#45: Marketing & Fotografie (Christian Vogel im Gespräch)

#45: Marketing & Fotografie (Christian Vogel im Gespräch)

Christian ist Fotograf und versteht definitiv was von Bildern. Und von Werbung. Denn Christian macht neben People-Fotografie auch einige Aufnahmen, die für „Werbung“ verwendet werden.

Und Christian hat eine eindeutige Meinung zu Werbung.

Wir philosophieren über Werbespots, diskutieren über die schöne bunte Marketing-Welt und ich glaube es gelingt mir, das eine oder andere besondere Detail aus Christian herauszukitzeln.

Beim Zuhören lernst du also etwas über Marketing, Werbung, über Photografie – und du erlebst eine Premiere dieses Podcasts – denn es klingelt mitten im Gespräch an der Tür. Und wir beide kommen total aus dem Konzept! 😉

Christian findest du im Internet unter www.christianvogel.com.

Viel Spaß bei „Marketing & Bilder“ (& dem Klingeln)!
Sebastian


Transkription: Marketing & Bilder – Gespräch mit Christian Vogel

Sebastian Eisenbürger: Heute: Marketing und Bilder. #00:00:02-8#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen zum Podcast für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und heute habe ich einen Experten für Bilder hier, nämlich den Christian Vogel. Christian Vogel ist Fotograf ja und kümmert sich vor allem um People, um alles, was mit Werbung zu tun hat. Er macht Fotos und ist der Experte für Bilder. Hallo Christian. #00:00:29-5#

Christian Vogel: Hallo Sebastian, grüß dich. #00:00:30-8#

Sebastian Eisenbürger: Toll, dass wir das machen können hier das Interview. Freut mich wirklich. #00:00:33-3#

Christian Vogel: Ja. #00:00:33-8#

Sebastian Eisenbürger: Weil, ich weiß nicht, diese Verbindung Marketing und Bilder, die habe ich tatsächlich schon ein bisschen länger im Kopf und habe noch nicht den geeigneten Gesprächspartner dafür. Jetzt haben wir uns kennengelernt von ein paar Wochen und bin dir echt dankbar, dass wir uns dazu unterhalten können hier. Nimm dir einfach mal ein paar Sätze Zeit und erzähle ein bisschen über dich, was du genau machst, was für Fotos du machst, was dich auszeichnet, ja, wo du bist. #00:00:58-4#

Christian Vogel: Also ich arbeite als Fotograf in München, wie du schon gesagt hast, mit dem Schwerpunkt auf Werbung. Ich porträtiere Menschen. Das heißt im Werbekontext. Das heißt Darstellung von Personen, von Firmen. Das kann der Rechtsanwalt sein. Das kann auch ein Prominenter sein. Das kann auch das können auch Modelle sein, die im Werbekontext stehen, zum Beispiel für o2 habe ich was gemacht, für E.ON, ja. Und das ist auch so meine Exzellenz, dass ich Menschen sozusagen innerhalb kürzester Zeit, auch wenn sie selten vor der Kamera stehen, also, sagen wir mal, der normale Rechtsanwalt, oder der Geschäftsführer, relativ schnell auf ein sehr entspanntes auf einen entspannten Level bekomme, um dann halt die Fotos zu bekommen, die gewünscht sind. #00:01:54-5#

Sebastian Eisenbürger: Ah ok. Kannst du beschreiben, was jetzt das ja das Spezielle ist an jemandem an einem Fotografen, der Fotos für Werbung macht, und oder anderen Fotos, die man sich Zuhause hinhängt? #00:02:04-0#

Christian Vogel: Nun ja, also Werbung in sich an sich ist ja zielgerichtet, das heißt also es gibt ja, wie jeder weiß, Werbeagenturen, die dann ein bestimmtes Ziel mit ihrer Werbung verfolgen. Das heißt also ein Produkt soll verkauft werden, es soll dem Kunden nähergebracht werden. Und der Werbefotograf ist sozusagen der kreative Umsetzer dieser Idee. #00:02:28-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:02:29-2#

Christian Vogel: Das heißt also im besten Fall, wenn es optimal läuft, heißt du zwei Kreative, also einmal den Art Director, oder den Kreativ-Direktor der Werbeagentur, und den Fotograf. Es gibt also die Grundidee, oder die Idee, die schon mehr oder weniger ausgearbeitet, je nach Agentur, oder Kunden, und dann den Fotograf. Und die beiden Kreativen kommen dann bei einem Shooting zusammen und, wie gesagt, das Optimale ist dann, dass daraus etwas größeres, etwas Besseres entsteht. #00:03:03-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Und hast du dann wirklich freie Hand, wenn es darum geht irgendwie ein Foto zu machen, oder kriegst du da ein sehr genaues Briefing? #00:03:08-5#

Christian Vogel: Das, wie gesagt, kommt auch immer auf den Kunden drauf an. Es gibt Werbeagenturen, die haben ganz exakte Briefing. Da bin ich dann, sage ich mal, eher der Umsetzer des Briefings. Habe dann, da ist der kreative Spielraum schon da, also die Agentur bucht mich ja auch, weil ich eine bestimmte Bildsprache habe, und oder sie in meinen Bildern die Umsetzung so sehen, dass sie sagen: „Ah, der ist jetzt genau der Richtige für uns, der das perfekt für uns umsetzen kann.“ Und es gibt auch andere Agenturen, die sehr lose Briefings haben, bei denen man im Vorfeld dann auch nochmal kreativ mit den mit der Agentur zusammengearbeitet wird, um halt dann etwas sozusagen, bevor wir es tatsächlich dann zur Umsetzung bringen, nochmal zugespitzt wird. #00:04:04-5#

Sebastian Eisenbürger: Also denen einfach die Expertise fehlt, was möglich sein könnte, und (…) #00:04:08-7#

Christian Vogel: Oh, das würde ich gar nicht sagen, das der Agentur die Expertise fehlt. Es ist einfach so, dass die in Gesprächen dann vielleicht noch etwas Besseres dazukommt ne. Das kann natürlich auch im Shooting passieren. #00:04:20-8#

Sebastian Eisenbürger: Also ein Sparring dann quasi. Das sind einfach zwei Personen, die sich austauschen und (…) #00:04:24-1#

