#29: Marketing & Facebook – Teil 1 (Sandra Staub im Gespräch)

#29: Marketing & Facebook – Teil 1 (Sandra Staub im Gespräch)

Sandra Staub ist Expertin für Facebook. Und außerdem ist sie Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Bloggerin, Autorin (‚Facebook für Frauen‚) und freie Social Media Beraterin mit Frauen-Fokus. Seit 2007 bereits dabei – damals gab’s das Wort „Social Media“ noch gar nicht – liebt und atmet Sandra Marketing!

Sandra bringt uns eine Menge Insides aus ihrem Tagesgeschäft mit, dem „Marketing-Kanal“ Facebook und wir unterhalten uns über blöde Fragen 😉

Sandras Facebook-Seite findest du hier: https://www.facebook.com/spot23net
Hier geht’s zu „Facebook für Frauen“: https://www.facebook.com/fuer.Frauen.Buch/
Und Sandras Webseite findest du hier: http://sandra-staub.de/

Finde in den beiden Episoden „Marketing & Facebook“ heraus, warum langsames Wachstum besser ist als schnelles und was es bedeutet – jedenfalls für Sandra für mich – wir selbst sein und frei entscheiden zu können.

Viel Spaß! 😀


Transkription: Marketing & Facebook – Gespräch mit Sandra Staub Teil 1

Sebastian Eisenbürger: Heute mit Sandra Staub, Expertin für Facebook Marketing. #00:00:04-2#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen zum Podcast für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und heute sitze ich hier mit Sandra Staub an einem Tisch sogar. Es ist nicht per Skype oder so aufgenommen. Wir sitzen uns gegenüber. Hey Sandra. #00:00:24-2#

Sandra Staub: Hallo. Ich finde es ja großartig, dass du mich eingeladen hast für den Podcast. #00:00:28-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja du hast mich zu dir nach Hause eingeladen, also wir haben uns quasi beide eingeladen. #00:00:31-6#

Sandra Staub: Das ist ja, also. #00:00:33-6#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Nun sitzen wir hier und du bist Expertin für Facebook Marketing. Und eigentlich sogar für Facebook Marketing für Frauen. #00:00:39-3#

Sandra Staub: Ja. Das habe ich mir selbst eingebrockt. #00:00:41-4#

Sebastian Eisenbürger: Das glaube ich dir. Du hast ja keinen (unv.) Du machst das jetzt auf die Art und Weise. Ja. Erst mal bitte erzähl mal: Wie kamst du zu Facebook Marketing und wie kam es dann zu dieser Einschränkung für Frauen? #00:00:51-4#

Sandra Staub: Facebook Marketing war für mich ein relativ einfacher, relativ klarer Schritt, weg vom Journalismus hin zur Werbung, wo ich dann schon ein bisschen war und in der im ganzen Werbeumfeld, in dem ich gearbeitet habe, da kam einfach irgendwann Facebook auf. Dort habe ich ursprünglich Marktumfragen gemacht, habe Menschen gefragt, wie es ihnen geht, ob sie diese News interessieren würde, ob sie zum Event kommen würden. Und irgendwann habe ich einfach angefangen da selbst rumzuspielen und selbst was zu machen und habe das aber immer für Firmen gemacht, so wie das in Agenturen eben üblich ist, dass man für andere etwas tut, aber für sich selbst möglichst wenig. Und lustigerweise ist das Agentur-Gen immer noch in mir. Es ist immer noch so, dass ich eher was für meine Kunden tue, als ja, als eher für mein eigenes Business. Und irgendwann kam es dann dazu, dass ich sehr viele Workshops gegeben habe, und da waren mehrheitlich immer Frauen, weil ich stark in Frauennetzen vertreten war. Und irgendwann bin ich mal über dem Mittagessen mit meinem besten Freund sind wir auf die Idee gekommen: „Ja wenn ich doch immer so gerne und so positiv von meinen Workshops mit den Frauen berichte, dann soll ich doch ein Buch schreiben ‚Facebook für Frauen'“. Und noch bevor Burger und Fritten verzwickt waren, war klar, wir machen dann ein Buch und mein bester Freund macht das Lektorat. Und, ja, das haben wir einmal gemacht mit ihm als Lektor und ein zweites Mal mit einer Korrektorin sogar noch dabei. Das haben wir gecrowdfunded. Es war ganz, ja, war ein wilder Ritt, ja. #00:02:19-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Geht das auf? Also ist es tatsächlich so, dass dann hauptsächlich Frauen dich ansprechen und sich für deine Inhalte interessieren, oder ist das bunt gemischt? #00:02:26-7#

Sandra Staub: Es ist lustig. Es sind eigentlich über 90% wo Frauen gerne mit mir kommunizieren. Erst heute habe ich eine Nachricht gekriegt: „Oh vielen Dank, dass es deine Seite gibt, und dass ich auch mal eine dumme Frage stellen kann.“ Ist tatsächlich eine Angst von Frauen. Man will nicht als Dummerchen dastehen, wenn man eine Frage hat. Und daher muss ich sagen, hat sich die Spezialisierung über dieses Buch wirklich gelohnt. #00:02:47-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich glaube dir das sofort. Also für mich gibt es auch eigentlich kaum eine bessere Spezialisierung als nach Geschlecht, weil du triffst 50% auf jeden Fall. Und eine Frau, die jetzt zu einem Facebook Marketing Experten geht, die wird auf jeden Fall eher zu dir kommen als zu einem anderen, der sich nicht auf Frauen spezialisiert hat. #00:03:03-6#

