#47: Marketing & Motivation im Job – Teil 2 (Galina Bankova im Gespräch)

#47: Marketing & Motivation im Job – Teil 2 (Galina Bankova im Gespräch)

Motivation im Job ist ein wichtiges Thema, schließlich verbringen die meisten von uns einen großen Teil des Lebens im Job. Dass Arbeiten mehr sein kann, als das Warten aufs Wochenende und das Abarbeiten nerviger Aufgaben, nur damit die Kasse klingelt am Ende des Monats, das vermittelt Galina in ihren Coachings.

Galina stellt die Frage nach dem Spaß am Job, Spaß an den eigenen Aufgaben. Mit der möglichen Erkenntnis, dass Mensch und Job aktuell vielleicht nicht zusammen passen.

In ihren regelmäßigen Vernissagen finden renommierte Unternehmen regelmäßig passende Mitarbeiter – und Menschen passende Jobs!

Bislang finden Galinas Events im Raum München statt – vielleicht demnächst auch in Stuttgart und an anderen deutschen Städten?

Natürlich macht Galina auch Marketing und nimmt Marketingmaßnahmen im Alltag wahr. Wie sie Marketing betreibt und wie ihr das gefällt, was sie von anderen Unternehmen wahrnimmt, das erfährst du in den beiden Podcast-Episoden mit Galina und mir.

Galinas Webseite findest du hier: www.doworkyoulove.de

Viel Spaß beim Hören!


Transkription: Marketing & Motivation im Job – Gespräch mit Galina Bankova Teil 2

Sebastian Eisenbürger: Marketing und Motivation im Job. #00:00:04-1#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen beim Podcast für positives Marketing. Dieses Mal setze ich wieder bei der Galina Bankova im Arbeitszimmer mitten in München. Und nachdem wir letzte Woche ganz viel drüber gesprochen haben, was Galina mit ihren Events macht, DoWorkYouLove heißen die, und ja, hat im Detail erklärt, worum es da geht, wie der Inhalt dieses Events aussieht und ja, was sie braucht. Und falls du das nicht gehört hast ist jetzt der beste Zeitpunkt diese Episode noch zu hören. In dieser Episode geht es ein bisschen darum, was Galina für Marketing macht und was wir daraus mitnehmen können. Hallo Galina. #00:00:46-4#

Galina Bankova: Hallo Sebastian, ich grüße dich. #00:00:48-3#

Sebastian Eisenbürger: Es ist nach wie vor total toll bei dir sitzen zu können und ich bin dir wirklich dankbar, dass ich hier sein darf, und dass wir hier auf deinem Sofa sitzen ganz gemütlich und diesen Podcast hier aufnehmen. Magst du nochmal in einem Satz erzählen, was DoWorkYouLove ist und was du tust, nur ganz kurz. #00:01:03-0#

Galina Bankova: Sehr gerne. DoWorkYouLove ist eine Plattform für Menschen, die sich treffen, kennenlernen und auch weiterbilden können, damit möglichst viele Menschen einen Job machen, den sie lieben. #00:01:15-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Und die treffen sich auf diesen Events und können für sich Dinge lernen, um möglicherweise einen anderen Job zu finden, der besser zu ihnen passt. #00:01:24-4#

Galina Bankova: Ja, sich mit Gleichgesinnten austauschen, sich mit Vorbildern austauschen, oder auch Seminare, wo man Tools und Techniken dazulernen kann, je nachdem. #00:01:36-1#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Und jetzt bin ich total gespannt zu hören: Was machst du denn, dass da möglichst viele Menschen dran teilnehmen? Wie findest du einen Businesspartner, der das ganze ja als Unternehmen mitbetreut? Was tust du da für Marketing? #00:01:49-1#

