyk im Gespräch)

#08: Marketing & Kultur (Anna Lassonczyk im Gespräch)

Marketing ist überall gleich. Oder?

Eben nicht! Anna Lassonczyk von „Intercultural Success“ nimmt uns mit auf eine Weltreise und erklärt, wie unterschiedlich Menschen arbeiten, handeln, Entscheidungen treffen.

Anna und Sebastian tauschen sich über ihre Erfahrungen mit dem außergewöhnlichen Verhalten anderer Kulturen und Länder aus und kommen darauf, dass es durchaus auch innerhalb von Deutschland ein interkultureller Umgang gar nicht abwägig sein könnte…. 😉

Hier gehts zu Annas Webseite: http://www.intercultural-success.de/


Transkription: Marketing & Kultur im Gespräch mit Anna Lassonczyk

Sebastian Eisenbürger: Wie du mit diesen drei Tipps im internationalen Marketing noch erfolgreicher wirst. #00:00:04-7#

 

Sebastian Eisenbürger: Hallo und herzlich Willkommen zu dieser neuen Episode des Podcasts für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und ich sitze hier mit Ania Lassonczyk von intercultural-success auf dem Sofa und wir sprechen gleich drüber, wie wir mit internationalen Fähigkeiten, Kenntnissen, Tipps und Tricks im Marketing noch besser werden. Hallo Ania. #00:00:39-7#

 

Ania Lassonczyk: Hallo Sebastian. #00:00:41-0#

 

Sebastian Eisenbürger: Wie geht es dir? #00:00:41-9#

 

Ania Lassonczyk: Natürlich wunderbar. #00:00:43-8#

 

Sebastian Eisenbürger: Prima. Ich mag es total in deiner Wohnung zu sein. Die hat (…) die ist rund. Sie ist sehr rosa und es ist einfach toll. #00:00:50-5#

 

Ania Lassonczyk: Ja, gerade nach drei Wochen zum ersten Mal wieder Zuhause. So ist das Leben als internationale interkulturelle Trainerin. #00:01:00-1#

 

Sebastian Eisenbürger: Tja, klingt spannend. Sehr viel unterwegs. #00:01:02-1#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). #00:01:02-8#

 

Sebastian Eisenbürger: Erzähl mal in so ein paar Sätzen was du so treibst den ganzen Tag. Was macht eine interkulturelle Trainerin? #00:01:07-5#

 

Ania Lassonczyk: Interkulturelle Trainerinnen hilft Unternehmen, großen, kleinen, mittelständigen, als auch Privatpersonen, im Ausland entweder den Fuß zu fassen. Ich berate Führungskräfte von großen Konzernen, die zum Beispiel nach Polen entsendet werden, als auch mache Trainings für Teambuilding für internationale Arbeitskräfte, die hier nach Deutschland kommen, damit die internationalen Teams gut zusammen arbeiten, effizient und miteinander gut kommunizieren. Und helfe auch Privatpersonen, im Ausland den Fuß zu fassen. #00:01:46-6#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. Jetzt frage ich ganz naiv: Was ist da denn mehr als die Sprache zu lernen zu tun? #00:01:51-4#

 

Ania Lassonczyk: (lacht) Ja. Sprache ist das, was uns als erstes auffällt, wenn wir ins Ausland gehen, dass das anders ist. Das ist die Spitze des Eisbergs, wenn wir uns das als Eisberg vorstellen. Die meisten Unterschiede, die die tatsächlich dann zu Konflikten führen, sind die, die unsichtbar sind. Die sind wie ein Eisberg unter der Wasserfläche. #00:02:15-4#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:02:16-0#

 

Ania Lassonczyk: Und da sind zum Beispiel nicht nur andere Sitten und Bräuche, die man auch vielleicht mit bloßem Auge noch merken kann, sondern eher Werte, die Art und Weise, wie wir kommunizieren, wie verkaufen, in welcher Reihenfolge wir was machen, wie viel Zeit erforderlich ist, und einfach das Unsichtbare. #00:02:38-5#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. Das klingt total spannend, weil es wenig sichtbar ist das Unsichtbare. Aber du hast gerade eben das Stichwort „Kommunikation“ gebracht. Kannst du da ein paar Beispiele nennen, wo das zum Tragen kommt, was du tust? #00:02:50-2#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). Ja, ein großer Unterschied ist, ob wir direkt oder indirekt kommunizieren. Deutschland ist ein Weltmeister in der direkten Kommunikation. Das heißt oft schon vom Kindergarten aus werden die erzogen „sag direkt, was du meinst“, „komm auf den Punkt“, „drück dich klar aus“, und das ist in vielen anderen Ländern ganz anders. Da geht es eher darum zwischen den Zeilen zu lesen und sich eher diplomatisch zu äußern, so dass wir, wenn wir die Auswahl haben, sind wir ehrlich, oder sind wir höflich. #00:03:28-4#