Sandra Staub: Zum Beispiel. Das war die Idee dahinter, ja. #00:03:05-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Aber wie ist das? Ich habe doch tatsächlich wenig Einblick. Was würdest du sagen, wenn du jetzt die Facebook Marketing Menschen betrachtest. Sind das auch hauptsächlich Männer, so dass Frauen tatsächlich so eine Gruppe bilden, die sich schwer tun? #00:03:15-9#

Sandra Staub: Darum geht es gar nicht. Es geht nicht um das, wer quasi das Wissen rausgibt, sondern es geht für mich darum: „Wer ist die Zielgruppe?“ Ich denke immer von der Zielgruppe, also: „Mit wem möchte ich arbeiten? Mit wem möchte ich sprechen?“ Und da war für mich sehr schnell klar: Frauen sind eher zu bereit zu erkennen, dass sie etwas nicht können. Frauen haben oft nicht so die Geduld sich irgendwo reinzuspielen. Das habe ich glücklicherweise bin ich in einem Haushalt groß geworden, in dem das immer geschlechtsunabhängig gefördert wurde, dass man sich irgendwo reinspielt und wirklich reindenken kann in Sachen. Aber bei ganz vielen in meinem Umfeld, bei ganz vielen Frauen vor allem, merke ich: Die haben nicht die Geduld, wenn eine App drei Mal nicht funktioniert hat, dann legen sie das Handy weg und machen etwas anderes, weil sie das einfach aufregt. Und bei Männern ist es eher so, die spielen sich da rein. Und es ist tatsächlich so, dass Frauen da leider technisch oft nicht so resilient sind. Und da ist es lustigerweise unglaublich schnell aufgegangen, ob jetzt die wenigen Männer, die meine Kunden sind, zu mir kommen, trotzdem ich hauptsächlich für die weibliche Zielgrupp arbeite, kann ich nicht sagen. Habe ich noch nie nachgefragt. #00:04:29-2#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Das heißt es gibt hauptsächlich inhaltliche Unterschiede. Das heißt Frauen arbeiten anders mit Facebook, interessieren sich vielleicht auch für andere Themen. Stellen andere Fragen. #00:04:39-3#

Sandra Staub: Fragen anders, ja, hauptsächlich. #00:04:41-0#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Das ist sehr interessant tatsächlich, weil, klar, ich mache Marketing ein bisschen, aber ich stelle mir tatsächlich auch häufig die Frage natürlich: „Wer ist am Ende die Zielgruppe?“, also: „Wer ist der Endkunde?“, und weniger jetzt: „Wer sitzt in meinem Workshop? Sind das hauptsächlich Männer oder Frauen?“, wobei das ja sehr spannend ist, jetzt wo ich gerade diesen Moment drüber nachdenke. Mal schauen, was ich da draus mache, ob ich was draus mache. #00:05:02-1#

Sandra Staub: Ich kann es nur jedem empfehlen einfach mal sich selbst zu beobachten und festzustellen: „Ok. Arbeite ich lieber mit Frauen? Arbeite ich lieber mit Männern? Arbeite ich lieber mit gemischten Gruppen?“ Hat ganz unterschiedliche Schwingungen (unv.). #00:05:14-9#

Sebastian Eisenbürger: Ich habe mir die Frage noch nie gestellt, aber dadurch, dass ich ein Mann bin, kann es schon sein, dass ich jetzt tendenziell eher Richtung Mann ausgerichtet bin so, was meine Methoden betrifft. Keine Ahnung. #00:05:24-8#

Sandra Staub: Ich weiß es nicht. #00:05:26-3#

Sebastian Eisenbürger: Aber ist spannend. Magst du ein bisschen mehr noch drüber erzählen, wie du zu dem Thema kamst? Es klang jetzt so, dass du aus einer Agentur kommst, und ja dann wahrscheinlich Social Media Marketing gemacht hast dort. #00:05:36-5#

