#56: Marketing & Lebensfreude – Teil 1 (Veronika Räß im Gespräch)

#56: Marketing & Lebensfreude – Teil 1 (Veronika Räß im Gespräch)

Happy Empowerment und Lebensfreude, das sind Veronikas Stichworte. Mit ihrem Buch „Lebensfroh und zwar so“ unterstützt dich Veronika Räß dabei, mehr Lebensfreude zu empfinden und deinen beruflichen und privaten Alltag positiver zu gestalten.

Als Coach unterstützt dich Veronika Räß per Skype und persönlich in Regensburg bei vielen Themen und vor allem bei den 1.000 kleinen Klippen im Alltag.

Im Podcast plaudern wir über Lebensfreude, Veronika erklärt, wie wir trotz der täglichen Einflüsse, die uns Lebensfreude nicht immer leicht machen, in vielen Dingen etwas Positives entdecken können und empfiehlt, sich diese Entdeckungen zu notieren. Mir persönlich hat der Gedanke sehr geholfen, mir für unbeliebte Aufgaben (wie z.B. das Erledigen der Buchhaltung) entsprechende Orte zu suchen, die mir solche Aufgaben leichter machen. Bei mir ist das Bahnfahren.

„Lebensfreude“ ist bei Veronika absolut wörtlich zu verstehen, zum Start unseres Gespräch schaffte sie es im Bruchteil einer Sekunde, meine mäßige Laune (ich hatte wirklich Stress mit der Technik?) in wirklich richtig gute Laune zu verwandeln und so hatten wir eine Menge Spaß.
Einen Tipp von Veronika habe ich mir in den Wochen seit unserem Gespräch besonders zu Herzen genommen. Tätigkeiten, die ich weniger gerne mache, erledige ich nun an Orten, an denen mir diese Tätigkeiten nicht ganz so schwerfallen. Buchhaltung und Steuerthemen erledige ich nun in der Bahn. Lesen von Fachtexten – was mir nurmäßig Spaß macht – mache ich auf kürzeren Pendelstrecken. Und Aufgaben, die mir Spaß machen – das Telefonieen mit Kunden, das Schreiben von Artikeln, das Arbeiten an Projekten – erledige ich an besonderen Orten. Zum Beispiel im Garten, auf der Terrasse, an sehr inspirierenden und die Kreativität fördernden Orten.
Natürlich haben wir in unseren beiden Folgen noch über viel mehr gesprochen, zum Beispiel was es bedeutet, mit Lebensfreude und glücklich Beruf und Alltag zu gestalten und was wir tun können, falls es um unsere Lebensfreude und das gefühlte Glück nicht so gut bestellt ist.

Es ist ein Fest Veronika reden zu hören – ihr positiver Funke springt einfach über!

Veronikas Buch kannst du hier ansehen und kaufen: http://amzn.to/2qRIUGw, das Buch „The Happiness Advantage“ von Shawn Achor findet du hier: http://amzn.to/2pc5a1o

Im Internet findest du Veronika Räß auf ihrer Webseite www.abitofcolor.de/und auf http://lebensfrohundzwarso.de/.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und viele freudige Momente beim Zuhören! ?

 


Transkription: Marketing & Lebensfreude- Gespräch mit Veronika RäßTeil 1

Sebastian Eisenbürger: Marketing und Lebensfreude. #00:00:01-5#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen zum Podcast für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und heute spreche ich mit einer ganz interessanten Frau. Sie beschäftigt sich mit Lebensfreude und nennt das, was sie tut, „Happy Empowerment“, und zwar ist das Veronika Räß. Hallo Veronika. #00:00:26-7#

Veronika Räß: Ja hallo Sebastian. Wie schön, dass ich da sein darf (unv.) (lacht) #00:00:31-1#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ich freue mich sehr auf unser Gespräch. Du hast meine Laune direkt um 1000 Stärken nach oben gebracht, als ich dich gerade kurz im Video gesehen habe am Montagmorgen per Skype. #00:00:45-2#

Veronika Räß: Sehr cool. Ja, kann ich nur zurückgeben (lacht). Wirklich cool. Schon mal war ein schöner Einstieg für heute ja. Das war auch mein erster Termin, von dem her das ist (…) #00:00:56-3#

Sebastian Eisenbürger: Meiner auch. #00:00:56-9#

Veronika Räß: Klar. #00:00:57-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ich war so ein bisschen „gestresst“, weil ich mein iPhone Kopfhörer nicht gefunden habe und die brauche ich unbedingt für diese Aufnahme, und da hast du mir gerade ein bisschen aus diesem kleinen negativen Ding rausgeholfen. Ja gut, du machst Happy Empowerment, ich glaube da passt das ganz gut. #00:01:14-3#

Veronika Räß: Ja. #00:01:15-8#

Sebastian Eisenbürger: Und jetzt darfst du mal erklären, was das überhaupt ist. #00:01:18-3#

Veronika Räß: Also ich habe das für mich tatsächlich jetzt so als Prinzip, ich nenne es mal so, wir nennen es mal so, entwickelt dieses Happy Empowerment, weil es bei mir im Coaching ganz viel um das Thema Empowerment geht. Das ist mal so, dass das schon länger stand als Begriff. Das ist die Selbstverantwortung, die ich dem Kunden wieder vermitteln möchte, mitgeben will, dass es nichts bringt, wenn ich sage: „Och Mensch, das wäre schon gut, wenn du dich da veränderst“, oder ne, wenn du das und das tust, das heißt die dürfen es schon aus eigenem Antrieb tun, sonst ist das relativ wenig nachhaltig. Also dieses Thema Empowerment raus aus auch so ein bisschen diese Opferhaltung, hin zu wieder mehr ja tun, aktiv werden, lösungsorientiert handeln, überlegen: Was habe ich überhaupt für Lösungen? Mal ganz verrückte Lösungen wieder zulassen. Und da hilft, und jetzt komme ich zu dem Happy, einfach der Humor. #00:02:15-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:02:16-0#