Galina Bankova: Das Thema Marketing ist eins meiner Lieblingsthemen, auch wenn ich mich noch nie als Expertin in dem Bereich gesehen habe, aber ich würde sagen: „Ich lebe das.“ Ich lebe das, weil in allem, was ich tue, ergreife ich einfach jede Gelegenheit, um quasi meine Vision von einem besseren, schöneren Leben zu erzählen. Und das ist dann quasi eine Art von Selbstmarketing, weil ich von meinen Visionen, von meinen Werten, von meinen Bedürfnissen spreche, oder auch von denen meines Unternehmens. Und dann passiert es sehr schnell, dass sich Menschen, und oder Organisationen, auch davon angesprochen fühlen, und da fangen wir an ein Gespräch zu führen. Also ich würde sagen: „Das ist der erste Schritt des Marketings: Einfach authentisch über das zu sprechen, was mich bewegt, was ich mache, und was in meinem Unternehmen passiert und in dem Netzwerk.“ #00:02:47-3#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Bin ich komplett bei dir. Kannst du das ein bisschen runterbrechen? Also ich kriege immer wieder das Feedback: Das klingt immer so, so einfach, einfach authentisch sein und darüber sprechen. Nur es braucht ja auch eine Situation, in der du darüber sprechen kannst. Wann tust du das, oder tust du Dinge, um solche Situationen herbeizuführen, oder passiert das einfach tatsächlich nebenbei in deinem Leben? #00:03:10-1#

Galina Bankova: Es ist beides. Sowohl in verschiedenen Gesprächen, die geplant sind auf verschiedenen Netzwerkveranstaltungen, wo ich auch hingehe, oder aber auch in der U-Bahn und im Café und im Restaurant. Einfach wenn sich Gespräche ergeben, diese Gespräche nutzen, um darüber zu sprechen, was Menschen bewegt, was mich bewegt, was ich für die Menschen machen kann. #00:03:32-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Das heißt du gehst da sehr offen einfach auf andere Leute auch zu. #00:03:35-0#

Galina Bankova: Ja, ja. In der Tat. Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache, und bei mir ist das einfach eine Sache, die ich nicht lassen kann. Und deshalb habe ich in den letzten Jahren auch mein Bestes getan, um das in eine Richtung zu lenken, dass es für mein Unternehmen und auch für unser Netzwerk möglichst viel bringt. #00:03:55-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:03:56-4#

Galina Bankova: Beispiel: Ich liebe eine bestimmte Sportart. Das ist Freeletics, Sport mit dem eigenen Körpergewicht. Und da treffe ich immer wieder unterschiedliche Menschen. Eigentlich treffen wir uns, um Sport zu treiben und sehr oft in dieser gemeinsamen sportlichen Aktivität lerne ich die Menschen auch kennen. Und dann passiert es auch sehr schnell, dass ich bei den Menschen viele verschiedene Sachen wahrnehme, wie beispielsweise, dass sie sehr strukturiert sind, dass sie sehr gut andere Menschen in die Gruppe integrieren können, oder dass sie auf Facebook gutes Marketing für die Sportgruppe machen. Und dann nutze ich diese Gelegenheit, um dem Menschen einfach ein kurzes Feedback zu geben, einfach weil ich glaube, dass da so eine Art von Fremdwahrnehmung diesem Menschen was bringen kann. Dann ergibt es sich sehr oft, dass dieser Mensch aufgrund dieser Aussage auf einmal auf Gedanken kommt, dass er in dem DoWorkYouLove Netzwerk mehr von so einem Feedback bekommen wird, und dass er sich mit noch mehr Menschen, die so denken, umgeben wird, und dann dort ansetzen kann, um seinen beruflichen Alltag zu formen, oder seine Stärken besser im Job einzusetzen und so weiter. #00:05:19-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist spannend. Also ich bin ganz bei dir. Ich bin auch ein großer Fan davon einfach Menschen persönlich anzusprechen, oder, ich sage mal, auch Gespräche bewusst zu initiieren auf irgendeine Art und Weise. Was ich festgestellt habe: Ich nehme ganz viel an so Meetups teil zum Beispiel. Ich weiß nicht, das ist ein Trend, der kommt jetzt seit, ich weiß gar nicht, seit wann es das gibt, bei mir ist das so ein halbes Jahr, auf dem Radar. Es gibt diese App, ich weiß nicht, ob du sie kennst, wo es themenbasierte Treffen gibt, zu denen ganz unterschiedliche Leute kommen. Und ich probiere das immer wieder aus. Ich teste das gerade, weil es da eben es sind so unterschiedliche Leute, die daran teilnehmen, und es gibt eine Gemeinsamkeit und das ist das Thema, wegen dessen dann eben zusammensitzt. Dann ergibt sich zwangsläufig ein Gespräch. Und gerade weil diese Frage, das ist die häufigste Frage, die mir gestellt wird. Positives Marketing, das klingt immer so schön und so einfach und ich sage auch: „Das beste Marketing ist kein Marketing“, nur das hilft irgendwie keinem weiter, weil das so wenig greifbar ist. Und ich finde es schön, das ist genau eine greifbare Sache. Also besucht Events und vor allem denkt doch mal um die Ecke. Es gibt diese App Meetup. Da denkt man, ich glaube, nicht im ersten Schritt dran, wenn es um Business geht, oder wenn es darum geht eine eigene Idee an den Mann, oder an die Frau, zu bringen. Nur das sind immer Gelegenheiten. Es sind einfach Gelegenheiten. #00:06:35-3#

