#21: Marketing & Lernen – Teil 1 (Julia Joseph im Gespräch)

#21: Marketing & Lernen – Teil 1 (Julia Joseph im Gespräch)

Julia ist selbstständige Sprachtrainerin und unterstützt Unternehmen darin, die Mitarbeiter in deutscher und englischer Sprache zu schulen.

Nebenbei veranstaltet Julia das Kultur-Event Belfiore 9. Hier treten ganz unterschiedliche Künstler in privaten Räumen auf und jeder ist eingeladen – „Art Sharing“ nennt Julia das und ist dabei, dieses Konzept international auszurollen. Mit großem Erfolg – im Oktober 2016 nahmen ca. 300 Besucher am Belfiore 9 teil…

Mit uns teilt Julia ihre Geschichte, wir sprechen übers Lernen, das Marketing und die kleinen Dinge des Alltags, die uns zu dem machen, wer wir sind.

In jedem Fall sind die beiden Folgen mit Julia typisch im Podcast für Positives Marketing: Keiner wird ahnen, welch verwobenen Wege unser Gespräch nimmt… Viel Spaß! 🙂

Möchtest du mit Julia übers deutsch und englisch lernen sprechen? Kennst du jemanden, der für ihr Event interessant ist? Dann melde dich bei ihr. Per Email an julia.joseph@gmx.de oder über ihre Facebook-Seite: https://www.facebook.com/JuliaJulsJoseph


Transkription: Marketing & Lernen – Gespräch mit Julia Joseph Teil 1

Sebastian Eisenbürger: Heute geht es um Marketing und Lernen. #00:00:03-4#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen zum Podcast für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger. Heute habe ich eine Expertin für das Sprachenlernen da, und zwar die Julia. Julia Joseph. Du beschäftigst dich schon ziemlich lange mit dem Thema und ich bin total froh, dass du heute hier bist. #00:00:27-0#

Julia Joseph: Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich. #00:00:28-8#

Sebastian Eisenbürger: Wie geht es dir? #00:00:29-5#

Julia Joseph: Super. Alles gut, alles entspannt. #00:00:31-7#

Sebastian Eisenbürger: Alles entspannt. Das ist cool. Ja. Wir sitzen gerade bei Julia am Küchentisch und haben perfektes Wetter, draußen in Stuttgart, in Fellbach genauer genommen. Ich finde es total schön, dass ich mal die Chance habe, nach Fellbach zu kommen. Habe das schon oft gehört, war noch nie dort. Und ja, es lohnt sich und es wird eine Wohnung frei (lacht). #00:00:46-9#

Julia Joseph: Ja, genau. Falls einer eine Wohnung sucht jetzt. Ja. #00:00:52-1#

Sebastian Eisenbürger: Erzähl mal, was du machst. Du beschäftigst dich mit Sprache und damit, wie man Sprache am besten vermittelt. #00:00:58-1#

Julia Joseph: Richtig, genau. Ich gebe Sprachunterricht, hauptsächlich in Unternehmen. Alle möglichen Unternehmen im Raum Stuttgart. Mache ich jetzt schon eine Weile. Früher habe ich in Ulm unterrichtet. Jetzt eben in Stuttgart und um zu, und das ist genau meine Haupttätigkeit momentan. #00:01:13-9#

Sebastian Eisenbürger: Und wie kamst du dahin? Magst du ein bisschen erzählen, was so dein Weg war? #00:01:17-4#

Julia Joseph: Ja, mein Weg war sehr zickzack-mäßig. Ich habe eigentlich was ganz anderes studiert. Also ich habe zuerst eine Ausbildung gemacht zur Assistentin im Gesundheits-Sozialwesen. Dann habe ich begonnen Biologie zu studieren, habe das auch zu Ende gebracht mit dem Master. War dann sehr viel im Ausland. Habe Forschungsarbeiten über Fressverhalten von Riesenkängurus in Australien gemacht, über Fressverhalten von Geparden in Namibia, bin mehrmals um die Welt gereist, habe alles Mögliche gemacht, und ja. Und dann irgendwann kam ich durch die ganze Internationalität zu Sprachen lernen, weil ich halt selber mein Englisch sehr verbessert habe und ja, zum Deutschunterricht hauptsächlich. #00:02:01-7#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Magst du mal konkret auf diesen Punkt eingehen? Wie kam das also jetzt? Fressverhalten von irgendwelchen Tieren und Sprachen lernen ist ja schon ein bisschen, also, liegt jetzt nicht so nahe für mich. #00:02:10-6#

Julia Joseph: Ja. Genau. Dazwischen, das habe ich noch vergessen zu sagen, habe ich noch eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin auch gemacht, dort habe ich mich sehr viel mit Ernährung beschäftigt. Und dann bin ich umgezogen. Ich hatte mich damals getrennt von, ja, meinem Ex-Mann. Und habe dann gesagt: „Ja ok, was mache ich jetzt? Ziehe ich zurück nach Bremen, wo ich auch studiert habe, oder eben beginne was Neues?“ Und dann kam ich eben dazu nach Stuttgart zu ziehen und habe gesagt: „Ok, was kann ich noch machen? Wo habe ich Stärken? Wo kann ich mich einbringen? Wo kann ich andere Leute unterstützen?“ Und so kam ich dann auf den Sprachunterricht. #00:02:45-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Das heißt du hast dich hingesetzt und dir wirklich gefragt: „Was kann ich gut? Und was macht mir Spaß, was vielleicht nicht?“ Und da ist so Sprachen quasi als auf der Gut-Liste stehengeblieben. #00:02:57-3#