Veronika Räß: Der Humor im Coaching ist ein unglaublich wichtig. Wir lachen wirklich viel und das bringt so eine Leichtigkeit in die Sitzungen, in die Stunden, und auch in das Lösungsfinden wieder. Und dann, das ist ja spannend bei unserem Hirn, das macht oft so zu, wenn man einmal sieht: „Ok, das geht nicht.“ Oder: „Der Kollege ist doof“, oder wie auch immer. Also ich bin immer in diesem, da ist die, da sind die unsere Bahnen einfach dann relativ beschränkt, wo es vielleicht noch so diesen Ausweg gibt hin zu: „Hey, da ist eine Lösung, an die habe ich noch gar nicht gedacht“, weil eben diese Autobahnen, dieses negativ denken, so ausgefahren ist. Und da mit dem Humor, mit diesem Spaß mal gegenzusteuern und sagen: „Hey, fahre doch mal diesen Weg.“ Das bewegt das Gehirn oft da zu sagen: „Hey, da gibt es noch die Straße. Die ist eigentlich auch ganz schick.“ Und die darf halt auch tiefer werden. Und das ist schon auch so ein Punkt, den ich gerne vermittle: Die Stunde, die Sitzung, wie auch immer, wie oft die Kunden dann bei mir sind, das ist das eine, das andere ist die Kunden dürfen einfach selber dranbleiben und dürfen sich in erster Linie dann meistens auch mal nicht so ernst nehmen. Und das ist, glaube ich, die größte Erleichterung, mit denen, die dann so meinen Raum hier verlassen, so über sich selber mal wieder lachen können. #00:03:34-5#

Sebastian Eisenbürger: Ist das nicht auch die größte Herausforderung? Ich stelle mir das sehr schwierig vor, wenn das Menschen nicht gewöhnt sind so zu denken. #00:03:40-8#

Veronika Räß: Du meinst dann über sein Problem, oder Thema, zu lachen, oder? #00:03:45-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja, sich nicht so ernst zu nehmen, ja. #00:03:48-0#

Veronika Räß: Ja. Das ist tatsächlich schwierig. Und (…) Nee, eigentlich ist es das nicht. Es ist nicht schwierig. Es ist eine andere Herangehensweise, würde ich fast sagen. Es ist ein neuer Blickwinkel, den ich da eröffnen kann. Es ist was, worüber sie so noch nie nachgedacht haben. Also man hängt in seinen negativen Gedankenstrukturen und denkt ans Problem, denkst an Problem, und dann sitze ich und sage: „Ok, ich versuche schon denjenigen auch da abzuholen, wo er ist. Dieser Mensch ist nicht so schlimm. Jetzt komm, nehme die Arme hoch, alles gut.“ So funktioniert es natürlich nicht. Also es funktioniert schon, dass ich sage, denke vielleicht erst mal auch ich, ich lasse die auch erst mal erzählen. Ich lasse die auch erst mal eine Schippe vielleicht jammern, also so, und dann so dieses Problem halt auch erklären und da sein. Und dann geht es auch darum zu sagen: „Ok, kriegst du eigentlich mit, wie du sprichst, was du sagst, wie du was du auch denkst?“ Also ich sehe mich schon so als Wachmacher. Ich spiegle erst mal. Ich spiegle erst mal, wie die Menschen, die da sitzen bei mir, vielleicht auch über ihr Problem sprechen. Und das ist so die erste „Hausaufgabe“, die die haben. Die brauchen noch gar nichts verändern. Die sollen es nur mitkriegen. Also und da kann, und das ist, das wird halt leichter, also das wird, wenn ich erst mal drauf hingewiesen bin ok. Das ist: Wie geht es mir eigentlich dabei, wenn ich so viel auch über dieses Problem spreche? Wie geht es mir dabei? Ja, irgendwie nicht so gut. Ok, da sind wir relativ schnell. Und das zu spiegeln und das klarzumachen, dass ist wirklich so ein dieses bewusst werden, was ich (…) Und das ist für mich auch dieses Selbstbewusstsein. Also das hat damit zu tun: Ich bin mir meiner Selbst wieder bewusst in der Lage, in der ich bin und kriege es mit. Ich kriege mit, wie ich spreche und ich kriege mit, wie der Quatschi, so meine innere Stimme, so mit mir spricht. Und das ist die erste Hausaufgabe. Das heißt da wird es dann leicht. Ich muss noch nichts verändern. Ich muss noch nicht umsetzen. Ich kriege es mit. Ich beobachte mich dabei. #00:05:49-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Mit welchen Themen kommen da Menschen zu dir? #00:05:52-8#