 

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ok. #00:03:29-4#

 

Ania Lassonczyk: Dann wählen wir eher die Höflichkeit meistens im Ausland. Und in Deutschland oft wäre die ehrliche Antwort die, die gewünscht ist, die, die geschätzt wird, für die wir gelobt werden. Und deswegen werden Deutsche im Ausland eher als teilweise aggressiv oder unhöflich empfunden. #00:03:50-0#

 

Sebastian Eisenbürger: Wirklich, ist das so? #00:03:51-0#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). #00:03:52-1#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja, das heißt das birgt einfach Konfliktpotential, wenn irgendwie Deutsche ins Ausland gehen und das nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen und dann einfach irgendwo mal gegen die Wand laufen möglicherweise mit ihrem Verhalten. #00:04:02-3#

 

Ania Lassonczyk: Jeder geht von eigene Sicht aus, Weltansicht, oder die Sachen, die für uns selbstverständlich sind, sind für andere total abstrakt. Und auch umgekehrt: Teilweise wundern wir uns über Sachen, die im Ausland vorgehen und für die sind das die Sachen, die selbstverständlich sind. Und wie viele es sind, da könnten wir ein dreitätiges, und wenn nicht fünftätiges, Seminar machen. Aber wir konzentrieren uns heute auf die wichtigsten Sachen. #00:04:35-2#

 

Sebastian Eisenbürger: Auf die wichtigsten Sachen. Ja. Hast du, weiß nicht, Beispiele konkret, wenn du an Marketing denkst, oder an alles das, was sich rund um Marketing dreht? Das ist ja hauptsächlich Kommunikation. Was für Fehler hast du dann (…) oder fällt dir da was ein, wo du wirklich klassische Fehlerstellen feststellen kannst, wenn deutsche Unternehmen, klein oder groß, ganz egal, vielleicht Werbung machen im Ausland oder mit, ja, ausländischen Konsumenten irgendwie in Kontakt treten wollen. Hast du da was in petto? #00:05:00-5#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). Ja. Da gibt es drei Fehler, die besonders deutscher Mitarbeiter, Führungskräfte, die im Marketing tätig sind, begehen. Und das erste ist: Die fallen zu schnell mit der Tür ins Haus. #00:05:16-9#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:05:17-2#

 

Ania Lassonczyk: Das heißt die kommen gerade direkt zur Sache. Deutschland ist ein Land, wo Sachlichkeit, Daten, Fakten, Zahlen eine große Rolle spielen. So verkaufen wir Produkte. So treffen wir Entscheidungen rational. Zumindest nach Außen. #00:05:33-1#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:05:33-8#

 

Ania Lassonczyk: So wird es begründet. In vielen, vielen anderen Ländern zählt die Beziehung, die Atmosphäre und die Harmonie viel mehr. Deswegen ist die Reihenfolge umgekehrt. In Deutschland stellen wir die Eigenschaften vom Produkt und wenn alles unterschrieben ist, können wir eventuell dann noch über etwas Privates plaudern. Das ist zum Beispiel in Osteuropa, oder in Asien, genau umgekehrt. Das heißt zuerst plaudern wir sehr, sehr viel über Privates. Eventuell gehen wir was trinken, gehen wir was essen, lernen wir uns bei einem Event kennen. Und wenn die Atmosphäre, wenn die Beziehung stimmt, erst dann kommen wir zu dem Sachlichen. Erst dann bekommen wir Lust, mit der Person, die wir mögen, Geschäfte zu machen, also verkaufen oder einkaufen. Wenn die Deutschen ins Ausland fahren, um ein Produkt vorzustellen, machen die oft den Fehler, dass die die Person außer Acht lassen und einfach sich sehr auf das Produkt oder auf die Dienstleistung konzentrieren und so viel wie möglich das Produkt und über die Eigenschaften sprechen. Dabei wollen die anderen erst dann mit uns Geschäfte machen, wenn die uns vertrauen. Und dazu gehört zum Beispiel herauszufinden: Wer sind die gemeinsamen Bekannten? Oder gemeinsame Hobbys. Oder etwas, was uns die persönliche Atmosphäre, die Beziehung, die Harmonie schafft. Erst dann haben die anderen Lust mit uns Geschäfte zu machen. #00:07:09-9#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:07:11-3#