Julia Joseph: Genau, ja. #00:02:58-1#

Sebastian Eisenbürger: Und dann hast du direkt gesagt: „Ok, mache ich mich selbstständig und versuche das.“ #00:03:02-0#

Julia Joseph: Ja, genau. #00:03:02-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ziemlich mutig. #00:03:04-3#

Julia Joseph: Ich habe das gar nicht geplant oder irgendwas. Ich habe einmal gesagt: „Ok, wo gibt es Kooperationen, auch mit Sprachschulen?“ Und dann habe ich einfach begonnen, so von heute auf morgen. Genau. Habe dann natürlich noch Zusatzqualifikationen auch gemacht in dem Bereich, und Seminare besucht, und so weiter. Habe dann auch letztes Jahr noch den Master gemacht zum Neurolinguistischen Programmieren, was ja auch so mit Linguistik zu tun hat und, ja, Denkstrukturen und so weiter. Habe auch davor natürlich im Sprachenbereich Zusatzausbildungen gemacht. #00:03:35-7#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Und das ist so deins. Du hast das gefunden und bist happy, mit dem, was du tust. #00:03:40-0#

Julia Joseph: Momentan ja, genau. Ich weiß nicht, für wie viele Jahre das so bleiben wird. Ich bin sehr glücklich. Es füllt mich aus. Und es darf noch mehr kommen im Leben glaube ich. Also ich bin immer noch auf der Suche nach vielleicht noch mehr, ja, vielleicht Erfüllung. Noch mehr ein Job, der, ja, mit dem ich noch mehr anderen Menschen helfen kann und ja. Aber was konkret das ist, das habe ich noch nicht herausgefunden. Und bis ich da bin, probiere ich einfach viele Sachen aus. Deswegen habe ich schon in vielen Bereichen gearbeitet und war auch schon immer selbstständig. #00:04:16-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, ich finde das unglaublich, was du da tust, dass du aus der Biologie kommst und jetzt dort gelandet bist und ich weiß ja, was so bisschen privat bei dir abgeht, dass du jetzt auch vorhast nach England zu gehen und so, und dann dort Sprache zu unterrichten. Ich finde das Bedarf schon enorm viel Mut, das zu tun. Ich finde das beeindruckend. #00:04:35-2#

Julia Joseph: Ja, vielleicht. Also ich bin ausgezogen, als ich 16 war von Zuhause, bin ich das erste Mal alleine ins Ausland gegangen, habe in Irland gelebt, bin da zur Schule gegangen. Und dann war ich eigentlich jedes Jahr woanders. Also ich habe auch mehrere Schulen, unterschiedliche Schulen in unterschiedlichen Städten besucht in Deutschland, wie im Ausland. Habe auch bei unterschiedlichen Gastfamilien gelebt. So für mich ist das nicht so ein großer Schritt quasi wieder zu gehen. Und wirklich seitdem bin ich jedes Jahr woanders. Dass ich jetzt ein Jahr, über ein Jahr, in Stuttgart bin, das ist schon Zeit, als ich meiner Familie gesagt habe: „Ich gehe wieder“, die waren gar nicht überrascht. Die haben gesagt: „Ah ja, ok. Wohin diesmal?“ Dann habe ich so gesagt: „England“ – „Ah ja, das ist ja nicht so weit weg. Ja, kein Problem.“ #00:05:14-7#

Sebastian Eisenbürger: Kein Problem. Ok (lacht). Ne, ich finde das ernsthaft toll, weil es tatsächlich, du motivierst mich gerade dazu auch ein bisschen in die Richtung zu denken und mal mich zu fragen: „Warum wohne ich denn eigentlich hier?“ Und klar, ich habe Kinder. Die sind in der Schule. Ich arbeite hier. Meine Frau arbeitet hier. Andersrum, es gibt auch woanders Schulen auf der Welt. Es gibt woanders genug zu tun. Es gibt eigentlich nicht wirklich den einen Grund, der mich zwingt, jetzt hier vor Ort zu sein. #00:05:40-3#

Julia Joseph: Ja, genau. Das sehe ich bei mir auch. Und ich möchte immer einen Job machen, wo ich möglichst nicht ortsgebunden bin. Also ich mag das, die Freiheit zu haben, das bedeutet für mich Freiheit, überall hingehen zu können, jeder Zeit, und da auch was Neues zu machen und mich auch nicht daran zu binden, was ich einmal gelernt habe. Also ich habe viele Dinge gelernt. Ich habe viele Qualifikationen, und damit meine ich nun wirklich Zeugnisse oder sowas. Aber, ja, das hindert mich nicht daran was Neues zu lernen. #00:06:11-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und da sind wir wieder beim Thema lernen. Das ist auch spektakulär, finde ich, und da verbindet uns wieder was. Wir beide beschäftigen uns ja mit Dingen, die komplett dem, ja widerspricht nicht, aber die komplett weit weg von dem sind, was wir ursprünglich mal angefangen haben und wir uns beschäftigt haben. Bei dir war es Biologie. Bei mir war es damals irgendwie Webseiten bauen, HTML und eine ganze andere Ecke als das Marketing, wo ich jetzt drin stecke. #00:06:33-0#