Galina Bankova: Ja. Eine andere Sache, die mir in Richtung Marketing sehr geholfen hat in letzter Zeit, ist dranzubleiben, sprich beispielsweise mit den Events, die wir machen, einfach dranzubleiben, weiter solche Events zu organisieren, und die Menschen nehmen das einfach wahr. Und für die Menschen ist das so, dass wenn eine Maßnahme regelmäßig stattfindet, oder wenn ein Angebot über eine längere Zeit existiert, dann glauben sie, dass sie das auch kennenlernen wollen. Dann bekommen sie einfach mal die Neugier und die Lust da teilzunehmen. Und irgendwann ist es soweit, dann ist der richtige Zeitpunkt auch gekommen. Dann sind die Umstände die richtigen und dann machen die Menschen mit. Warum sage ich das? Weil ich mich schon mit einigen Menschen unterhalten habe, die glauben, Marketingmaßnahmen kann man nach einigen Monaten beurteilen, wie viel ROI sie bringen: Und meine Erfahrung ist: Du weißt nie, wofür eine bestimmte Instagram Kampagne gut war. Du weißt nie, was es bringt ein Live Video auf Facebook zu schalten, oder einfach mal eine Meetup Gruppe zu haben. Es ist einfach sehr hilfreich im Punkto Marketing Dinge aufzubauen und dranzubleiben und sichtbar zu sein und die Gelegenheit für Menschen zu geben, dass sie verfolgen, was bei dir so alles passiert. #00:08:05-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, ein super wichtiger Punkt. Ich bin da persönlich davon überzeugt, dass die meisten eben genau deswegen scheitern, weil sie zu früh aufgeben. Es wird ein Event gemacht, und das ist nicht so super erfolgreich, wie man sich das gewünscht hat, und dann gibt es kein zweites. Nur so funktioniert es nicht. Und ich glaube das unterscheidet wirklich die Menschen, die es erreicht haben, oder die es erreichen, von denen, die einfach hoffen und immer wieder anfangen zu hoffen. Das dranbleiben es ist so super wichtig und ich lese ganz viele Biografien und Bücher zu dem Bereich, und wenn ich eine Sache dort mitnehme, ist das, dass keiner über Nacht erfolgreich geworden ist mit irgendetwas. Das ist eine Sache, das dauert teilweise Jahre, und es ist wirklich die Kunst ja den Mut zu beweisen sich selbst gegenüber einfach da dranzubleiben, immer wieder sich auch den ja den Anfeindungen aus dem Umfeld auszusetzen. Ja, weiß nicht, da bin ich für mich das beste Beispiel: Ich habe vor einem Jahr, ziemlich genau vor einem Jahr, meinen Geschäftsführerjob aufgegeben, und bis heute kriege ich da das Feedback: „Wie kannst du das machen? Das ist das sicherste überhaupt? Du hast ein Haus gekauft? Ja, das ergibt keinen Sinn!“ Nur sage ich: „Das ist jetzt ein Jahr her und mir ging es nie besser als heute.“ Klar, ich habe jetzt keine 60 Mitarbeiter mehr. Ich habe jetzt viel größere Unsicherheit möglicherweise, nur ich lebe jetzt das Leben, das ich viel lieber leben möchte. Und es ist noch nicht zu Ende. Da gibt es noch Potential. Und es ist keine Sache, die von heute auf morgen geklappt hat. Ich habe da sieben Jahre drauf hingearbeitet. Und sich das mal bewusst zu machen, ich glaube das ist total hilfreich. Und es hilft mir persönlich auch, ich habe die Erfahrung gemacht, es funktioniert eben nach einem längeren Zeitraum. Wenn ich jetzt eine Idee habe, dann lasse ich die wirklich ganz, ganz lange lang ganz langsam größer werden. Ich glaube nicht dran, dass ich einen Knopf drücken kann und plötzlich hat das genauso funktioniert, wie ich das wollte. Das ist einfach unrealistisch. Funktioniert nicht. Ich glaube auch nicht, dass das bei deinen Events so gewesen ist. Ich weiß nicht, ob du von dem ersten Event, ich habe keine Ahnung, davon berichten magst, wie das war, oder war das so erfolgreich, wie du dir das vorgestellt hast? #00:10:08-3#