Sandra Staub: Nein, nein, um Gottes Willen. Damals gab es das noch gar nicht. Als ich angefangen habe das zu machen, 2007, da hieß es: „Ach Frau Staub, könnten sie nicht einfach mal normal ihre Texte abgeben?“ Und die waren nicht so glücklich in der Agentur damit. Und es ist, ja, das ist auch das, wo ich herkomme. Klassisch Schreiben, also sich hinsetzen und zu sagen: „Oh ok, heute schreiben wir eine Broschüre für dies und jenes. Morgen schreiben wir dies und jenes, was komplett anders ist.“ Dann schreibt man ein Plakat und dann schreibt man wieder mal ein kleines Heftchen für, keine Ahnung, für o2 oder so ja. Und die Abwechslung ist ein wichtiger Elementpunkt für mich, aber für mich ist eben auch wichtig, dass ich Neues entdecken kann. Und das habe ich eben mit Social Media gemacht. Und in der Werbung unterscheidet man ja nicht wirklich zwischen Privatzeit und Arbeitszeit und das verschwimmt. Und das ist auch bei mir dann schon sehr früh verschwommen. Und das haben, ich sage mal, nur wenige Menschen verstanden, warum das verschwimmen muss, weil nämlich daraus die Leidenschaft erwächst. Und wie gesagt: Als ich damit angefangen habe, gab es den Begriff noch gar nicht, 2006 2007. Und ja. Dann gab es plötzlich Social Media und man hatte dann Namen dafür gefunden, und es wurden die ersten Bücher geschrieben. Und in Europa ist ohnehin alles später, also da tun wir uns ja relativ leicht. Wir brauchen nur zu warten. Und ich habe dann, als ich mich selbstständig gemacht habe, sehr lange warten müssen, eigentlich fast 2 1/2 Jahre, bis die Menschen verstanden haben, was es ist, wobei ich ihnen helfe, oder was es ist, was ich ihnen eigentlich erklären wollte, was ich sagen wollte, weil das Vokabular war nicht da. Es gab am Anfang irgendwie 10 Millionen Menschen auf Facebook, die da waren ja. Und dann waren irgendwie 0,2% davon konnten überhaupt Deutsch sprechen. Es war etwas deprimierend am Anfang. #00:07:32-2#

Sebastian Eisenbürger: Klingt langatmig auf jeden Fall. #00:07:33-9#

Sandra Staub: Ja. Dadurch, dass ich so früh dabei war, musste ich einen längeren Atem beweisen, ja. #00:07:37-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, aber dafür haben es die, die damals doch dabei schon waren und es jetzt geschafft haben, die haben es halt geschafft tatsächlich. #00:07:44-0#

Sandra Staub: Ja. Ich glaube, also es gibt ja ganz viele, die es jetzt ganz plötzlich schaffen, relativ schnell, über zwei drei Jahren das Business hochziehen. Keine Ahnung. Die Art von Persönlichkeit scheine ich nicht zu sein, oder die Verbindungen scheine ich nicht zu haben. Keine Ahnung. aber ich bin auch niemand, der etwas so schnell aufbauen wollen würde. Mir ist es lieber, wenn etwas organisch wächst. #00:08:03-1#

Sebastian Eisenbürger: Ich glaube auch nur dran, dass es so funktionieren kann. Ich glaube diese Businesses, die innerhalb von kurzer Zeit wachsen, die sind auch nicht an nachhaltigem Erfolg interessiert. Da geht es halt drum, schnell zu wachsen. Und das ist ein anderer Erfolg, als nachhaltig irgendwo Menschen glücklich zu machen, auf irgendeine Art und Weise. #00:08:17-9#

Sandra Staub: Ich habe mal mit einer sehr interessanten Frau zusammengearbeitet, die gesagt hat: „Schnelles Wachstum weist bei Pflanzen und Tieren und allen Lebewesen auf Krebs hin, weil das kann nicht gesund sein.“ #00:08:28-9#

Sebastian Eisenbürger: Das ist ein schönes Bild, ja. #00:08:29-6#

Sandra Staub: Und das fand ich ziemlich krass. Und ja. Ich finde das sehr, sehr intelligent, was sie gesagt hat. Ja. #00:08:38-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Definitiv. Also Tiere wachsen schneller, wenn man sie mästet, wenn man viel reinstopft, und dann führt in ein frühes Ende. Ja. #00:08:47-5#

Sandra Staub: Ja. Ist nicht mein Ding. #00:08:50-2#

Sebastian Eisenbürger: Spannend. Ja, lass uns mal bisschen drüber erzählen: Warum tust du das, was du tust? Wir haben jetzt Wissen, was du machst. Warum tust du es? #00:08:58-7#

Sandra Staub: Warum tue ich es? Na ja. Ich sage immer das hat natürlich viele Faktoren. Also zum einen, weil ich Marketing atme, weil ich das einfach gut finde, dass man neue Dinge in einer Welt finden kann, ja. Und klar wird manchmal sehr hart vermarktet und mit großem Geschrei rausgegangen. Aber ich finde das ganz interessiert, der Gegenpol zu diesen Lauten zu sein, die unglaublich laut schreien, wie toll sie nicht sind, und wie toll das Produkt nicht ist. Und da ist es für mich sehr interessant der Gegenpol zu sein, der stiller ist, der mehr aus der eigenen Freude heraus agiert. Und für mich ist natürlich wunderschön, weil ich quasi mit Social Media einen riesen Spielplatz habe, auf dem ich arbeiten kann. Ja, also es ist für mich das allergrößte, wenn ich den Eindruck habe, dass ich nicht arbeite, sondern dass ich eigentlich was tue, was ganz natürlich ist und was irgendwie sich wie spielen anfühlt. #00:09:54-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das kann ich genau bestätigen. Bei mir geht es jetzt weniger um Social Media, aber tatsächlich, ich weiß genau, was du meinst, wie du dich fühlst, und wie es dir abends geht, wenn du den Tag hinter dir hast. Glaube ich zumindest. #00:10:03-8#

