#25: Marketing & Berufung – Teil 1 (Lydia Wilmsen im Gespräch)

#25: Marketing & Berufung – Teil 1 (Lydia Wilmsen im Gespräch)

Lydia Wilmsen ist Berufungscoach. Sie unterstützt Menschen dabei, Tätigkeiten zu finden, die ihnen besonders liegen. Dabei vertraut Lydia meist ihrem Bauchgefühl.

Ich finde es spannend, die Frage nach der Berufung von Menschen auf Mitarbeiter in Marketingabteilungen zu übertragen. Wie wollen Menschen, die statt ihre Berufung auszuleben nur einen Job machen, erfolgreich andere Menschen ansprechen und begeistern, damit diese von einem Produkt oder einer Dienstleistung überzeugt sind?

Mehr dazu in den beiden Episoden mit Lydia Wilmsen! 🙂

Für ihr eigenes Marketing nutzt Lydia nur Kanäle, die ihr liegen. Tendenziell kommt sie ohne Pläne aus und sie erreicht ihre Kunden (und Fans) über ihre Bloggs.

Eigentlich macht Lydia gar kein bewusstes Marketing – sie verschenkt 30 Min. Power-Coachings an, um sich gegenseitig kennenzulernen.

Bis Ende 2016 bietet Lydia noch einen Bonus an: Und zwar einen Halb-Tages-Workshop zusätzlich (live oder per Skype) zu ihrer Coaching-Wegbegleitung!

Hier der Link: http://lydiawilmsen.de/arbeite-mit-mir/

Eine kostenlose 5-Minuten-Übung zum Finden der eigenen Berufung findest du hier: https://lydiawilmsen.leadpages.co/leadbox/1467b4f73f72a2%3A1720c160cf46dc/5639274879778816/

Und ihre Facebook-Gruppe für Berufungsfinder erreichst du über diesen Link: https://www.facebook.com/groups/1058788724229267/


Transkription: Marketing & Berufung – Gespräch mit Lydia Wilmsen Teil 1

Sebastian Eisenbürger: Heute im Podcast für positives Marketing Lydia Wilmsen, Berufungscoach und Umsetzungsexpertin. #00:00:06-8#

Sebastian Eisenbürger: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Episode des Podcasts für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und ich spreche heute mit Lydia Wilmsen. Sie ist Berufungscoach und Umsetzungsexpertin. Hallo Lydia. #00:00:29-0#

Lydia Wilmsen: Ja, ich grüße dich Sebastian. #00:00:32-1#

Sebastian Eisenbürger: Geht es dir gut? #00:00:33-3#

Lydia Wilmsen: Ja, mir geht es gut soweit. #00:00:35-5#

Sebastian Eisenbürger: Prima. Du nennst dich Berufungscoach und Umsetzungsexpertin. #00:00:39-7#

Lydia Wilmsen: Ja. #00:00:41-0#

Sebastian Eisenbürger: Was haben wir denn dadrunter zu verstehen? #00:00:43-7#

Lydia Wilmsen: Ja, sehr gerne kann ich da kurz was zu sagen. Berufungscoach, da steckt ja schon das Wort Berufung drin, das heißt ich arbeite mit Frauen, die ihre Berufung leben wollen und wirklich in die Welt bringen wollen, also ihre Vision verwirklichen. Und zwar geht es darum schon auch ein bisschen das aufzubauen, aber das ganz stark angelehnt ist an wirklich diese innere Stimme, oder den inneren Ruf, den sie wahrnehmen. Also nicht einfach nur irgendwas zum Geld verdienen, sondern wirklich, dass sie einen Beitrag leisten wollen auf der Welt. und Umsetzungsexpertin deswegen, weil ich einfach auch jemand bin, der Dinge in die Hand nimmt und wirklich durchführt, macht, und so für auch für Selbstständige gerade wirklich so meine eigene Konzepte entwickle aus der eigenen Erfahrung, wie man das am besten angeht, weil man da ja nicht mehr diese Führung von außen hat durch einen Chef und ähnliches, sondern wirklich alles aus sich selber raus entwickeln muss, und dass ich da Frauen an die Hand nehme und sie da so ein bisschen mit begleite auf ihren Weg. #00:01:46-6#

Sebastian Eisenbürger: Ok, habe ich gleich ein paar Fragen. #00:01:48-5#

Lydia Wilmsen: Ja, gerne. #00:01:49-9#

Sebastian Eisenbürger: Erstens, ich als Mann: Warum nur Frauen? #00:01:52-3#

Lydia Wilmsen: Warum nur Frauen? Ja, das ist der zweite große Punkt bei mir, dass ich, sagen wir mal, wie sich die Welt entwickelt hat das Gefühl habe, dass so was wie empathisches Leadership, oder sagen wir mal weibliche Qualitäten, wobei ich hier auf die archetypischen Qualitäten eingehe, also nicht so sehr das eine Frau ist hat diese ganzen weiblichen Qualitäten und ein Mann hat die männlichen Qualitäten. Das kann durchaus auch gemischt sein, also jetzt nicht geschlechtsspezifisch. Aber das irgendwie so Themen, weißt du, wie Verständnis, Mitgefühl, vielleicht auch mal die leiseren Töne, da kommen wir wahrscheinlich beim Thema Marketing auch noch drauf, eben wahnsinnig wichtig sind, gerade in dieser extrem schnelllebigen Welt, wo es nur noch um Powern, um schnell alles hinbekommen und alles ne, wer am lautesten schreit so. Und das bezeichne ich halt mit weiblichen Qualitäten, wobei es halt nicht immer am Geschlecht festzumachen ist. Und dem möchte ich, dass gerade auch Frauen, die oft sogar noch verstärkt ein Thema mit Selbstwert haben, also noch schwächer ausgeprägten Selbstwert, genau die unterstützen, dass sie eben auch ihre Stimme in die Welt bringen. #00:03:00-3#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:03:02-0#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). #00:03:03-2#

