#32: Marketing & Entspannung – Teil 2 (Johannes Metzger im Gespräch)

#32: Marketing & Entspannung – Teil 2 (Johannes Metzger im Gespräch)

Wenn einer entspannt ist, dann Johannes Metzger.

Johannes ist Entspannungscoach und gleichzeitig ein ganz besonderer Mensch. Gemeinsam mit einigen anderen treffen wir uns einmal im Monat zu unserer Mastermind-Runde und unterstützen uns gegenseitig in unserer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. Dabei lernen wir eine ganze Menge voneinander und entwickeln uns alle wahnsinnig schnell weiter.

Und nun zum Inhalt 😉

Johannes und ich philosophieren über die Wichtigkeit von Entspannung im Alltag und (vielleicht vor allem) im Berufsleben.

Sein Motto lautet „Es gibt nichts zu verbessern, nur zu entscheiden wer du sein willst“. Möchtest du verstehen, was das bedeutet? Und möchtest du erfahren, warum Entspannung dabei eine wichtige Voraussetzung für gelungene und erfolgreiche Kommunikation im Marketing ist? Dann sei gespannt und lausche unserem Gespräch über Marketing und Entspannung.

Falls du mehr Entspannung in deinem Leben möchtest, dann besuche Johannes Webseite unter http://www.entspanntbeidir.de/


Transkription: Marketing & Entspannung – Gespräch mit Johannes Metzger Teil 2

Sebastian Eisenbürger: Entspannung und Marketing. Heute geht es weiter mit Johannes Metzger. #00:00:12-4#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen zu einer neuen Episode des Podcasts für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und in der letzten Woche haben wir schon ganz viel erfahren von Johannes Metzger, dem Entspannungs- und Bewusstseinstrainer. Ich weiß nicht, warum mir dieses Wort so Schwierigkeiten macht, aber, ich glaube, jetzt habe ich es drauf. #00:00:38-3#

Johannes Metzger: Es wird dir noch bewusst werden. #00:00:40-1#

Sebastian Eisenbürger: Es wird mir noch bewusst werden, wenn ich ein bisschen entspannter bin. Ja. Ja. Hi Johannes. #00:00:45-7#

Johannes Metzger: Hallo Sebastian. #00:00:47-3#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Letztes Mal haben wir deinen Nachnamen ein bisschen unterschlagen. Jetzt betone ich ihn nochmal extra: Johannes Metzger. #00:00:53-3#

Johannes Metzger: Ja. Wie der Fleischer. Passend für einen Bewusstseins- und Entspannungstrainer (lacht). #00:00:59-0#

Sebastian Eisenbürger: Ist richtig. Ist mir noch nie so in Gedanken in Kopf gekommen dieser Gedanke. Ja. Letztes Mal haben wir ganz, ganz viel erzählt, wo du herkommst, was du tust, warum das so wichtig ist, was du tust. Magst du das nochmal in zwei drei Sätzen zusammenfassen? #00:01:11-1#

Johannes Metzger: Ja, sehr gerne. Also ich mache Entspannungs- und Bewusstseinstraining mit einem sogenannten HRV-Messgerät, also einer Herzfrequenzvariabilitätsmessung, wo ich einfach ziemlich genau den Stresslevel bestimmen kann und die, das biologische Herzfrequenzalter, was meistens nicht zu dem Stresslevel passt, zu dem sich die meisten Menschen schätzen. Und das, was ich dann im Coaching tue, ist dieses Gefühl wieder kongruent, also wieder gleich, zu machen, um dann im Potential noch eine Stufe höher zu gehen mit den Leuten und ja, dann die entsprechenden Themen zu behandeln, sie alle entspannt zu machen, auf die eine oder andere Art und Weise. #00:01:51-0#

Sebastian Eisenbürger: Prima. Jetzt darfst du mal raus damit: Was hat das Ganze mit dem Marketing zu tun? Warum ist es wichtig, entspannt zu sein, oder warum ist es sinnvoll, entspannt zu sein? #00:01:59-3#

Johannes Metzger: Warum ist es sinnvoll entspannt zu sein? #00:02:01-4#

Sebastian Eisenbürger: Im Marketing. #00:02:02-0#

Johannes Metzger: Im Marketing. Weil viele Dinge im Marketing, wie auch im normalen Leben, sage ich mal, den meisten Menschen in irgendeiner Art und Weise Stress machen. Also, als Beispiel, ich habe mal einen Podcast gehört von Affenblog, den Jungs (…) #00:02:17-7#

Sebastian Eisenbürger: Affen on Air. #00:02:18-8#

Johannes Metzger: Affen on Air, genau, die ich sehr, sehr cool finde, wo es drum ging: „Was mache ich, wenn sich einer austrägt aus meinem Newsletter?“ #00:02:26-6#

Sebastian Eisenbürger: Oh ja. Katastrophe! (sarkastisch) #00:02:28-4#

Johannes Metzger: (lacht) Katastrophe! Da bricht die Welt zusammen! Und das passiert, also den konnte ich erst gar nicht nachvollziehen, weil, ich denke, für mich ist der sofort klar, im sozusagen meinem Bild von Welt, ich sage: „Wenn der sich austrägt, dann will der nicht das, was ich habe und dann ist das völlig in Ordnung so. Und dafür werden sich andere wieder eintragen.“ Nur scheinbar gibt es da draußen Menschen, die da echt Stress drauf haben. Also die da so viel Herzblut in ihr Projekt gesteckt haben, dass sie sich über jeden einzelnen freuen, der dann reingeht in den Newsletter und sich dann auch dementsprechend aufregen und enttäuscht sind, wenn sich wieder jemand abmeldet. Nur, auch da, der hilft nicht. Also ja, das finde ich toll, wenn Menschen da so viel Herzblut in ihr Projekt reinstecken, nur ist es ein ganz normaler Prozess. Es ist ein ganz normaler Ablauf. Das hat ja nichts mit mir persönlich zu tun, oder mit einem Ablehnung von demjenigen gegen mich, sondern es ist einfach nur ein Inhalt, den er aktuell, oder sie, in seinem Leben nicht gebrauchen kann. #00:03:22-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:03:23-0#