Veronika Räß: Das ist sehr unterschiedlich. Es sind schon viele Frauen bei mir, um das mal plätt so, also auch so von der Zielgruppe her Frauen, um mal den Schub aufzumachen, haben oft das Thema „nicht gut genug“, also so dieses und „ich traue mich nicht. Ich bin nicht mutig genug.“ Die stehen sich manchmal wirklich nur, also es sind großartige Frauen, nicht. Das ist wirklich beeindruckend. Und das sind Themen, die können jetzt aus dem Beruf sein, das heißt ich möchte vielleicht auch mich anders positionieren bei meinem Chef, ich möchte eine Gehaltserhöhung, also irgendwo wirklich mal so ein Gehaltsgespräch, und gucken halt erst mal: Was sind denn da vielleicht für limitierende Glaubenssätze, die mich gar nicht fragen trauen danach, dass ich (….) oder genau, nicht fragen trauen danach, dass ich wirklich mehr Gehalt verdiene und mir das auch selber gerne irgendwie erlaube, nach mehr zu fragen sozusagen. Also das wären die Glaubenssätze, die dann wieder mitspielen. Also das ist was berufliches. Nur es hat immer mit der Person zu tun, also das kann auch was sein: Diejenige sucht vielleicht einen Partner und empfindet sich selber einfach gar nicht als liebenswert ja und sagt, eigentlich hat sie den gar nicht verdient. Also vielleicht auch in der weil sie schon mal eine gescheiterte Ehe hatte und immer noch den Rucksack Schuldgefühle mitträgt, dass sie daran schuld ist, und dass sie das eigentlich gar nicht mehr verdient, weil sie hat es ja schon mal verbockt. Und da mal klar zu machen und bewusst zu machen: „Hey, was würdest du jemand anders raten? Wie würdest du eine Freundin und was würdest du dir wünschen?“ Und das dann wieder auf sich selbst zu übertragen, das ist natürlich das, ich sage mal: Ich würde es wirklich nicht als schwierig bezeichnen. Das heißt einfach nur: Da muss der Wunsch groß genug sein, dass ich mir das, also mir selbst das sozusagen erlauben möchte, und dann darf ich halt dranbleiben, dann darf ich da jeden Tag schon dran arbeiten. Da würde ich nicht sagen: „Das ist dann gelöst.“ Kann sein so: „Ach stimmt ne. Wünsche ich mir eigentlich auch. Wieso darf die das haben und ich nicht mehr glücklich werden in einer Beziehung?“ Und, ich glaube, das ist so ein bisschen was, da darf ich mich einfach jeden Tag dran erinnern. Also das kann was sein aus dem Beruf. Das kann was sein zum Thema „Ausstrahlung“. Ich möchte einfach mehr Power auch beim Vortrag haben, mehr Selbstbewusstsein, oder aus dem Privaten, dass die ja gerade so Themen Partnerschaft, oder Kommunikation, oder das sind auch so Kleinigkeiten wie: Ich möchte meiner Reinigungskraft mal sagen, dass ich das anders geputzt haben will. Wo man wirklich sagt: „Na ja, das ist jetzt nicht das große Thema“, nur für die ist es das, weil die denkt die ganze Zeit drüber nach, dass diese Fliesen sie am liebsten anders geputzt haben will ja, und dass da immer Spuren drauf sind. Ich denke gerade an eine Kundin, die ist wirklich, sie war klasse. Und die musste da selber, und da sind wir an so einem Punkt, da müssen wir schon drüber lachen, das ist was, da kann sie mal ausprobieren, wie mutig sie sein möchte, dass sie einfach sagt: „Hey.“ Sie denkt die ganze Zeit drüber nach: Wie spricht sie mit der Person? Wie spricht sie es an? Wie spricht sie es an, oh Gott, und denkt die ganze Zeit über den Ausgang und stellt sich die ganze Zeit vor, dass das irgendwie schief geht, und dass die dann sauer ist, und dass alles schief geht. Ja, dann sagen wir: „Ok, wie soll es denn sein? Wie kann denn so ein Gesprächsausgang noch ausschauen? Wie würdest du am liebsten, mit welchen Gefühlen würdest du da am liebsten rausgehen aus dem Gespräch?“ Und dann na ja einfach mal erleichtert, und dass die Fliesen dann geputzt sind also. Und wir sind dann wieder ganz viel beim Ergebnis. Und es hat mit Mut zu tun. Es hat damit zu tun, zu sagen, wie ich etwas möchte. Ja. Und das kann ich natürlich bei solchen Kleinigkeiten echt gut üben, in Anführungsstrichen Kleinigkeiten, die aber wirklich beschäftigen. Also das war so ein Thema, wo man sagt: „Hä? Das ist eigentlich nicht der Rede wert“, und war es eben doch. Und das hat sie dann tatsächlich getan. Sie hat dann das Gespräch gesucht und war danach so, also auch so erfüllt und so wirklich wieder ein Stückchen selbstbewusster, zu sagen: „Hey, ich habe es mich getraut ja, also ich habe dieses Gespräch geführt und gemerkt: Es ist irgendwie gar nichts so Schlimmes passiert.“ Und das ist mir fast lieber, dass die Kunden an solchen „Baustellen“ arbeiten. Und dann können die auch immer größere Schritte machen, heißt dann vielleicht auch solche Gespräche mal im Bekanntenkreis noch drei führen, mit kleineren Themen, die mir vielleicht schon länger stören, das einfach mal ansprechen, oder im Restaurant mal eine Suppe zurückgehen lassen, weil die halt nicht heiß ist, sondern ich liebe heiße Suppen, sondern halt irgendwie nur so warm. Also da kann ich meinen Mut sozusagen unter Beweis stellen und einfach bisschen stärken, und dann kann ich auch das übertragen zum Gespräch mit dem Chef und mit der Führungskraft, oder mit wem auch immer, und vielleicht mal über mein über das Gehalt sprechen. #00:10:34-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:10:35-1#

Veronika Räß: Nur da ist es ja genau. Bunte Mischung. Bunte Mischung ja. #00:10:40-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. So klassische Coaching Themen mit gepaart mit diesen 1000 Kleinigkeiten des Alltags, die ganz große Hürden darstellen können. #00:10:46-8#

Veronika Räß: Definitiv, genau. Und ich sage immer so, also zu mir kommen immer Menschen, die mehr von irgendwas wollen, oder weniger, also entweder mehr Begeisterung, mehr Lebensfreude und weniger von diesem „passt schon“, weil viele leben so „passt schon“. Ne, das kennst du, glaube ich, auch gut, also das ist so dieses (…) nicht weil du es lebst, sondern weil du bestimmt mal jemand getroffen hast, der so „ja passt schon“, alles passt. Und ich denke mir: Nee, das darf schon mehr sein als „passt schon“. Das dürfen wir uns schon, so ein Leben darf schon bunter sein und darf schon mehr Lebensfreude einfach haben. Und viele haben schon lange auch nicht mehr, waren nicht mehr so in Kontakt mit dem Thema Begeisterung, oder was das überhaupt heißt, und die dann wieder hin zu begleiten und so ein Fensterchen zu öffnen „hey, guck mal“, das kann schon schnell in dein Leben kommen, wenn du dir das erlaubst. Das ist echt spannend. Das ist schon sehr cool. Genau. #00:11:38-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich weiß, wovon du sprichst (lacht). #00:11:40-0#

Veronika Räß: Ja, ja cool (lacht). Ja, das macht Spaß. Das macht mir wiederrum so Spaß. Ich kann so viel von meinen Kunden auch lernen. Das ist echt für mich super, also wirklich ein Gewinn. Genau, so ist es. #00:11:54-3#

Sebastian Eisenbürger: Glaube ich dir sofort. Erzähl ein bisschen darüber, wie du dahinkamst. Also zum einen: Wie kamst du auf die Idee Coach zu werden? Und dann: Warum gerade auf die Art und Weise? Gibt ja Coaches, die das auf ganz unterschiedliche Weisen machen. #00:12:04-3#