Sebastian Eisenbürger: Jetzt muss ich kurz überlegen. Also das heißt schon dein Angebot richtet sich ganz konkret nur an Frauen. Klang gerade ein kleines bisschen so ok, es kann geschlechtsneutral sein, weil es um diese weiblichen Eigenschaften geht, oder die Archetypen, und dennoch ist das Angebot für Frauen, was du machst. #00:03:18-8#

Lydia Wilmsen: Ja, sagen wir mal so, also meine Zielgruppe sind Frauen. Ich habe durchaus auch immer wieder Männer, die zur mir ins Coaching kommen und die ne also das passt dann schon auch meistens, dass die dann eben auch mit Qualitäten, oder mit Anteilen kommen ,wo es auch dann bei ihnen irgendwie darum geht. Also es ist jetzt nicht in dem Sinne per se ein Ausschlusskriterium, sondern wenn man von Marketing spricht, dann hast du dich ja wahrscheinlich auch damit beschäftigt: Auf wen fokussiere ich mich, oder wer ist, sagen wir mal, mein Wunschklient, oder die Person, mit der ich am besten arbeiten kann und am liebsten arbeiten will? Und das sind schon bei mir spezifisch bestimmte Richtungen, also bestimmte Frauen. #00:03:53-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:03:54-2#

Lydia Wilmsen: Aber wie gesagt, das ist halt genau meine erste Ansprache und oft melden sich natürlich auch wieder andere Menschen, die ich jetzt nicht von der Tür weise quasi. #00:04:03-0#

Sebastian Eisenbürger: Nein, ich finde das auch gar nicht schlecht. Ich frage nur so nach, weil du schließt dadurch tatsächlich schon eine Menge Menschen aus, wenn du sagst: „Ich richte mich nur an Frauen.“ Das ist nicht so: „Ich richte mich irgendwie an die 20-30 Jährigen.“ Da spricht man klassischerweise von einem Segment. Und in einer Zielgruppe nur Frauen ist ja schon sehr straight. Aber es ist gut, weil alle Coaches, alle Berufungs- und Umsetzungscoaches, falls es mal welche gibt, die sich nicht an nur Frauen richten, die haben einen Nachteil dir gegenüber jetzt. #00:04:32-6#

Lydia Wilmsen: Tja, kann man immer so oder so sehen. #00:04:35-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Was noch spannend ist: Es geht bei dir tatsächlich auch ums Business. Also wenn ich nach Berufung frage, dann ist es tatsächlich was, was ich (…) Du unterstützt mich darin, wenn ich jetzt eine Frau wäre, ein Business zu finden, das ich leben möchte unbedingt. #00:04:49-3#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). Genau. Also es gibt natürlich, es hängen die verschiedenen Bereiche im Leben hängen ja auch oft zusammen. Also wenn es, sagen wir mal, in der einen Ebene gut läuft, kann es entweder sein, dass die andere Ebene gar nicht gut läuft, oder dass ich generell meine Erfüllung gefunden habe und auf einmal feststelle, also berufliche Erfüllung, und auf einmal feststelle: Es läuft auch in der Beziehung und in den Freundschaften besser. Das ist also unterschiedlich, aber für mich geht es schon wirklich darum, vielleicht auch, wenn man so zurückdenkt, die Rolle, die Frauen lange hatten, dass sie ja schon eher für, sagen wir mal, den hausfraulichen Bereich zuständig waren, dass ich da viele Qualitäten oder Kompetenzen sehe, oder ja auch weltweit gesehen werden, dass diese Frauen auch schon auch in einer, wir gehen ja vielleicht nachher auch noch auf das Thema Freiheit ein, oder Unabhängigkeit, da in eine Richtung kommen, dass sie auch unabhängiger werden und dann aber wieder ja auch neu zusammenfinden können. Es geht mir gar nicht darum irgendwie eine Schiene aufzumachen: „Freuen sollen selbstständig sein und irgendwie nichts mehr mit Männern“, also nicht um eine Spaltung, sondern um eine neue Möglichkeit wieder in größerer Freiheit zusammenzufinden. #00:05:57-2#

Sebastian Eisenbürger: Das finde ich gut. #00:05:58-9#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). #00:05:59-8#

Sebastian Eisenbürger: Kannst du ein bisschen drüber erzählen, was du da konkret tust? Also wie schaffe ich es als Frau meine Berufung zu finden und ja? #00:06:07-6#

Lydia Wilmsen: Ja, also es ist so, dass die meisten, die zu mir kommen, schon eine gewisse Idee haben. Es gibt auch die, die, sagen wir mal, ganz im, wie sagt man da, im Heuhaufen rumstochern und gar nichts wissen. Da geht es aber wirklich um Basisarbeit. Da sind ganz oft auch wirklich, also ich würde es jetzt nicht therapeutische Interventionen nennen, aber da geht es schon wirklich um den Kern der Person, weil da so große Blockaden dann vorhanden sind, dass man eben gar nicht mehr weiß: „Was ist eigentlich? Was macht mich aus? Was ist mein Sinn hier in meinem Leben?“ #00:06:40-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:06:40-4#