Johannes Metzger: Und auch da wieder: Wenn ich mir den bewusst mache, kann ich entspannter sein. Wenn ich entspannter bin, kann ich eine höhere Kapazität und eine höhere, eine bessere Strategie fahren als vorher, habe mehr ja, habe mehr Möglichkeiten letztendlich zu reagieren und weiterzumachen. #00:03:39-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, da sehe ich auch einen ziemlich klaren Zusammenhang. Also klassischerweise Unternehmen, oder Marketingabteilungen drehen sich sehr gerne immer um sich selbst, das heißt die nehmen es auch persönlich, wenn Leute sich austragen. Die nehmen es persönlich, wenn Produkte nicht so angenommen werden. Die nehmen es persönlich, wenn schlechte Bewertungen geschrieben werden. Die nehmen auch persönlich, wenn einfach Marketingaktionen floppen. #00:03:57-2#

Johannes Metzger: Ja. #00:03:57-7#

Sebastian Eisenbürger: Das ist dann irgendwie wirklich so ein persönlicher Schlag ins Gesicht ganz oft. Und es ist tatsächlich ganz einfach dieses persönlich nehmen wegzukriegen, mal salopp gesagt: „Wenn man es schafft diesen Fokus von sich selbst wegzunehmen und dem Kunden zu übergeben.“ Und dann tatsächlich, dann ist das Universum woanders. Dann ist der Kunde das wichtigste plötzlich. Um den dreht sich alles. Und klar, wenn man das so sieht, hat er natürlich die Macht und das Recht dazu, sich überall auszutragen, wo er Lust hat und das Produkt zu kaufen, was ihm gefällt und jede Bewertung der Welt zu schreiben, wie es ihm in den Sinn kommt und wie er sich gerade fühlt. #00:04:31-1#

Johannes Metzger: Ja. #00:04:31-7#

Sebastian Eisenbürger: Und man versteht das plötzlich auch als Marketingabteilung, als Unternehmer. Und ich glaube tatsächlich das ist wieder, das ist ein Zusammenhang, weil natürlich ist man dann viel entspannter, wenn ich selbst nicht mehr der Fokus der Welt bin, sondern der Fokus der Welt sich irgendwie 1000, millionenfach um mich herum tummelt und ich einfach ein Teil davon bin, oder interagiere, und was biete, dann mache ich das einfach. Und ich bin für mich der Fokus der Welt, was meine Person betrifft, aber alles andere nicht. #00:04:58-7#

Johannes Metzger: Richtig. Exakt. Und alles andere sind ja auch nur die Reaktionen, die wir in anderen Menschen auslösen. Also das heißt das Gleiche hätte auch ein Fernsehprogramm auslösen können, oder ein Stau, oder was auch immer. Das heißt aber nicht, dass das primär was mit mir zu tun hat. Und auch dieses Bewusstsein zum Beispiel zu haben, ich habe immer wieder ein paar Videos im Internet gefunden über, wo sich Leute wieder über einen Shitstorm wehren, oder so was in die Richtung. Also wo sie sich dann angegriffen fühlen und dann ein Video machen: „Und jetzt zeige ich es ihnen. Ihr seid selber blöd. Mimimi“, was es auch nicht besser macht. Das heißt aus deren Unentspanntheit aus der Stresssituation raus auch wieder sich selber angegriffen gefühlt haben, machen sie so was, was nicht hilft. Und oftmals ist es so, dass ein ordentlicher Shitstorm auch das sein kann, was einen unglaublich voranbringt, wenn man es nutzt, oder weiß einzusetzen. Das heißt nicht, dass ich das propagiere in irgendeiner Form. Ich glaube, dass es auf schöneren Wegen geht. Nur es ist nicht Schlimmes. Es ist einfach nur kontrovers. Es stößt was in den Menschen an. #00:06:00-9#

Sebastian Eisenbürger: Also ist auch genau meine Erfahrung. Also bei den Kunden, die tatsächlich so eine Erfahrung haben, und aufgrund dieser Erfahrung auf mich zukommen, da habe ich die größten Erfolge, weil da ist was passiert, da hat es mal gerumpelt, da wurde die Welt ein bisschen aus den Fugen gehoben, und das gibt die Chance tatsächlich Dinge anders und neu zu machen. Und man versteht auch, dass das notwendig ist, Dinge anders und neu zu machen. #00:06:20-6#

Johannes Metzger: Ja. #00:06:21-2#

Sebastian Eisenbürger: Und das ist ein riesen Potential. Und das wird leider erst dann, oder oft erst dann erkannt, wenn mal dieses Rumpeln passiert ist. #00:06:27-3#

Johannes Metzger: Mhm (bejahend). #00:06:27-8#

Sebastian Eisenbürger: Weil wenn es nicht rumpelt, dann klappt es ja. Warum sollte man das ändern? Never change a running system. #00:06:31-9#

Johannes Metzger: Ja, und den mag ich nicht. In einer Welt, in der die Veränderung die einzige Konstante ist, ist das echt schwierig. #00:06:38-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, tatsächlich dieser Satz, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und da wird dieser Satz gepredigt. #00:06:44-3#

Johannes Metzger: Ok. #00:06:45-0#

Sebastian Eisenbürger: Ich tue mich total schwer damit, weil ich auch von Veränderungen lebe. Und ich fühle mich tatsächlich so wie die, weiß ich nicht, die vermenschlichte Veränderung. Aber dennoch, klar habe ich mit Kunden zu tun, die diesen Satz sich oft propagieren, weil es sehr IT, oder sehr rational denkende Menschen sind. Und klar, wenn was funktioniert, warum soll man es ändern? #00:07:05-0#

Johannes Metzger: Mhm (bejahend). #00:07:05-8#

Sebastian Eisenbürger: Aber das Ding ist: Wenn man nichts ändert, dann wird es ja auch nicht besser. #00:07:09-2#

Johannes Metzger: Richtig. #00:07:10-4#

Sebastian Eisenbürger: Und da gibt es noch einen schönen Satz. Ich glaube der kommt auch aus der IT. Wo habe ich den her? Weiß ich gar nicht mehr genau. Da geht es um Führung. Da geht es um Führungskräfte. Da sagt die Führungskraft zu einer Führungskraft: „Hier, was ist wenn wir da irgendwie in diesen Mitarbeiter Geld reinstecken für Weiterbildungen und so weiter und der springt ab?“ Und da sagt der andere: „Was passiert, wenn wir in diesen Mitarbeiter keine Investition reinstecken und der bleibt da?“ Das finde ich total lustig, weil da kommt genau das heraus, worum es eigentlich geht. Natürlich ist das Risiko da, dass Veränderung auch mal in die Richtung geht, die wir uns nicht vorgestellt haben. Aber wenn wir es nicht ausprobieren, wissen wir es nicht. Und die Chance ist irgendwo. Keine Ahnung, wie das Verhältnis aussieht, aber es gibt ein Verhältnis und es gibt auch irgendwo die Möglichkeit, dass es gut ausgeht und besser als vorher. Wenn man sich ein bisschen schlau anstellt, dann kann man da auch in die Richtung ein bisschen was tun. #00:08:03-2#