 

Ania Lassonczyk: Das ist der erste Fehler. #00:07:13-8#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. Das klingt ja sehr danach, als ob das so dieses klassische Problem ist, was ich auch ganz oft wahrnehme, dass immer über das „wie und was“ verkauft wird. „Was haben wir denn da überhaupt und wie funktioniert das?“ Dass eben keiner die Frage stellt: Warum denn das und warum bei mir? Und dass das die entscheidende Frage ist, um die sich alles dreht. Geht das so in die Richtung „das warum“? Also dieses Apple-Phänomen, dass Apple nur darüber verkauft, warum man etwas braucht und nicht, was dahinter steckt und wie es funktioniert? #00:07:42-1#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). Das ist der Unterschied zwischen den Eigenschaften und den Nutzen. #00:07:46-5#

 

Sebastian Eisenbürger: Genau, richtig. #00:07:47-2#

 

Ania Lassonczyk: Was bei den im Ausland noch dazukommt ist, dass nicht nur das Produkt eine Rolle spielt und die Nutzen, sondern auch der Mensch, der dahinter steht, der Verkäufer. Das heißt wenn wir einen deutschen Mitarbeiter haben und er das Unternehmen wechselt, na dann einfach sein Nachfolger betreut weiterhin die Kunden, die die Person hatte und die bei dem Unternehmen eingekauft haben. Das ist zum Beispiel in asiatischen Ländern anders. Wenn ein Mitarbeiter zur sagen wir mal Konkurrenz wechselt, dann wechseln die Kunden mit ihm mit, weil es ist nicht nur das Produkt wichtig, sondern auch: Wir wollen mit der Person in Kontakt bleiben. Das heißt bei einem Wechsel nimmt die Person den Kunden mit. #00:08:38-6#

 

Sebastian Eisenbürger: Das heißt es ist tatsächlich wichtiger, wer das Produkt verkauft, als die Firma, die hinter der Person und dem Produkt steht? #00:08:44-5#

 

Ania Lassonczyk: Eine große Rolle spielt das, wie man das verkauft, dass die Atmosphäre stimmt. Wir machen erst dann Geschäfte mit der Person, wenn wir die Person mögen, wenn wir persönliche Beziehung aufgebaut haben, wenn wir der Person vertrauen. #00:08:58-0#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Das klingt doch sehr aufwendig, wenn ich ehrlich bin. #00:09:01-1#

 

Ania Lassonczyk: Ja. Und das ist auch der zweite Punkt, der zweite Fehler, der die Deutschen oft machen: Die nehmen sich zu wenig Zeit. #00:09:09-4#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:09:10-3#

 

Ania Lassonczyk: Oft fliegen die in ein fremdes Land und buchen dann am gleichen Tag noch einen Flieger zurück. Und die ausländische Partei hat zum Beispiel schon ein Rahmenprogramm vorbereitet, mit einem Besuch im, sagen wir mal, in Oper, oder ein Event, oder Stattführung. Und die Deutschen kommen dann unter Druck, gucken auf die Uhr. Und weil für die anderen die persönliche Atmosphäre viel wichtiger ist, scheint es dem Deutschen, dass die anderen einfach nur über belanglose Sachen plaudern und gar nicht zum geschäftlichen kommen. Weil sofort zum geschäftlichen zu kommen wäre einfach sehr unhöflich und das hat keine Chance auf Erfolg, bevor die Beziehung nicht aufgebaut ist. Das heißt am besten viel, viel mehr Zeit nehmen, das Doppelte oder Dreifache. Oft ist es im Ausland so, dass eine Person zu uns kommt und fragt nach dem Urlaub, Familie, Hobby und und und… Und schon fast so beim Herausgehen vom Zimmer, wenn wir schon die Türklinge berühren „ach, übrigens“. Und das ist genau die Sache, mit der die Person gekommen ist. Aber das wäre unhöflich sofort das vorzustellen, dass wir etwas verkaufen wollen, sondern meistens ist das erste Treffen nur dazu da, um einfach jemanden kennenlernen, um sich mögen zu lernen. Und erst beim zweiten Treffen wird dann über das geschäftliche gesprochen. #00:10:37-3#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Sehr spannend. #00:10:39-5#