Christian Vogel: Ja, ja. Aber letztendlich ist es natürlich schon die Werbeagentur, die den Grundgedanken hat und die Grundintention natürlich vorgibt. #00:04:31-6#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Alles klar. Ja wir reden ja über Marketing. Kannst du mal vielleicht dich ein bisschen einordnen: Wie stehst du persönlich zum Marketing einfach als Privatperson? Wenn du nach Hause kommst, dich vor den Fernseher setzt, wenn du das noch tust, deine E-Mail liest (…) #00:04:44-5#

Christian Vogel: Ich habe keinen Fernseher. #00:04:45-5#

Sebastian Eisenbürger: Ok, sehr gut. Ich auch nicht (lacht). #00:04:47-2#

Christian Vogel: Ich habe genug mit Medien zu tun, da habe ich keinen. #00:04:52-3#

Sebastian Eisenbürger: Was ist deine Meinung zu Werbung und all dem, was man drumrum gerade hört: Datenkraken und Retargeting und diese ganzen Möglichkeiten, die da auf uns einprasseln gerade? #00:05:01-7#

Christian Vogel: Oh ja. Da weiß ich nicht, wo ich dazu so viel sagen kann, weil (…) #00:05:08-3#

Sebastian Eisenbürger: Deine persönliche Meinung einfach. #00:05:10-1#

Christian Vogel: Ah, meine persönliche Meinung. #00:05:11-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:05:11-6#

Christian Vogel: Na ja, in Deutschland ist die Werbung nicht ganz so witzig, wie ich sie gerne hätte. #00:05:15-6#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:05:16-1#

Christian Vogel: Es gibt, kennst du vielleicht die Cannes Rolle? #00:05:20-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:05:20-7#

Christian Vogel: Da gibt es dann immer wieder mal witzige Werbungen, die leider dann nicht bei uns gelaufen sind, sondern meistens im Ausland. #00:05:27-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:05:28-6#

Christian Vogel: Es gibt auch sehr sarkastische, sehr witzige Werbungen. Was mir persönlich auch ganz gut gefällt sind von den jungen Werbefilmern die Abschlussarbeiten sind meistens extrem brillant und sehr mutig. #00:05:44-4#

Sebastian Eisenbürger: Ich habe letztens eine von Volvo gesehen, muss ich kurz erzählen. Also weiß gar nicht von wem die war. Irgendeine Akademie hat Werbung für Volvo gemacht und da haben sie unterschiedliche Szenen abgelichtet. Man hat natürlich nicht erkannt, dass es um Volvo geht zunächst. Und ja, es ist ein bisschen makaber. Also es sind irgendwelche Sachen, Unfälle passiert. Gar nicht im Straßenverkehr ganz häufig. Und in der letzten Szene sieht man so, wie eine Person den Zebrastreifen überquert, dass ein Volvo gerade gefahren kommt und da sitzt so ein älterer Herr übern Lenkrad, wo du gerade siehst: „Irgendwie fällt dem gleich die Augen zu.“ Keine Ahnung, ob er jetzt Tod ist, ob er schläft, aber dieser Volvo bremst rechtzeitig vor dem Zebrastreifen selbsttätig. Und dann ganz groß Volvo irgendwie „fahr mit Sicherheit“. Ich weiß nicht genau, wie der Slogan war. #00:06:23-2#

Christian Vogel: Ich kenne die Werbung. Die ist sehr gut ja. #00:06:25-4#

Sebastian Eisenbürger: Das fand ich mega, weil es einfach komplett anders ist, als das, was ja was ich bisher, oder schon lange gesehen habe. Und ja so was mag ich. Würdest du sagen, das fehlt und tatsächlich so ein bisschen, so dieses witzige, unterhaltsame? #00:06:36-3#

Christian Vogel: Ja. Ja, durchaus, durchaus. Ich weiß nicht, ob du auch die Abschlussarbeit von einem Filmstudenten, der für das Sicherheitssystem für Mercedes geworben hat. #00:06:48-8#

Sebastian Eisenbürger: Ist schon ein bisschen älter, oder? #00:06:49-9#

Christian Vogel: Die ist so ein bisschen älter. #00:06:50-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja doch, habe ich auch gesehen. #00:06:51-5#

Christian Vogel: Dieser Werbespot, da hat dann Mercedes dem jungen Mann dazu, wie soll ich sagen, überredet, sage ich jetzt mal nett, ausdrücklich dann am Ende des Werbespots und am Anfang des Werbespots nochmal einzublenden, dass dies (…) #00:07:05-6#

Sebastian Eisenbürger: Dass das eine Arbeit war, ge? #00:07:07-3#

Christian Vogel: Dass das eine freie Arbeit ist und auf keinen Fall mit Mercedes tatsächlich was zu tun hat. Das hat in Braunau gespielt. Da hat der Mercedesfahrer versehentlich ein junges Kind überfahren, mit der Einblendung am Schluss: „Verhindert schlimmeres, bevor es passiert.“ #00:07:24-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja, geht in eine ähnliche Richtung. #00:07:26-7#

Christian Vogel: Geht in die ähnliche Richtung. Schön böse. Und gerade, weil das ein Thema anspricht, was natürlich in Deutschland mit Samthandschuhen angefasst wird, daher extrem witzig in meiner Welt. #00:07:37-6#

Sebastian Eisenbürger: So ein bisschen wie die Edeka Werbung von Weihnachten 2015. Die mit dem älteren Herren (…) Die war im Fernsehen. Älterer Herr (…) #00:07:45-0#

Christian Vogel: Kenne ich. #00:07:46-3#

Sebastian Eisenbürger: Inszeniert quasi seine Beerdigung, damit er es schafft, seine Familie zu Weihnachten zusammen zu bringen, was er normal nicht geschafft hätte. Und dann sind sie alle da und wundern sich, dass er lebt und ja Edeka. #00:07:55-7#