Sandra Staub: Ich weiß gar nicht, ob ich manchmal realisiere, wann ich abends einen Tag hinter mir habe, weil ich bin jemand, ich arbeite sehr antizyklisch. Das heißt wenn es morgen total tolles Wetter ist, dann bin ich morgen nicht im Büro. Ja, dann bin ich nicht hier. Oder wenn es irgendwie ein Wochenende gibt, wo mir gerade danach ist, einen Job aufzusetzen, oder dies und jenes zu tun, oder herauszufinden, ob die Funktion jetzt bei mir schon da ist, dann kann das geilste Wetter sein. Wenn ich mich dazu motiviert fühle, dann mache ich das. Und das ist halt sehr praktisch für jemanden, der so, ja, wie hat es mal meine Großmutter gesagt, „mit sehr viel Impetus“ an dem arbeitet, was so in einem ist. Genau. #00:10:44-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Kann ich auch gut nach nachvollziehen. Bei mir tatsächlich kommt dann der Schwank zum Privatleben, auch wenn ich diese Trennung auch nicht mache, sobald ich Zuhause meine Kinder vor mir habe, also tatsächlich dann höre ich auf, über mein Business nachzudenken, und beschäftige mich mit anderen Sachen. #00:10:59-3#

Sandra Staub: Ja ok. Bei mir im Haushalt gibt es jetzt keine Kinder, so gesehen ja. #00:11:02-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Nein. Ich verstehe aber, was du meinst. Ich bin auch so jemand, wenn die Kinder im Bett sind, dann setze ich mich auch gerne wieder hin und denke da weiter, wo ich dann vor zwei Stunden aufgehört habe zu denken. #00:11:12-2#

Sandra Staub: Ja. Ja, „Denken ist mein Hobby“, habe ich auch schon irgendwo gesagt. Ne, ernsthaft, weil es ist wirklich so, es gibt nichts spannenderes, als Dinge, über die man nachdenken kann. #00:11:22-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:11:22-9#

Sandra Staub: Ich liebe es, auch wenn es ein bisschen komplexer wird gerne. Das ist, ja. #00:11:27-8#

Sebastian Eisenbürger: Ich auch. Und ich stelle auch ganz oft fest, dass Menschen offensichtlich nur bis zu einem gewissen Punkt gedacht haben, und dass es oft keinen gab, der eben diesen Punkt überschritten hat, und dass ich irgendwo so Pionierarbeit leiste in meinem Kopf. Das finde ich immer ganz spannend herauszufinden. #00:11:41-6#

Sandra Staub: Ich finde es bei Texten super interessant, wenn man einen Text schreibt. Ich schreibe wahnsinnig gerne. Und wenn man so einen Text schreibt und man denkt dann so: „Ha, interessant. Diesen Ansatz, oder die Idee, oder den Zusammenhang, konnte noch niemand herstellen in einem anderen Magazin, in einer anderen Zeitung, in einem anderen Blog.“ Das finde ich immer super. #00:12:00-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja, diesen Moment hatte ich auch schon zwei drei Mal tatsächlich in meinem Blog letztes Jahr, wo ich, weiß ich, so zu Ideen kommen, die auch, auf Ideen kommen, die so naheliegend waren irgendwo. Das ist ja dann das Schönste, wenn du erst irgendwie ganz lange nachdenkst, dann kommst du wieder zurück zum eigentlichen Ansatzpunkt, und dann hast du irgendwie die Idee plötzlich im Kopf und dann ist das, ja ja, hatte auch so ein paar Sachen gerade. #00:12:22-9#

Sandra Staub: Ich finde es großartig. Also ich sage immer: „Das ist ein ganz wichtiger, Kraftpunkt klingt blöd, aber das ist ein ganz wichtiger Punkt für mich, dass ich das tue, was ich tue.“ Wenn das eines Tages fehlt, werde ich aufhören, über Nacht. Das weiß ich. Dann gehe ich einfach. #00:12:39-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ist auch gut so. Also warum auch weitermachen dann. #00:12:43-1#

Sandra Staub: Glaube ich. #00:12:44-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Wie ist das mit Werten bei dir? Was sind so deine Werte, wenn du arbeitest, oder wenn du lebst? Du arbeitest ja nicht. #00:12:50-0#

Sandra Staub: Ich habe festgestellt, dass sich meine Werte relativ stark verschoben haben, denn mir hat vor nicht allzu langer Zeit meine Bank und meine Steuerberaterin ans Herz gelegt, ich möge doch stärker wirtschaftlich agieren, denn vorher habe ich immer gemacht, was mir ausschließlich Freude macht. Und es sind einfach Inhalte, redaktionell, Dinge schreiben. Und ich habe immer gesagt: „Ne, Facebook Werbung mache ich nicht. Och ne. Das ist, es ist irgendwie nicht ganz ok.“ Und dann, nachdem mir das eben nahegelegt wurde, dachte ich mir: „Vielleicht ist das nur ein Denkanstoß meines Lebens, dass ich mal drüber nachdenken sollte, weil Werbung kann ich ja.“ Ich habe das ja jahrelang gemacht und gelernt, ob ich mich nicht auch daran trauen sollte. Habe dann noch mal eine Ausbildung gemacht und siehe da, wie wunderbar, ja, es geht. Es geht ganz von selbst. Und das war für mich einfach dieser Anstoß, zu sagen: „Ok, ich muss stärker zu dem stehen, was ich kann und was ich mich traue.“ Ja, also das Thema: „Was hast du schon mal gelernt? Warum kannst du es nicht nochmal anwenden? Oder wieso ist das so einfach, das nochmal anzuwenden, was ich schon kannte?“ #00:13:53-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:13:53-8#