Galina Bankova: Das Event an sich war sehr erfolgreich. Was nicht so gut war, war ein Plan, den ich so hatte, nämlich das Event über eine Crowdfunding Kampagne zu finanzieren und zu promoten. Das war bis jetzt auch meine größte negative Erfahrung kann man sagen. Soll ich ein bisschen was dazu erzählen? #00:10:34-0#

Sebastian Eisenbürger: Gerne doch. Ja. #00:10:35-5#

Galina Bankova: Das war so vor gut zwei Jahren und ich hatte dieses eine Event im Kopf, nämlich so eine Do-Work-You-Love Vernissage, was vom Namen her schon mal sehr neu ist und anders. Und ich hatte mir vorgenommen über eine Crowdfunding Kampagne das Event zu finanzieren und auch eine Art von Marketingkampagne daraus zu machen, weil sich ja sehr viele Menschen daran beteiligen. Und, ich denke, diese Crowdfunding Kampagne ist gescheitert, weil ich zum einen alles sehr schnell umsetzen wollte. Ich hatte da nicht genug Zeit für die Planung. Das zweite ist: Crowdfunding als solches ist auf dem deutschen Markt noch relativ neu und viele Menschen sind sehr skeptisch dem gegenüber. Dann war das Dritte, dass Event noch nie stattgefunden hatte, also war auch das Event sehr erklärungsbedürftig. Und so alles in allem war das einfach eine Gleichung mit sehr vielen Unbekannten. Und in meiner optimistischen, motivierden, proaktiven Art hatte ich mir vorgenommen das alles zu schaffen und ich dachte: „Das wird schon und die Leute werden verstehen, worum es geht und wie toll es ist.“ Und das hat leider nicht geklappt. Und drei Tage nachdem die Crowdfunding Kampagne angefangen hat, habe ich gesehen: „So, jetzt ist die Zeit gekommen, um sich zu entscheiden. Investiere ich da noch mehr Energie und Zeit in die Kampagne selbst, oder nutze ich diese Zeit und Energie, um einfach ein erfolgreiches Event auf die Beine zu stellen.“ Und da habe ich mich für das Zweitere entschieden und die Crowdfunding Kampagne auf Eis gelegt. #00:12:14-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:12:15-0#

Galina Bankova: Ja, war eine sehr lehrreiche Zeit, lehrreiche Erfahrung. #00:12:19-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja, aber das ist doch der Punkt. Du hast was draus gelernt und es sind eben noch andere Events, sechs Stück, danach gekommen. Du hast ja offensichtlich einen Weg gefunden, wie es funktioniert. #00:12:29-4#