Christian Vogel: Die hat auch sehr stark polarisiert und das war in diesem Fall war es ja tatsächlich eine Arbeit von einer Werbeagentur. Das war ja die war auch mutig, wie gesagt, hat polarisiert. Mir hätte die Intention, also ich bin ja dann eher für lustigere Sachen (…) #00:08:16-6#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ich wollte gerade drauf zu sprechen kommen. Im Grunde, weiß nicht, wir spitzen uns ja immer weiter zu, wird ja immer extremer, extremer. Irgendwann geht es ja nicht extremer, oder ist es vielleicht nicht so gesund, wenn es noch extremer wird. #00:08:28-2#

Christian Vogel: Also es gibt hier und da dann auch schon witzige Werbungen, also gerade, weil du es angesprochen hast, fällt mir ein. Da gab es ja auch mal diese ganz witzige Werbung von dieser kleinen Göre, also ich sage jetzt mal sechs, sieben, acht, zehn Jahre. #00:08:40-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:08:41-5#

Christian Vogel: Die vor der Theke stand und sozusagen den Verkäufer immer versucht auszufragen, so: „Was ist das?“, und der konnte immer genau wie aus der Pistole geschossen alles exakt sagen. Und das Mädchen wird immer wütender, weil sie den Verkäufer nicht an den Rand bringt, und dann zeigt sie so auf den Kunden nebendran. Und der Edekaverkäufer so aus der Pistole geschossen: „Ja, das ist der Herr so und so, so und so viele Jahre alt und der kommt so oft hier rein“, ja. Und „Edeka – Wir lieben Lebensmittel.“ Also das war auch eine sehr witzige und sehr gute Werbung. #00:09:13-8#

Sebastian Eisenbürger: Die kenne ich tatsächlich nicht. Habe ich verpasst. #00:09:15-7#

Christian Vogel: Anschauen. #00:09:17-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ist spannend. Also mir geht es ja darum mit der Werbung, oder im Marketing, für mehr Relevanz zu sorgen. Das ist (…) Ich finde es unglaublich wichtig, dass Verbraucher das mögen, was sie zu sehen kriegen, und nicht so einfach diese Zeiten zwischen den Spielfilmteilen, die es am Ende dann sind, gezwungen werden, Dinge anzuschauen, weil wenn sie umschalten sehen sie im anderen Kanal auch Werbung. Das ist so „rein in den Kopf, bis nicht mehr geht und bis wirklich weh tut.“ Weiß nicht, hättest du Ideen, gerade als Fotograf, so als Kreativer, witzig haben wir schon gesagt, in welche Richtung es gehen könnte? #00:09:49-5#

Christian Vogel: Ich glaube mit positiv besetzter Werbung und witziger Werbung erreicht du den Kunden eher als mit Werbung, die auf Mangel, oder Angst, hindeutet. #00:10:04-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:10:05-7#

Christian Vogel: In unserer heutigen Zeit wirst du als Konsument gesehen und natürlich überschüttet von oben bis unten, rechts und links. Du kommst ja fast nirgends mehr aus. Und da haben es die Werber nicht ganz so leicht, sagen sie auf jeden Fall. Und um tatsächlich etwas zu platzieren ist im Marketingbereich, also für mein Verständnis, etwas extrem wichtig, was bis jetzt, ich nehme das mal am Beispiel Apple, immer sehr gut gemacht hat: Die Customer Experience. Das ist das, was in meiner Welt, in meinem Verständnis an erster Stelle stehen sollte. #00:10:47-9#

Sebastian Eisenbürger: So, jetzt hatten wir kurz einen Klingel Break. Ist nicht so schlimm. Wir sind ja hier live und hier wird nichts geschnitten, von daher. Wir haben gerade drüber gesprochen (…) Worüber haben wir gerade gesprochen? #00:10:58-6#

Christian Vogel: Über positiv besetztes Marketing. #00:11:03-8#

Sebastian Eisenbürger: Richtig, richtig. Genau. Und da haben wir gesagt, dass im negativen Fall nichts wirklich gut ist, wie es häufig passiert. Da bist du unterbrochen worden. #00:11:12-6#

Christian Vogel: Ja, das ist wohl richtig. Wie gesagt, ich (…) Die Werber stehen ja vor der großen Herausforderung, dass der Kunde, oder der zukünftige Kunde, der Konsument, ja überall mit Werbung etc. überhäuft wird, also das heißt jetzt im Fernsehen, da natürlich sehr viel. Das ist zum Beispiel auch ein Grund, warum ich mich da zurückgezogen habe. #00:11:35-7#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Was heißt zurückgezogen, also privat als Fernsehschauer? #00:11:39-8#

Christian Vogel: Ja privat. Ich schaue keine, ich schaue privat kein Fernsehen mehr. Ich gehe dann lieber ins Kino. Die Kinowerbung an sich zum Beispiel ist für mich dann eher schon mal die schönere Art der Werbung, weil in der Kinowerbung sind die Spots meistens länger. Sie haben da etwas mehr Zeit auch die Geschichte zu erzählen. #00:11:58-1#

Sebastian Eisenbürger: Ich würde sagen: „Der Kontext ist ein anderer.“ Du gehst ins Kino und das ist für dich das Event. Das gehört dazu. Du setzt dich in den Sessel und genießt das wirklich auch dann irgendwie beschallt und visuell wirklich da ordentlich was mitzukriegen. Und tatsächlich im Fernsehen, meine persönliche Meinung ja: „Ich weiß überhaupt nicht, warum wir Fernsehen überhaupt noch haben.“ Ja, weil es gibt genug Alternativen heutzutage und Verbraucher sind bereit, Werbung zu akzeptieren, wenn sie ja wenn sie positiv besetzt ist, und wenn sie nicht stört. Und diese Störerwerbung, ich persönlich habe da ein Problem mit. Du siehst das ein bisschen anders, so wie es scheint. #00:12:37-6#

Christian Vogel: Was meinst du mit Störerwerbung? #00:12:40-1#

Sebastian Eisenbürger: Na ich tue irgendwas, beispielsweise Fernseher schauen, einen Film gucken und dann kommt die Werbung, oder ich bin auf einer Webseite und da kommt ein großes Pop-up und ich kann nicht mehr lesen, was ich lesen wollte. #00:12:49-4#

Christian Vogel: Ja, das ist also tatsächlich, das ist auch, ja wie gesagt, das war mit der Grund, warum ich aufgehört habe Fern zu sehen. #00:12:58-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Nutzt du einen AdBlocker? #00:13:00-3#