Julia Joseph: Ja. #00:06:34-1#

Sebastian Eisenbürger: Erzähl mal bisschen drüber: Wie empfindest du das, wenn du jetzt an das Schulsystem, vielleicht auch das Unisystem, denkst, wo wir uns mit Themen beschäftigen inhaltlich, und der Tatsache, zumindest bei uns beiden, dass wir jetzt ganz woanders stecken, als diese Systeme damals vorgesehen haben, oder wofür sie uns ausgebildet haben? #00:06:50-0#

Julia Joseph: Mhm (bejahend). Ich denke es wird zu wenig gelehrt, dass wir flexibel sein dürfen später für das Berufsleben und auch was Neues kreieren dürfen. Wir haben jetzt, so sehe ich das, nicht wirklich die Vorbilder, weil unsere Eltern haben die meisten wahrscheinlich 50 Jahre im gleichen Job gearbeitet. Das heißt wir können uns an denen nicht wirklich orientieren. Und ich habe auch das Gefühl, dass wir jetzt gerade so eine Generation sind, die teilweise so ein bisschen verloren ist, weil sie diese Vorbilder nicht hat, aber in der Schule immer noch gleich unterrichtet wird, immer noch „sucht euch einen Job“ so, und „ihr müsst gute Noten haben, gutes Zeugnis, dann der nächste Schritt und der nächste Schritt“, und sobald man den nächsten Schritt erreicht hat, ist der vorherige egal. Dann sind die Noten dann auch wieder egal. #00:07:37-6#

Sebastian Eisenbürger: Richtig. #00:07:38-3#

Julia Joseph: Und ich denke man wird nicht wirklich auf das Leben vorbereitet. Es ist wirklich nur Lernen und man soll von allem ein bisschen Ahnung haben und dann war es das. Und dann kommt man raus aus der Schule und weiß erst mal gar nicht so recht. Ich glaube viele fangen dann an und sagen: „Jetzt studiere ich erst mal“, weil das gibt einem Zeit zu überlegen: „Was will ich wirklich?“ Das ist dann schon schwierig genug, etwas zu finden, was man studieren möchte. Dann hat man das. Dann studiert man ein paar Jahre. Und dann merkt man wieder: „Ok, jetzt sollte ich eigentlich Arbeiten und ich habe keine Ahnung.“ #00:08:06-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:08:06-8#

Julia Joseph: Also ich habe viele Kommilitonen von mir, da sehe ich, dass sie, sie erscheinen mir so ein bisschen verloren, also sie wissen gar nicht so richtig: „Wo kann ich mich einbringen?“, und vor allen Dingen: „Welchen Job kann ich kreieren?“ Sie sagen dann: „Den perfekten Job gibt es für mich nicht“, oder: „Ich bin nicht so richtig glücklich.“ Ich sage immer: „Dann mache doch irgendwas und beginne einfach irgendwie und dann wird sich schon etwas ergeben.“ Aber ich denke nicht, dass es momentane Schulsystem uns gut darauf vorbereitet. #00:08:31-7#

Sebastian Eisenbürger: Bin ich komplett bei dir. Ich habe ja gerade selbst zwei Kinder in der Grundschule, zweite und vierte Klasse, und die strugglen enorm damit, dass sie verglichen werden so mit dem Klassendurchschnitt. Da gibt es eben den Klassendurchschnitt. Das sind so die 2 bis 4. Und der Rest ist entweder besser, oder eben schlechter. Und bei den beiden ist es so, ich sage das ist ein bisschen Pech, dass sie auf der schlechteren Seite stehen und so, ja wirklich gefrustet sind mit den Dingen, die sie da tun, und dass wir sie enorm pushen, um ja ihnen das Gefühl zu geben: „Das ist ja nicht alles, was da passiert. Und die Bewertung, die ihr an der Schule bekommt, das ist nur ein kleiner Teil. Das gehört dazu. Damit müssen wir uns abgeben. Das ist das System. Und in Wirklichkeit ist die Welt eine andere. In Wirklichkeit ist das gut, was du tust.“ Und seit unsere Tochter angefangen hat, haben wir sie mal drum gebeten, wenn sie ein Diktat schreibt und eine Note kriegt, dann weiß ich nicht, sie hat zehn Fehler gemacht, wir haben sie damals gebeten: „Zähle doch mal die Wörter, die du richtig geschrieben hast.“ Dann denkst sie ganz anders drüber. Hat sie vielleicht 100 Wörter richtig und 10 falsch und jetzt hat sie das Gefühl: „Ok, ich habe 100 Wörter richtig und ich habe 10 Fehler gemacht.“ Und, weiß ich nicht, das ist dieses, ja, dieses Gefühl, was in der Schule vermittelt wird, ist einfach kein gutes. Und das spüren wir als Eltern in der Grundschule total stark. Das ist sehr, sehr schade, finde ich. #00:09:44-1#

Julia Joseph: Ja, das hast du schön angesprochen, dass der Fokus eigentlich darin liegt: „Was mache ich falsch?“, und nicht: „Was kann ich schon, oder was mache ich bereits richtig? Und gibt es überhaupt sowas wie Fehler?“ #00:09: 54-6#