Galina Bankova: War toll. Also erst mal waren sehr viele Bekannte, Freunde mit dabei. Ich war damals in der Luxussituation schon mal ein sehr großes Netzwerk gehabt zu haben, und da hat es quasi einen gereicht einen Newsletter rumzuschicken und Facebook zu nutzen, um Werbung dafür zu machen, Leute einzuladen und da war der Laden voll. #00:12:54-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja cool. Ja das ist es ja tatsächlich meistens, dass es irgendwie funktioniert. Es gibt eben auch oft gar keinen Plan, oder Pläne, die man sich macht, die funktionieren eben nicht. #00:13:06-6#

Galina Bankova: Und sehr oft ist es so, dass man auch im Nachhinein gar nicht sagen kann, warum es funktioniert hat. Klar kann man interpretieren und man kann Annahmen treffen, aber man kann nie sicher sein, welche Komponente einer Situation wirklich dazu beigetragen hat, dass es klappt. Und deshalb ist eine Entscheidung, die ich persönlich für mich getroffen habe: Wenn ich Marketing, dass ich sowohl auf die Menschen, sowohl bestimmte Tools nutze, die sehr zahlenlastig sind, oder die sehr statistikorientiert sind, aber auch meine Intuition zu folgen, meinem Gefühl zu vertrauen. Es gibt mal so einen Spruch über Marketing: „Das richtige Marketing, oder der beste Marketingmensch, ist derjenige, der Kunst mit Mathe vereint.“ Das finde ich sehr treffend und sehr hilfreich und ich versuche auch immer dem zu folgen. #00:14:04-2#

Sebastian Eisenbürger: Ok, den kenne ich nicht, und ich finde den gut. #00:14:07-7#

Galina Bankova: (lacht). Schön. Sehr schön. #00:14:10-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja, und es ist komplett richtig tatsächlich. Ich habe auch gemerkt: Es gibt die einen und die anderen Marketer. Die einen sind sehr datenlastig und der Mathe-Typ, nur fehlt denen alles andere. #00:14:21-6#

Galina Bankova: Mhm (bejahend), das Kreative. #00:14:22-6#

Sebastian Eisenbürger: Und dann gibt es eben diese Philosophen, so die ja aus dem Bauch raus alles entscheiden, und denen fehlt eben auch komplett der andere Teil. Und es ist schön zu sehen, dass es gerade so eine, ja es gibt wenige, das ist so eine kleine Generation, die sich so entwickelt, die beides mit abdeckt. Ich versuche da auch in beide Richtungen reinzugehen und hoffe das gelingt, oder ich glaube schon, dass mir das ganz gut gelingt. Und genau das ist der Punkt, weil ja am Ende ist es immer beides. Marketing, es geht um Unternehmen, das eine große Menge an Menschen kontaktiert und großen Anzahl von Menschen kommuniziert. Das heißt es kommt an einer gewissen Art von Mathematik nicht vorbei. Es geht einfach drum zu schauen: „Wie gut hat das funktioniert in der Vergangenheit?“, und das runterzubrechen, daraus Schlüsse zu ziehen, und diese Schlüsse herzunehmen und auch für die Zukunft zu verwenden. Genauso ist es, wie du sagst, Kunst, oder Psychologie, wie ich es nennen würde, sich zu fragen: „Wie ticken denn die einzelnen Menschen? Warum haben die sich so entschieden damals, wie sie sich entschieden haben? Wie ist der Umfeld? Was wollen die eigentlich? Was haben die für Probleme? Was haben die für Wünsche, für Bedürfnisse?“, und sich mit der Frage zu beschäftigen, in dem Moment dann ganz losgelöst von der Mathematik, und am Ende das beides wieder zusammenzuwerfen. Und ich glaube genau das ist die Kunst und das funktioniert auch tatsächlich. #00:15:37-8#