Johannes Metzger: Absolut. Absolut. Und auch da wieder: Es ist letztendlich eine Frage von bewusst werden, also wie du gesagt hast: „Rappelt es einmal im Karton, oder habe ich große Ziele?“, das wäre das Pendant dazu, in meinem Bild von Welt. Also entweder ich lerne durch einen Druck von hinten, oder ein Ziel, wohin ich mich ziehe. Oder ja, eben nicht und die Leute bleiben beim Running System, was in den meisten Fällen einfach keine, also in meinem Bild von Welt keine Hilfe ist. Ja. #00:08:33-0#

Sebastian Eisenbürger: Außer vielleicht in Flugzeugen, wo noch Windows 95 läuft. #00:08:35-3#

Johannes Metzger: Ja (lacht). #00:08:35-9#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Weil es sich bewährt hat. #00:08:37-8#

Johannes Metzger: Ja. Hat sich, es hat vielleicht eine geringere Fehlerquote als (…) Ja, und mal ganz ehrlich, wenn man, ich weiß nicht, wie es bei Flugzeugen ist, aber wenn ich alle zwei Jahre ein Betriebssystem updaten muss von Flugzeugen, die, keine Ahnung, 50 Jahre lang am Himmel sind, oder so was in die Richtung, dann ist es, glaube ich, ein sehr, sehr hoher Aufwand aktuell noch bei der Technik, die da verbaut wurde. #00:08:58-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja klar. Das ist ja so nicht so ernst zu nehmen. Es gab tatsächlich nur mal einen Shitstorm, weil es mal ein Foto gab, wie eben ein Computer im Flugzeug hochgebootet ist und da eben dieses Windows 95 Logo war. Das ist jetzt dieses Jahr gewesen und da hat sich die Welt, oder ein kleiner Teil der Welt hat sich darüber aufgeregt (…) #00:09:14-0#

Johannes Metzger: Ja, da kann man sich aber auch drüber aufregen. #00:09:15-6#

Sebastian Eisenbürger: (…) ja, dass eben ein Flugzeug mit so alter Technik fliegt und offensichtlich kein Wert auf Veränderung gelegt wird. Ja, es ist lustig. #00:09:24-2#

Johannes Metzger: Ja, und es ist auch nicht in allen Bereichen so. Also ich glaube, dass Veränderung immer da sein darf, in welcher Form auch immer, weil alles, was starr ist, kann in dieser Welt nicht auf lange Zeit existieren. Und es hat einfach nur mit der Zeit zu tun, also inwieweit ich flexibel sein kann, sein will, sein muss. Also auch kleine Veränderungen sind ja Veränderungen. Und letztendlich verändern wir uns immer in irgendeiner Form. Und wenn ich jetzt ein Flugzeug in den Himmel abheben lasse, dann baue ich das nicht nach zwei Jahren wieder um. #00:09:55-9#

Sebastian Eisenbürger: Ne. Und vor allem das Flugzeug an sich ist ja schon ein bisschen was an Veränderung, wenn man mal an die Zeit vor den Flugzeugen denkt. #00:10:01-0#

Johannes Metzger: Exakt. Da sind einfach die Zeitspannen eine andere. Ja, nur auch da geht die Entwicklung weiter und in zehn Jahren haben wir dann ein anderes Flugzeug oben, weil ein neues gebaut wurde und weil das auch weitergeht und so weiter und so fort, bis wir es irgendwann nicht mehr brauchen und wir alle mit so einem Hover-Set durch die Gegen fliegen. Ich freue mich drauf. Das ist ein riesen Spaß. #00:10:17-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, bin gespannt. Mal gucken, wann es soweit kommt. #00:10:20-0#

Johannes Metzger: Wahrscheinlich bald. Und wahrscheinlich entwickelt es Tesla (lacht). #00:10:25-2#

Sebastian Eisenbürger: Ist nicht ausgeschlossen, ja. Mal zurück zur Entspannung, jetzt haben wir über Veränderung gesprochen.

Johannes Metzger: Mhm (bejahend). #00:10:31-8#

Sebastian Eisenbürger: Entspannung im Business, also das ist tatsächlich auch ein Punkt, der mir sehr, sehr häufig begegnet. Ich habe auch immer das Gefühl, dass ich eher zu den entspannteren Kalibern gehöre, wenn ich mit Leuten am Arbeiten bin, weil zumindest ist das mein Eindruck, und da hätte ich gerne deine Meinung dazu, weil Menschen sich gerne auch in Situationen reinmanövrieren, die einfach nicht entspannt sind, also wie Deadlines bis kurz vor knapp laufen lassen, bis irgendwelche Sachen passieren, Probleme, oder Konflikte, auf eine gewisse Art und Weise angehen, die nicht zwingend dazu führen, dass sie auch gut gelöst werden, sondern eben auch irgendwie ausgesessen, oder versucht werden, sie auszusitzen, dass es ganz, ganz verschiedene Dinge gibt, eben speziell im Business, ja die einfach Entspannung nicht gut finden. Und vor allem, was mir auch auffällt, das wird jetzt eine ziemlich lange Frage. #00:11:17-6#

Johannes Metzger: Bitte, bitte. #00:11:18-5#

Sebastian Eisenbürger: Was mir auch auffällt, ist, dass Stress oft irgendwo auch so ein Leistungsmerkmal ist. Wenn jemand gestresst ist, dann ist er beschäftigt, dann ist er, hat er was zu tun. Dann ist er wichtig. Ja, das merke ich auch, wenn Leute irgendwie Termine ständig verschieben, Termine absagen und die Kalender total voll sind und dann das Gefühl geben, ja sie sind gestresst und sie sind jetzt nicht greifbar einfach. Wie ist da deine Meinung dazu? #00:11:43-2#

Johannes Metzger: Ah, da kann ich eine Geschichte zu erzählen, wenn ich darf. #00:11:45-3#