Sebastian Eisenbürger: Richtig. Und das andere, finde ich, ist der Vergleich. Ich finde das total schwierig gerade Kindern das Gefühl zu geben, es gibt da irgendwo eine Person, oder jemand, der irgendwie dieses Idealbild darstellt, und ich muss mich immer vergleichen mit denen. Bin ich besser, oder bin ich schlechter? Das ist, aus meiner Sicht ist das fahrlässig, weil es eine Person immer das Gefühl mitgibt. Und gerade wenn ich in einer Klasse bin, wo vielleicht tendenziell begabtere Kinder sind, dann bin ich immer einer von den schlechteren und werde immer das Gefühl haben, zumindest in diesem Bereich: „Das kann ich nicht richtig. Das liegt mir nicht.“ Und ich werde nie ermutigt, oder bekomme nie das Gefühl, dass das vielleicht schon mein Bereich ist, nur ich mache es auf eine Art und Weise. Ich brauche eine andere Motivation, und dass ich gar nicht so schlecht bin. Also mir persönlich ging das auch so. Ich war in Mathe in der Schule grottig, super schlecht und habe auch nie dran geglaubt, dass das mein Thema ist. Und dann habe ich eine Ausbildung gemacht zum Verlagskaufmann, kaufmännische Ausbildung, und ich habe mich Mathe beschäftigt auf eine andere Art und Weise, weil ich habe vorher, also bevor wir diesen Stoff in der Schule hatten, damals in der Ausbildung mich mit diesen Themen beschäftigt und wusste gar nicht, was es ist. Es war einfach Teil des Jobs irgendwo Dinge auszuwerten, Umsätze auszuwerten. Und dann in der Berufsschule ist mir irgendwann klargeworden: „Das, was ich da tue, ist Differential- und Integralrechnungen.“ Und dann da habe ich einen Schreck gekriegt. Ok. Das war, ich konnte das nie. Ich habe das gehasst in der Schule. Und ich habe mich schon quasi geweigert, mich damit zu beschäftigen, weil ich den Sinn nicht erkannt habe. Und dann in der Berufsschule ist mir persönlich klargeworden, dass dieser ganze Stoff, das Wissen, durchaus seine Berechtigung hat. Nur mir war wichtig zu wissen: „Wofür brauche ich das denn?“ #00:11:30-8#
Und lustig ist, dass ich das mit meinem, lustig ist es nicht, Tatsache ist, dass ich das bei meinem Sohn auch feststelle. Der tut sich total schwer sich mit Themen in der Schule zu beschäftigen und sich zu konzentrieren, aufmerksam zu sein. Und wenn wir Zuhause ihm Aufgaben stellen, von denen er weiß, wofür er das braucht (…) Er hatte jetzt Geburtstag kürzlich und er hat halt Geburtstagskarten bekommen, handgeschrieben, also echt und nicht super einfach zu lesen, und da wollte er, dass wir die vorlesen. Und da sagen wir: „Ne, du kannst das. Lies es.“ Und er hat sich ein bisschen schwer getan, aber er hat es gelesen, weil er wollte wissen, was drin steht. Seine Motivation war tatsächlich herauszufinden, was eben diese Person ihm da sagen wollte zum Geburtstag. Dann macht der das. Und wenn irgendwie so ein Arbeitsblatt über keine Ahnung welches Thema lesen sollen, macht er halt nicht, weil er den Sinn nicht sieht. Weil guckt er lieber raus und ist in Gedanken, ist für ihn sinnvoller in dem Moment, oder motivierender, als sich mit diesem Text zu beschäftigen. #00:12:18-1#

Julia Joseph: Ja, ich glaube das ist extrem wichtig, dass es Bezug hat zum Alltag, zum wie du sagst: „Für was brauche ich das? Für was ist das wichtig?“ Und ich muss sagen, ich war nicht wirklich gut in der Schule, in der Grundschule schon mal gar nicht. Und dann, ich bin in Baden-Württemberg zur Schule gegangen, und damals war es noch so, ich glaube es hat sich mittlerweile geändert, dass die Eltern nicht entscheiden dürfen, auf welche Schule du gehst, sondern die Noten entscheiden. Und dann hieß es: „Ok, ich kann nur auf die Realschule gehen“, weil ich war in Deutsch und Mathe nicht sonderlich gut. Und ich hatte eine Lehrerin damals in der zweiten Klasse, die auch behauptet hätte, ich hätte Lernschwierigkeiten und wäre quasi auch nicht ganz normal im Kopf so. Und ja, meine Mutter hat dann gesagt natürlich: „Ja, das ist Schwachsinn. Hör nicht auf die Person.“ Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, merke ich, dass von diesem Zeitpunkt, dass die Lehrerin das gesagt hat über mich, war ich immer die Beste so. Ich war immer so mit desto schwieriger der Stoff wurde, desto, sage ich mal, höher die Klasse war, desto besser wurde ich, und habe überall mit Auszeichnungen bestanden und alles. Und auch in der Uni auch. Ich war ganz, ich war selber überrascht, was für einen Schnitt ich hatte am Ende vom Master so, weil ich die beste glaube ich vom ganzen Jahrgang war und ja. Und ich glaube das war so bisschen halt von weg motiviert „so möchte ich nicht sein“. Und, ja, heute bin ich ihr dankbar dafür, dass die das gesagt hat damals. #00:13:47-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das ist schön, wie du es erklärst, weil ich habe auch eine ähnliche Vergangenheit. Ich wurde in der Grundschule zum Psychologen geschickt und ADHS verdacht und weiß ich nicht was alles. Also meine Eltern hatten es da echt nicht leicht mit mir und den Lehrern, die ich damals hatte. Ich habe das damals gar nicht so verstanden. Ich habe halt dann beim Psychiater gesessen, oder Psychologen gesessen, und musste lustige Bilder von so von Tieren malen, die meine Eltern darstellten und so ein Zeug. Habe das nicht verstanden. Und später in der, ich war auch auf der Realschule, weil für Gymnasium und meine beiden Schwestern waren auf dem Gymnasium und ich war so dann das, ja, war nicht so schön, dass dann der Sohn auf der Realschule war, und auch nicht sonderlich gut auf der Realschule war, und es auch nur ein Gymnasium im Umkreis gab, was mich genommen hat mit meinem Abschlussschnitt von 3,7 glaube ich. Ich war dann auf einem technischen Gymnasium. Und auch da war ich immer ziemlich schlecht. Und auch da, meine Eltern haben mir jedes Jahr schon gesagt, und meine Lehrer auch, dass ich würde das ja nicht schaffen, werde das ja nicht schaffen. Ich hatte immer irgendwie zwei drei Fünfen im Zeugnis. Und ich hatte eine ähnliche Motivation dann zu sagen: „Ok, ich schaffe das. Ich weiß zwar, ich bin in diesen Fächern nicht gut, also gebe ich da gar keine Energie rein, sondern gucke halt, in welchen Fächern ich gut bin, dass ich das ausgleichen kann.“ Habe es tatsächlich geschafft, jedes Jahr meine Fünfen, die ich tatsächlich hatte, durch andere Noten wieder auszugleichen. Das war total lustig, weil ich halt auch immer das Gefühl hatte: „Ich zeige es euch“, und ich habe es geschafft. #00:14:59-1#
Und dann, was auch lustig war: Meine Eltern waren strikt dagegen, dass ich aufs Gymnasium gehe. Die hatten mir eine Ausbildungsstelle besorgt nach der 10. Klasse. Ich hatte quasi diese Ausbildungsstelle und habe mich dann selbst beim Gymnasium angemeldet. Ich habe eben gesucht, was für eins gibt es, das meinen Schnitt noch möchte, und habe dann diese Ausbildung nicht angetreten. Das war ein ganz schön großes Ding dann. #00:15:18-0#