Christian Vogel: Nein, in dem Fall nicht, weil mir der AdBlocker auch zu viele andere Sachen eventuell blocken würde, die ich gerne sehen möchte. Was ich extrem albern und sehr lustig finde auf der anderen Seite, ist wenn ich jetzt, keine Ahnung, ich suche jetzt ein neues Equipment Teil und gebe das halt bei Google ein und egal, auf welcher Webseite ich dann bin, ob ich jetzt dann nochmal auf Amazon gehe, auch da nochmal gucke, oder egal, was ich irgendwo anschaue Webseiten, bekomme ich dann dieselben Werbungen eingeblendet direkt in den Werbebannern oben, an der Seite rechts, links. Na ja, ich sage es jetzt mal so: „Ich informiere mich und habe es dann vielleicht schon gekauft.“ Die ganzen Algorithmen sind ja in dem Fall (…) Sie helfen mir nicht wirklich. #00:13:47-2#

Sebastian Eisenbürger: Richtig. #00:13:48-0#

Christian Vogel: Ja, also und was mich daran stört bei dem Marketing, ist, dass die Algorithmen ein Userprofil anlegen von mir, um mir ähnliche Sachen, oder sie meinen, etwas zu wissen und mir vorzuschlagen. Da liegen sie meistens falsch. Das ist vielleicht auch eine persönliche Geschichte, weil ich natürlich auch Abwechslung liebe. Das liegt vielleicht auch an meinem Beruf, dass ich natürlich gerne auch viele verschiedene Sachen sehe und auch gerne verschiedene Eindrücke sammeln möchte. #00:14:18-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:14:19-4#

Christian Vogel: Und wenn ich dann wirklich was Neues haben möchte, ich dann frage ich zum Beispiel meine Freundin, sag ich so: „Du, such doch mal was für mich“, weil die bekommt ganz andere Ergebnisse als ich, obwohl wir exakt dasselbe in Google eingeben. #00:14:28-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:14:29-9#

Christian Vogel: Und das ist halt, wie soll ich sagen, da sind die Programmierer, oder die Marketingleute, ich weiß nicht, ob man das jetzt (…) Die sind da noch auf einem Holzweg in meiner Welt, also die sind da noch, da geht noch was. #00:14:44-4#

Sebastian Eisenbürger: Du, in meiner auch. Vollkommen. Ich habe in ganz großes Problem mit dem Retargeting, wie wir es kennen jeden Tag. Das ist halt alles, also ich finde es sehr platt tatsächlich. Das ist sehr, ja es ist nicht so implizit, wie ich mir das vorstellen könnte, oder wie ich es auch selbst machen würde. #00:14:57-1#

Christian Vogel: Ich muss oft drüber lachen, weil wie gesagt, was weiß ich, ich guck beim Großhandel informiere ich mich über, was weiß ich, eine neue Optik, ja oder, was weiß ich, eine Blitzlampe, oder einen Lichtformer. Dann kaufe ich den dort, oder ich habe mich dort informiert, dann gehe ich in den Laden und kauf den dort und dann bekomme ich drei vier fünf Tage später immer wieder dieselben Sachen eingeblendet, wo ich mir sage so: „Ja ok. Ich habe es ja schon gekauft.“ Das kann muss dieser Algorithmus natürlich nicht wissen. Und selbst wenn ich es Online gekauft habe, wird das nicht abgespeichert, was natürlich auf der anderen Seite ganz gut ist ne. Wir sind ja sowieso schon genug gescreent, unsere Kaufverhalten, unsere Suchverhalten bei Google, bei Amazon, bei was weiß ich so. Und nun ja. Es ist nun mal so. Ich lache darüber. Das ist schön. #00:15:52-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ist ja cool, wenn du das mit Humor nimmst ja. Also ja. Ich sehe eben, dass die Verbraucher damit tatsächlich Schwierigkeiten haben und verstehe halt, wie gesagt, auch selbst nicht, warum Unternehmen noch immer nicht in der Lage sind, das anders zu machen. Denn das lustige ist ja, das erzähle ich ganz, ganz oft, dass wenn ich mit Menschen arbeite aus Marketingabteilungen und die Frage, wie sie die Werbung finden, die sie abends im Fernsehen sehen, die sie auf Internetseiten sehen, die sie in den Briefkasten reinkriegen, die regen sich alle super auf, dass sie sagen: „Ja, alles der größte Mist, der da steht.“ Und wenn sie dann verstehen, dass sie diejenigen sind, die das Zeug produzieren, oder zu denen gehören, die das gehören, dann plötzlich ändert sich die Welt ein bisschen und eine andere Perspektive ist da. #00:16:33-2#