Lydia Wilmsen: Und, sagen wir mal, die Frauen, die schon eine gewisse Idee haben, eine Vision, dann geht es halt um die Umsetzung, dass man diese Vision klärt und oft auch nochmal ein bisschen ausdifferenziert, weil dann verschiedene Ideen da sind, dass man schaut: „Was ist so der rote Faden, oder das, was das verbindet?“ Hier hast du vielleicht auch schon mal das Wort Scanner gehört, dass es aber darum geht, das, was mich in meiner Vielseitigkeit was dahinter liegt, was das zusammen bringt, das wirklich rauszuarbeiten gemeinsam und dann auch zu schauen: „An wen möchte ich mich richten mit meinem Angebot? Wo möchte ich hin? Wo möchte ich gesehen werden? Was möchte ich erreichen? Was soll mein Beitrag sein?“ Und das mache ich durch verschiedene Methoden. Also natürlich einmal ganz normal über Skype, über Gespräche und ich nutze aber auch also systemische Methoden, wo man zum Beispiel mit also kleine Aufstellungen macht und verschiedene Anteile sich genauer anschaut. Wenn ein zum Beispiel ein innerer Anteil ist der immer nach vorne gehen will, der Macher, und dann aber eine Blockade da ist, jemand der das immer wieder verhindert, also ich spreche von inneren Anteilen, und da so ein gewisses neues Gleichgewicht zu finden, so dass die Person wirklich losstarten kann. Das wäre jetzt so eine speziellere Intervention oder Methode, die ich gerne verwende. #00:07:55-5#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Und das heißt das wäre dann Schritt 1, um es mal so zu nennen. Und Schritt 2 wäre dann, da kommt dann die Umsetzungsexpertin zur Sprache bei dir, die dann sagt: „Ok, das haben wir gefunden. Das ist dein Ding. Das ist deine Berufung. Auf die Art und Weise kannst du das umsetzen.“ Ist das so? Kann man das so ist das der Zusammenhang? #00:08:11-9#

Lydia Wilmsen: Genau, so könnte man es sagen. Und man kann aber auch nicht immer Schritt 1, Schritt 2 sagen, weil ganz oft kommt man wieder zurück zur Vision, dann hat sich dann wieder was verschleiert. Da geht es dann wieder um Klärung. Dann geht es um den nächsten Schritt. Also ich mache das bei mir ist es wirklich so, dass die Pakete, die ich anbiete, sind auch wirklich eine Wegbegleitung. Also nicht: „Wir machen einmal ein Coaching und dann ist dein Leben klar“, sondern über eine längerfristige Zeit jemanden zu begleiten mit den ganzen Höhen und Tiefen, die ja jeder kennt, der in die Selbstständigkeit geht, dass man dann auf einmal zwar alles klar hat und dann kommen die ganzen Selbstzweifel. Dann hat man auf einmal wieder sehr viel Zuversicht und der Weg ist aber irgendwie unklar geworden, weil sich eine Möglichkeit als nicht gehbar rausgestellt hat. Und da quasi so ein Ansprechpartner zu sein und diesen Weg zu begleiten. #00:08:55-3#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Klingt für mich so ein bisschen nach Mentorship. Geht das in die Richtung, oder ist das ganz ja Holzweg jetzt, den ich gerade im Kopf habe? #00:09:03-8#

Lydia Wilmsen: Ja, könnte man auch so sagen. Und ich würde sagen bei mir verschwimmen die Konzepte, oder diese Bezeichnungen ein bisschen, denn ich mache auch nicht immer reines Coaching. Also ein Coach wäre ja jemand, der jemanden unterstützt seine eigenen Lösungen zu finden. Also das ist schon mein der erste Weg, aber zwischendurch bin ich auch Beraterin, also da kommen auch wirklich Fragen: „Kannst du mir einen Rat geben, wie ich da vorgehen könnte?“, wo es dann schon auch wirklich in die Beratung geht. Dann gibt es eben die, also was du jetzt gesagt hast, gut als Mentorin würde ich mich jetzt noch nicht bezeichnen, aber durchaus schon aus meinem eigenen Leben auch berichte, was ich für Erfahrungen gemacht habe und wie ich zu der Person geworden bin, die ich jetzt bin, wie ich jetzt an mir weiterarbeite, wo das so ein bisschen, weißt du so, nicht ganz klar immer trennbar ist. Und ich glaube das können viele Coaches sagen, oder sogar auch (…) Es gibt ja die Unterscheidung zwischen Beratung und Coaching und Therapie. Ich bin natürlich keine Therapeutin. Aber jeder, der in dem Bereich Beratung unterwegs ist, weiß, dass da zwischendurch alte, wie so kleine Traumatisierungen bei den Menschen auftauchen, wo sie gerade nicht weiter kommen, wo man sich fragen kann: „Wo befinde ich mich jetzt gerade?“ Dieser Mensch muss jetzt keine langjährige Psychoanalyse machen, aber in dem Moment hackt es wirklich und da braucht es wirklich Stabilisierungsarbeit. #00:10:21-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist sehr spannend. Also ich habe lange an dieser Begrifflichkeit auch festgehangen. Also ich habe mich niemals als Coach bezeichnet, würde ich auch heute nicht tun. Ich habe immer das, was ich tue, ist Beratung und ich mache Workshops. Also im Unternehmensumfeld sagt man so, man macht halt einen Workshop. Und viele Leute fragen mich an, ob ich nicht Coachings mache. Und ich habe immer gesagt: „Ne.“ Aber im Grunde, also ich vorhin drüber nachgedacht habe, im Grunde inhaltlich würde es gar keinen Unterschied machen. Es ist einfach nur ein anderer Name, den ich da verwenden würde. Und das ist, ja, ist spannend. Also ich finde es auch sinnvoll da gar nicht so klar zu trennen. Es gibt einige, die sagen: „Ich bin Coach und kein Trainer.“ Dann höre ich ganz oft: „Ich bin Trainer und kein Coach.“ Und ja. Im Grunde ist es egal. #00:10:58-5#

Lydia Wilmsen: Es ist egal, genau. Die Person muss sich gut aufgehoben fühlen und verschiedene Möglichkeiten haben sich zu entwickeln und dann ist eigentlich ja alles klar ein guter Weg. #00:11:09-5#

Sebastian Eisenbürger: Du hast mir gerade vorhin ein kleines Stichwort gegeben, nämlich du hast gesagt du erzählst oft, wo du herkommst, wie du zu dem geworden bist, was du bist. Magst du da ein bisschen drüber erzählen? #00:11:17-7#

Lydia Wilmsen: Ja, kann ich gerne auch noch ein bisschen was zu sagen. Also ich bin in einer eher fremdbestimmten Umgebung aufgewachsen. Man könnte es als christliche Gruppierung bezeichnen. #00:11:29-8#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:11:31-0#