 

Ania Lassonczyk: Wir brauchen also viel mehr Zeit. Und auch umgekehrt: Wenn jemand zu uns kommt wäre es auch gut, wenn wir uns, je nachdem welchem Land, entweder etwas, ja, mit Geschenk begrüßen oder auch eine Stattführung anbieten. Auf jeden Fall etwas, wo wir die Gastfreundlichkeit viel mehr im Vordergrund bringen. Da sind die anderen Länder meistens #00:11:06-5#

 

Sebastian Eisenbürger: Das heißt eine persönliche Eben ist sehr, sehr wichtig. Gibt es denn darüber hinaus trotzdem jetzt noch eine professionelle Ebene, über die man arbeitet zusammen, oder ist das wirklich alles extrem persönlich, dass man alles im familiären Umfeld bespricht und verhandelt? #00:11:19-9#

 

Ania Lassonczyk: Es muss nicht Familie sein und es wird natürlich auch über berufliche gesprochen, aber erst dann, wenn die persönliche Atmosphäre stimmt. #00:11:27-8#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:11:28-9#

 

Ania Lassonczyk: Und da sind die anderen, also zum Beispiel in arabischen Ländern, die sind Spitze im Verhandeln. Also die wissen schon sehr gut, wie man beruflich verhandelt und Argumente nutzt und den Preis nach oben, oder nach unten, je nachdem, bringt. Aber erst dann, wenn die die Person überhaupt zu diesem Punkt (lacht) Ich sage es anders. Ja, das berufliche wird erst dann, kommt erst dann zum Tragen, wenn die persönliche Atmosphäre geschaffen wird. Und, ja. #00:12:15-5#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja, das ist total spannend, weil tatsächlich im deutschsprachigen Raum spielt die persönliche Atmosphäre, ja, überhaupt keine Rolle, also vielleicht ein ganz, ganz, ganz klein wenig. In dem, wenn ich meinen Gegenüber ein bisschen abhole, bisschen Smalltalk habe, und dann ist auch schon gut. #00:12:30-9#

 

Ania Lassonczyk: Genau. In Deutschland trennen wir das Berufliche vom Privaten sehr strikt. Das heißt Arbeit ist Arbeit, Beruf ist Beruf. Schnaps ist Schnaps (lacht). #00:12:39-4#

 

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Genau so ist es. #00:12:40-5#

 

Ania Lassonczyk: Genau. In anderen Ländern vermischt sich das. Das heißt es kann passieren, dass wir, auch wenn wir beruflich unterwegs sind, in das Haus, in die Wohnung der Person eingeladen werden, oder dass wir mit dem Ehepartner irgendwo eingeladen werden, mit Geschenken, oder dass wir einfach viel mehr die Person privat kennenlernen wollen, damit wir dann etwas Berufliches machen. Das heißt es fließt übereinander ein. Teilweise werden die Mitarbeiter vom Urlaub geholt, wenn ein Kunde etwas dringend braucht, oder machen am Abend was und der Chef ruft an und holt jemand noch zurück ins Büro. Das wäre in Deutschland, das gehört zu den Ausnahmen. #00:13:28-3#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ok. Wie ist das, wenn ich jetzt an irgendwelche Marketingbotschaften denke, also an Briefe, vielleicht an Werbung im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten, ist das auch anders von der Formulierung her auf der Art und Weise, was dort kommuniziert wird? Ist das auch eher persönlicher, oder wird eine andere Ebene angesprochen? #00:13:45-6#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). Da sollten wir uns, wenn wir eine Werbung in einem bestimmten Land schalten, erkundigen: Was sind die Werte, die Kulturstandards in dem Land? Zum Beispiel in Deutschland im Vergleich zu (…) im weltweiten Vergleich schneidet ziemlich individualistisch ab. USA ist noch individualistischer, aber Deutschland gilt immer noch als sehr individualistisches Land. Das heißt hier können wir in der Werbung solche Sachen betonen wie, ja, dass es ein besonderes Produkt ist und einfach die Sachen, wo Individuum gefragt ist. Asiatische Länder und osteuropäische Länder, oder auch die südlichen Länder sind gemeinschaftsorientiert, gruppenorientiert. Das heißt hier verkaufen wir eben über das Zusammengehörigkeitsgefühl, über das Wir-Gefühl, über die Gruppe, dass wir ein Produkt mit anderen, mit den Werten, die in dem Land herrschen, einfach werben. #00:14:47-5#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Und die gilt es dann jedes Mal herauszufinden, abhängig von dem Land, mit dem ich gerade zu tun hab. #00:14:53-0#