Christian Vogel: Ja. Ich denke mal auch, dass das Problem, also Problem hmm, weiß nicht, ob es ein Problem ist (…) Also ich kann es jetzt nur so von meiner Seite her mal beschreiben, oder ich denke mal, dass es auch so läuft, wahrscheinlich öfters, als es vielen Leuten lieb ist, dass der Kreative eine gute Idee hat für eine Werbung und das dem Kunden vorschlägt, und die Kunden, die Entscheider, die dann Kunden sind, leider dann eher auf das Langweiligere, oder Konservativere zurückgreifen. Also es gibt ja oft so, dass die, weiß nicht, die Agentur hat dann nicht nur einen Vorschlag für eine Werbung, für eine Kampagne, sondern die hat zwei drei. Ja, oder im Vorfeld ist es ja schon so weit, dass eine Firma sagt: „Ok, wir suchen uns eine neue Werbeagentur für unsere neue Kampagne“, und dann pitchen (…) Also pitchen heißt das ist wie so eine Art Bewerbung von den Agenturen, die sich quasi um den Kunden bemühen. Da geben die dann richtig Gas. Die arbeiten dann schon zwei drei Ideen aus und dann sagt der Kunde: „Ok, von den drei Agenturen nehmen wir jetzt die Agentur A“, sage ich jetzt mal. B und C ist dann schon mal draußen. Dann als A hatte schon mal drei gute Ideen. Dann sagt der Kunde: „So, und jetzt legt ihr mal los.“ So, das heißt in diesen sogenannten Pitch, also in diesem Wettbewerb, in den sie diese drei Ideen haben, kommst du oft an, ah vielleicht nimmt der Kunde dann tatsächlich auch die eine Idee, oder sie sagen dann so: „Ja macht doch mal weiter und entwickelt mal was Neueres.“ Und am Anfang darf das dann immer so crazy sein und ja. Und in diesen Prozess, in den natürlich der Kunde mit eingebunden ist und dann oh wird das dann oft leider immer weiter runtergeschraubt, bis es dann eher vielleicht auch dann, sagen mal, eine gewöhnlichere Werbung wird, bei denen dann die Marketingabteilungen der Firma und der Chef und vielleicht die Frau vom Chef, ich weiß es nicht, wie das dann die Entscheidungsprozesse dort bin ich ja nicht eingebunden, das ist wie gesagt, das ist jetzt nur so einen Teil habe ich dann schon mal so erzählt bekommen und einen Teil kann ich mir dann selber da zusammenreimen und ja. So ist es nun mal. #00:18:52-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das sind eben die Prozesse, die ich tatsächlich jeden Tag erlebe, wenn ich Unternehmen berate. Und tatsächlich, es ist genau das. Es gibt da diese wunderbar perfekten Ideen, die, oder wirklich innovative Sachen, die in Pitches vorgestellt werden, und heraus kommt am Ende da so ein schaler Kompromiss zwischen Normal und dieser tollen Idee. Und da sind wir am Kern des ja schon Problems, würde ich sagen. Das liegt an der Unternehmensstruktur, aus meiner Sicht, dass da Menschen Entscheidungen treffen, die einfach einen gewissen Posten haben und den natürlich auch behalten möchten und, sagen wir, ein bisschen schwierig finden, dass eine Idee auch mal nach hinten losgehen kann. Das Risiko ist einfach da. Das ist sollte gesehen werden. Auf der anderen Seite: Ohne Risiko gibt es auch keinen Erfolg. #00:19:32-2#

Christian Vogel: Ja gut. Es gibt ja, Gott sei Dank, immer wieder mal auch ganz, ganz lustige und tolle Werbung. Mir fällt allerdings schon mal wieder eine Mercedes Werbung ein. #00:19:41-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:19:42-1#

Christian Vogel: Da gab es dieses nette Lied „upside down you turn me“. Das kennt wahrscheinlich der eine oder andere doch. Und sie haben dann wohl, ich weiß nicht, wie sie auf die Idee gekommen sind, irgendwie haben sie aber festgestellt: Wenn du ein Huhn in die Hand nimmst und das Huhn leicht bewegst, bleibt der Kopf stehen. #00:19:58-7#

Sebastian Eisenbürger: Ach die Werbung, ja, ja, ja, ja. #00:20:00-2#

Christian Vogel: Und sie haben dann drei Hühner quasi mit so, also vor schwarzen Hintergrund die weiße Hühner, weiße Handschuhe, schwarze (unv.), glaube ich, und dann haben sie die im Takt der Musik bewegt, und die Köpfe sind gleich geblieben. Schaut super lustig aus. Gibt ja, Gott sei Dank, immer wieder auch Highlights, also es ist ja nicht so, dass es nur ja langweilige Werbung (…) #00:20:19-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, leider sind das aus meiner Sicht so kleine Kapsel im großen Marketing, in der großen Marketingwelt. Also die Kampagne, die wirklich mal richtig cool und komplett anders ist, die ist echt selten aus meiner Sicht. #00:20:32-2#

Christian Vogel: Ich kann mir natürlich auch gut vorstellen, dass das auch immer wieder mal eine Budgetfrage ist. Wie viel Geld hat ein Konzern Verfügung? Wie viel will er tatsächlich ausgeben? Und ja, manche Ideen lassen sich leichter umsetzen, kostengünstiger, und manche sind etwas kostenintensiver. Ich sage mal so: Für eine gute Idee muss nicht zwingend teuer sein, kann auch sehr günstig umgesetzt werden. #00:21:04-6#

Sebastian Eisenbürger: Richtig. Meiner Erfahrung nach bedarf es einer anderen Währung, nämlich dem Mut, den es braucht, um Ideen mal umzusetzen, die anders sind. #00:21:12-8#

Christian Vogel: Da sind wir uns einig. #00:21:13-5#

Sebastian Eisenbürger: Richtig. Und die Kosten sind, meiner Erfahrung nach, auch tatsächlich oft sehr, sehr ähnlich, ob man jetzt irgendwie ein schlechtes Bild macht, oder ein gutes Bild macht, da kommt es auf den Fotograf an. #00:21:24-8#

Christian Vogel: Das ist wohl richtig ja. Also, das hatten wir am Anfang schon ne, die Entscheidungsfindung meiner Kundin liegt ja im Vorfeld ne. Welche Fotografen kommen für das Bild, was wir jetzt quasi anstreben, oder die Bilder, die wir anstreben ja, in Frage? Wer hat dann so die Bildsprache? Wer ist technisch und fotografisch ihrer Meinung nach dazu in der Lage? Und dann werden dann die Kosten eingeholt und dann fragen sie: „Ja, was kostet die Produktion?“ Und dann setzt man sich so hin als Fotograf und überlegt mal, spricht das dann noch und ja dementsprechend. #00:22:07-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ich weiß nicht genau, wie die Kosten da sind. Ich weiß, wie Kosten im Marketing ausgegeben werden. Und die sind dann schon gerne mal sechs-, siebenstellig im Jahr. Und also hauptsächlich dann für IT und für Systeme heutzutage und für Budgets in anderen Kanälen, also wie SEM, Googel AdWords und was es da alles gibt. Da wird richtig Geld rausgeblasen. Und wenn ich mir das zusammenzähle, wenn wir ein Jahr dieses Geld nehmen würden und es mal kurz vorher, vielleicht so ein viertel Jahr vorher, Gedanken machen: „Was können wir im nächsten Jahr anders machen, besser machen, als im letzten Jahr?“ Und wenn wir jetzt mal selbst so spielen, als wären wir unsere eigenen Kunden und fänden wir das cool, fänden wir das nicht cool? Ich glaube da lässt sich das Geld so viel sinnvoller, gewinnbringender, witziger einsetzen als ja auf die eine Art und Weise, wie wir es schon immer gemacht haben. #00:22:51-1#