Lydia Wilmsen: Die, wo sagen wir, viele ungeschriebene Gesetze geherrscht haben, also wo es nicht nach vorne hin irgendwie Sachen verboten waren, aber innerlich quasi eigene Gesetzmäßigkeiten geherrscht haben, die viel ja schon in die Richtung gingen, dass man nicht das ausgelebt hat, was man wirklich selber leben wollte. Man könnte es auch als Manipulation bezeichnen. Ich möchte jetzt nicht zu weit gehen, aber es waren auf jeden gab es sehr, sehr viel Fremdbestimmung und nicht Selbstbestimmung. Und deswegen wahrscheinlich auch so mein Drang Selbstbestimmung zu entwickeln. #00:12:03-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Aber da haben wir was gemeinsam. Ich bin auch in so einem Umfeld groß geworden tatsächlich. #00:12:07-5#

Lydia Wilmsen: Ah, spannend. So trifft man sich dann wieder ne? #00:12:11-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:12:12-7#

Lydia Wilmsen: Ja. #00:12:14-1#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja, wie ging es weiter? Wollte dich nicht unterbrechen, sorry. #00:12:17-7#

Lydia Wilmsen: Ja, und ich würde sagen einfach, für mich ist das auch so ein Zeichen dann irgendwann gewesen also, sagen wir mal, schwierige Zeiten, die man durch macht, die einen ja auch, die was aus einem rauskitzeln können, oder zur Weiterentwicklung, oder zur Entwicklung, überhaupt anstoßen. Also wie ich 18 war bin ich da eben dann rausgegangen und habe eigentlich erst dann angefangen mir so peu a peu mir meine eigene Persönlichkeit aufzubauen. Also ich habe das Gefühl im Nachhinein davor war ich gar nicht in dem Sinne eine eigenständige Person, sondern ich war so ein Kollektivmechanismus, also lauter Ideen aus dem Kollektiv, aber nichts individuelles, oder wenig individuelles. Und das habe ich erst wirklich im Nachhinein entwickelt. Hat mich viele Jahre auch gekostet, also habe ich viele Jahre gebraucht und habe dann irgendwann angefangen mich ein bisschen mit irgendwie was weiß ich, Ratgeberliteratur, spiritueller Natur, irgendwie so Geschichten halt zu lesen. Und habe aber dann auch wirklich angefangen Workshops und Kurse zu machen, bis hin auch irgendwann meine Coachingausbildung, die ja auch sehr intensiv war und über drei Jahre ging. Und sagen wir mal diese ganzen Sachen, die haben ja stark dazu beigetragen, dass ich auch viel aufgearbeitet habe. Und ich würde sagen, das ist lange noch nicht fertig. Da reichen auch keine zehn Jahre oder so. Das geht immer weiter die Entwicklung und es liegt dran, wie viel man da selber Interesse hat noch weiter zu forschen und tiefer zu gehen. Aber ja sagen wir mal diese Erfahrungen und dann mein Umgang damit ist ja auch das, was ich mitnehme. Also es ist kein absolut kein 0815 Leben auch so, wie es danach weitergegangen ist, sondern sehr viele Wendungen drin, sehr viele, ja vielleicht auch Ecken und Kanten und ja, aber also auch Sackgassen. Auch die gab es durchaus. Aber insgesamt ist es immer weitergegangen und Leute, die mich lange nicht gesehen haben, vielleicht auch welche, die mich 15 Jahre nicht gesehen haben, nehmen halt auf jeden Fall also man ich bin schon irgendwie ein anderer Mensch geworden, wenn man mal so will, aber im Positiven, also jetzt nicht irgendwie im Negativen. Also wirklich ein Individuum, das sage ich mal so, herangearbeitet und deswegen ist halt so Freiheit und Selbstbestimmung auch eins meiner größten Werte. #00:14:26-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:14:28-0#

Lydia Wilmsen: Aber auch zu erkennen, dass es möglich ist, ne? Also viele Menschen, gerade ja auch hier in den Breitengraden, sehen sich irgendwie selber, obwohl es uns ja sehr gut geht, doch irgendwie als Opfer, ne? Dann ist die Arbeit ganz schrecklich und dann ist das wieder ganz schlimm und zu wenig Urlaub und so. Und da aber, aber da komme ich halt von einer anderen, ne? Da kann ich sagen: „Du kannst in der größten Scheiße aufwachsen und es ist letztendlich deine Entscheidung, was du dann damit machst, ob du dich damit auseinandersetzt und dich, sagen wir mal, aus diesem heraus entwickelst.“ Also ich verwende ja auch immer wieder das Wort Entwicklung. Das ist die Entscheidung, die wir treffen können: Was machen wir mit dem, was wir haben? Leben wir im Opferstatus, oder gehen wir weiter? #00:15:08-4#

Sebastian Eisenbürger: Ich finde den Begriff Entwicklung auch so toll. Ich habe das irgendwann in einem Video von Vera Birkenbihl gesehen, wie sie den Begriff erklärt hat, dass Entwicklung ja bedeutet, dass du etwas hast, was in die steckt, was du quasi auswickelst, also quasi entfaltest. Das fand ich Wahnsinn, weil du verwendest Wörter und den eigentlichen Sinn den, oder zumindest mir ging es so, den Verstand ich ganz lange nicht, weil ich nie Gedanken drüber gemacht habe. Ist lustig. #00:15:29-2#

Lydia Wilmsen: Das ist schön. Das nehme ich jetzt auch noch mit. Auswickeln. Ja. #00:15:33-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ok. Wie hast du deine Berufung denn gefunden, oder woher wusstest du, dass das deine Berufung ist, was du da machen möchtest? #00:15:42-2#