Galina Bankova: Wenn ich dazu noch was ergänzen darf zum Thema Kunst: Neben der Philosophie gehört für mich auch die Kreativität und Mut etwas anders zu machen, so wie beispielsweise ich mich damals getraut habe zum einen die größte Eventreihe innerhalb meines Unternehmens Do-Work-You-Love Vernissage zu nennen, wo viele gesagt haben: „Wer soll das verstehen?“ Seitdem bekomme ich sehr, sehr positive Rückmeldungen, dass die Menschen das lieben, und dass die Menschen sich sehr stark von dem Namen angesprochen fühlen, und dass der Name sie neugierig macht. Und das Zweite ist auch das Logo, worauf ich sehr stolz bin, was ich selbst kreiert habe. Was DoWorkYouLove heißt ist an sich keine grammatikalisch korrekte Aussage und trotzdem hat das eine sehr starke Energie in sich und ich habe einfach auf diese Karte gesetzt, obwohl mir sehr viele Menschen davon abgeraten haben. Und da bekomme ich auch die Rückmeldung, dass sehr viele Menschen auf uns aufmerksam werden und da mitmachen, einfach weil das Logo und der Spruch sie so angesprochen haben. Und ich kann deinen Zuhörern sehr, sehr, sehr warm empfehlen sich zu trauen auch Dinge in Frage zu stellen und auch Dinge anders zu machen, als andere sie bis jetzt gemacht haben, ob es um Slogans geht, oder Corporate Design, oder natürlich auch bei der Produktentwicklung. #00:17:07-9#

Sebastian Eisenbürger: In allen Bereichen, bin ich überzeugt von. Im Grunde sind wir da bei dem Punkt Veränderung. Wenn wir das immer das Gleiche machen, wie es immer war, dann wird immer alles so bleiben, wie es immer gewesen ist. Und wenn alle Unternehmen das so tun, dann gibt es ein kollektives Nicht-Verändern. Ja, und das passiert ja gerade tatsächlich. Es gibt ganz, ganz wenig Veränderung im Marketing. Es gibt neue Methoden, neue Techniken, nur interessanterweise werden diese neuen Methoden und Techniken ja mit altem Denken vereint und umgesetzt. Also es gibt dieses klassische Massenmarketing, dass es schon seit Hunderten von Jahren gibt, an dem hat sich nichts verändert. Klar haben wir jetzt Möglichkeiten technisch ganz stark zu personalisieren, jede Person mathematisch auf eine einzigartige Weise anzusprechen, nur das macht am Ende keiner. Es gibt diese Techniken und Menschen denken, sie haben die Technik, also machen wir einen Haken dran, aber wirklich umsetzen, das tun so wenige. Und das ist so spannend. Die größten Unternehmen machen das wenigste anders, gerade im Bereich Marketing. Das ist super interessant. #00:18:13-3#

Galina Bankova: Mhm (bejahend). #00:18:14-4#

Sebastian Eisenbürger: Was mich interessieren würde: Du als Person, du als Mensch, als Frau, wie nimmst du Marketing wahr, wenn du so durch die Welt gehst? #00:18:22-4#

Galina Bankova: Diese Frage macht mich sprachlos, weil ich Marketing liebe und weil egal, was ich mache, ob ich in die Berge fahre, ob ich in der Früh Frühstücken gehe, ob ich in die U-Bahn steige, oder ob ich in einem Seminar sitze, ich nehme alle Aspekte des Marketings wahr, beziehungsweise was heißt alle Aspekte, aber sehr, sehr viel nehme ich wahr, weil es mich einfach interessiert, und weil ich es wichtig finde. Angefangen davon: „Wie stellen sich Menschen in den sozialen Medien dar?“ Oder auch: „Wie hat die Münchener Verkehrsgesellschaft auch die ganzen Marketingmaßnahmen in der U-Bahn Station aufgesetzt? Was kann man da besser machen?“ #00:19:08-0#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:19:09-3#

Galina Bankova: Finde ich sehr, sehr spannend. #00:19:11-4#

Sebastian Eisenbürger: Ok, noch einen Schritt privater: Wenn du an deinem Rechner sitzt und, ich weiß nicht, mal auf Facebook bist, mal irgendein Problem hast, das bei Google suchst, wie gehst du damit um, dass du da von allen Seiten diverse Marketingmaßnahmen siehst, hörst, um die Ohren geworfen kriegst? #00:19:29-3#