Christian Vogel: Nun ja, da kann ich das natürlich nur unterstützen. Also tolle Bilder von mir ist immer eine gute Idee (lacht). #00:22:59-0#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Glaube ich dir sofort. Nein, sind sie auch tatsächlich. Was denkst du, wo müssten wir ansetzen? Ist es das Unternehmen, dass am Ende den Auftrag erteilt? Ist es die Agentur, die einfach innovativere Ideen entwickeln sollte? Sind es die ausführenden Fotografen und, weiß ich nicht, Produzenten, Regisseure, die denen der Mut fehlt? #00:23:19-6#

Christian Vogel: Nun ja, ich glaube das der Ansatz, der ist ja extrem vielschichtig. Wir hatten ja, als die ganze Werbegeschichte angefangen hat, waren die Werbeagenturen ja, wie soll ich sagen, die konnten sich ja alles erlauben. #00:23:38-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:23:39-1#

Christian Vogel: Die Fotografen damals auch. Das war vor meiner Zeit. #00:23:42-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Also reden wir von so 90er? #00:23:45-6#

Christian Vogel: Ja, also (…) Mad Men, gibt es ja diese hübsche Serie. #00:23:50-3#

Sebastian Eisenbürger: Aber die ist auch schon ein paar Jahre länger her ja. #00:23:51-4#

Christian Vogel: Die ist so ein bisschen länger her, aber die spielt da so in dieser Hochzeit, wo die Agenturen ja machen konnten, was sie wollten. Und die Fotografen damals natürlich auch sich alles rausnehmen konnten. Die Zeiten haben sich diesbezüglich natürlich schon extrem geändert. Die Agenturen und die, weiß nicht, ob es die Fotografen damals auch übertrieben haben, also das war halt natürlich alles sehr, hat sehr viel Geld gekostet und da hieß es einfach: „Kunde, sei ruhig. Wir machen einfach und das wird dann schon gut.“ #00:24:20-6#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:24:21-3#

Christian Vogel: Und jetzt dreht sich die Sache, oder hat sich die Sache mittlerweile ja schon extrem umgedreht. Und es ist schade, dass viele Agenturen weniger Mut gegenüber den Kunden an den Tag legen, was ich auf der anderen Seite natürlich auch verstehe, weil die Kunden auch viel selektiver geworden sind, was wie sie ihr Geld ausgeben wollen und wo sie ihr Geld ausgeben wollen, und mittlerweile auch ihre Etats nicht nur auf eine Agentur aufteilen, sondern auf mehrere. Ja, die wollen das gar nicht mehr, dass eine Agentur alles macht, sondern da gibt es dann, was weiß ich, die splitten das dann auf und die größeren Agenturen haben dann nochmal Unteragenturen. Und so werden die ganzen Etats da viel, viel weitreichender gestreut. Und dann haben sie angefangen sich die Agenturen gegenseitig zu unterbieten. So, und das gleiche haben dann die Fotografen auch noch mitgemacht, die Preise auch noch gedrückt. Also das ist alles so ja. Da ist jetzt die Frage: Wer wo willst du da ansetzen? Letztendlich, glaube ich, kann jeder so sein Scheffelchen beitragen. Also die Kunden dürfen bisschen mutiger werden. Die Agenturen dürfen wieder mutiger werden und natürlich auch gerne auch die Fotografen. Also die würden sowieso alles mitmachen. Denke ich mal. Also gehe ich mal davon aus. Ich gehe da jetzt mal von mir aus. Also je verrückter, desto mehr Spaß habe ich dran ne. Auf meiner Webseite gibt es ja auch dieses eine Bild mit dem Herren, der den Fisch ins Gesicht bekommt. Und das war zum Beispiel auch eine sehr lustige und mutige Idee und da habe ich gesagt: „Natürlich.“ Da habe ich sofort: „Hier!“, geschrien. #00:25:55-0#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ja, ist spannend. Also ja. Ich arbeite täglich dran, da ein bisschen mehr Mut zu streuen und auch zu erklären, dass es gar nicht so super viel Mut ist, denn es da braucht, dass es oft tatsächlich reicht sich in die Rolle des Kunden reinzuversetzen und zu überlegen: „Was wäre denn cool? Was würde ich denn gerne sehen? Was wäre witzig am Ende des Tages?“ #00:26:13-3#

Christian Vogel: Ja, also ich, nochmal einen halben Schritt zurück und den noch einen Nachsatz dazu: Ich denke auch die Kunden muten den Konsumenten weniger zu, als er vertragen würde. Also das heißt sie, ich glaube, dass der Kunde viel mehr Witz und Satire verträgt, als der Produzent, oder die Firma, ihm zutraut. #00:26:42-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, da glaube ich auch. #00:26:46-5#

Christian Vogel: Gerade heutzutage. #00:26:48-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja, dass eben die Unternehmen sich das einfach nicht trauen, oder einfach nicht auf die Idee kommen möglicherweise. Das weiß ich gar nicht genau. #00:26:53-7#

Christian Vogel: Ich denke mal gar nicht, dass es an der Idee liegt. Die Ideen kommen ja auch von der Agentur, und wenn der Kunde mutiger wäre, würden die die Ideen der Agenturen ja auch nochmal ein bisschen weitreichender sein. #00:27:05-6#

Sebastian Eisenbürger: Also du glaubst, das Sicherheitsdenken aller Beteiligten ist ein bisschen zu hoch. Was wäre, wenn der das, wem das nicht gefällt? Und dann machen wir das nicht und dann geht der Auftrag flöten und so. #00:27:13-1#

Christian Vogel: Ja, ich glaube das ist oft eine Geschichte, dass der Konzern Angst hat mit der Werbung den Konsumenten zu verschrecken. Dann geht der Konsument weg und der nimmt diese komische Vornahme, zeigt es der Agentur, und die Agentur: „Ja, hmm.“ Und die hat dann vielleicht wieder Angst den Konzern zu verlieren, also den Kunden, also die (…) #00:27:36-8#