Sandra Staub: Ansonsten bin ich jemand, ich arbeite nach etwas, was ich persönlich „ethischen Kompass“ nenne. Ich arbeite zum Beispiel nur mit Menschen in Unternehmen zusammen, hinter denen ich stehen kann. Also ich arbeite nicht mit Menschen zusammen, wo ich mir denke: „Das passt nicht“, oder: „Das wäre mir peinlich, damit in Verbindung gebracht zu werden.“ Das ist für mich ganz wichtig. Und ich arbeite auch zum Beispiel nicht für Unternehmen, wo ich sage: „Die stellen ein Produkt her, hinter dem ich nicht stehen könnte.“ Das finde ich ganz, ganz schwierig. Und das ist sowas, das ist ganz zentral für meine Arbeit. Es ist aber auch in meinen Freundschaften so, dass ich mich definitiv von Menschen und von Freundschaften entferne, wo ich zum Beispiel sage (…) Ich kann zum Beispiel nicht damit leben, wenn jemand seine Kinder schlägt. Ich hatte das im Freundeskreis. Ich habe die Leute drauf angesprochen. Es war nur eine Verteidigungshaltung zu erwarten. Und dann habe ich gesagt: „Ok, dann ist an diesem Punkt für mich jetzt das auch besprochen und durch, weil ich habe überhaupt keine Lust mir diese Form von Gift reinzuziehen.“ Ja, das ist mir, zu blöd würde ich jetzt nicht sagen, aber es ist mir zu anstrengend. #00:15:10-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:15:10-8#

Sandra Staub: Und ich arbeite auch ziemlich viel in meinem Arbeitsumfeld mit Menschen, die eine ähnliche Wellenlänge haben wie ich. Das heißt die sagen: „Wenn ich für etwas arbeite, dann will ich für das richtige arbeiten.“ Und das lustige ist, bei mir ist das natürlich wie immer alles verschränkt und verschwommen. Meine besten Freunde sind meine Mitarbeiter und Kollegen. Ja. Deshalb ist es so weich bei mir und so schwer trennbar. Genau. Also lange Zeit war auch der Wert „Loyalität und Freundschaft“ ganz groß, muss aber sagen, inzwischen sind so Werte wie zum Beispiel „das richtige für die Welt tun“ manchmal wichtiger, weil ich werde einem Freund oder einer Freundin nicht zustimmen, wenn ich genau weiß, dass das ein Blödsinn für den Planeten ist, auf dem ich vermutungsweise nochmal 30 bis, wenn ich Pech habe, 60 Jahre noch leben darf. Wenn ich genau weiß: „Das ist ein Blödsinn“, dann steht da das Allgemeinwohl über dem Einzelwohl leider. #00:16:12-7#

Sebastian Eisenbürger: Wieso leider? #00:16:14-1#

Sandra Staub: Für manche Freunde ist das schwer zu akzeptieren. #00:16:16-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:16:16-7#

Sandra Staub: Ja. Das ist nicht immer einfach. #00:16:18-9#

Sebastian Eisenbürger: Ich finde das gut. #00:16:21-1#

Sandra Staub: Ja. Ich hoffe, dass auch ich das gut finden werde in einigen Jahren. Deshalb sage ich: „Ich habe da auch so eine Verschiebung bemerkt.“ Aber ich kann sehr gut damit leben, dass ich draufgekommen bin, dass ich rundherum die Welt und die Umwelt auch wichtiger finde, als manchmal das Ego der einzelnen Persönlichkeiten. Nervt halt manchmal so ein Ego. Die sind teilweise sehr sperrig. #00:16:45-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja, klar. Ich habe auch eins. Du wirst aber auch eins haben. Klar sind Egos sperrig. Ja. Aber ich finde das faszinierend. Du scheinst jemand zu sein, der sehr klar ist, in dem, was er will, was er nicht will, was er tut, was er nicht tut und alles so zu, ja, organisieren ist das falsche Wort, alles so anzuordnen, dass es zusammenpasst, sowohl im Privatleben, als auch eben im Business. #00:17:06-5#

Sandra Staub: Ja, ich bin ziemlich gute Legospielerin gewesen als Kind wurde mir immer gesagt. Ich kann sehr gut mit Legosteinen Dinge so hinbasteln und hinbauen, damit sie so sind, wie ich sie gerne hätte. #00:17:20-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:17:21-3#

Sandra Staub: Das ist es. #00:17:22-1#

Sebastian Eisenbürger: Das ist ein spannender Satz auch wieder. Ich glaube wir kriegen heute einige tiefsinnige Worte hier von dir zu hören. #00:17:30-0#

Sandra Staub: Ich bemühe mich sehr, dass ich es heute auch in verständliche Sätze packe. #00:17:34-5#

Sebastian Eisenbürger: Das tust du, total. Du bringst mich zum Nachdenken. Das finde ich gut. #00:17:37-7#

Sandra Staub: Ja, das ist ein Teilbereich meiner Arbeit. Wenn ich mit, auch wenn ich mit Freunden zusammensitze zum Beispiel, dann sagen manche zum Beispiel immer: „Boah, wenn ich bei dir rausgehe, dann muss ich noch zwei Stunden nachdenken.“ Oder eine Freundin hat gesagt: „Boah, zum Glück habe ich noch drei Stunden Autofahrt. Dann kann ich mal über das nachdenken, was wir gerade bequatscht haben.“ Also ja. #00:17:59-0#