 

Ania Lassonczyk: Das macht Sinn. #00:14:54-0#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ok. Ich habe gerade auch noch eine Frage zu den USA. Weiß nicht, ob du die beantworten kannst. Wir haben ein bisschen Deutschland angeschaut und Osteuropa, oder Asien. Wie ist das in den USA was das Thema Persönlichkeit, oder, ja, privater Raum betrifft, ist das da eher europäisch, oder ist das eher wie in Asien? Weißt du das? #00:15:15-2#

 

Ania Lassonczyk: Trennung beruflich und privat? #00:15:20-3#

 

Sebastian Eisenbürger: Ja, die Ansprache. Wenn ich dort eben etwas versuche anzubieten, zu verkaufen, gehe ich da auch eher erst in das private Umfeld und lerne jemanden kennen, oder kann ich das ähnlich wie bei uns machen, dass ich irgendwie ein Produkt einfach anbiete und dann hinterher drüber rede, wie es so privat läuft? #00:15:33-7#

 

Ania Lassonczyk: Der Unterschied zwischen USA und Deutschland, da gibt es eine schöne Metapher: Wenn wir Kokosnuss und Pfirsich haben, dann ist Deutschland eher Kokosnuss. Das heißt harte Schale, weicher Kern. Es braucht lange, um eine Beziehung aufzubauen, aber wenn es geschaffen wird, dann können wir langfristig mit dem gleichen Kunden planen und den betreuen. #00:16:06-6#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:16:07-2#

 

Ania Lassonczyk: Es ist auch wie Unterschied zwischen Bayern und Köln ein bisschen. In Bayern braucht lange, um Eis zu brechen, aber wenn wir jemanden als Freund gewinnen, dann sind das Freunde fürs Leben, wobei in Köln das eher sehr schnell geht in Kontakt zu kommen, aber es bleibt ein bisschen an der Oberfläche, werfen die Bayern dem Kölner vor. #00:16:24-5#

 

Sebastian Eisenbürger: Das ist gerade total spannend, weil das, ja, das zeigt ja, dass es auch innerhalb von Deutschland es durchaus Sinn machen kann Menschen unterschiedlich anzusprechen. #00:16:32-5#

 

Ania Lassonczyk: In Deutschland gibt es auch unterschiedliche Kulturen. Kultur ist nicht nur Land. Wir haben Unternehmenskulturen. Wir haben Kulturen was Alter angeht und und und. Ja. Aber zurück zur USA. USA ist dann eher wie Pfirsich. Das heißt wir kommen sehr schnell in Kontakte. In ersten Minuten kann uns ein Amerikaner schon die Cholesterin-Werte über sich preisgeben, aber das wird dann nicht so tiefgründig wie in Deutschland. In Amerika ist auch ein sehr zukunftsorientiertes Land und einen Wert hat das, was neu ist. Das heißt da ist die Beziehung nicht so langfristig dann und nicht so tiefgründig, wie hier in Deutschland. Es kann auch (…) wir können jemanden schnell gewinnen, aber auch schnell verlieren. #00:17:22-5#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ok, das ist total spannend. Also ich beobachte sehr stark so den Markt, was das Marketing betrifft in den USA und finde das auch nicht nur gut, aber weiß dennoch, dass es früher oder später hier rüber schwappen wird, auf die eine oder andere Weise. Ja, ich halte es tatsächlich für, um mal böse zu sein, ein bisschen oberflächlich und ein bisschen sehr viel um den heißen Brei herumgeredet, bis man zum Punkt kommt, aber eben nicht auf einer privaten, persönlichen Ebene, sondern eben sehr auf einer fachlichen, produktlastigen Ebene.