Sebastian Eisenbürger: Das Unternehmen. #00:27:38-1#

Christian Vogel: Das Unternehmen, und so ist es das halt so ein komisches Gebilde. #00:27:42-0#

Sebastian Eisenbürger: Das ist eigentlich sehr schade, denn es gibt ja tatsächlich auch Kanäle heutzutage, bei denen man recht risikofrei testen kann. Also wenn es irgendwie diese klassischen Instagrams, Snapchats, YouTubes, Facebooks sind, da lässt sich eine Kampagne, die tendenziell günstig zu produzieren ist, mal testen, fahren, und wenn sie nicht läuft, dann kriegt man das Feedback sehr, sehr schnell und kann drauf reagieren. #00:28:02-9#

Christian Vogel: Das ist die Frage, also da bin ich hier natürlich jetzt kein Spezialist, ob das tatsächlich so messbar ist. Ja gut bei YouTube mit den Klicks, bei Instagram mit den Likes und bei Facebook mit den Likes. Und Facebook hat ja auch angefangen die Ads zu schalten. Das heißt dann ist die Frage: „Wie viel Budget pumpst du dann da rein, um eine Kampagne auf Facebook zu promoten?“ Bei Instagram, glaube ich, gibt es das gar nicht. #00:28:33-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja doch, inzwischen gibt es das bei Instagram, nur die, da brauchst du nicht viel Geld für. Also das ist tatsächlich sehr, sehr preisgünstig, also wenn man es vergleicht mit den ganz Großen Kanälen. #00:28:44-6#

Christian Vogel: Jetzt ist die Frage: Du es ist ersichtlich wie viele klickst hast du bei Facebook, oder Instagram, oder bei YouTube. Und die Frage ist ja dann: „Hat es tatsächlich was umsatzmäßig gebracht für den Konzern?“ #00:28:56-9#

Sebastian Eisenbürger: Das hängt ja vom Ziel ab, das dahinter steckt. #00:28:59-7#

Christian Vogel: Na ja, wenn du sagst du testest da auf günstige Art und Weise, ob eine Kampagne vielleicht anspringt. #00:29:07-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Also ich bin ja nicht derjenige, der unbedingt Umsatz optimiert. Ich optimiere die Kundenzufriedenheit, also (unv.) (…) #00:29:13-1#

Christian Vogel: Das ist sehr schön. #00:29:14-1#

Sebastian Eisenbürger: (…) was dem Kunden gefällt, und das lässt sich da auf jeden Fall messen. Und klar, letztendlich macht das jeder, also das nennt man so einen Tracking Pixel, einbaut auf seiner Webseite, um Instagram, Facebook, YouTube allen zu zeigen: „Ok, da ist ein Umsatz, also ein Verkauf, zustande bekommen, und zwar mein Betrag X.“ Und klar lässt sich der auch zuordnen dem jeweiligen Klick. Und ja, mir fehlt das Verständnis tatsächlich, warum sich so viele Unternehmen schwer tun in diesen kleinen Rahmen einfach zu testen und die Dinge, die funktionieren, groß zu machen, im Fernsehen, im Kino, wo auch immer auszufahren, in die Filialen zu bringen, wirklich richtig, richtig groß zu machen. Vielleicht brauchen wir noch ein bisschen. Vielleicht braucht es einen Generationswechseln, gerade in den Konzernen. #00:29:54-5#

Christian Vogel: Ja. Ich bin gespannt. Also ich bin dafür. Interessant, was habe ich immer gehört, letztens interessant: Da hat ein Werber, bei einem Vortrag, den ich besucht habe, erzählt, dass seine Tochter vollkommenes Unverständnis gezeigt hat, warum für eine Musik-CD, oder für ein Musikstück etwas bezahlt werden soll, weil auf YouTube kann sie sich ja das Video anschauen. #00:30:23-7#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:30:24-4#

Christian Vogel: Kostenfrei. #00:30:25-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:30:25-8#

Christian Vogel: Und da meinte er so: „Ja, das ist eine Generation, der er später etwas verkaufen möchte, oder bestenfalls sollte, die es gewohnt ist, dass sie viele Sachen for free bekommen.“ Das heißt die Zukunft wird tatsächlich interessant, da viele, da die heranwachsende Generation viele Dienstleistungen für selbstverständlich hält, die es früher nicht waren. #00:30:50-7#

Sebastian Eisenbürger: Das stimmt. Obwohl wir da schon recht weit sind, aus meiner Sicht. Ich glaube, dass Daten grundsätzlich, oder dass alles, was per Daten verfügbar gemacht werden kann, oder das meiste, kostenlos sein wird, und dass diese Zusatzdinge, wenn wir bei Musik bleiben, dass es irgendwie Konzerte werden, dass es DVDs mit irgendwelchen Boxen, oder irgendwelchen Zusatzdingen, dass da in Zukunft (…) #00:31:09-6#

Christian Vogel: Ja, das ist ja auch der Trend gerade ne mit Special Editions von CDs Picture Discs. Schallplatten haben ja auch wieder so einen leichten Retroboom. #00:31:20-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ist das so? #00:31:22-3#

Christian Vogel: Ja, ja, so ein bisschen. Ich habe mir auch einen Plattenspieler wieder gekauft. #00:31:24-7#

Sebastian Eisenbürger: Ok (lacht). #00:31:26-2#

Christian Vogel: Und meine alten Platten rausgeholt. Ja. Es wird interessant. Es bleibt immer interessant. #00:31:33-8#

Sebastian Eisenbürger: Schauen wir mal, ob wir den schwarz-weiß Fernseher wiederkriegen (lacht). #00:31:36-2#

Christian Vogel: Na, wir müssen jetzt nicht übertreiben. #00:31:38-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Was mich noch interessiert, ich würde gerne noch einen letzten Schlenker machen, bevor wir zum Ende kommen: Marketing und Bilder, das ist für mich noch ein bisschen mehr als jetzt dieses operative, physische Fotografieren von irgendwelchen Dingen. Ich weiß nicht, du machst dir sicher Gedanken als Fotograf drüber, wie Bilder aussehen können, die Menschen sich anschauen sollten, oder die Menschen bekommen sollten, wenn sie ja ein Produkt, oder eine Dienstleistung, irgendwas beworben bekommen. Kannst du mir folgen, oder rede ich gerade zu abstrakt? #00:32:07-3#