Veronika Räß: Mhm (bejahend). Du, ich sage mal so: „Ich bin noch dabei Coach zu sein, Coach zu werden“, oder wie auch immer, und zwar weil ich mich da selbst bei dem Thema wieder ein bisschen mir wieder ein bisschen Entspannung zugelassen habe, weil für mich ist es wirklich so eine Reise. Ich habe ganz lange überlegt, und das war so vor drei Jahren: „Mensch, mit was mache ich mich eben selbstständig?“, oder vor knapp vier ist es jetzt schon her. Wie positionieren? Und jeder sagt dir immer: „Ja, du musst das scharf machen und eng machen und keine Ahnung“, und ich sage: „Das darf Zeit haben.“ Und da darf ich verschiedene Dinge ausprobieren und jetzt bin ich da, und wir hatten ja schon mal letzteres Kontakt, wo ich sage: „Ja klar, es ist die Lebensfreude. Das ist das, was mich schon immer begleitet, das, was mich auch schon immer ausmacht.“ In jeder Phase meines Lebens, wo ich auch wirklich, da gab es schon andere Phasen, nur ich war immer ein ganz positiver gestimmter Mensch, heißt ich wusste immer ganz gut, was mir hilft aus einer Situation, die irgendwie negativ beladen war, vielleicht wieder rauszukommen ja. Das heißt jetzt Musik, oder ich dann treffe ich mich mit jemanden, wo ich weiß: Danach bin ich einfach gut drauf. Und so, also von diesen vor vier Jahren, oh Gott, ich weiß noch gar nicht, wie eng soll ich mich denn aufstellen, wenn ich (…) Ich habe Lust auf viele Themen ja. Also da möchte ich einfach mitgehen, sich da Zeit lassen. Man muss nicht sofort spitz irgendwo dastehen. Und da widersprichst du mir vielleicht auch, das weiß ich nicht, was das Thema Marketing angeht. Für mich hat es echt diese Entspannung gebracht, dass ich jetzt für das Thema Happy Empowerment und die Lebensfreude so „Ja“ sagen kann und das wirklich mehr meins ist, als alles andere davor. Und es geht noch weiter. Ich weiß, dass es in einem Jahr wieder anders ausschauen wird. Es wird weiter gehen. Ich habe so das Gefühl: Ich bin halt immer mehr bei mir. Und das auch als Coach. Und das war auch so ein Thema: Ich habe lange damit „gehadert“: Wie nennst du dich? Bist du jetzt der da, es ist ja alles am Markt, der Speaker, der Mentor, der Coach, der Trainer. Oh Gott, und ich muss mich wieder entscheiden. Das ist auch nicht so unbedingt, also ich habe gerne viele Möglichkeiten. #00:14:09-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:14:10-2#

Veronika Räß: (lacht) Und also ja der Mike hat, der passt schon irgendwie. Und jetzt ich fühle mich gerade mit dem Begriff Coach am besten, oder der liegt mir am ehesten, und deswegen bin ich Coach. So einfach kann man es eigentlich machen. Der hat dann mal von einem Freund, von meinem Freund, der Satz gehört: Du, überleg mal, wie heißt eigentlich im Englischen, was ist denn da der Trainer? Auch der Fußballtrainer, oder wie auch immer, oder der da gibt es nur den Coach. Der Coach ist der Trainer. Der Coach ist Mentor. Und das hat mir so viel Entspanntheit da gebracht, wo ich sage: „Natürlich.“ In einer Situation ist es vielleicht auch mal eine Beratung. Ich gebe zum Beispiel schon auch mal einen Rat, weil ich lasse die Verantwortung auch da bei demjenigen, der da sitzt, zu sagen, ob der das umsetzt, oder nicht, weil Coaching ganz strikt ist ja nur über Fragestellungen hinführen zum Thema. Und da bin ich einfach auch entspannter. Und das andere Mal bin ich dann wieder in der Trainerrolle. Und das lasse ich mir einfach zu. Und, wie gesagt, das ist so das, die Geschichte vielleicht, wieso ich mich jetzt auch als Coach positioniere. #00:15:15-4#
Und hingekommen, und das mache ich jetzt wieder kürzer, bin ich dadurch, dass ich, ich habe Pädagogik studiert, dann viele Weiterbildungen gemacht, ganz tolle Seminare und über eine Trainerausbildung hin zum NLP Master. Jetzt mache ich noch den Coach dazu, dass ich noch sage: „Ok, das ist es einfach noch mehr als die Arbeit als Angestellte in der Personalentwicklung.“ Und ich habe als Personalreferentin noch gearbeitet die erste Zeit und da schon immer viel mit Führungskräften zu tun gehabt, und die auch gecoacht, beraten. Da sind wir wieder dabei, das ist so eine Wortklauberei manchmal, so dass war schon immer dieser Kontakt mit den Menschen, die Unterstützung, auch dieses, ja ich glaube schon ein bisschen dieses wertschätzende auch, mit einem gewissen mit einer gewissen Leichtigkeit, mit der gewissen Freude, wie ich da beraten habe, und das hat mich das begleitet mich wirklich schon lange. Und jetzt ist es einfach in der Selbstständigkeit so das richtige Konstrukt für mich, weil ich gerne (…) Also Freiheit ist einer meiner größten Werte und die kann ich da einfach gut leben. Genau. Ab und zu ich schweife immer so ein bisschen ab (lacht). #00:16:24-6#

Sebastian Eisenbürger: Du, alles gut, alles gut. Ich wenn ich unterbreche dich schon im Zweifel. War bisher nicht notwendig. Ich höre dir total gerne zu. Also (lacht). #00:16:31-4#

Veronika Räß: (lacht) Ja, genau. #00:16:35-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, aber einmal widersprechen möchte ich dir noch gerne zum Thema von wegen „vielleicht machst du das falsch mit Positionierung“ und „dir Zeit geben“ so was. Also wenn du mich fragst überhaupt nicht, denn es gibt da keine starren Regeln in meiner Welt. Das ist das, was du dir was zu dir und alles gut. #00:16:53-1#

Veronika Räß: Ja. Ja damit geht es auch, also das ist dann irgendwie auch für mich, auch vor allem was ich jetzt am Marketing ausprobiert habe, wirklich erfolgreicher im Sinne von da kommt dann besseres Feedback, als wenn ich sage jetzt: „Ich muss es jetzt genau so machen.“ Und ich weiß nicht, also wenn ich wieder irgendwas probiert habe, wo ich dachte: „Das muss man halt auch so machen“, und wo ich schon im Vorfeld wusste: „Das ist es für mich aber eigentlich nicht so“, dann wird es halt auch nichts. Also und ja, von dem her freut mich, dass du das auch so siehst. #00:17:24-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja tatsächlich, also keine Regeln und einfach das tun, was sich gut anfühlt. #00:17:31-2#

Veronika Räß: Schön ja. #00:17:32-3#

Sebastian Eisenbürger: Ich würde gerne noch ein bisschen was drüber erfahren ja über das Thema Lebensfreude. Ich kann mir vorstellen, es ist eine Vermutung von mir, dass der eine oder andere, der uns hier zuhört, mit dem Begriff ja schon was anfangen kann, vielleicht nicht so im Alltag, oder auch im Berufsleben, auf sich persönlich bezieht. Kannst du da ein paar Beispiele bringen, warum das wirklich gut ist und voll ist und was derjenige davon hat, wenn er das denn täte? #00:17:54-5#