Lydia Wilmsen: Ja, das ist eben auch kein geradliniger Prozess gewesen. Ich habe dann schon irgendwann festgestellt, ich war noch im IT-Sektor. Vier Jahre habe ich gearbeitet, so während der Unizeit und dann danach. Und da habe ich aber dann festgestellt erstens Angestelltendasein ist absolut nichts für mich und ich ne ich brauche diese Freiheit und diese Flexibilität, und hatte ja meine Coachingausbildung dann schon fertig, die ich aber gar nicht erst gemacht hatte, um in diesem Bereich zu arbeiten, sondern das war wirklich für mich selber damals die Selbsterfahrung und einfach sich mit Themen auseinandersetzen. Ist ja bei einigen so. Und lustigerweise hat mir dann auch schon, als ich noch, ich glaube noch vor zu Beginn der Unizeit hatte mal ein befreundeter, also ein Freund der Familie, waren immer unterwegs gewesen. Der hatte dann irgendwas astrologisch irgendwie da rumgesprochen und meinte dann, oder numerologisch, ich wäre irgendwie die geborene Lehrerin. Und für mich war halt das Lehrer einfach schon ganz schrecklich, also ich wollte nie Lehrerin sein. Ich habe Geographie studiert und alle Leute, denen ich das erzählt habe, haben gefragt: „Na ach so, auf du wolltest Lehrerin werden.“ Ich so: „Nein, ich habe auf Diplom studiert.“ Ich hatte immer ganz klar so: „Ne, bei mir war es die wissenschaftliche Richtung, niemals Lehrerin, also der schrecklichste Beruf überhaupt.“ Und mir ist dann jetzt auch im Nachhinein bewusst geworden: Auf eine gewisse Art und Weise habe ich so was, also ne, das, was ich ja auch gesagt habe, Coach, Beraterin, da steckt natürlich auch immer was von Lehrer drin. Das heißt ich habe da nochmal einen neuen Zugang gefunden zu diesem Hassberuf, wenn man mal so will. Und ja, es ist dann eigentlich, es war nicht so „zack, das ist es“, sondern es hat sich immer mehr, ja wie du gesagt hast, entwickelt, oder raus, ich habe es ausgewickelt. Und irgendwann war es klar: Das ist das, was mir am allermeisten Freude macht und da gehe ich jetzt weiter. Und dann aber erst mal in diese Arbeit zu gehen, sich da wirklich auch ein Business mit aufzubauen. #00:17:30-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:17:30-4#

Lydia Wilmsen: Das ist ja dann der nächste Schritt. Und ja, schon danach zu gehen: „Was macht mir am meisten Freude? Und wenn es nicht das ist, wenn es nicht Geographie ist, wenn es nicht IT ist, was hat denn noch mit meinem Leben zu tun?“ Mir auch wirklich anzuschauen: „Wie war mein Lebenslauf? Was habe ich gelernt? Was kann ich gut? Rumsuchen, oder weshalb suchen und kommen Leute zu mir, und weshalb kommen Freunde zu mir?“ Und das dann einfach Schrittchen für Schrittchen herauszuarbeiten. #00:17:58-0#

Sebastian Eisenbürger: Spannend. Also ganz klassisch im Grunde, aber doch immer wieder interessant, weil ja, es ist interessant, dass es immer, also von der Art und Weise des Wegs, glaube ich, unterscheiden sich Menschen, die in einer ähnlichen Situation, oder ähnlichen Position, stecken, gar nicht so arg. Es ist das Thema immer, was unterschiedlich ist. Es ist die Herkunft, die unterschiedlich ist. Aber im Grunde: Es gibt immer eine ähnliche Beschreibung. Diese Hoch und Tiefs, die man durchlebt. Dieses immer wieder irgendwo gegenstoßen, sich umgucken und neu orientieren und dann weiterlaufen. Und ich finde das, weiß nicht, das ist das, was wo ich der Meinung bin: „Das macht den Erfolg am Ende auch aus, nämlich dieses dranbleiben und einfach umsetzen.“ Du bist hier die Umsetzungsexpertin. #00:18:37-4#

Lydia Wilmsen: Ja. #00:18:38-0#

Sebastian Eisenbürger: Und nicht aufgeben. #00:18:38-8#

Lydia Wilmsen: Genau, dranbleiben. Und was sich für mich auch rausgestellt hat, also weshalb ich jetzt, sagen wir mal, meine Zielgruppe, oder die Richtung, was ich anbiete, habe, dass ich auf diesem ganzen Weg, also ich habe natürlich unendlich viele Coachings auch für mich in Anspruch genommen und mache ich natürlich auch weiterhin, also Supervision Coaching ist ja vollkommen klar, wenn man auch gerade mit Menschen arbeitet, dass ich mir das fortwährend selber gönne. Und (…) Was wollte ich eigentlich sagen? Mir bewusst geworden ist, was ich aber nie so an meiner Seite hatte, was ich mir gewünscht hätte, wo ich aber nicht jemand passenden ne, ist mir einfach nicht über den Weg gelaufen. #00:19:14-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:19:15-2#

Lydia Wilmsen: Jemand, der auch ungefähr in meinem Alter ist, also nicht gleich 30 Jahre älter, eben so was wie eine Wegbegleitung, wo es gar nicht so sehr darum geht: „Jemand erklärt mir die Technik“, weil das kann ich alles selber, ne? Ich bin ja Umsetzungsexpertin, beziehungsweise ich hole mir auch immer ganz viel Hilfe an Bord, aber jemand, der mich begleitet eben durch diese Hochs und Tiefs, wo wir vielleicht jetzt wieder zu diesem Bereich Mentorship kommen, aber gleichzeitig auch trotzdem Coachingausbildung, also versiert ist in Methoden und Beratung auch gibt, also so jemand, der durchgängig wirklich für drei bis sechs Monate an meiner Seite ist, aber natürlich auch bezahlbar, also jetzt ne in, weiß nicht, einmal die Woche Coaching, oder zwei Mal im Monat, irgendwie so was. Und das ist das, was ich gemerkt habe, da habe ich für mich damals niemand gefunden, auch nicht spezifisch nach gesucht, weil es mir irgendwie auch so nicht über den Weg gelaufen ist. Aber das ist das, was ich wirklich gebräucht hätte, um auch viel schneller voranzukommen, und nicht, nicht, weil das jetzt zwingend nötig ist, aber ich würde schon auch sagen vielleicht einige Tiefs nicht in der gänzlichen Tiefe durchzumachen. #00:20:18-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:20:20-1#