Julia Joseph: Ok, wow. #00:15:19-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und ich habe auch das Abitur geschafft. Es war kein besonders gutes Abitur. Nur jetzt, jetzt sind wir, oh Mann, schon 16 Jahre später, da schreit kein Hahn mehr danach, wie ich damals Abitur geschafft habe, oder nicht. #00:15:33-7#

Julia Joseph: Richtig, ja. #00:15:35-1#

Sebastian Eisenbürger: Und es ist, weiß nicht, das zeigt mir als Elternteil wieder, dass das total egal ist, dass es darum geht, eine gewisse Motivation zu vermitteln einem Kind, und wenn es das möchte, dann wird es funktionieren. Und die Noten spielen nur insofern eine Rolle, dass es eben das System befriedigen muss. #00:15:52-4#

Julia Joseph: Genau, ja. Ja. Ich lege auch nicht wirklich wert auf irgendwelche Zertifikate und so weiter. Also ich sehe natürlich, dass die meisten Stellen verlangen das immer noch, dass man was vorlegt, dass man in dem und dem Bereich eine Qualifikation hat. Aber ich stelle mir eher die Frage: „Was kann ich gut und wo kann ich mich einbringen?“ Und daraus versuche ich etwas zu kreieren und anderen Menschen einen Mehrwert zu geben daraus, und gar nicht, ja, danach zu gehen so: „Was habe ich irgendwann mal gelernt?“ Ja. #00:16:23-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Was würdest du sagen, was macht das aus, dass du angefangen hast so zu denken? Wo kam das her? #00:16:29-1#

Julia Joseph: Ich würde sagen in der Selbstständigkeit von der Persönlichkeit her, dass ich einfach schon mit 16 mir überlegt habe: „Was will ich? Wo will ich hin?“ Ich hatte ein Ziel und das habe ich erreicht und dann habe ich ein nächstes Ziel gehabt und das habe ich erreicht. Und ich würde, also ich habe auch alles geschafft, was ich mir einmal vorgenommen habe. #00:16:47-7#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:16:48-3#

Julia Joseph: Bei mir ist manchmal nur die Schwierigkeit die Frage: „Was will ich wirklich?“ Sobald ich das weiß, bin ich zielstrebig, bin ich motiviert, und erreiche das auch. Und dadurch einfach auch die Möglichkeit, dass ich, ich sehe eigentlich nur Möglichkeiten so. Und meine Frage: „Was davon möchte ich? Welchen Weg möchte ich gehen?“ #00:17:06-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Hast du den Tipp, oder mehrere Tipps, den wir jetzt hier unseren Zuhörern verraten können, wie sie es schaffen könnten, genau so zu denken. Also ich nehme auch wahr, es gibt eben auch unterschiedliche Menschen: Die einen, die in ihrem Rahmen, der sich um sie befindet, oder ihre Komfortzone, dass sie da super glücklich sind, und andere, die diesen Rahmen immer weiter ausbeulen. Du bist so jemand, ich bin auch so jemand, und da gibt es eine ganze Menge. Ich glaube es gibt eben solche und solche, und dass die, die sich in diesem Rahmen befinden, vielleicht gar nicht wissen, was für ein Potential außerhalb dieses Rahmens, außerhalb der Komfortzone, auf sie wartet. #00:17:40-4#