Sebastian Eisenbürger: Ist doch gut. Es gibt doch nichts Schöneres, finde ich. #00:18:02-0#

Sandra Staub: Ich kann es ohnehin nicht ändern und es wäre mir auch viel zu anstrengend, jemand anders zu sein. #00:18:06-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, (unv.) wir nehmen es gerade auf. #00:18:08-4#

Sandra Staub: Eben. #00:18:09-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich werde es mir nochmal anhören. Ja, ich finde das echt gut. Also mir ist es viel lieber, und tatsächlich, ich suche solche Leute auch für mich, sowohl im Privatleben, als auch im Business, die über solche Dinge sprechen möchten. Viele möchten das einfach nicht. Es ist zu kompliziert. Es ist zu tiefgehend. Es bleibt nicht an der Oberfläche. Und das ist so die Erfahrung, die ich in den letzten sechs bis neun Monaten gemacht habe, gerade auch im Marketing und ja. Also und Erfahrungen, die ich gemacht habe, als ich mich jetzt positives Marketing genannt habe, oder das eben noch tue, dass es Menschen gibt, die einfach sich gar nicht trauen darüber nachzudenken, weil es möglicherweise ja Dinge in Frage stellt, die sie die letzten Jahre, Jahrzehnte, wie lange auch immer, gemacht haben. #00:18:49-4#

Sandra Staub: Absolut richtig. #00:18:51-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:18:52-0#

Sandra Staub: Oder wie sie handeln. Ich glaube das ist noch viel schlimmer für den Menschen, wenn sie dann das hören, die Argumentationskette gut finden, und dann merken: „Oh, ich handle doch genau entgegengesetzt.“ Das ist das unangenehmste. #00:19:04-2#

Sebastian Eisenbürger: Das Ziel ist immer gerne, wenn ich im Workshop sitze und mein kleines Einleitungssätzchen bringe, dass wir doch abends heute alle vor dem Fernseher sitzen, ich jetzt nicht, weil ich kein Fernsehen schaue, wenn ich es denn täte, würde ich auch vor dem Fernseher sitzen und mich ärgern, was da für Werbung läuft und dann das große Getratsche losgeht bei den Marketingleuten, wie schlimm die Werbung geworden ist, und tatsächlich überhaupt keiner auf die Idee kommt, dass sie aus den eigenen Reihen stammen könnte die Werbung. Und, ja, das ist dann immer lustig. #00:19:30-9#

Sandra Staub: Es sind alles Menschen. Schlussendlich stammt es immer aus den eigenen Reihen. Also es geht gar nicht anders. Es sei denn man zieht natürlich, oder man spielt gerne diese „wir gegen sie“ Nummer. Das finde ich sehr anstrengend, also es ist wirklich oh. #00:19:42-2#

Sebastian Eisenbürger: Das funktioniert auch nicht. Es ist auch nur oberflächlich. #00:19:45-5#

Sandra Staub: Ja, natürlich ist es oberflächlich. Aber es genügt großen Massen von Menschen offenbar. #00:19:49-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja, klar. Es füllt Zeit. Man kann sich darüber auslassen und unterhalten. #00:19:53-7#

Sandra Staub: Alleine das finde ich erschreckend. #00:19:55-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Also das ist mein Alltag, zumindest die ersten 20 Minuten in diesen Workshops. Und danach, wenn wir dann darauf kommen: „Ok, wir sind diejenigen, die machen das, was du da abends siehst und im Internet, wenn du da nicht wegklicken kannst, weil du den Knopf nicht findest“, dann ist es sehr, sehr einfach auch zu arbeiten und wirklich Inhalte zu produzieren, die gut sind. Und die Leute habe ich tatsächlich dann hinter mir. Das ist auch eine schöne Sache. Aber tatsächlich, die meisten ticken so. Und das ist mir in den letzten neun Monaten erst so richtig bewusst geworden. Das war sehr spannend. #00:20:24-1#

Sandra Staub: Ja. Da mache ich immer etwas, das heißt „tief in sich hineinlächeln“. Ich versuche immer, dass man es nach außen nicht so krass sieht ja, weil das ist natürlich für die Menschen mir gegenüber nicht angenehm, wenn ich mir dann denke: „Mhm, ja, ok, nein.“ Also ich denke dann immer: „Ok, das ist bei dir so.“ Ich atme dann ganz tief, eben lächle dann in meinen Bauch hinein und denke mir: „Schön, dass ich das weiß.“ #00:20:54-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich denke mir auch, was ein großes Potential da noch lauert. #00:20:58-0#

Sandra Staub: Ja, lauern würde ja auf ein Raubtier schließen. Ich weiß es nicht (lacht). Ich weiß es nicht. Ja, vielleicht ist es auch eine (unv.) Katze, wer weiß, also who knows. #00:21:08-5#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Spannend. Wir kommen ein bisschen vom Facebookthema ab. #00:21:12-4#