Lydia Wilmsen: Genau. Und deswegen habe ich mich wahrscheinlich dann auch in jetzt in diese Richtung hin positioniert, weil es das ist, was ich selber gebraucht hätte und eben mir sehr auf verschiedensten Ebenen quasi zusammengesucht habe, aber nicht so als ein Angebot hatte für mich. #00:20:36-7#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Um dort nochmal einzusteigen: Das heißt deine Begleitung, nenne ich es mal, läuft da dann so ab. Das ist über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten und du stehst dann eins, oder mehrmals pro Monat zur Verfügung per Skype für ein Telefongespräch, was auch immer. Ist das so? #00:20:51-6#

Lydia Wilmsen: Genau. Oder sogar auch, genau, oder sogar auch live in Münster geht auch immer, beziehungsweise auf Reisen. Bin viel unterwegs. Genau, ja. #00:21:00-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok spannend. Würdest du sagen kann man ein bisschen einschränken, mal über ja Frauen natürlich, wer deine Zielgruppe ist, oder wen du damit erreichst? Was für Leute sind das? #00:21:09-2#

Lydia Wilmsen: Also Zielgruppe ist auch, also Frauen wie gesagt zwischen 25-35. Es geht dann auch mal in die Richtung 40, aber das ist ungefähr so die Grenze. Und Frauen, die eben entweder in Führungspositionen geht, oder sind, in irgendeiner Art und Weise, auch nicht zwingend immer selbstständig sind, oder noch angestellt sind und davor stehen wirklich mit ihrem Business, also mit ihrer Vision, in die Welt zu gehen und das sich entweder nebenberuflich aufzubauen, oder manche sind auch selbstständig gestartet, sind dann aber nochmal teilzeitmäßig in die Anstellung gegangen, einfach um sich zu kofinanzieren. Aber es geht immer darum diese ne einen Wunsch, oder eine Vision, in die Welt zu bringen und jemanden an der Seite zu haben, der dabei unterstützt bei den Höhen und Tiefen. #00:21:55-0#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:21:56-4#

Lydia Wilmsen: Und dem Prozess an sich. #00:21:58-3#

Sebastian Eisenbürger: Ich habe ganz oft die Situation, das ich an ja vielleicht sogar einer ganz ähnlichen Stelle stecke, dass ich mit Menschen zusammenarbeite, da geht es eher ums Fachliche und Marketing, aber ich auch oft das Gefühl habe, irgendwie da habe ich jemanden vor mir sitzen, eigentlich ist der ist das nicht sein Job, den der damit macht, also nicht seine Berufung. Er macht das einfach, weil er halt Geld dafür kriegt und weil er andere Werte hat als ich, aber er macht das nicht gerne. Wie gehst du mit so jemandem um, wo du feststellst: Von deinem Gefühl her passt das jetzt gerade irgendwie überhaupt nicht? #00:22:27-9#

Lydia Wilmsen: Du meinst diese Person, dass sie zu mir zu einer Beratung oder zum Coaching kommt, oder dass ich das Gefühl habe, die Berufung hat diese Person noch nicht gefunden? #00:22:37-3#

Sebastian Eisenbürger: Nein, das ist das, was die Person tut nicht zu dem passt, oder ihr das zu erklären. Also ich habe mich da, das ist natürlich ein Tipp, den ich jetzt von dir quasi einfordere, oder dich drum bitte: Wie kann ich mit einer Person umgehen, wenn ich das Gefühl habe, ich müsste ihr mitteilen: Wir können noch solange arbeiten zusammen, das wird nicht funktionieren, weil das, was du tust, passt nicht zu dir? #00:22:57-6#

Lydia Wilmsen: Also ich hole mir immer zuerst natürlich dann in so einem Falle die Erlaubnis ein. Kann ich, darf ich ein Feedback, darf ich ein ehrliches Feedback geben, also ein wirklich ehrliches Feedback? Und wenn ich dann merke: „Da ist eine Öffentlichkeit, ne, eine Öffnung da von der anderen Seite.“ Die ist wirklich interessiert dran das zu hören, dann gehe ich auch ehrlich mit diesem Feedback raus. Wenn ich merke: „Auf der anderen Seite will es gar nicht gehört werden, oder ne sie will dann wirklich nur einen Marketingtipp“, dann wird das auch nicht auf offene Ohren stoßen. Und dann ist es auch vielleicht schon fast, also Überflüssigkeit ist jetzt ein falsches Wort ne, aber ein ungebetenes Feedback. Das kennen wir ja auch. das kann sehr unschön sein. #00:23:37-0#

Sebastian Eisenbürger: Ok, danke, das (…) #00:23:38-5#

Lydia Wilmsen: Deswegen Erlaubnis abholen und dann damit wirklich auch ehrlich umzugehen. #00:23:43-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist ein guter Tipp, weil tatsächlich ich umgehe das dann meistens, weil ich weiß, das ist jetzt gerade gar nicht das Thema, aber ich weiß halt so insgeheim irgendwie hört es dann auf mir persönlich Spaß zu machen da weiterzuarbeiten. Es ist dann quasi dann nur noch mein Job, den ich mache, weil ich Geld dafür kriege, aber wirklich ich weiß: „So richtig erfolgreich wird das nicht werden.“ #00:24:01-7#

Lydia Wilmsen: Ja. #00:24:02-6#

Sebastian Eisenbürger: Aber das hat damit zu tun. Vielleicht sollte ich das auch mal thematisieren. #00:24:06-0#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). Sehr gut. #00:24:08-1#

Sebastian Eisenbürger: Was mich interessiert: Also das, was du machst, das klingt sehr positiv. Das klingt als ja, du stehst dahinter, was du tust und du motivierst Menschen eben das zu finden, was sie tun möchten. Was bedeutet Glück und Wohlbefinden für dich? #00:24:21-9#