Veronika Räß: Absolut ja. Ganz witzig, ich lese gerade ein Buch von dem Shawn Achor „The Happiness Advantage“. Und das hat mich auch nochmal wirklich selber so bestärkt und liefert (…) Also der Shawn Achor ist ein Professor im Harvard und liefert da forscht beim Thema „positive Psychologie“. Und es ist halt so, dass er zu dem Schluss kommt, dass glücklich sein halt sinnvoll ist, rein wissenschaftlich schon mal. Und er es ist häufig so, dass wir, oder ist ein Wandel da, nur es gibt noch viele, die sagen: „Ja, wenn ich nur erst das erreicht habe, also den neuen Job, die Gehaltserhöhung, die Familie, den Partner, dann bin ich glücklich.“ Das funktioniert nicht. Unser Gehirn funktioniert so nicht. Also das belegt der wirklich ganz, und da könnte ich jetzt Ausführungen bringen, noch aber dann wären wir ganz lange zusammen, also einfach mal lesen. Ist wirklich ein cooles Buch. Er schreibt auch nicht nur, das ist so, weißt du, dieses „wenn nur erst“ klappt nicht. Das klappt schon rein wissenschaftlich nicht so, das heißt ich darf zuerst glücklich sein, dass ich erfolgreich sein kann. Und da gibt tatsächlich viele Beispiele drüber. Das ist so, ich kann es vielleicht rund machen mit dem, dass er von seinen Freunden selbst ausgelacht wurde, als er da irgendwie Anfang 2000, oder in den 90er Jahren gesagt hat, er erforscht jetzt Glück an der Universität Harvard. Haben die gesagt: „Nee, du spinnst ja.“ Wenn du jetzt in Harvard studierst, dann bist du gefälligst glücklich, so nach dem Motto. Ist halt nicht so, also da waren vier von fünf Harvard Studenten waren mindestens einmal im halben Jahr depressiv, das heißt die Rechnung geht halt nicht auf. Also und er hat sich dann immer den einen angeguckt, der halt der sich leichter getan hat, der bei den Prüfungen, der trotzdem „ein gewisses Maß an Lebensfreude“ sich beibehalten konnte. Und der war immer erfolgreich, also der hat gesagt: „Was macht also dieser Eine anders?“ Und das finde ich eigentlich einen ganz spannenden Ansatz, weil er kritisiert auch so ein bisschen dieses Thema, dass Studien sind immer da drauf, also auf diesen Mittelwert halt gucken und erst mal so dieses Ausreißer, nach oben wie nach unten, bereinigt werden. Das ist alles schön und gut, nur das Spannende ist doch gerade: Ich will nicht durchschnittlich glücklich sein, ich für mich, das ist wirklich eine Entscheidung, sondern ich möchte doch wissen: Was macht denn der, dass der so erfolgreich ist, und dass der er ist scheinbar einfach glücklicher. Der tut sich leichter ja mit der Prüfungssituation umzugehen. Der tut sich leichter im Beruf mit einer stressigen Phase umzugehen. Und wie macht der das genau? Und das sind oft diese Kleinigkeiten. Und das sind oft, und das meine ich damit, dass man sagt: „Hey, ist es vielleicht wirklich, dass ich Listen schreibe, dass ich mir eine Dankbarkeitsliste schreibe am Abend?“ Also das haben wir alle schon gehört, und die wenigsten tun das tatsächlich mal über einen ganz festgelegten Zeitraum. Und er kommt auch zu diesem Schluss: Das sind Kleinigkeiten. Es ist nicht „der ist halt so geboren“, der ist nicht auch talentierter, der ist halt irgendwie, weiß ich nicht, der ist halt grundsätzlich, das wird mir manchmal nachgesagt, halt ein Sonnenschein, das stimmt schon, nur ich tue schon was dafür. Und ich mache das auch ständig. Ich habe eine Happiness Collection in meinem Handy mit Fotos, die wenn ich anguckt, dann weiß ich, dass ich mich relativ schnell wieder in ein gutes Gefühl bringen kann. #00:21:24-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:21:24-5#

Veronika Räß: Ich mache auch dieses Listenschreiben. Ich mache ganz viel. Und da einmal wieder dranbleiben zum Thema Meditation heißt jetzt nicht, dass ich jeden Tag eine halbe Stunde meditiere, denn manchmal stresst mich das, und dann fange ich wieder bei fünf Minuten an. Also ich gebe mir da auch diese Entspannung zu sagen, oder mal zwei. Dann sind es halt diese zwei Minuten, und das regelmäßig. So. Also das eine ist: Es ist einfach sinnvoll glücklich zu sein, weil nur dann der Erfolg kommt. Und davon bin ich überzeugt. Das zeigen so viele Beispiele, die wirklich ihr Leben lang versucht haben glücklich zu sein und immer drauf gewartet haben und dann irgendwann in der Rente sind und dann meinen: „Ok, ja Mist, hätte ich doch irgendwie mal geguckt, dass ich vorher glücklich bin und dann auf den Erfolg geguckt hätte“, oder geschaut, oder ja dann irgendwie, was weiß ich, beruflich, also immer auf dieses „wenn nur erst“ gewartet hätte, hätte ich aber mehr Spaß gemacht. Vielleicht hätte ich mich mehr um meine Familie gekümmert, hätte ich mehr Zeit mit meinen Lieben verbracht, was auch immer das für denjenigen sein kann. #00:22:27-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:22:28-1#

Veronika Räß: Und das andere: Es sind tatsächlich diese kleinen Dinge. Und das ist für viele so ein großes Thema, und das kann ich schon nachvollziehen, oder ein bisschen weit weg so ja Lebensfreude. Wenn jetzt jemand gerade wirklich eine schwere Krankheit hat, oder im Beruf mega unglücklich ist, vielleicht „gemobbt wird“, oder was auch immer, dann hilft, wenn wir sagen: „Ja Lebensfreude“, das ist so weit, das ist kilometerweit weg. Nur dann heißt es: Was ist so ein mini, wirklich so ein Baby Step, den der nehmen kann? Dass der sich vielleicht mal aufschreibt: Was sind zwei Dinge, drei Dinge, die diese Situation positiv für mich hat? Sagt der erst mal nichts ne. Es soll was positives haben. Ok. Und dann begleite ich den halt dahin. Ok, denk drüber nach. Ich möchte das, und dann bin ich auch ein bisschen stringent, dass da drei Dinge stehen, oder zehn Dinge stehen, die diese Situation positives hat. Das heißt da verändern wir den Fokus, und das über verschiedene kleine Tools, Methoden, wie auch immer, Übungen, und alleine das bringt Erleichterung für die Kunden, zu sagen: „Ok, ich muss“, und dann bin ich noch nicht der glücklichste Mensch, oder sage: „Ich reiße jetzt Bäume aus am nächsten Tag.“ Kann sein, nur da geht es erst mal darum, und das habe ich damit auch gemeint so mit diesem eben hole den anderen da ab, wo er ist. Nicht für den einen ist Lebensfreude, der geht die ganze Zeit strahlend durch die Welt, steckt alle an und ist wirklich ziemlich gut drauf ja, für den anderen ist es halt, dass er sagt: „Hey, ich habe mal heute auch drei Dinge an meiner Krankheit gefunden, die was die vielleicht positives hat für mich“, was sich dadurch verändert hat, dass ich vielleicht überhaupt mal drüber nachdenke: „Hey, wieso bin ich denn krank? Was kann ich tun, dass ich gesünder lebe, dass ich fitter bin, dass ich, dass es mir wieder besser geht?“ Also ich habe mal drei Minuten, oder fünf Minuten, nachgedacht an dem Tag über mich, Zeit für mich genommen, was auch immer. Das reicht jetzt mal. Und dann geht es halt weiter, Tag für Tag, ja. #00:24:25-7#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja, ich bin komplett bei dir. Ich weiß, dass die Gesellschaft genau das Gegenteil begünstigt. Da geht es ja jetzt nicht zwingend um Lebensfreude, ganz egal, also je nach natürlich je nach Umfeld, nur die meisten Menschen haben vielleicht nicht das positivste Umfeld, und da gibt es Dinge, die in den Medien laufen, die auf der Straße passieren, die in Gesprächen mit anderen Menschen Thema sind, die auch jeden Tag, wenn ich einen Bürojob habe, im Büro Thema sind, weil auch die Kollegen um mich herum genauso ticken. Das ist im Grunde wie so ein Ökosystem, um mich als Person, oder um dann die Person herum, dass natürlich, ich weiß nicht wie viel Prozent, geschätzt 90% dafür verantwortlich ist, dass auch diese Person sich so verhält und davon beeinflussen lässt. #00:25:10-4#