Sandra Staub: Oh ja, nein, glaube ich nicht. Glaube ich persönlich nicht, weil bei Facebook geht es nur um Menschen und Facebook versucht die reale Welt nachzustellen. Folglich ist es nur ein Spiegelbild von dem, was wir schon immer sind. #00:21:26-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja. Jetzt muss ich wieder nachdenken. #00:21:31-0#

Sandra Staub: Ok, kein Problem. #00:21:33-1#

Sebastian Eisenbürger: Aber das ist gut. Tatsächlich, es ist das Spiegelbild von dem, was wir sind. Und wenn ich mich beobachte, ich bin sehr darauf bedacht, dass ich die Timeline meines privaten Profils möglichst so halte, dass sie mir gefällt, und dass ich die Leute ausblende und die Inhalte ausblende, die nicht zu dem passen, was ich dort gerne lesen möchte. Tatsächlich, schlussendlich ist es ein Spiegelbild von dem, was ich lesen möchte, was mir wichtig ist. #00:21:55-9#

Sandra Staub: Das ist deine Filterblase, deine ureigenste. Und jeder von uns schafft die. Und die ist weder gut noch schlecht. Ich denke wir brauchen die nicht zu bewerten, aber die hält uns einfach auch mental genau auf dem Level, wo wir gerne hin möchten. Ich kenne einige, die würde ich als Wutbrüger einstufen. Deren Facebook ist voller Wut, Angst, ja. Und wenn die diese Filterblase nicht mehr hätten, die würden ja in einen bodenlosen Raum fallen, weil die Schwingung ist ja total weg und niemand würde mehr diese Wut anfeuern. Genau so ist es aber auch bei kenne ich auch Menschen, die extrem nur positive Nachrichten haben. Bei denen ist alles nur positiv und alles nur rosarot. Also ich denke: „Bei mir ist es ganz gut durchmischt.“ Ich kenne solche und solche Menschen. Ich lasse auch hin und wieder mal Beiträge zu, wo ich mir denke: „Oh Gott, bitte mache dich nicht so lächerlich.“ Aber für mich ist es ein Übungsgebiet. Meine Filterblase ist mein Übungsgebiet, um festzustellen: „Kann ich tolerant sein gegenüber anderen? Kann ich eine andere Meinung zulassen? Kann ich auch leise lachen, wenn ich etwas peinlich finde?“ Ja, genau. #00:23:02-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich bin da sehr strikt inzwischen. Ich denke da her tatsächlich über meine Zeit, die ich da reinstecke, meine Aufmerksamkeit, die ich den einzelnen, wie nennt man das denn, den einzelnen Beiträgen schenke und da bin ich sehr schnell darin geworden, zu sagen: „Das ist es nicht.“ #00:23:16-4#

Sandra Staub: Ok. Es ist unfair. Ich habe als Journalistin natürlich jeden Tag mit 200 300 Pressemeldungen zu tun gehabt, bin also sehr schnell im Filtern. Das heißt das hat mir auch mal jemand gesagt, dass bei mir der Filter sehr schnell anschlägt, der Bullshit-Filter, dass ich einfach wahnsinnig schnell einfach berufsbedingt. Das ist eine reine Übungssache. Und es gibt natürlich Menschen, die sind hochsensibel. Für die ist es sehr, sehr anstrengend. Zu denen gehöre ich zum Glück nicht. In diesem Fall ist das sehr gut für mich. Ne ernsthaft, es kann sehr anstrengend sein, wenn man tatsächlich eine hochsensible Persönlichkeit ist. Eine meiner liebsten Freundinnen und Mitarbeiterinnen ist es. Da weiß ich genau: „Das geht bei ihr nicht“, weil sie das ganz anders, viel lauter, wahrnimmt. Und ich nehme das nicht so laut wahr, weil ich es nur für ein kleines Spielbild der Realität halte. „Ich nehme das ganze Leben nicht so ernst“, hat sie immer gesagt. Das finde ich nicht so richtig freundlich, aber es ist vielleicht wahrer, als ich mir eingestehen möchte. #00:24:14-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist ein (unv.). Ich habe einen Podcast darüber gemacht, nicht in diesem, sondern im GlücksPodcast, zum Thema „lasst uns mal nicht so ernst nehmen“. Das war sehr lustig, sowohl die Aufnahme, als auch das, was für mich persönlich daraus resultiert ist. Ich finde es auch schwierig, wie du sagst, aber ich finde es besser, die Dinge nicht so ernst zu nehmen und (…) #00:24:31-6#

Sandra Staub: Ich auch. Das ist ja das Schlimme. Wenn man aber anfängt, die Welt nicht mehr ernst zu nehmen, passiert ja auch was, nämlich es ist ja alles nur noch Larifari. Kenne ich auch von mir, in der Zeit, in der ich gesagt habe: „Ich mache keinen Journalismus mehr, weil das ist alles Larifari, alles die gleiche Erbsensuppe.“ Ja, genau. #00:24:48-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Was mich gestört hat damals, war die Tatsache, dass Leute auch angefangen haben, mich nicht mehr ernst zu nehmen. Da habe ich ein bisschen aufpassen müssen und immer schlucken müssen. #00:24:55-3#