Sebastian Eisenbürger: Bitte, bitte. Klar doch. #00:11:46-3#

Johannes Metzger: Da ist eine junge Dame, eine junge Frau, die nach Hause kommt zu ihren zwei Kindern. Und die Kinder spielen im Zimmer. Und die Frau kommt hoch. Und es gibt bald Abendessen. Und sie geht zu den Kindern rein und sagt: „Macht bitte Hausaufgaben.“ Und die Kinder sind brave Kinder. Sie packen ihre Hausaufgaben aus, setzen sich an den Tisch, und die Mutter geht in die Küche und bereitet das Essen vor. Jetzt ist es so, dass die Kids irgendeine Matheaufgabe super lustig finden und bepissen sich plötzlich, also kriegen einen Lachflash und sind mega gut drauf und amüsieren sich über diese Matheaufgabe. Und die Mutter hört das mit einem Ohr aus der Küche raus und schreit plötzlich rüber: „Ihr sollt doch Hausaufgaben machen.“ #00:12:27-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:12:28-2#

Johannes Metzger: Und das spannende, was da passiert, ist, dass es eine Verknüpfung, also ein Glaubenssatz in dem Kopf der Mutter ist. Was das heißt, ist: Die Mutter hat gelernt, dass Arbeit nichts mit Spaß zu tun hat. #00:12:43-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:12:44-3#

Johannes Metzger: Die Mutter hat gelernt, dass es stressig sein muss, oder anstrengend sein muss, Hausaufgaben zu machen. Das kann man nicht mit Leichtigkeit, mit Freude, mit Spaß und so weiter machen. Das heißt dementsprechend, wenn die Kinder lachen, bedeutet das für die Mutter, dass sie keine Hausaufgaben machen, weil das würde ja Stress bedeuten. #00:12:59-7#

Sebastian Eisenbürger: Richtig. #00:13:00-4#

Johannes Metzger: Und wenn sie dann dafür belohnt werden sozusagen in Schule, System, und so weiter, allem anderen, dann ist es eine Verknüpfung im Kopf, wo logisch ist, dass wenn ich nur nach diesem System arbeite, Menschen rauskommen, die dementsprechend sich einem Job suchen, der einfach nicht einfach, leicht, mit Spaß, wo ich jeden Tag einen Lachflash habe, aussuchen, sondern einen mit Härte, weil das ja die Definition von „jetzt bin ich wertvoll, jetzt habe ich was geleistet“ im Kopf macht. Und das ist eine der Hauptproblematiken. Deswegen auch im letzten Podcast schon, das ist der Punkt, der mit Glaubenssätzen zu tun hat. An dem arbeite ich ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viel, eigentlich so gut wie jedes Mal, weil wenn so ein Glaubenssatz da ist, dass es stressig sein muss, dass ich, dass es anstrengend sein muss, damit es einen Wert hat, damit ich einen Wert habe, die Arbeit einen Wert hat, oh dann wird es echt hart auf dieser Welt. #00:13:50-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:13:51-3#

Johannes Metzger: Ich habe einen jungen Segler gecoacht letztens, der bei der WM mitgesegelt ist. Und der hat früher immer den Start, oder das Ziel, verpatzt. Also entweder er ist beschissen gestartet, oder er hat irgendwann in der Mitte einen Fehler gemacht, um überholt zu werden, um dann nochmal aufzuholen. Dann habe ich ihn gefragt: „Pass auf, wie wäre es, wenn du denn von Vornherein direkt als Erster starten würdest und dann auch als Erster ins Ziel kommen würdest. Hätte das den gleichen Wert, wie wenn du strugglen würdest?“ Und er sagt: „Nö, das wäre Kacke.“ Das wäre nichts wert. Da könnte er nichts drauf geben. #00:14:32-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:14:33-4#

Johannes Metzger: Und dementsprechend ist er auch schon so geprägt worden mit diesem Glaubenssatz, der ihn daran hindert Erster zu werden, der unterbewusst abläuft, und sein Körper, sein Geist ihm immer wieder sozusagen Fallen stellen, damit er ja nicht zu einfach durch diesen Wettkampf durchkommt, weil dann wäre es ja nicht hart genug. #00:14:50-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja, es ist wirklich, Marathonläufer, die Bier trinken, bevor es losgeht. #00:14:54-2#

Johannes Metzger: (lacht) Super. Nochmal richtig einen reinballern. Ja, so ungefähr. #00:14:58-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, habe ich gerade am Wochenende von gehört ja, dass das einige tun tatsächlich. #00:15:01-5#

Johannes Metzger: Ja, ist verrückt. Es ist verrückt. Und es ist nur ein Glaubenssatz. Es ist nur ein Glaubenssatz, an dem man arbeiten kann und der, ja den hat jetzt nicht mehr. Und ich bin gespannt. #00:15:12-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Chancen stehen gut. #00:15:14-8#

Johannes Metzger: Ja. #00:15:15-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das ist ja, das ist spannend, diese Stress und Job Geschichte. #00:15:21-3#

Johannes Metzger: Ja. Und genau so auch im Arbeitsalltag ja. Und das ist ja nur ein Beispiel von vielen Hunderten, die ich geben könnte. Es ist immer letztendlich das Gleiche. Es hat mit Strukturen in meinem Kopf zu tun. Wie bewerte ich das? Wie ist meine Struktur dahin? Wie motiviere ich mich selber? Und so weiter und so fort. Also was passiert in meinem Gehirn, in meinem Unterbewusstsein? Warum tue ich die Dinge, die ich tue? #00:15:45-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:15:46-7#

Johannes Metzger: Ich könnte sie ja auch anders tun. Nur warum tue ich sie so? Weil sie einer Struktur folgen. Sie folgen ja einer Struktur in meinem Kopf, in meinem Verhalten. Und das kann ich zu jeder Zeit verändern, wenn ich möchte. #00:15:58-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist tatsächlich so. Das stelle ich auch immer wieder fest, dass es Leute gibt, die müssen auf eine gewisse Art und Weise arbeiten, weil sie per Definition nur so Arbeit definieren. Wenn sie es anders täten, dann wäre es ja keine Arbeit und dann wäre das was anderes. Und dann können sie auch meist nicht beschreiben, was das dann wäre. Also mit einem Laptop auf die Terrasse setzen, in (…) Also in dem Büro, in dem ich gerade sitze, da gibt es eine Terrasse und da gibt es ein paar 100 Leute, die da arbeiten. Ich bin der Einzige, der da draußen sitzt und arbeitet ganz oft. Und warum? Weil es mir Spaß macht. Weil ich gerne da sitze. Weil ich da meinen Kaffee hinstellen kann. Kann mich bisschen ausbreiten. Habe Sonne. Sitze im Schatten. Und es ist einfach toll, an der Luft zu sitzen und da zu arbeiten. #00:16:34-1#