Veronika Räß: Mhm (bejahend). #00:25:11-8#

Sebastian Eisenbürger: Und ich habe jetzt tatsächlich wenig Erfahrung. Meine Idee wäre, dass das die Schwierigkeit dabei ist, das zu erkennen, dass nicht alles so sein muss, nur weil es so ist, wie es ist, und auch Wege zu finden da rauszukommen. #00:25:26-4#

Veronika Räß: Du meinst, das wäre wieder so dieses: na ja, ich wäre ja schon lebensfroh, oder ich, nennen wir es mal, ich würde schon mal lachen am Tag, nur in diesem Umfeld mit dieser Gesellschaft, mit dem, was alles passiert auf diesem Planeten, auch auf dieser Welt, kann ich es halt einfach nicht, oder? Verstehe ich dich richtig? #00:25:44-1#

Sebastian Eisenbürger: Das wäre eine Möglichkeit. Die andere wäre „lebensfroh ist heute nicht mehr angesagt“, oder „keiner ist lebensfroh, warum ich?“ Das dritte „vielleicht bin ich ja lebensfroh, weil ich weiß nicht, was noch mehr sein könnte.“ Also das sind so Gedanken, die ich da öfter mal gespiegelt kriege, wenn ich dieses Thema habe mit irgendwelchen Leuten. #00:26:02-9#

Veronika Räß: Ja. Ja. Ich eins bleibt mir jetzt im Kopf: „lebensfroh ist nicht mehr angesagt.“ Ist nicht mehr so. Glaube ich eben nicht. Also, ich glaube, es braucht, na ja wir sind uns da sind wir uns einig, ich glaube, dass es das braucht dieses Thema Lebensfreude. Da muss man gar nicht drüber diskutieren. Nur ja, wir sind schon noch viel in dieser in der Leistungsgesellschaft. Wir sind viel da. Oder sagen wir mal so: (unv. kein Ton) und gesagt würde ich auch dahinführen, sagen wir mal: „Das ist halt ein bisschen fernab von der Realität.“ Das höre ich manchmal. Also so: „Das ist ja alles schön und gut, nur die Welt ist halt anders und das ist halt ein bisschen realitätsfern.“ So, also wirklich so diesen Fokus immer aufs Positive so, das wird schon auch mal belächelt. Ok. Nur dann sage ich: „Wieso ist das andere nicht auch Realität?“ Und dann, also: Wieso darf dieses Thema Lebensfreude, das Thema Lachen, nicht genauso real sein, wie das Thema? Und deswegen, jetzt gehe ich mal auf die Medien zum Beispiel: Wie das, was in den Medien passiert, was lesen wir denn die ganze Zeit? Und das hat viel mit Fokus zu tun. Ich denke jetzt nochmal an diesen Shawn Achor, der sagt zum Beispiel 98, wie der angefangen hat mit der Forschung zur positiven Psychologie, da gab es, ich glaube, auf 17 Studien zum Thema Krankheit genau eine Studie zum Thema Gesundheit und Glück. Das hat einfach mit Fokus zu sein. Das heißt natürlich da lese ich ganz schön viel über Depression, über Burn-Out, über Burn-Out da noch nicht, aber da hieß es noch anders, über Krankheit. Das heißt mein Hirn glaubt in dem Moment: „Das ist real.“ Natürlich. Wenn ich nur eine Studie habe zum Thema Gesundheit, was soll denn dann das, also das macht das Hirn einfach daraus. Das sagt: „Ok, das ist die Realität.“ Dann darf ich schauen, dass ich mir mehr Fokus durch die Fokussierung, mehr Themen auf der anderen, also wirklich, ich sehe es immer wie so eine Waagschale, dann darf ich mehr auf die andere Waagschale packen. Dann darf ich mehr Menschen in meinem Leben haben, die auch gut drauf sind. Und es ist ganz einfach: Derjenige braucht sich nicht zu beändern, und das, wir kennen den Satz so gut: Wenn der Schmerz noch nicht groß genug ist, oder die Ziele, wie auch immer, nur, ich glaube, es ist echt der Schmerz. Wenn ich zum Beispiel habe in meinem Umfeld wirklich niemanden mehr, oder ganz wenig jemand, wo ich aus einem Gespräch rausgehe und denke: „Ok, das zieht mir so viel Energie, das da (…)“, also man kann sich selber ja mal einfach danach fragen: „Wie geht es mir denn jetzt nach diesem Gespräch? Habe ich Energie? Bin ich gut drauf? Geht es mir gut? Oder fühle ich mich wie so ausgezuzelt ja, wie ausgezerrt. #00:28:44-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:28:45-3#