Sandra Staub: Das passiert damit. Genau. #00:24:56-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Aber sehr spannend. Eine Frage habe ich jetzt noch. Marketing auf Facebook und alles Mögliche, was wir da im Marketing tun können. Du hast gerade gesagt: „Marketing ist ein Spiegelbild der Menschen, der Welt, für einzelne Menschen.“ Siehst du das an anderen Kanälen auch, oder ist das wirklich so ein Ding von Social Media, so eine Eigenheit von diesen Kanälen? #00:25:16-3#

Sandra Staub: Ich denke sogar Zeitungen, auch Fernsehen, spiegeln natürlich einen gewissen Anteil von Menschen wieder. Also Ich denke, das ist alles nur eine ziemlich anstrengende Arbeit, um uns zu zeigen: „Übrigens, das denkst du gerade.“ Ja. Und ich weiß, wie anstrengend das sein kann, 10.000 Anschläge zu schreiben, nur um zu beschreiben, wie sich jemand fühlt, oder wo das Problem in einer Gefühlslage liegt. Und ich denke, auch wenn ich heute eine Zeitung, eine gedruckte Zeitung, aufschlage, ist das ein Spiegelbild der Personen, die sie vermutlich lesen werden. Ja. Also, ja. Ich, ganz ehrlich, ich weiß, wie manipulativ teilweise Schreiben und Beschreiben sein kann und deshalb habe ich jetzt nicht so die mega Angst davor, manipuliert zu werden. Aber gleichzeitig weiß ich, dass das gefährlich ist, weil Manipulation ist etwas, was ganz langsam daherkommt und ganz ruhig. Man merkt sie nicht. Und es ist, ja. Daher denke ich, es gibt es auch auf anderen Kanälen. Zeitungen ganz krass. Haben wir gerade in England gesehen zum Beispiel, dass Zeitungen ganz krass natürlich auch, wenn sie eine Meinung mit transportieren, Dinge verändern. Meinungen sind relevant für uns, für unsere Köpfe. #00:26:34-6#

Sebastian Eisenbürger: Im Social Media ist das dann personalisiert. Da ist es 1 zu 1. #00:26:37-7#

Sandra Staub: Es macht keinen großen Unterschied in Wahrheit. Wenn wir es auf uns beziehen, also ich weiß zum Beispiel, Menschen in meinem Umfeld, die viel Zeitung lesen, die beziehen alles in der Zeitung auch auf sich und ihre Welt. Es ist eine reine Frage des Medienkumsums. Und ob ich jetzt nur Serien angucke, oder ob ich Fernseher gucke, trotzdem suche ich mir meine Serien aus, trotzdem entscheide ich, welchen Fernsehkanal ich gucke. Also ich befürchte, wir sind dann im kleinen Spiegelkabinett. Und am besten kommt man da durch, wenn man übrigens lächelt. #00:27:08-8#

Sebastian Eisenbürger: Das ist wahr. Das ist wahr. Oder die Augen zu. Da läuft man irgendwo gegen. Ich weiß nicht. #00:27:15-1#

Sandra Staub: Ich wollte gerade sagen. Ich glaube es (…) Es ist schon lange her, dass ich in einem echten Spiegelkabinett war, aber ich glaube es hat echt weh getan an der Nase. #00:27:22-0#

Sebastian Eisenbürger: Das kann sein. Ja. Jetzt sind wir schon mitten drin im Marketingthema. #00:27:26-8#

Sandra Staub: Ja. #00:27:27-3#

Sebastian Eisenbürger: Bevor wir gleich weitermachen: Magst du noch irgendwie einen abschließenden Satz für diese Episode loswerden? Was ist dir wichtig? Warum machst du deine Arbeit so gerne, die du tust? #00:27:35-4#

Sandra Staub: Also mir ist ganz wichtig, dass ich bei der Arbeit die Person sein kann, die ich wirklich bin. Und ich würde mir für ganz viele Menschen wünschen, dass sie das auch machen könnten, dass sie so sein könnten, wie sie eigentlich sind. Es beginnt dabei, dass man anziehen kann, worauf man gerade heute Bock hat, und endet bei dem, dass man auch mal zum Kunden „nein“ sagen kann, wenn man weiß: „Wow, das ist ein richtiges Früchtchen.“ Also das würde ich mir für mich und auch für die anderen Menschen wünschen. Warum das so ist, dass ich so bin: Ich weiß es nicht. Das ist so geliefert worden. #00:28:12-0#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Das ist so geliefert worden. Das war ein perfekter Abschlusssatz. Dann bedanke ich mich ganz herzlich für jetzt. Es geht demnächst weiter, dann noch ein bisschen tiefer ins Thema Marketing hinein. #00:28:22-5#

Sandra Staub: Genau. #00:28:23-3#

Sebastian Eisenbürger: Dann mache es gut Sandra. Bis dann. #00:28:25-0#

Sandra Staub: Bis dann. #00:28:25-7#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Und du, lieber Zuhörer, falls dir das gefallen hat, würde ich mich freuen, falls du mir einen Kommentar hinterlässt bei iTunes, die Sterne anklickst, oder und mir einen kleinen Text hinterlässt, woraus ich lesen kann, was dir gut gefällt, was dir vielleicht nicht so gut gefällt, und ob es irgendwelche Themen gibt, die ich in diesem Podcast behandeln kann. Dann bis nächste Woche. Tschüss! #00:28:44-8#

Sandra Staub: Tschau! #00:28:46-0#

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