Galina Bankova: Ja, ich versuche mit der Informationsüberflutung auch so zurechtzukommen, dass ich sehr viel strategisch angehe, beispielsweise bei einer Suche. Sagen wir mal wenn ich Schuhe suche, dann versuche ich bei dem Unternehmen zu suchen, was ich persönlich mit Qualität verbinde, wo ich gute Erfahrungen gemacht habe, bin aber gleichzeitig auch offen für ganz neue Sachen. Also auch nochmal meinem Bauchgefühl folgen, die Kombination. #00:19:59-0#

Sebastian Eisenbürger: Würdest du selbst sagen, dass du dich anders verhältst als vielleicht andere, die jetzt kein so einen Marketingbezug haben? #00:20:04-0#

Galina Bankova: Das weiß ich nicht. #00:20:04-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:20:06-0#

Galina Bankova: Weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass gutes Marketing bei mir sehr gut funktioniert, und dass ich sehr oft viel Geld ausgebe, einfach weil das Marketing von einem Unternehmen, oder von einem Produkt, gut funktioniert. Privat und beruflich mache ich das so. #00:20:20-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich glaube, das macht jeder so (lacht). Das ist interessant. Ja, ich wollte ein bisschen in die Ecke rein, wie du umgehst mit den ganzen klassischen Massenwerbung, Bannerwerbung, E-Mails, Newsletter und so weiter. #00:20:33-9#

Galina Bankova: Also grundsätzlich bin ich immer sehr neugierig und offen und ich (…) Mein erster Gedanke, wenn ich einen Newsletter bekomme, ist, dass ich mich freue, dass jemand etwas macht, dass jemand etwas ausprobiert. Dann schaue ich rein und ich überlege mir, was ich davon übernehmen kann. Ich überlege mir, was der Mensch besonders gut kann. Ich überlege mir, ob ich von dem Menschen auch was kaufen, was nutzen möchte, oder von dem Unternehmen. Und das sind so Gedanken, die passieren sehr schnell und auch relativ automatisch in meinem Kopf. #00:21:08-1#

Sebastian Eisenbürger: Das ist interessant. Ich glaube du bist tatsächlich ein bisschen besonders, im positiven Sinne. #00:21:13-5#

Galina Bankova: Danke. Was ich damit sagen wollte: Egal, was für Werbung ich bekomme, ob das ein Flyer in den Briefkasten ist, oder ein Newsletter, oder ein Anruf, ich werde auch sehr oft von meinem Telefonanbieter angerufen, oder von XING und so weiter, mein erster Gedanke, auch wenn ich keine Zeit habe, ist nicht mich zu ärgern, dass das jetzt reinkommt, oder dass sie mich zumüllen, sondern: „Ah, da ist jemand, der sich was überlegt hat. Mal schauen, was es ist?“ Ich bin da ziemlich neugierig. #00:21:41-2#

Sebastian Eisenbürger: Es ist echt ein spannender Ansatz. Habe ich so zum Einen noch nie gehört. Ich habe jetzt schon, ich weiß gar nicht, 30 Leute interviewt im Podcast (…) #00:21:48-6#

Galina Bankova: Ok. #00:21:49-1#

Sebastian Eisenbürger: (…) und auch in Workshops und so ganz viel darüber gesprochen. Das finde ich echt interessant. #00:21:53-5#

Galina Bankova: So ähnlich, entschuldige bitte, dass ich dich unterbreche, und ich finde das passt gerade hier rein, so ähnlich ist es auch bei Personenmarketing, wenn ich das so bezeichnen kann. Ganz konkret: Ich gebe seit Jahren verschiedene Seminare und Workshop und sehr, sehr oft kommen Menschen auf mich zu nach einem Seminar, oder nach einem Workshop, die entweder früher mal nach einem Zertifikat gefragt haben, oder nach verschiedenen Unterlagen, oder Tipps, die ich versprochen hatte, und ab und zu passiert es mir, dass eine E-Mail untergeht. Und dann meldet sich der Mensch zwei oder drei Mal. Und das hätte mich vor 15 Jahren vielleicht aufgeregt, dass der Mensch so hartnäckig dranbleibt, und seit einigen Jahren ist das wiederrum so, dass ich das besonders klasse finde, weil der Mensch dranbleibt, weil der Mensch seine Person so promotet, oder so auftritt und etwas für sich selbst tut, was ich persönlich sehr unterstützenswert finde, und dann schreibe ich auch normalerweise: „Super, dass du dranbleibst. Super, dass du nicht aufgegeben hast. Sorry nochmal, dass die E-Mail untergegangen ist. Und egal, was du in deinem Leben machst, bitte bleib dran!“ Und das finde ich ausgerechnet aus dem Grund wichtig, weil heutzutage so viel passiert. Wir werden ständig kontaktiert für irgendwas und es passiert eben, dass wir Sachen vergessen, oder dass wir Dinge nicht rechtzeitig tun, weil wir alle Menschen sind. Und ich finde es im Punkto Selbstmarketing, oder auch für ein Unternehmen Marketing, solche Reaktionen nicht persönlich zu werten, sondern einfach dranzubleiben. #00:23:35-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:23:36-7#