Lydia Wilmsen: Glück und Wohlbefinden, für mich persönlich? #00:24:26-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:24:27-4#

Lydia Wilmsen: Ay, ay, ay, eine große Frage. Tja, ich würde sagen, also für mich ist es ein inneres Gefühl. Es ist nichts, was sich per se erst mal im außen ablesen lässt. Ich würde aber schon sagen, wenn dieses innere Gefühl wirklich da ist, kann es sich auch im außen stark zeigen. Aber erst mal ist es letztendlich, ich unterscheide das so ein bisschen zwischen diesen, also auf dieser existentiellen Ebene mit sich im reinen zu sein. Zu sagen: „Ich bin vollkommen ok so, wie ich bin. Und die Umstände, die ich in meinem Leben habe, sind vollkommen ok, so, wie ich bin.“ Aber auf einer, sagen wir mal, spirituell existentiellen Ebene. Und dann aber natürlich schon auch zu gucken: Und wie kann ich diese Weiterentwicklungsaspekte da das entwickeln, oder auswickeln, was noch in einem drin steckt? Aber ich glaube dieses also wirklich Glück ist, oder Wohlempfinden, Zufriedenheit, kommt aus einer inneren Akzeptanz von sich selber und von den Umständen im Leben. #00:25:29-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:25:29-9#

Lydia Wilmsen: Also nicht mehr in Widerstand gehen mit den Dingen, die passieren, sondern wie so ein, das englische Wort ist halt surrender. Ich finde Akzeptanz, weiß ich nicht, ob es das 100% trifft, aber es geht halt so in diese Richtung. Und ja, also frei werden, oder geschehen lassen, das, was passiert, aber mit natürlich einer positiven Ausrichtung, so dass weiterhin auch positive Dinge passieren können im Leben. Und das zu akzeptieren, dahin zu kommen, das ist dann wie so eine ja so eine spirituelle Fassette von Glück für mich. #00:25:58-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:25:59-2#

Lydia Wilmsen: Bin ich natürlich auch nicht immer, absolut. Sonst wäre ich ja schon erleuchtet. #00:26:02-4#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Aber es ist schön zu hören. Bin da komplett bei dir. Und einen Satz möchte ich noch hinzufügen, ein Zitat von einem sehr, sehr guten Freund von mir. Er sagt immer: „Es gibt nichts zu verbessern, nur zu entscheiden, wer du sein möchtest.“ #00:26:15-7#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). #00:26:16-6#

Sebastian Eisenbürger: Und das finde ich immer, weiß nicht, das gibt mir total viel. Das heißt nämlich, dass die Situation, wie sie ist, gut ist, so wie sie ist, auch wenn sie jetzt mal für den Moment gesehen und subjektiv gesehen nicht gut tut und es einem auch nicht gut geht damit. Aber im Grunde es gibt gerade nichts zu verbessern. Die Situation ist so und ich kann mich in jedem Moment neu entscheiden: „Wer möchte ich sein?“ Und er meint damit: „Was mache ich draus? Wie gehe ich damit um und was lerne ich daraus?“ #00:26:42-6#

Lydia Wilmsen: Ja, genau. #00:26:44-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja, sehr spannend. #00:26:45-3#

Lydia Wilmsen: Rationaler Umgang mit den Sachen. Und das speist sich dann aus so einer Einstellung von genau, „alles ist gut“. Egal, wie es ausschaut, egal, wie chaotisch es ist. Eine innere, ja, es ist letztendlich eine innere Selbstannahme. #00:26:56-8#

Sebastian Eisenbürger: Du sagtest vorhin, dass Freiheit und Unabhängigkeit dir total wichtig sind. #00:27:00-7#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). #00:27:01-9#

Sebastian Eisenbürger: Einmal weil wegen deiner Vergangenheit, das habe ich rausgehört, deiner Kindheit und Jugend. Mich würde interessieren: Wie definierst du denn Freiheit? Was ist das für dich? Wie drückt sich das aus? #00:27:14-0#

Lydia Wilmsen: Ja Freiheit auch wieder mit dem Thema Selbstbestimmung, jeder Zeit die Wahl zu haben, unabhängig von den äußeren Umständen: Für was entscheide ich mich? Für welche auch Reaktionen auf meine Umgebung, oder ne? Also dieses geht ja auch immer darum sein Leben zu kreieren. Und dies das ist für mich letztendlich Freiheit, wenn ich zu dem Punkt komme, das zu verstehen, dass ich sage: „Genau. Ich kreiere mein Leben und jede Sekunde habe ich die Wahl, wie ich entscheide.“ #00:27:43-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:27:43-9#