Alles klar, dann lass nochmal den dritten Tipp raus. Der fehlt uns noch. #00:17:56-5#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). Der dritte Tipp ist das, was ich schon am Anfang angesprochen habe. Der Unterschied zwischen direkten und indirekten Kommunikation und zwischen höflich und ehrlich. Und der dritte Tipp ist: Achten wir das, was nicht gesagt wird und lernen wir zwischen den Zeilen zu lesen? Wenn ein Mitarbeiter von einem Land, in dem es indirekt kommuniziert wird, sagt, wenn wir den Fragen, ob er das schafft bis dahin und dann das Produkt zu liefern. Es gibt viele Länder, wo es sehr verpönt und unhöflich wäre zu sagen: „Nein“, dass es nicht möglich ist bis dann und dann das Produkt zu liefern. Deswegen würden die irgendwie eine ausweichende Antwort geben, wie zum Beispiel: „Wir tun unser Bestes.“ Oder „Wir gucken, was sich machen lässt.“, was für uns, würden wir das wörtlich nehmen, heißt: Na ja, wir gucken, was sich machen lässt, oder wir tun unser Bestes. Das sollten für die Länder, in denen indirekt kommuniziert wird, eine rote Ampel Warnsignal sein, dass es einfach nicht möglich ist. Aber es wäre auch unhöflich zu sagen „Nein“. Das wäre auch teilweise mit Gesichtsverlust verbunden. #00:19:16-0#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:19:16-5#

 

Ania Lassonczyk: Und ein nächstes Tipp ist, also was dazugehört zwischen den Zeilen zu lesen, ist, die Pause vor einer Antwort. Je länger die Pause zwischen einem „Ja“ ist, bevor jemand uns eine Antwort gibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass das „Ja“ in Wirklichkeit „Nein“ bedeutet. #00:19:33-8#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:19:34-9#

 

Ania Lassonczyk: Das können wir auch vom Privaten vielleicht ein bisschen nachvollziehen. Stellen wir uns eine Situation vor, eben vom Privaten, Mann und Frau. Die Frau fragt den Mann: „Hast du Lust ins Kino zu gehen?“ Und dann gibt es ein paar Sekunden Pause und dann so: „Jaaa“. (lacht) Und dann je länger die Pause, desto wahrscheinlicher #00:19:55-8#

 

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ich kann mir das gut vorstellen, ja. #00:19:57-2#

 

Ania Lassonczyk: Genau. #00:19:58-2#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja, das ist spannend. Das habe ich schon tatsächlich auch schon selbst erfahren mit ein paar Kollegen aus Indien, wenn es darum geht mit denen zusammenzuarbeiten und man tatsächlich nicht drüber nachdenkt, dann bekommt man teilweise Antworten, die man falsch interpretiert und wundert sich hinterher, dass es anders eintrifft, als das, womit man gerechnet hätte. Ja. #00:20:21-1#

 

Ania Lassonczyk: Genau. #00:20:23-1#

 

Sebastian Eisenbürger: Das ist sehr interessant. Ja. Ok. Gibt es von dir (…) Oder lass uns erst nochmal diese drei Tipps zusammenzufassen. Magst du einmal kurz nennen welche das waren? #00:20:32-5#

 

Ania Lassonczyk: Gerne. Der erste Tipp: Fall nicht mit der Tür ins Haus. Der zweite Tipp, was damit verbunden ist: Nimm dir Zeit. Und der dritte: Achte darauf, was nicht gesagt wird, oder lerne, zwischen den Zeilen zu lesen. #00:20:51-9#

 

Sebastian Eisenbürger: Prima. Ich glaube tatsächlich, dass uns das viel zu selten bewusst ist, dass wir das irgendwo tatsächlich spüren, wenn wir feststellen: Es klappt in der Kommunikation nicht so gut. Aber es fehlt dann viel zu sehr an Methoden oder an wirklichem Wissen, was dann zu tun ist, wie man dann mit solchen Situationen besser umgeht und was man in der Zukunft anders machen kann. #00:21:09-4#

 