Veronika Räß: Und dann ich persönlich, und es war eine Entscheidung, bin nicht mehr bereit dauerhaft Menschen in meinem Leben zu haben, die mich auszuzeln. Und das kann ich steuern. Und viele sind aber eben in dieser Opferhaltung so, na ja klar, im Job, da kann ich nicht unbedingt mir aussuchen, wer jetzt genau mein Kollege ist, bin ich völlig bei dir, nur ich kann trotzdem gucken, wie viel Zeit ich dem schenke, wenn der vielleicht wieder das hundertste Mal über die Kantine schimpft und über, ich weiß nicht, den Chef, der doof ist, und den Kollegen. Da kann ich mich schon entscheiden, und das hat ein bisschen mit Mut zu tun, zu sagen: „Du, ich mag mir das nicht mehr anhören.“ Oder ich finde vielleicht eine Lösung, wie nochmal charmanter ist, wenn ich mich das nicht traue, und sage: „Mensch, dann mache ich halt immer ein Mittagsdate aus mit jemanden, den ich gerne treffe.“ Dann gucke ich halt, finde ich halt für mich einen Weg, wie ich da rauskomme. Würde ich für mich machen. Habe ich auch im Job geschafft. Das heißt das geht schon. Es ist nur die Frage, es ist halt auch so, dass ist da, es ist halt trainiert, in Deutschland sowieso, also das ist schon noch angesagt. Da bin ich jetzt mal wieder bei dem Thema so dieses eher das Schimpfen und das Jammern und die Medien, die ganz viel, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viel negative News bringen. Das ist halt, glaube ich, schon auch noch das, was irgendwie leichter fällt. Und ich selber komme da auch manchmal noch rein, wenn ich dann in einem mit irgendjemanden an der Kasse stehe, oder was weiß ich, und der schimpft dann. Und das ist schon leicht dann nochmal so mitzugehen, oder wenn das Wetter auch noch schlecht ist dazu und wie auch immer, dann ist es schon leichter zu sagen irgendwie da mit reinzugehen. Nur danach fühle ich mich nicht gut. Und das darf sich einfach jeder mal fragen: Wie fühlt es sich an? Und dann bin ich wieder beim Thema „wach machen“ und noch nichts ändern, einfach mal sich selbst beobachten. #00:30:28-8#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:30:30-0#

Veronika Räß: Sich selbst beobachten im Job. Und wenn der Job dauerhaft so ist, ganz kurz noch, wenn das mir Energie zieht, und dass ich, ich würde schon auch sagen: Was kann ich selber vielleicht tun, dass ich mich mit dem Chef besser verstehe? Das würde ich schon auch erst mal fragen: Zehn Dinge, die ich verändern kann in der Kommunikation mit den Kollegen. Und wenn ich das gemacht habe alles und das ist trotzdem so, dass ich jeden Tag rausgehe und mich doof fühle, dann schaue ich halt nach einem neuen Job. Und dann höre ich schon viele wieder, die dann sagen: „Ja, aber Sicherheit und dedele.“ Gut. Dann ist der Schmerz noch nicht groß genug. Das hat mit einer Entscheidung zu tun. #00:31:03-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ich bin 100% bei dir. Ich finde das total spannend ja. Und du hast ein Buch geschrieben, habe ich gesehen, dazu. #00:31:11-3#

Veronika Räß: Ja. Ja, gibt es auch, stimmt. Ja, das ist, und es macht es irgendwo, und a ja, Mensch jetzt geht es irgendwie jetzt rund. Also das Buch habe ich tatsächlich geschrieben, um Menschen zu helfen schneller einen Zugang zur Lebensfreude zu finden, also „Lebensfroh. … und zwar so.“ heißt das, mit 50 schnellen Wegen zum Thema Lebensfreude. Und dann mein Papa gleich: „Ja, aber schnell. Das schnelle ist ja schon so, also das soll doch eher nachhaltig, oder effizient“, also er wollte auch so einen Leistungsbegriff da haben. Und ich so: Nee, es soll schnell sein. Mir geht es um das Thema schnell. Mir geht es darum, dass jeder, egal, wo er steht, egal, wie schlecht es dem gerade geht, egal, was gerade wie das Umfeld im Job ist, egal, wie der Chef ist, egal, wie der Partner gerade ist, so einen Weg für sich ausprobieren kann. Und für mich sind es wirklich diese Baby Steps. Und es ist häufig dieses Thema, ja Lebensfreude, pff, das ist so weit weg. Das sieht der ganz hinten am Horizont so ein Lichtchen, vielleicht ist es wieder noch nicht mal das, der muss erst mal den ersten Schritt dahin machen. Und da gebe ich in dem Buch, ich hoffe doch, irgendwo Hilfestellung und Impulse so einen Schritt zu nehmen und Lust zu haben: Das traue ich mich auch zu. Wie wirklich, ich sehe es auch so beim Thema Entspannung. Das ist so wichtig. Und viele, auch im Sport, mich inklusive, da kann ich auch nochmal was dazu erzählen, aber muss nicht sein, aber beim Thema Entspannung ist so: Ja, jeder hat dann so diese gleich 30 Minuten Meditation. Das war für mich so weit weg. Das war so weit weg vor ein paar Jahren, wo ich dachte: „Nee.“ Und dann habe ich halt angefangen mit einer Minute am Tag. Ich mache mir halt das so klein, dass auch mein Hirn sagt: „Ja, das schaffen wir. Das machen wir jetzt.“ Und dann stelle ich mir einen Timer und allein dann ist es diese Minute. Und die mache ich halt mal jeden Tag. Die mache ich wirklich einen Monat lang. Und dann habe ich irgendwie Bock, sage ich: „Mache ich zwei.“ Ja zwei, ja ok, schaffen wir auch noch. So. Das heißt in dem Buch und das und überhaupt auch so in den Coachings vermutlich immer: Wenn du noch nicht mit irgendwas angefangen hast, was dir eigentlich vielleicht gut täte, was wir wissen, das wissen wir wissen ja viel, das einem tut täte, dann frag dich mal wieso. Ist das zu weit weg? So genauso wie dieses „ja, ich gehe jetzt joggen.“ Ja, ja, mhm. Ist klar. Also das war bei mir, nee, mache ich nicht. Das kann ich mir schon wieder vornehmen. Das habe ich dann irgendwann gelassen, weil ich wusste: Ziehe ich nicht durch. #00:33:32-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:33:33-0#

Veronika Räß: So, weil ich mir das nicht vorstellen konnte. Und mir hat es auch keinen Spaß gemacht. Und da habe ich dann für mich so Muskel Quickies entdeckt, die dauern acht Minuten am Tag, so die dauern zur Not auch mal irgendwie nur drei Minuten, und dann mache ich halt die. Dann ist das einfach mein Beitrag dazu, die zumindest, da bleibe ich dabei, weil das hat das höchste Pluspotential, wenn ich mir immer wieder was vornehme, klickt immer übrigens vor uns ne, steckt ja schon im Wort drin, und dann nicht erreiche. Das ist so ein Pluspotential. Ich meditiere jetzt, halbe Stunde. Mhm. Ja, dann mache ich das vielleicht mal eine Woche, vielleicht sogar zwei Wochen, und dann mache ich es nicht mehr und bin frustriert und mache es auch nie wieder. So. Also das Buch führt dahin zu sagen: Lebensfreude peu a peu in Baby Steps irgendwie in dein Leben integrieren und dranbleiben. Und ich nenne es auch echt so diesen Plusmuskel trainieren, weil der andere ist groß. Das quatscht den ganzen Tag in uns. Wir hören so viel eben negative Medien, und, und, und, und, und. Und wir dürfen selber den trainieren. #00:34:34-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ok. #00:34:37-2#