Lydia Wilmsen: Und das ist für mich letztendlich Freiheit. Und ob ich jetzt gerade, es hört sich natürlich immer Scheiße an, wenn es einem einigermaßen gut geht und dann davon zu sprechen: „Ja, wenn ich jetzt im Gefängnis sitze und alles ist schrecklich.“ Klar, aber das ist meine jetzige Definition. Und ich habe durchaus Leute kennengelernt, die das bis zu diesem Punkt auch geschafft haben, die wirklich aus unerfreulichen Umständen im Gefängnis gelandet sind, also wo es auch nicht mit, sagen wir mal, rechten Dingen zuging, also ungerechte Zustände, und die aber in diese Akzeptanz gekommen sind. Und das ist für mich, obwohl sie keine äußere Freiheit mehr haben, ist diese innere Freiheit vorhanden. Also das auf der einen Seite, diese innere Freiheit, und dann aber für mich auch Freiheit hat viel mit Selbstausdruck zu tun, mit Meinungsfreiheit, dass ich ja noch in einem Land lebe, wo das einigermaßen möglich ist. Da kann man sich ja auch drüber streiten. Aber zumindest jetzt nicht auf der Stelle irgendwie die Finger abgehackt werden, wenn ich irgendwas sage, was jemand anders nicht passt. Also das, diese äußerliche Freiheit gehört für mich schon auch dazu. Und das ist ja auch ne weshalb ich ja an diesem Thema auch mit Frauen arbeite, weil meine größere Vision schon auch in die Welt geht, also nicht nur in Deutschland, sondern auch, sagen wir mal, verschiedene Netzwerke, oder ne, Unterstützung für Frauen auch, oder unterdrückte Frauen in anderen Ländern aufzubauen, dass die auch wirklich ihren Beitrag leisten können. Und auch nicht wieder ne, nicht um das falsch zu verstehen, es geht gegen Männer, sondern es geht einfach darum auch als Frau zu verstehen, dass man ja diese Macht hat, dass man diese Freiheit hat, dass man sie sich nur nehmen muss, dass nicht Männer schuld sind, die einem die ganze Zeit irgendwas wegnehmen, oder die böse zu einem sind, sondern dass es bei mir selber beginnt. Ja. Und genau. Deswegen wahrscheinlich schon auch dieser Einsatz für Freiheit, dass die Leute erkennen, dass sie es an sich selber in der Hand haben. #00:29:28-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ja, also da bin ich auch komplett bei dir. Ich habe vor, wann war das denn? Ist jetzt schön elf Jahre her, als ich auch für mich verstanden habe, dass Freiheit eine Entscheidung ist. Tatsächlich nur eine Entscheidung. Und in jeder Situation, in der ich mich befinde, zumindest aus meiner Erfahrung kann ich das sagen, ich habe auch noch nicht im Gefängnis gesessen, aber das, was ich erlebt habe, war immer so, dass natürlich, ich kann mich entscheiden: „Fühle ich mich jetzt frei, oder fühle ich mich jetzt irgendwie gefangen gerade.“ Ich könnte mich jetzt im Moment gefangen fühlen, weil ich jetzt hier quasi, um es mal ein bisschen negativ auszudrücken, festsitze. Ich bin in diesem Interview mit dir und kann jetzt nicht andere Sachen machen. Aber das ist in meinem Kopf. Ich bin frei, weil ich mich entschieden habe, das mit dir zu tun. Das macht total Spaß. Und mir geht es gut dabei. Und ich kann danach andere Sachen machen. Kann morgen noch ganz andere Sachen machen. Und habe natürlich Regeln, denen ich unterworfen bin, also die Schwerkraft. Ich kann nicht anfangen zu fliegen, so frei bin ich noch nicht. #00:30:21-2#

Lydia Wilmsen: (lacht) Noch nicht. #00:30:22-5#

Sebastian Eisenbürger: Wer weiß, ob das mal kommt. Aber dennoch, das ist nur eine Frage, wie man das sieht. Das ist einfach eine Frage der Überzeugung, die man hat, und der Entscheidung, die man trifft. #00:30:30-1#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). #00:30:31-1#

Sebastian Eisenbürger: Finde ich sehr schön. #00:30:31-6#

Lydia Wilmsen: Perspektive. Ja. #00:30:32-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja, richtig. Ok. Jetzt sind wir schon ganz am Ende unser ersten Episode. Wir reden gleich weiter und dann geht es ein bisschen ins Thema Marketing, beziehungsweise überhaupt erst mal rein ins Thema Marketing. Ich würde dich bitten einfach mal zu erzählen: „Wie erreicht man dich, wenn man dich sucht?“ Ja. Erzähl mal: „Wo kann man dich finden?“ #00:30:51-8#

Lydia Wilmsen: Man kann mich finden im Netz unter meiner Webadresse: www.LydiaWilmsen.de. Auf Facebook bin ich auch vertreten, also die sozialen Netzwerke. Genau. Das sind eigentlich so heute die Social Media Kanäle sind heute das, wo man einen ja auch gut findet. #00:31:12-1#

Sebastian Eisenbürger: Alles klar. Also wer Frau ist und Unterstützung braucht zum Thema Berufung und Umsetzung, der kann sich bei dir melden. #00:31:20-4#

Lydia Wilmsen: Natürlich auch noch dazu sagen, natürlich auch wer Mann ist und das Ganze auch unterstützen möchte, oder so natürlich auch. Also ne, weil es mir, nochmal um es ganz deutlich zu sagen, gerade nicht um diese Spaltung geht, sondern eigentlich um auf einer höheren Eben wirklich zusammenzufinden. Wir sind noch so weit voneinander entfernt auf allen Ebenen. Es ist uns, wir denken irgendwie wir haben Gleichberechtigung, und aber so viel haben wir keiner Ahnung von, also wie die andere Seite denkt, oder fühlt. Da ist einfach über wirklich Jahrhunderte lang wurde auch viel von außen, jetzt mal wieder ne, Trennung betrieben. Und das ist mir schon ein Herzensanliegen, dass wir da gemeinsam weiter kommen. #00:31:57-4#

Sebastian Eisenbürger: Das stimmt tatsächlich, ja. Ein ganz anderes Thema. Steigen wir jetzt nicht ein (lacht). #00:32:01-8#

Lydia Wilmsen: Ein kleiner Exkurs. #00:32:02-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:32:04-8#

Lydia Wilmsen: Ja. #00:32:05-2#

Sebastian Eisenbürger: Ich würde mich an der Stelle ganz, ganz herzlich bei dir bedanken. Ich freue mich total drauf, wenn wir über das Thema Marketing sprechen. #00:32:10-2#

Lydia Wilmsen: Mhm (bejahend). #00:32:11-4#

Sebastian Eisenbürger: Genau so viel bis hierher. #00:32:12-7#

Lydia Wilmsen: Ja. Danke sehr. #00:32:15-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, bei dir, lieber Zuhörer, möchte ich mich bedanken, dass du bis hierher zugehört hast und fände es total schön, wenn du bei iTunes mir eine Bewertung hinterlässt, einfach Sterne anklickst und mir in die Kommentare schreibst, was du gut findest an dem Podcast, was ich vielleicht verbessern kann, und ob es irgendwelche Themen gibt, die dich besonders interessieren. Dann kann ich darauf eingehen. Dann hören wir uns in der nächsten Episode wieder. Bis dann. Tschüss! #00:32:37-3#

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