Johannes Metzger: Ja. #00:16:34-6#

Sebastian Eisenbürger: Offensichtlich bin ich der Einzige, der so was spaßig findet. Der Rest hat offensichtlich Spaß dran im heißen Büro zu sein im Sommer und ja sich da den Spaß der Arbeit zu gönnen. #00:16:48-0#

Johannes Metzger: Ja, da könnte man ja meinen, da faulenzt man, wenn man da draußen sitzt. #00:16:52-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist auch wahr. Vielleicht bin ich da ein bisschen robust, was das betrifft. #00:16:56-7#

Johannes Metzger: Ja, und das ist gut. Das darf man sein, beziehungsweise darf man sich das für sich definieren. Also ich kenne auch viele Leute, die mittlerweile von Zuhause arbeiten, also die so viel Vertrauen geschenkt bekommen von ihrer Firma, als dass sie wissen, sie machen immer ihr Zeug. Finde ich cool solche Regelungen, weil es letztendlich ja nur drauf ankommt: Wie erreiche ich dieses Ziel? Also auch da, mit persönlich, wenn ich jetzt ein Arbeitgeber wäre zum Beispiel, würde ich meine Mitarbeiter komplett freistellen. Würde ich sagen: „Hier, pass auf. Das ist das Ziel. Monatlich erreichbar. Wenn ihr schneller seid, habt ihr den Rest der Woche frei.“ #00:17:29-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich sehe das ganz genauso. Also und tatsächlich, ich habe das Glück auch so arbeiten zu können, und dass es auf das Ergebnis ankommt und auf nichts anderes. #00:17:37-5#

Johannes Metzger: Ja. #00:17:38-5#

Sebastian Eisenbürger: Und das macht mich sehr frei, die Dinge so zu tun, wie ich sie tun möchte und eben so, dass sie mir Spaß machen. #00:17:44-8#

Johannes Metzger: Sehr schön. #00:17:45-4#

Sebastian Eisenbürger: Jetzt würde ich ganz gerne tatsächlich mal ein bisschen weggehen von den Themen hin zu denen, wie du selbst Marketing empfindest als Mensch. Du läufst auch durch die Straßen, schaust auch mal auf irgendeinen Bildschirm und wirst auf Werbung stoßen. #00:17:59-0#

Johannes Metzger: Absolut. #00:17:59-8#

Sebastian Eisenbürger: Wie ist das? #00:18:01-0#

Johannes Metzger: Für mich selber in dieser Welt auf Werbung zu stoßen? #00:18:03-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:18:04-3#

Johannes Metzger: Also ich versuche möglichst werbefrei zu leben, muss ich ehrlich gestehen. Also das heißt ich habe weder Fernsehen, noch höre ich Radio, noch bin ich groß in der Stadt unterwegs. Ich bin Mediengestalter in meiner ersten Ausbildung. Von dem her interessiert es mich schon, nur suche ich mir das gerne selber aus, weil ich mir der Macht des Unterbewusstseins einfach so bewusst bin. Das bedeutet zum Beispiel alles, was wir im Fernseher schauen, geht einfach direkt in unser Unterbewusstsein und wir greifen zu den Produkten, die einfach am häufigsten in den Bildern auftauchen in unserem Hirn. #00:18:35-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:18:35-6#

Johannes Metzger: Das kriegen wir nicht bewusst mit. Und ich will aber das bewusst mitkriegen und ich will die Entscheidung selbst treffen und nicht vorgegebenerweise. Und sicherlich bin ich davon nicht unbeeinflusst, nur ich versuche das möglichst ja weit einzuschränken, um dem nicht sozusagen ausgeliefert zu sein. #00:18:57-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:18:57-9#

Johannes Metzger: Und, ich glaube, so wie die meisten Menschen Marketing da draußen machen und verstehen ist es auch nicht sonderlich hilfreich. Also es werden Millionen von Milliarden Euro rausgeballert in irgendwelche Plakate und sonstige Sachen, um die Leute zuzuballern. Das ist so eine Flut geworden, als das auch unser Unterbewusstsein da komplett überfordert ist mit. Das heißt auch da gezieltes Marketing zu machen begegnet mit selten. Begegnet mir selten bei Firmen. #00:19:26-5#

Sebastian Eisenbürger: Ich glaube tatsächlich dir begegnet das häufig, nur nimmst du es nicht als Marketing wahr. #00:19:29-9#

Johannes Metzger: Das kann sein. Da bin ich bei dir. Ja, da bin ich bei dir. #00:19:34-0#

Sebastian Eisenbürger: Und du hast völlig recht, also die Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen, die ist jetzt kürzer als die eines Goldfischs inzwischen, weil wir zu viele Informationen verarbeiten sollen. Das ist nachgewiesen. #00:19:43-5#

Johannes Metzger: Sehr cool, das habe ich noch nicht gehört (lacht). #00:19:45-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Die Dauer sind 7 Sekunden tatsächlich, also (…) #00:19:48-4#

Johannes Metzger: (lacht) Wir haben eine geringere Aufmerksamkeitsspanne als ein Goldfisch. Ja, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist cool. Ich mag den. #00:19:54-7#

Sebastian Eisenbürger: Richtung. Und das heißt, dass Informationen in viel kürzerer Zeit, also viel schneller, gebündelt werden. Es gab letztens auch eine Studie, wo ausgewertet wurde, wie viele Einstellungen hat ja ein Stück Fernsehen, egal ob es eine Serie, ein Film, eine Dokumentation, oder was anderes ist. 30 Mal so viele wie vor 50 Jahren. Das heißt wir sehen 30 Mal so viele Bilder wie vor 50 Jahren im Fernsehen. Und das ja das sollte, das ist ja ein Trend, der sich ohnehin entwickelt und der irgendwo mal irgendwas tut in irgendeiner Art und Weise. Ich glaube, dass das irgendwo tatsächlich so eine große Blase ist, die mal platzen wird, weil Menschen nicht unendlich belastbar sind und weil die Köpfe schon dermaßen ja voll sind und bald wird da was passieren. #00:20:36-3#

Johannes Metzger: Ja, und schau, das ist der Part, warum ich glaube, ich werde immer genug Arbeit haben auf dieser Welt. #00:20:42-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist schön auch für mich tatsächlich, weil es immer Unternehmen geben wird, die das feststellen und die Leute brauchen, die das so sehen. Und da gibt es zum Glück noch nicht so viele. Das ist gut für mich jetzt. #00:20:51-1#