Julia Joseph: Ja. Also bei mir waren das einfach Dinge ausprobieren. Das bedeutet Seminare besuchen, auch neues Wissen aneignen, aber auch überall reinschauen. So einfach Dinge auszuprobieren und nicht daran zu denken: „Passt vielleicht gar nicht zu dem, was ich davor gemacht habe.“ Oder: „Was könnten die anderen über mich denken.“ Oder: „Ich sollte ja jetzt, weil mein Eltern gesagt haben, ich soll eben die Ausbildung machen, das machen.“ So wirklich in sich auch hören und die Dinge einfach ausprobieren. Also gar nicht so viel in das Denken geraten und das perfekte haben wollen von Beginn an so. Und ich glaube, es ist ein Prozess so, dass man irgendwann das Richtige findet. Und das kann ich nur als Tipp weitergeben, einfach auszuprobieren. #00:18:22-6#

Sebastian Eisenbürger: Also auch der Glaube daran, dass das irgendwann kommt, das Richtige. #00:18:25-2#

Julia Joseph: Ja. Und auf dem Weg ganz viele Dinge auszuprobieren, weil nur, wenn man die Dinge ausprobiert, weiß man: „Es passt, oder es passt nicht.“ So die (…) Wissen hilft nicht. Wissen allein hilft einfach nicht, sondern nur das eigentliche Tun. #00:18:38-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das ist auch eine spannende Sache. Ich habe mir da gerade heute Gedanken drüber gemacht: Lernen heißt, oder ist für mich ein Inbegriff von Wissen aufnehmen. Und wenn ich so an mich denke, ist das auch nicht viel mehr. Im Laufe der Zeit, ich habe lange Jahre mit Auszubildenden gearbeitet und bin ich jetzt dabei ganz vielen Unternehmen auch Sachen zu zeigen, wie sie funktionieren. Inzwischen ist das „Wie“ eine sehr viel stärkere Sache. Wie wird dieses Wissen vermittelt? Und was jetzt am Ende gerade jetzt kürzlich bei mir in den Kopf reingekommen ist, das ist das „Warum“. Warum ist das Wissen überhaupt wichtig in dem Moment? Und das fehlt bei mir noch, oder fehlt aus meinem Verständnis heraus bei ganz, ganz vielen Stellen, Menschen zu erklären: Warum sollten sie das wissen? Also stellen da gerade total viele unserem Sohn, weil er nämlich genau an diesem Punkt ist. Ihm geht es nicht drum, das will er nicht wissen. Bei ihm ist es mehr die Sache: „Wie vermitteln wir ihm das und warum sollte er es denn wissen?“ Und so haben wir dann bei der Geburtstagskarte, wenn er nicht weiß, wie lesen geht, dann wird er nicht erfahren, was da drin steht. Und das ist seine Motivation. #00:19:38-2#

Julia Joseph: Ja. Genau für sowas ist es doch ein perfektes Beispiel wie mit den Geburtstagskarten, einfach sowas zu finden, zu sagen: „Dafür ist es super wichtig und toll, lesen zu lernen.“ Ja, so wie ich Sprachunterricht gebe, ist es toll, sich mit anderen Menschen in Deutschland unterhalten zu können und dadurch auch die Kultur näher kennenzulernen, so weil es geht einfach unheimlich viel über die Sprache. Und sich in einer Fremdsprache unterhalten ist nicht das gleiche, wie von jemanden in der Muttersprache. #00:20:08-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:20:08-7#

Julia Joseph: Und das ist, denke ich, dass einfach die Dinge genauer kennenlernen und immer einen Bezug haben zu einer Situation, die es im Alltag gibt. #00:20:20-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ist es, nimmst du es auch wahr bei den Schülern, die du hast, dass die wissen, warum sie sich damit beschäftigen, oder ist das auch teilweise so ein bisschen, ja, sie machen das, weil sie das müssen, oder dahingedrückt werden vielleicht? #00:20:32-0#

Julia Joseph: Ne, ich denke müssen tun sie es nicht. Ja, sie haben teilweise Druck von ihrem Chef eventuell, aber sie möchten das schon selber. Den Eindruck habe ich auf jeden Fall. Und auch, wenn ihnen der Unterricht Spaß macht. Vielleicht sind sie am Anfang, also ich habe viele, die das erste Mal in den Unterricht kommen, und so ein bisschen dieses, ja, Lehrer Schüler Verhältnis sehen und denken: „Oh, jetzt wird es irgendwie anstrengend“, und sowas. Und dann merke ich aber, wie sie sich entspannen und immer ruhiger werden und Spaß haben beim Lernen und, ja, einfach entspannt sind und im Unterricht am Lachen sind und das ist glaube ich das. Und dann ist man nicht so im Prozess drin: „Oh, das muss ich lernen, oder wie auch immer“, sondern das passiert so beiläufig auch so ein bisschen, wie man unterhält sich. Und ich unterhalte mich unheimlich viel mit meinen Schülern. Und dann ist auf einmal 1 1/2 Stunden vorbei und die sagen dann: „Oh, ok, es ging schon wieder so schnell rum.“ Einfach, Lernen ist etwas, was beiläufig passiert. Und natürlich haben sie ein langfristig Ziel dann die Sprache zu können, aber nicht unter Druck. Wenn ich merke, sie haben Druck von oben, bin ich die, fühle ich mich in der Rolle diesen Druck zu nehmen. #00:21:40-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das ist eine gute Sache. Ich habe gerade darüber nachgedacht, wie ich damals wirklich Englisch gelernt habe, und das war tatsächlich nicht in der Schule oder so, das war dann in England. Das waren so Situationen, das habe ich auch im Podcast schon mal erzählt, als ich (…) Das war, wann war das denn? Weiß ich gar nicht mehr. Ich bin da hingeflogen und mein Gepäck war nicht da. So. Und ich hatte die Herausforderung irgendwie am Flughafen, das war glaube ich Manchester bin ich da gelandet, den Menschen begreiflich zu machen, dass mein Gepäck nicht da ist und irgendwelche Formulare auszufüllen und mit denen zu kommunizieren. Und damals war mein Englisch nicht das Beste. Es war halt Schulenglisch mit ein bisschen Englisch so, dass man so redet, wenn man ausländischen englischsprechenden Menschen sich am Telefon unterhält. Jedenfalls hat noch niemals die Situation am Flughafen irgendwie Gepäck reklamieren zu müssen. Und so Sachen haben mir total geholfen in der Sprache sicher zu werden, also gar nicht das Lernen aufgrund des Lernens Willens, also Vokabeln pauken und, ja, klassisches Lernen, sondern eben in Situationen zurechtkommen. Meine Motivation war damals auch ziemlich klar. Ich wollte an meinen Koffer. Und habe dann, und habe es natürlich geschafft irgendwie meinen Koffer wiederzukriegen. Irgendwie nach zwei Tagen kam der dann. Und so Sachen waren das. Und da hatte ich eine ganze Menge. So Alltagssituationen, die einfach passiert sind, mit denen ich mich auseinandergesetzt habe. Deswegen rede ich deutlich besser Englisch als Französisch, obwohl ich Französisch irgendwie 13 Jahre lang an der Schule hatte. #00:23:02-5#