Ania Lassonczyk: Genau. Oft ist es so, dass wir einen Vertrag anbahnen und dann plötzlich meldet sich der Kunde nicht, bricht das ab und wir wundern uns, warum das so war und sagen dann auch, ja, können uns das nicht erklären. Und oft ist es ein kultureller Unterschied, den wir gar nicht wahrgenommen haben, dass wir ins Fettnäpfchen getreten sind, oder dass wir irgendwas zu schnell gemacht haben, oder den einfach mit unserer Direktheit beleidigt haben, oder den Raum nicht gegeben haben, dass der Kunde sein Gesicht wahren kann, dass er, auch wenn da etwas nicht ganz gut gelaufen ist, dass er sozusagen sauber aus der Sache rauskommt. #00:21:49-7#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ok. Und das heißt tatsächlich jedes Mal im Vorfeld sich überlegen: Mit wem spreche ich da? Was für eine Kultur ist das? Und wie würde der das verstehen, was ich ihm gleich sagen könnte? #00:22:02-0#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). Ja. Es gibt zwei Arten von Trainings hierzu helfen können. Einmal ist es tatsächlich sich über das Land zu erkundigen, oder einfach allgemein diese interkulturelle Sensibilisierung zu entwickeln und zu wissen, wie unterschiedlich es sein kann. Und dann, je nachdem, mit wem wir zu tun haben einfach Augen aufmachen, wahrzunehmen, hinzuhören. Je öfter wir das machen und je öfter wir mit Menschen aus anderen Kulturen zu tun haben, desto einfacher ist es dann einzuschätzen, ob das „Ja“ wirklich „Ja“ oder „Nein“ war. #00:22:41-1#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, das ist ja spannend. Also aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Unternehmen sehr, sehr schnell aufgeben, weil sie feststellen irgendwas klappt nicht, aber können gar nicht greifen, was das ist, das nicht klappt. #00:22:50-3#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). #00:22:50-8#

 

Sebastian Eisenbürger: Also ich merke das schon in Beziehungen von Deutschen zu Franzosen beispielsweise, obwohl die Länder wirklich nah beieinander sind und viele Verbindungen da sind. Trotz allem ist es so, dass Franzosen in vielen Bereichen ganz anders ticken, Dinge anders erwarten, anders wahrnehmen, gerade auch im Marketing und im Online-Handel. Da habe ich die Erfahrungen gemacht. Es funktionieren einfach Prozesse anders. Es werden Entscheidungen anders getroffen. Und dann klappt es nicht. Und dann stellt man sich als Deutscher die Frage: Warum klappt das nicht? Ist mein Produkt nicht gut genug? Ist der Markt nicht in Ordnung, nicht reif genug, oder übersättigt vielleicht? Aber ich habe damals nicht drüber nachgedacht: Geht es einfach in der Kommunikation vielleicht? Bin ich nicht in der Lage mit Franzosen zu kommunizieren, weil ich sie zu schlecht kenne? #00:23:26-6#

 

Ania Lassonczyk: Du hast die Hierarchie angesprochen und Entscheidungen treffen. In Frankreich, die Person mit der gleichen Position hat höchstwahrscheinlich nicht die gleiche Entscheidungskraft wie der Kollege in Deutschland. #00:23:39-9#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:23:40-4#

 

Ania Lassonczyk: Und weil die Hierarchie viel wichtiger ist und die Machtdistanz zwischen den Vorgesetzten und den Mitarbeitern. Das heißt wenn zwei gleichrangige Kollegen, der deutsche Kollege dem französischen Kollegen, fragt, kann es sein, dass der französische, sagen wir mal, eine (…) „Könntest du mir ein Update geben zu dem und dem?“ Der französische Kollege wird wahrscheinlich lange brauchen, um das zu antworten, weil auch wenn es gleichrangige Position ist, der französische muss dann seinem Vorgesetzten nachfragen. Und er vielleicht noch seinen. Also es wird eine Kette nach Oben von E-Mails laufen und dann wieder zurück nach Unten, wo der Deutsche sich schon denken kann: Warum dauert es so lange? Sind die faul? Arbeiten die nicht? Wollen die vielleicht gar nicht? Und dabei ist die Entscheidungskraft liegt bei jemanden anderen. #00:24:32-6#

 

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, das ist sehr spannend. Eingangs hast du gesagt das sind so diese unsichtbaren Dinge, an denen es oft hapert. Ja, im Grunde, ja, alles, was du hier nennst sind so unsichtbare Dinge, die so auf der Meta-Ebene ablaufen. Wenn man sie nicht kennt, dann denkt man nicht dran. Man weiß sie einfach nicht. Man kann nicht dran denken und fällt im Zweifel drauf rein. #00:24:50-0#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). #00:24:51-1#