Veronika Räß: Ja, ja, ja, Mhm (bejahend). #00:34:38-9#

Sebastian Eisenbürger: Erkläre mal ganz kurz noch, wo es dein Buch zu kaufen gibt. Ein kleines bisschen Marketing hier muss ja sein. #00:34:44-0#

Veronika Räß: Ok. Also das Buch gibt es, wenn ihr jetzt gerade aus Regensburg seid, auch beim Pustet, also beim regionalen Buchhandel. Wenn nicht, dann, was wahrscheinlich auf die meisten zutrifft, gibt es das Buch auch bei Amazon und bei epubli. Das ist sozusagen meine Vertriebsplattform. Genau, ihr könnt das also ganz normal bestellen. Es hat eine ISBN Nummer und die Seite dazu heißt „lebensfrohundzwarso“, da freue ich mich, wenn ihr vorbeischaut und da könnt ihr es dann auch, da sind auch die Links drauf, und dann kommt ihr wieder auf die zur Bestellung sozusagen. Genau. #00:35:18-8#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Jetzt hast du schon eine ganze Menge erzählt, wie es denn gehen könnte ein bisschen mehr Lebensfreude in sein Leben zu ziehen, sich anders zu verhalten, anders Entscheiden zu treffen. Hast du für diese Episode jetzt noch den einen, oder die zwei Tipps, die du hier loswerden magst, bevor wir dann in der nächsten Episode ein bisschen tiefer ins Thema Marketing einsteigen? #00:35:36-4#

Veronika Räß: Mhm (bejahend). Mir ist gerade noch eins gekommen, ich weiß nicht, ob ich das hundertprozentig beantwortet hatte. Leben, also weil du gesagt hast: „Ja, wieso eigentlich Lebensfreude?“, so das ist wir sind so bei dem „passt schon“. Und das wäre so mein Tipp: Probiere es mal aus. Probiere es mal dir jemand zu suchen, mit dem du lachen kannst und mache das mal, mache das mal wieder, denn es macht einfach mehr Spaß. Und es ist magisch, wie viel mehr Lebensfreude dann wirklich in dein Leben kommt, wie viel man Lust hat und überhaupt eine Idee kriegt, weil das ist ja auch so das, was du vorher angesprochen hast: Ich weiß ja gar nicht, wie sich das so anfühlt, oder da bin ich ja gar nicht mehr. Mehr zu lachen, wieder mehr Begeisterung auch zu haben, um sich auch was wirklich über so viele Kleinigkeiten so freuen zu können und das ist magisch. Das ist magisch. Das wird dann mehr. Und da vielleicht einen Tipp, und das ist was, was ich selber ganz, ganz, ganz viel auch mache: (unv. #00:36:30-5# ) aufschreiben: drei Dinge, für die ich heute dankbar war. So. Und das bitte mal wirklich einen Monat machen, zwei Monate machen, mal durchziehen, da mal dran bleiben. Und wenn du sagst: „Drei Dinge“, ja dann mache halt eins. Oder für die, die ganz fortgeschritten schon sind, die machen halt dann wirklich gleich 10 oder 20. Und auch da ganz, ganz, ganz, ganz klein machen. Ich bin dankbar für unser Gespräch jetzt hier. Das ist ja auch was ganz cooles. Aber also dafür bin ich dankbar. Ich bin dankbar, dass ich eine liebe Karte letzte Woche bekommen habe von einer Freundin von mir. Ich bin dankbar für, dass ich überhaupt da rausgucken kann aus meinem Fenster. Ich bin also und, und, und, und, und. Ich bin dankbar für das Wasser, das jetzt hier steht, dass ich es trinken kann, dass es mir gut geht, dass ich sprechen kann. Also ich mache auch hier, ich lasse alles zu ja. Ich mache nicht hier „dankbar, na weiß ich auch gar nicht“. Und dann kommt schon wieder der Quatschi. Also alles kommt da drauf. So das wäre der Tipp: Mal Listen schreiben, oder Dinge, die ich schön finde, so was. #00:37:26-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:37:27-8#

Veronika Räß: Genau. Ja. #00:37:28-4#

Sebastian Eisenbürger: Prima. Ich kann es total bestätigen. Ich habe das letztes Jahr gemacht ein halbes Jahr lang konsequent jeden Tag einmal aufgeschrieben. Es hat angefangen auch mit zehn Punkten, es wurden dann immer mehr, immer mehr, immer mehr, weil ich Kategorien eingeführt habe. Jetzt muss ich kurz nachdenken. Also eine war: Wofür bin ich dankbar an meinem Vortag gewesen? Was waren Dinge, die ich gelernt habe? Ich habe auch mal bewusst aufgeschrieben dann: Wo bin ich bewusst, oder das bewusst, wo bin ich gescheitert? Also habe so einige Kategorien für mich aufgemacht und ich bin jeden Tag letztes Jahr, oder ganz oft, S-Bahn gefahren und habe mir echt diese Zeit diese S-Bahn genommen, also jeden Tag halbe Stunde, um diese Liste zu füllen. Es hat mir extrem geholfen. Ich bin so schnell gewachsen in dieser Zeit, das ist Wahnsinn also. #00:38:13-4#

Veronika Räß: Das ist echt cool ne mhm (bejahend). #00:38:15-8#

Sebastian Eisenbürger: Kann ich komplett bestätigen, was du hier sagst. Ja, dann sind wir am Ende dieser Episode. Wir reden noch ein bisschen weiter über das Thema Marketing in der nächsten. Bedanke mich jetzt schon mal ganz, ganz herzlich bei dir Veronika. #00:38:28-4#

Veronika Räß: Ich sage vielen Dank Sebastian. Wir könnten auch weitermachen, aber gut. Genau. #00:38:34-8#

Sebastian Eisenbürger: Wir werden so weitermachen. #00:38:35-7#

Veronika Räß: Ja. #00:38:36-3#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Und dann sage ich eben am Ende Tschüss noch, nochmal danke schön und dann bis zur nächsten Woche. #00:38:42-7#

Veronika Räß: Dankeschön. #00:38:45-0#

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