Julia Joseph: Ja, so geht es mir auch. #00:23:03-7#

Sebastian Eisenbürger: Und seitdem nicht mehr tue, als in Frankreich im Urlaub ein Croissant zu kaufen. #00:23:08-9#

Julia Joseph: Ja, genau. #00:23:10-0#

Sebastian Eisenbürger: Das kriege ich hin, oder nach dem Weg zu fragen. #00:23:11-8#

Julia Joseph: Mhm (bejahend). #00:23:12-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das, weiß nicht. Wird mir gerade wieder klar, dass Lernen eine einfache Sache ist, wenn man, ja, wenn man es auf die richtige Weise tut. #00:23:21-7#

Julia Joseph: Ja. Ich mache auch oft so Spiele wie Alltagssituation eine Karte ziehen und dann ist da am Flughafen zum Beispiel, der Flug hat Verspätung. So. Wie kann ich dieses „Problem“ lösen? Und vor allen Dingen: Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? Also es geht dann über die Sprache hinaus, sondern auch der Person Möglichkeiten aufzeigen, dass ich 1000 Wege habe jetzt vielleicht. Ich könnte meine Mutter anrufen, mit ihr telefoniere ich. Ich kann das machen. Ich kann jenes machen. Auch einfach viele Perspektiven aufzeigen. Und das führt glaube ich auch so ein bisschen zu dem, was wir vorhin hatten. Einfach die ganzen Möglichkeiten immer sehen. Und das übe ich so im Kleinen und vielleicht ein bisschen unterbewusst manchmal mit den Schülern in kleinen Aufgaben. Aber ich denke so darf man auch so ein bisschen das Leben und den Alltag und den Berufsweg sehen. #00:24:10-1#

Sebastian Eisenbürger: Ich kann mir gut vorstellen, dass das dich auch so ein bisschen besonders macht, dass du ein bisschen mehr machst als eben nur Sprache vermitteln, sondern dass du, ja, den Menschen, mit denen du arbeitest, auf eine gewisse Art noch inspirierst, irgendwie Dinge einfach aus deiner Erfahrung mitgibst. Kann ich mir gut vorstellen (lacht). #00:24:25-2#

Julia Joseph: Ja, also, ich glaube, was mich ein bisschen unterscheidet, ist, dass die Menschen, die bei mir im Unterricht sind, einfach Mensch sein dürfen. #00:24:35-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:24:35-9#

Julia Joseph: Also ich nehme jeden Menschen, wie er ist, und ich finde jeden Mensch perfekt, so, wie er ist. Und ich sehe die Leute, oder die Menschen, nicht in einer bestimmten Rolle. So es ist egal, wenn ich jetzt den Chef von einer großen Firma unterrichte, ist das für mich das Gleiche, wie wenn ich einen Mitarbeiter vom Fließband unterrichte. Also das ist da, ich mache da keinen Unterschied. Und das merken glaube ich die Menschen. Weil oft, so wie auch die Leute denken: „Oh, jetzt bin ich wieder Schüler quasi und das ist die Lehrerin.“ So man ist nicht auf gleichem Niveau, oder gleichem Level, das gibt es bei mir nicht. Also man ist immer gleich. Und ich glaube das genießen die Leute schon so. Das ist ihnen teilweise nicht so bewusst denke ich, aber ja. #00:25:19-4#

Sebastian Eisenbürger: Das ist spannend, dass du sagst. Da geben wir dann in unserer nächsten Episode noch ein bisschen drauf ein. Da kommen mir gerade ein paar Gedanken zu. #00:25:25-3#

Julia Joseph: Mhm (bejahend). Gerne. #00:25:25-8#

Sebastian Eisenbürger: Mich würde interessieren: Ich weiß, dass du in deinem Alltag Sachen machst, die jetzt nicht jeder macht. Meinst du, das hat irgendwie Einfluss darauf, dass du so erfolgreich bist? #00:25:34-8#

Julia Joseph: Ja. Ja, ich denke schon. Meinst du „unterschiedliche Dinge ausprobieren“, oder was? Einfach viele unterschiedliche (…) #00:25:44-1#