 

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und dann gibt es Menschen wie dich, die Unternehmen dabei helfen, das zu verstehen und besser zu kommunizieren. #00:24:57-3#

 

Ania Lassonczyk: Genau so ist das. #00:24:59-4#

 

Sebastian Eisenbürger: Genau. Dann erzähl hier nochmal schnell, wie man dich erreichen kann, was du anbietest konkret, ja, wie man mit dir in Kontakt treten kann. #00:25:05-7#

 

Ania Lassonczyk: Mhm (bejahend). Auf meiner Website www.intercultural-success.de. Und ich biete ein paar Arten von Trainings an, einmal länderspezifisch, wenn ein Unternehmen in ein bestimmtes Land verkaufen möchte und expandieren möchte, dann gibt es landesspezifische Trainings zu dem Land. Wenn ein Unternehmen allgemein weltweit tätig ist, oder sich ein Mitarbeiter mit verschiedenen Kunden aus verschiedenen Ländern zu tun hat, dann gibt es Trainings für interkulturelle Kommunikation, oder interkulturelle Sensibilisierung. Die heißen dann crossculture Trainings, wo ich dann die extremsten Beispiele nehme und die Teilnehmer entwickeln das Bewusstsein und die Sensibilität: Wie unterschiedlich kann es sein? Und dann gibt es themenspezifische Trainings, aber da, das ist dann schon #00:26:05-2#

 

Sebastian Eisenbürger: Ist individuell dann. #00:26:06-3#

 

Ania Lassonczyk: Sehr individuell, genau. #00:26:07-2#

 

Sebastian Eisenbürger: Ok. Und du hast noch ein eBook veröffentlicht vor einiger Zeit. Magst du da noch erzählen, wie man das erreichen kann? #00:26:12-2#

 

Ania Lassonczyk: Ja. eBook betrifft die Körpersprache international. Und das kann man sich auf der Homepage gratis herunterladen. #00:26:22-2#

 

Sebastian Eisenbürger: Prima. Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei dir. Ganz viele Informationen. Und, ja, ich sage dir ganz herzlichen Dank Ania. #00:26:30-5#

 

Ania Lassonczyk: Danke dir Sebastian. #00:26:32-0#

 

Sebastian Eisenbürger: Mach es gut. Tschüss. #00:26:32-6#

 

Sebastian Eisenbürger: (cut) Ja, das war jetzt Anias Handy, das jetzt nicht die neue Melodie eingespielt hat, nein. Die kommt jetzt gleich. Ich möchte mich bei dir, lieber Zuhörer, noch ganz herzlich bedanken, dass du bis hierhin zugehört hast und möchte dich bitten mir bei iTunes ein paar Bewertungen zu hinterlassen. Einmal die Sterne-Bewertung und auch einen Kommentar, aus dem ich entnehmen kann, was dir ganz gut gefühlt, was ich vielleicht noch besser machen kann in meinem Podcast, oder ob es Themen gibt, die dich speziell interessieren, die ich hier behandeln kann. Nochmal vielen Dank und wir hören uns in der nächsten Episode. Bis dann, tschüss. #00:27:02-8#

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Cooooookies!!!! :-D

Wie wäre es, wenn du nicht lesen musst, was du schon kennst? Um dir meine Webseite mit ihrem vollen Funktionsumfang und allen Inhalten zu zeigen, brauche ich deine Erlaubnis "Cookies" setzen zu dürfen. Falls du das nicht möchtest, kein Problem – allerdings funktioniert die Seite dann nicht richtig. Triff deine Wahl.

Triff deine Auswahl, um fortzufahren

Deine Auswahl wurde gespeichert!

Mehr Infos

Mehr Infos

Hier erhältst du noch eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • 👍Alle Cookies zulassen und Seite benutzen.:
    Das sind die Cookies, die u.a. dafür sorgen, dass du keine Inhalte doppelt empfohlen bekommst. (Das sind "Tracking- und Analytische-Cookies".)
  • 🚫Nur zwingend notwendige Cookies zulassen und Seite eingeschränkt benutzen. :
    Oder nur Cookies von dieser Webseite.

Du kannst deine Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Impressum & Datenschutzerklärung. Impressum & Datenschutzerklärung

Zurück