Johannes Metzger: Ja. #00:20:51-9#

Sebastian Eisenbürger: Tatsächlich ist das so ja. Wie hat Entspannung jetzt da eine Rolle? Welche Rolle hat Entspannung? #00:20:58-8#

Johannes Metzger: Bei? #00:20:59-8#

Sebastian Eisenbürger: Bei der Art, wie Marketing betrieben wird? #00:21:02-5#

Johannes Metzger: Na ja, auch da, sich entspannt zurückzusetzen, zu lehnen und erst mal zu gucken: „Ok, was will ich denn überhaupt?“ Also das Ganze mit Struktur zu betrachten, und zu gucken: „Was für eine Strategie hilft mir denn wirklich? Was ist denn das, was gerade gebraucht wird?“ Also zum Beispiel auch mit einem Ohr immer am Markt zu sein, also immer auf das Feedback da draußen zu hören und nicht einfach jedem versuchen irgendwas ins Hirn zu ballern, was jetzt nicht so entspannt ist. #00:21:32-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:21:33-5#

Johannes Metzger: Wäre wünschenswert für mich. Und das ist auch das, was ich letztendlich in meinem Marketing tue. #00:21:39-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das ist ganz lustig. Ich habe vor kurzem ein Interview geführt mit Miriam Deforth. Ich weiß nicht, du kennst die vielleicht? #00:21:45-3#

Johannes Metzger: Ja. Gute Freundin. Ich mag sie sehr gerne. #00:21:47-5#

Sebastian Eisenbürger: Ich jetzt auch (lacht). #00:21:49-2#

Johannes Metzger: Cool. #00:21:49-8#

Sebastian Eisenbürger: Und sie hat in mir ein Thema geweckt, was ich komplett vernachlässigt habe und auch komplett falsch eingeschätzt habe. Also sie ist bei QVC. QVC ist ein Teleshopping-Sender. So. Ich habe das Thema bisher einfach so abgetan und einfach nie einen Gedanken hin verschwendet, weil Teleshopping, das kennt man eben so aus, weiß ich nicht, aus den 90er Jahren, wo so im Nachtprogramm schlecht synchronisierte Dauerwerbesendungen laufen. Und sie hat mir eine Sache gesagt, die mich tatsächlich ein bisschen hat umdenken lassen, was dieses Thema betrifft. Sie hat mir erzählt, dass Kunden von ihr sich bei ihr melden und sich total freuen, weil sie der einzige Fernsehsender sind, der keine Werbung macht. #00:22:24-0#

Johannes Metzger: (lacht) Das ist so geil. Den hat sie mir auch erzählt. Das ist so cool. Ging mir schon durch den Kopf. Hättest du den nicht erzählt, hätte ich ihn erzählt. Der ist so cool, echt. Ich habe mich weggeschmissen. Es gibt keine Werbung. Es ist so gut, echt. #00:22:36-0#

Sebastian Eisenbürger: Und das hat mir nochmal klar gemacht, dass das, was ich tue, so richtig ist. Tatsächlich nur deswegen, weil: Jeder hat die Wahl diesen Sender einzuschalten. Jeder, der das möchte, tut das. Jeder, der das nicht möchte, tut es nicht. Ich bin jetzt der Typ, der das nicht macht. Ich tue es halt einfach nicht, abgesehen davon, dass ich gar kein Fernsehen mehr schaue auch seit fünf Jahren, war ich nie der Teleshopping-Kunde. Aber ich weiß es zu schätzen, dass es Menschen gibt, die das gut finden, die sowohl die Unterhaltung schätzen, als auch die Art und Weise, wie Produkte präsentiert werden, weil darüber haben wir auch gesprochen. Ich will jetzt gar keine Werbung für QVC machen an der Stelle. #00:23:08-5#

Johannes Metzger: Alles gut. Da kann man viel lernen verkaufstechnisch Top die Mädels. Richtig gut. #00:23:13-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja, vor allem das, was das Internet mühsam versucht zu tun, das ist im Fernsehen ganz einfach möglich. Da laufen Menschen rum, um die Produkte herum die können die in die Hand nehmen, die können die so beurteilen wie eine Person, die eben Zuhause auf dem Sofa sitzt und sich fragt: „Was ist denn das jetzt?“ Da rufen Leute live in der Sendung an und stellen Fragen, die mal so mal so sein können, und die werden live beantwortet. Das gibt es im Internet nicht. Das gibt es in keinem Katalog und auch in keiner Fernsehwerbung. #00:23:36-8#

Johannes Metzger: Ja. #00:23:37-7#

Sebastian Eisenbürger: Und das finde ich total spannend. Und das hat was mit Entspannung zu tun für mich. Da sitzt man ja vor dem Fernseher, guckt sich so was an, wenn man das denn tut, und ich würde sagen: „Man ist entspannt“, und hat eben nicht das Ding, dass man innerhalb von sieben Sekunden goldfischmäßig ein Produkt gezeigt bekommt, und dann gibt es das nächste, und schon das nächste, und schon das nächste. Das hat was, das hat eine andere Qualität. #00:23:56-3#

Johannes Metzger: Ja richtig. Und das ist ja auch ein Beschäftigen mit dem Produkt. Also das heißt die Kunden können da bei QVC auch, wie du sagst, eine Zeit lang zuschauen. Sie kriegen es präsentiert, von allen Seiten gezeigt. Sie kriegen natürlich auch parallel viele Verkaufsbilder mit in den Kopf, wie sich das dann auf ihrer Hand anfühlt, wie sie, und so weiter und so fort. Deswegen: Super. Kann man viel von lernen. Ich bin da ein absoluter Fan von. Und, wie du sagst, die Leute sind entspannt. Sie können sich da schon reinversetzen in: „Wie fühlt sich das für mich an, wenn ich diese Uhr, Armband, was auch immer, an meinem Handgelenk habe?“, weil das wurde mir genau so präsentiert, es wurde mir genauso gezeigt. #00:24:29-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:24:30-5#

Johannes Metzger: Riesen Vorteil. Sehr cool. Bin ich bei dir. #00:24:33-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Also für mich hat es halt dieses Bild gedreht. Und es kam mir gerade in den Sinn, weil wir über Entspannung und Werbung gesprochen haben. Und tatsächlich ist das eine Art und Weise, also eine sehr ja, eine sehr zurückhaltende Art und Weise Werbung zu betreiben, auch wenn das oft anders dargestellt wird. Es wird auch oft irgendwo verarscht, dass irgendwo klar, da wird noch dieses Bild aus den 90ern genommen, wo dann irgendwie Mary und John irgendwie auf irgendeine Art und Weise Plastikdinger (…) #00:24:59-5#