Sebastian Eisenbürger: Du hast mir vorhin erzählt, dass du gerade meditierst hast zum Beispiel. #00:25:46-1#

Julia Joseph: Ach ja, ok, sowas. Ja. Ja. Ich denke „ja“, weil sehr viele Dinge, die meisten Dinge, die ich tue, tue ich, weil ich mich weiterentwickeln möchte, weil ich, ja, auch mehr Lernen möchte, weil ich einfach immer, ja, wachsen möchte einfach als Persönlichkeit. Und dazu gehört sowas wie, ja, meditieren, Bücher lesen, alles Mögliche. So in jeden Bereich reinschauen und ja. Und vor allen Dingen schauen, dass es mir gut geht, weil wenn es mir gut geht, kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen um mich herum gut gehen kann. Und das gilt für Freunde, Familie, aber auch für Schüler, die meistens ja auch Freunde sind dann. #00:26:27-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Und das finde ich auch sehr entscheidend tatsächlich. Das habe ich auch mal verstanden irgendwann, dass dann, ja, wenn ich dafür sorge, dass es mir gut geht, dass ich dann in die Lage versetzt werde, das nach außen zu tragen. Ich kann nicht dafür sorgen, dass es anderen gut geht, wenn ich wie irgendwie nur noch am Limit bin die ganze Zeit und eigentlich, ja, krank bin. Ich habe zehn Jahre auf die Art und Weise gearbeitet und mich immer gewundert, warum denn Menschen irgendwie so merkwürdig auf mich reagiert haben. Inzwischen weiß ich das. Und es ist auch genau andersrum. Menschen reagieren jetzt total positiv auf mich. Und ich finde das spannend. Und ich habe auch angefangen irgendwann mit diesen Dingen, also wirklich mich mit mir selbst zu beschäftigen. Meditation ist da das beste Mittel überhaupt, behaupte ich, um mir persönlich klar zu werden: „Ja, was tue ich? Was kann ich denn besser machen? Was gefällt mir? Wie geht es mir gerade? Mache ich zu viel? Kann ich mehr tun?“ Einfach, ja, um damit ins Gleichgewicht zu kommen. #00:27:21-7#

Julia Joseph: Ja. Also ich merke das auch teilweise, dass die Schüler in den Unterricht kommen und total gestresst sind so. Die kommen gerade von einer Geschäftsreise wieder, haben dies und das erledigt, müssen noch unheimlich viel machen, sollten eigentlich ihre E-Mails beantworten und so weiter. Und da sehe ich mich schon in der Rolle sie da so ein bisschen abzuholen und einfach, dass sie sich beruhigen, dass es ihnen gut geht. Und ich merke das auch, das ist finde ich wunderschön, dass wirklich mit der Zeit die Schüler entspannen sich bei mir. Also ich habe zum Beispiel einen Schüler, beim ersten Mal, als wir Unterricht hatten, alle 20 Minuten haben wir eine Raucherpause für ihn gemacht, weil er einfach super angespannt war. Und das jetzt nicht wegen mir ja (lacht). Und jetzt ist es so, dass wir 1 1/2 Stunden komplett durchmachen und wir eine Pause machen, weil jemand von uns auf Toilette muss ja. Also sowas. Und das, ja, das ist einfach schön. Und ich denke da ist es für mich auch wichtig, dass ich meditiere, dass ich ruhig bin, weil ich denke ich strahle das aus so. Ich, ja, weiß nicht. #00:28:19-4#

Sebastian Eisenbürger: Das tust du, definitiv, keine Frage. #00:28:21-5#

Julia Joseph: Ja. Und ja. Deswegen das Erste, oder das Wichtigste, ist, dass man sich selber gut tut. Und dann kann man das auch mit jemand anderen ja. Und alles ist gesetzte Resonanz woran ich glaube, also alles, was um einen ist, hat man mit seiner eigenen Energie angezogen. Ja. Von dem her schön, dass du da bist (lacht). #00:28:42-7#

Sebastian Eisenbürger: Schön, dass du da bist (lacht). Prima. Und das war ein total schönes Schlusswort für unsere erste Episode. Danke dir wirklich sehr. #00:28:52-2#

Julia Joseph: Sehr gerne. #00:28:52 -7#

Sebastian Eisenbürger: Hat glaube ich ganz, ganz viel gebracht. Und ich weiß nicht, das Thema ist unfassbar spannend, Thema Lernen, weil es jeden, wirklich jeden einzelnen, betrifft, und jeder seine eigene Meinung dazu hat. Fast jeder hat dasselbe Schulsystem durchlaufen ist. Und, ja, mal mehr, oder mal weniger gut und das total viel Einfluss auf das hat, was wir heute tun und wie wir uns heute weiterbewegen. #00:29:12-2#

Julia Joseph: Vielen Dank. #00:29:13-7#

Sebastian Eisenbürger: Danke dir nochmal. Und in der nächsten Episode reden wir dann ein bisschen drüber, was Lernen und Marketing so gemeinsam haben. Ja, und bei dir, lieben Zuhörer, möchte ich mich bedanken, dass du bis hierhin zugehört hast und würde mich total freuen über eine Bewertung bei iTunes, über ein paar Sterne und einen Kommentar, denn so kriege ich mit, was dir gut gefällt, war dir vielleicht nicht so gut gefällt, und ob es irgendwelche Themen gibt, die ich in meinem Podcast noch aufnehmen kann. Dann bis nächste Woche. Tschüss! #00:29:39-3#

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