Christian Vogel: Konkretisiere das doch nochmal, wie? #00:32:09-8#

Sebastian Eisenbürger: Es gibt ein neues Produkt und das soll über ein Bild, oder es soll ein Bild geben, dass dieses Produkt assoziiert und umgekehrt. #00:32:17-0#

Christian Vogel: Mhm (bejahend). Ah ok. #00:32:19-2#

Sebastian Eisenbürger: Wie, weiß nicht, kannst du beschreiben, wie du so einen Prozess aussiehst, wie du dahinkommst, wie jetzt jemand, der uns gerade zuhört, der ein Produkt hat, oder eine Dienstleistung hat, vielleicht auch ein neues Produkt, neue Dienstleistung, wie er ein Motiv, oder auch ein komplette Gestalt, oder Farben, was auch immer, finden kann, um dieses Produkt zu bewerben, darzustellen, zu assoziieren? #00:32:40-4#

Christian Vogel: Nun ja, also ich glaube in erster Linie geht es ja, also geht es natürlich um das Produkt. Was ist das Produkt? Welche Zielgruppe hat das Produkt? Und, was weiß ich, welche CI hat die Firma, die da Produkt herstellt? #00:33:03-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:33:04-3#

Christian Vogel: Und dann bewegen wir uns ja schon in einer gewissen Farbwelt. Dann bewegen wir uns schon in einer gewissen Zielgruppe, die gewisse Werte hat. #00:33:13-8#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:33:15-0#

Christian Vogel: Und das heißt der Konzern kann anhand der Zielgruppe, die er dann bestimmt hat, du sagst also, was weiß ich, keine Ahnung, ich habe jetzt Jugendlichen, 16-25, ist ja schon ein etwas fortgeschrittener Jugendlicher noch, junger Erwachsener, und mache dann quasi sozusagen die Zielsetzung so ja: „Für was interessiert sich die Zielgruppe? In welche Richtung dürfen wir da gehen? In welche Farbwelten bewegen wir uns von unserer Firma? Wie stellen wir das so dar, dass es für die Zielgruppe interessant wird?“ #00:33:51-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:33:52-0#

Christian Vogel: Und dementsprechend ergeben sich dann natürlich auch die Bildideen und dann ist es, also darf das dann halt auch ansprechend so dargestellt werden, dass es jetzt für diese Zielgruppe gerade darf es auch nicht zu aufdringlich sein. Es darf ruhig ein bisschen subtil sein ne. #00:34:08-6#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:34:09-8#

Christian Vogel: Wäre wahrscheinlich so ein virales Marketing eine gute Geschichte. Und aus diesen vielen, kleinen Komponenten, ergibt sich dann für mich jetzt sozusagen so da Bild, das ich dann sehen würde. #00:34:21-6#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ich hätte jetzt gedacht, dass es ein bisschen von beiden Seiten geht. Klar gibt es da irgendwie ein CI und einen Rahmen, wo das ganze reinpassen sollte am Ende. #00:34:27-8#

Christian Vogel: Genau. #00:34:29-0#

Sebastian Eisenbürger: Ich weiß nicht, ich, ein bisschen blauäugig und laienhaft, würde jetzt denken, dass ich da mir da Produkt nehme und mit dem über das Produkt Gedanken mache und dann ja schaue, dass ich das, was ich dann im Kopf habe, ob das eine Farbwelt ist, ob das irgendwo Motive sind, ob das das Produkt ist irgendwie in einer Geschichte, also angewandt, und das dann in diesen Rahmen reinsetze. #00:34:48-8#

Christian Vogel: Mhm (bejahend). #00:34:49-2#

Sebastian Eisenbürger: Also mich von beiden Seiten annähere. Das du würdest sagen: „Wir schauen CI, Zielgruppe“, also sehr, ich sage mal, ein bisschen theoretisch gehen wir da ran. #00:34:57-9#

Christian Vogel: Ja, ja, ich weiß schon. Das also es wäre leichter, wenn wir da jetzt ein konkreteres Beispiel hätten. Ich weiß, das können wir jetzt nicht machen. Also ich denke, also oder in meiner Vorstellung ist es extrem wichtig, dem Kunden durch dieses Produkt einen Mehrwert dazu bieten. Ja, also das heißt also eine, wie man so schön sagt, eine Customer Experience bietet, die sein Leben bereichert. #00:35:24-6#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Sehr cool. Und das ist genau das, was ich auch jedem sage. #00:35:28-2#

Christian Vogel: Das ist quasi, wenn du so etwas mit deinem Produkt nicht verbinden kannst, dann tue es (lacht). #00:35:38-0#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Und es geht, ja du hast völlig recht, weil es geht immer. Es geht tatsächlich immer. #00:35:44-2#

Christian Vogel: Es ist vollkommen egal. Du kannst alles verkaufen, wenn du einen Lifestyle, oder einen Mehrwert für den Kunden sozusagen definierst, der dieses Produkt löst. #00:35:59-2#

Sebastian Eisenbürger: Genau so ist das. Das lassen wir jetzt genauso stehen. Du darfst am Ende noch gerne erzählen: „Wie kann man dich erreichen, wenn wir dich buchen, uns über dich informieren möchten?“ #00:36:06-7#

Christian Vogel: Oh, ganz leicht: www.ChristianVogel.com, wobei Christian Vogel zusammengeschrieben wird und der Vogel mit „el“. Bei Google „Christian Vogel Fotograf“ eingeben und ich bin an erster Stelle. #00:36:20-9#

Sebastian Eisenbürger: Sehr gut, so muss das sein (lacht). #00:36:22-2#

Christian Vogel: So ist es. #00:36:23-8#

Sebastian Eisenbürger: Perfekt. Dann möchte ich mich ganz herzlich bei dir bedanken für die ja Dinge, an denen du uns hast teilnehmen lassen, an Infos zur Branche der Fotografie, zu dem, wie du Marketing siehst. War echt spannend. Vielen lieben Dank. #00:36:36-0#

Christian Vogel: Danke Sebastian. Tschau. #00:36:37-6#

Sebastian Eisenbürger: Mach es gut! #00:36:38-6#

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