Johannes Metzger: Ja, und was auch cool war. Was auch cool war. Ja, was auch erfolgreich war, sonst gäbe es diese Sendung nicht. Also ich finde das bemerkenswert. Es ist auch kein Format, was ich mir anschauen würde. Nur es funktioniert. Und es ist cool. Und die Leute fühlen sich wohl dort zu bestellen. Also, und es scheint für das Klientel der richtige Zugang zu sein. Von dem her: Cool. #00:25:17-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Also was mir da noch einfällt, es ist auch kein Produkt, von dem ich jetzt 100% stehe, das ist aber Apple, oder Unternehmen, die so ähnlich ticken wie Apple. Die machen es nämlich auch auf eine sehr, sehr interessante Art und Weise. Die betreiben sehr, sehr wenig aktiv Werbung. Das mag jetzt der eine oder andere vielleicht anders wahrnehmen, aber verglichen mit anderen Unternehmen, also qualitativ verglichen machen die wenig Werbung. Die setzen auf einen Effekt, der sehr interessant ist. Die setzen eben darauf, dass Menschen begeistert sind von den Produkten, die sie nutzen und dadurch Werbung machen. Das heißt dass jemand, der ein iPhone besitzt, ob das heute noch so krass ist weiß ich nicht, vor vielen Jahren, als das iPhone rauskam, war es so, war jemand stolz darauf, dieses Produkt zu haben und es seinen Freunden zu zeigen und die Freunde mussten das dann eben auch haben, haben dann eben tagelang vor diesem iStore übernachtet, bis es denn herauskam und verkauft wurde. #00:26:05-4#

Johannes Metzger: Völlig verrückt. #00:26:06-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Tesla hatten wir vorhin schon mal, fährt eine ähnliche Strategie. Die haben genau zwei Modelle, ein kleineres, ein größeres, nicht wie jetzt deutsche Autohersteller, die zigfach Modelle produzieren in 1000 Möglichkeiten und das alles unglaublich kompliziert machen. Nein, die haben zwei Modelle. Du kannst dich für das, oder für das, entscheiden und machen wenig Werbung, denn das Produkt spricht für sich. Es weckt Begeisterung. Es befriedigt einfach etwas bei Menschen und dadurch wird Marketing auf eine andere Art und Weise gemacht. Das meinte ich vorhin. Dann begegnet dir Marketing, natürlich. Wenn du einen Tesla auf der Straße siehst, wird dir das auffallen, glaube ich. Aber du nimmst es nicht als Marketing wahr. #00:26:41-7#

Johannes Metzger: Ja, bin ich bei dir. Und es ist auch die Art und Weise, die ich persönlich angenehmer finde, als irgendwer, der seine Marketingwaffe auf meinen Kopf richtet und irgendwas da reinkloppen will. Es ist, es kann einfacher gehen. Und ich finde es auch cool diese Spezialisierung von eben ja Tesla zum Beispiel, wo man sagt: „Ok, wir haben diese zwei Produkte. Und das sind die besten. Und wir arbeiten solange, bis es die besten sind.“ Und dementsprechend sind sie auch mit so erfolgreich, glaube ich, wie sie sind, weil sie da einfach sehr engmaschig fahren. #00:27:11-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ne, bin ich auch überzeugt davon. Also es ist auch ein Überbleibsel der letzten 20, 30, 40, 50 Jahre, dass man glaubte, Menschen bräuchten möglichst viele Variationen, um eine Entscheidung treffen zu können. Da gab es auch eine lustige Studie, kennst du bestimmt auch, mit den Marmeladensorten. Kennst du die? #00:27:25-9#

Johannes Metzger: Ne. Marmeladensorten. Also vielleicht? #00:27:28-3#

Sebastian Eisenbürger: Das ist mal ein (…) In irgendeinem Supermarkt gab es eine Verkaufstheke. Da wurden 60 Marmeladensorten draufgestellt. Es wurde gemessen, wie viele verkauft wurden. #00:27:35-2#

Johannes Metzger: Gott, wer soll sich denn da entscheiden? #00:27:36-6#

Sebastian Eisenbürger: Richtig. Und es wurde fast nichts verkauft. Dann wurden fünf Marmeladensorten auf denselben Tisch gestellt und die gingen weg wie nichts, weil dann hat man irgendwie diese fünf Sorten gehabt, hat man (unv.) und die mag man, also nimmt man die weg. Wenn du eben diesen riesen Schrank da siehst, dann ist es anders. Wobei ich da ist, da fällt mir was anderes ein, habe ich vor kurzem eben ein Interview, da ging es um andere Kulturen und Marketing. In USA ist das anders. Da wird erwartet, da sagt die Menge, die Anzahl und die Größe von Verpackungen aus, wie gut ein Laden ist. Das heißt da werden Läden bevorzugt, und deswegen machen das Läden so, die eben große Verpackungen, eine große Anzahl an Variationen bereitstellen, auch wenn die gar nicht gekauft werden. #00:28:17-7#

Johannes Metzger: Ok. #00:28:19-3#

Sebastian Eisenbürger: Und da gehen halt Leute lieber dort einkaufen, weil sie das Gefühl haben: „Der Laden macht das besser als andere, die nur wenig anbieten.“ #00:28:25-2#

Johannes Metzger: Auch da wieder: Andere Prägungen, andere Kulturen, andere Bilder von Welt. Sehr cool. #00:28:29-8#

Sebastian Eisenbürger: Genau, während es in der östlichen Welt eher um Beziehungen geht. Da geht es nicht um das Produkt. Da sitzen Verkäufer und Kunde zusammen, unterhalten sich über alles. Und ganz am Ende der letzten Minute, und nur dann, wenn sie sich gut verstanden haben, da wird gar nicht über das Produkt gesprochen, sondern das Vertrauen besiegelt quasi den Kaufvertrag. #00:28:46-4#

Johannes Metzger: Sehr cool. #00:28:47-3#

Sebastian Eisenbürger: Und sehr, sehr spannend ja. #00:28:49-0#

Johannes Metzger: Sehr cool. #00:28:50-0#

Sebastian Eisenbürger: Ok, zurück zum (…) Aber ich mag dieses Abschweifen. Das ist, das macht es so spannend gerade. #00:28:57-2#

Johannes Metzger: Ja, absolut. #00:28:57-8#

Sebastian Eisenbürger: Erzähl mal ein bisschen drüber, was du persönlich mit deinem Unternehmen, mit deinem Training für Marketing betreibst, wie das funktioniert. #00:29:04-2#

Johannes Metzger: Ja. Also ich betreibe ganz unterschiedliches Marketing letztendlich. Also ich mache ganz viele Produkte, die ich frei zur Verfügung stelle, weil es mir tatsächlich auch sehr, sehr am Herzen liegt, dass die Leute entspannter sind, weil ich glaube: „Wenn die Leute entspannter sind und mehr bei sich sind, kann die Welt nur schöner werden“, sozusagen. Das heißt auf meiner Webseite gibt es kostenfreie Trancen zum Runterladen. Die Leute können sich in einen Newsletter eintragen und kriegen wöchentlich die neuen Videoblogs zugeschickt. Es gibt dementsprechend auch alles auf Facebook, Twitter, Google+, YouTube. Ich nutze alle Kanäle in der Form und werde die jetzt zukünftig auch nochmal spezieller benutzen, also zum Beispiel gerade Twitter, um da einfach wirklich Connection und Feedback auch aufzubauen zu den Leuten, die ja schon begeistert sind und mich abonniert haben. Und was mache ich noch? Podcast wird demnächst kommen. Also aktuell ich mache einfach unglaublich viel for free. Also ich verschenke die Sachen, die ich mache, weil es mir eben A am Herzen liegt und B, weil ich glaube, dass es dann auch die Resonanz gibt, die ich haben möchte und die Begeisterung gibt. #00:30:18-4#

Sebastian Eisenbürger: Sehe ich 100% genauso. Und auch da merke ich in meinem täglichen Geschäft, das ich betreibe, dass es eine unglaublich verkrampfe Einstellung von Vielen ist, dass man Wissen nicht herausgeben sollte, weil Wissen Wert bedeutet. Und ich sage: „Klar, Wissen bedeutet Wert, aber andererseits ist Wissen heute kostenlos verfügbar.“ Wenn ich nur genug Zeit investiere, bin ich in der Lage, alles zu lernen, was ich will. Und das, was ich bezahle, ist nicht das Wissen. Das, was ich bezahle, ist die Zeit, die ich mir einspare, wenn ich es mir denn selbst beibringen müsste. Und diese Zeit, die will ich von jemandem gespart bekommen, der sein Handwerk versteht. Und das ist, was wir verkaufen. #00:30:52-0#

Johannes Metzger: Ja, absolut. Absolut. Und dann natürlich auch die individuelle Betreuung in Seminaren, oder Coachings, oder sonstigem, also weil das dann tatsächlich auch diesen Zeitaufwand bedeutet und ganz individuell zusammengestellt wird. Und selbst da bin ich mittlerweile so, also ich gebe jetzt nichts auch komplett kostenfrei raus in irgendeiner Form. Nur auch da, wenn irgendjemand vorbeikommt, der sagt: „Hey, ich habe da ein Thema, können wir kurz sprechen?“ Hey, ich bin der Letzte, der sagt: „Ne, auf gar keinen Fall. Kostet 300€.“ Was soll das? Wir sind alles Menschen. Also ist alles gut. Sicherlich habe ich eine Gewinnabsicht. Ich will auch leben und ich will gut leben. Das ist mein Ziel. Und ich glaube, dass es eben auf einem sehr charmanten Weg gehen kann, einfach durch schönes Marketing, wo einfach viel Nutzen schon gegeben wird, bevor ich nach was frage sozusagen. #00:31:47-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:31:48-7#

Johannes Metzger: Ja. Und dann wird es Bücher geben und sonstige Sachen, die dann ganz normal über einen Markt laufen, die halt dementsprechend was kosten und die werden das wert sein. #00:31:55-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, bin ich überzeugt von. #00:31:57-9#

Johannes Metzger: Genau. Und dann gibt es dementsprechend weitere solcher Dinge (lacht). CDs, Trancen, alles Mögliche. Ist alles in Produktion schon. #00:32:05-2#

Sebastian Eisenbürger: Prima. Hast du noch einen letzten Satz von dir, bevor du nochmal sagen kannst, wie man dich erreicht? #00:32:10-7#

Johannes Metzger: Einen letzten Satz von mir. #00:32:13-1#

Sebastian Eisenbürger: In dieser Folge, nicht hoffentlich der letzte Satz überhaupt. #00:32:15-6#

Johannes Metzger: Ja. Einen letzten Satz. Einen letzten Satz von mir für diese Folge. Mir fällt gerade noch ein Spruch ein, den ich sehr, sehr mag: „Es ist der Fokus auf die Dinge, der sie verändern lässt.“ Den mag ich sehr gerne. #00:32:37-6#

Sebastian Eisenbürger: Werde ich mal ein bisschen drüber nachdenken. #00:32:39-7#

Johannes Metzger: Ja. Ist auch einer. Da kann man sehr lange drüber nachdenken. Also: Der Fokus auf die Dinge lässt sie verändern.“ #00:32:47-5#

Sebastian Eisenbürger: Ok, dann hau nochmal raus, wie man dich erreicht. #00:32:50-6#

Johannes Metzger: Ja, sehr gerne. Also voller Name Johannes Metzger. Kann man googeln, findet man. Unter www.entspanntBeiDir.de gibt es alles Weitere. Tagesgedanken-Blog, Videopodcast. Ja, alles Weitere. Google, also von Twitter, bis Google+, über Facebook, EntspanntBeiDir überall einfach eingeben, alles zusammen, und man findet mich überall. #00:33:16-0#

Sebastian Eisenbürger: Prima. Dann vielen, vielen Dank für das entspannte Gespräch. #00:33:20-6#

Johannes Metzger: Ja, sehr gerne. Ich danke dir. #00:33:22-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja, und bei dir, lieber Zuhörer, möchte ich mich bedanken, dass du bis hierher zugehört hast, dass du diesen Podcast so verfolgst und möchte dich bitten, weil es mir total weiterhelfen würde, wenn du mir ein paar Bewertungen hinterlässt bei iTunes, nämlich die Sternebewertung und einen Kommentar, einen Kommentar, aus dem ich entnehmen kann, was du gut findest, vielleicht was ich verbessern kann, und welche Inhalte ich in Zukunft in meinem Podcast behandeln kann. Dann sage ich: „Mache es gut.“ Bis zur nächsten Episode. Tschüss! #00:33:49-2#

 

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