Galina Bankova: Und das hilft mir auf jeden Fall auch viel mehr Spaß in der Kommunikation mit Menschen zu haben, eben diese Neugierde und dieses „nicht persönlich nehmen“, oder „nicht zu sehr kritisieren.“ #00:23:50-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Und jetzt bin ich ein bisschen sprachlos tatsächlich, weil ich es echt super spannend finde, was du erzählst, und, ich glaube, da bist du wirklich ein paar Schritte weiter als ich und das nehme ich mir mal zum Beispiel, weil ich, wie viele andere, vielleicht die meisten Menschen, sagen: „Ok, das nervt alles nur. Das nervt mich hier, das nervt mich dort, und ich blende das aus.“ Und ich finde es super spannend zu sagen: „Ok, da ist eine Person, die hat sich Gedanken gemacht über irgendetwas und ich gebe dir die Chance diesen Gedanken auszuführen und beurteile dann hinterher: Passt, oder passt das nicht? Finde ich es gut, finde ich es nicht gut?“ #00:24:22-3#

Galina Bankova: Ich kann mich auch entscheiden nicht ans Telefon zu gehen, oder die E-Mail gar nicht zu öffnen. Es ist nicht so, dass die Person mir wirklich die Zeit klaut. Ich sehe das eher als ein Angebot. #00:24:32-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das habe ich verstanden. Du siehst das eher auch als Gewinn für dich selbst, da was mitzunehmen. Und das finde ich einfach den Gedanken finde ich total spannend. #00:24:37-8#

Galina Bankova: Freut mich. #00:24:39-3#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja, eigentlich wollte ich eigentlich nur darauf hinaus, um das abzukürzen und du musst auch nichts dazu sagen, ich sage einfach mal von mir, wenn ich mir selbst die Frage stellen würde: Ich finde es super nervig Internetbanner zu sehen. Ich finde es super nervig Anrufe zu kriegen von meinem Telefonanbieter und von vielen anderen. Ich finde es super nervig Flyer im Briefkasten zu haben und habe das Gefühl, genau das gegenteilige Gefühl als du, das ist gar nicht wertend gemeint, das ist einfach nur mein Gefühl, dass diese Leute sich eben zu wenig Gedanken machen. Und dennoch, ich werde das jetzt ausprobieren, ich werde es probieren und mir diese Sachen mal angucken und versuchen werde versuchen rauszufinden: „Ist da jemand, der hat sich dabei was gedacht, oder eben nicht?“ Und ich überlege mir auch wirklich da nochmal den Leuten dann ein Feedback zu geben dazu. #00:25:23-1#

Galina Bankova: Ja. Das fände ich vor allem für dich, mit dem, was du machst, sehr spannend, weil du ja die Profi-Brille auf hast und du kannst Menschen ganz professionelles Feedback geben, wieso der Flyer jetzt keine gute Idee ist, oder aus welchem Grund dieser Anruf zu dieser Zeit gar nicht passend ist. Und so könntest du dich auch nochmal profilieren. So könntest du nochmal neue Kunden gewinnen und auch Menschen mit deinem Fach auch sehr viel Mehrwert bieten. #00:25:52-4#

Sebastian Eisenbürger: Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Finde das echt spannend. Gut, dass wir hier sitzen. #00:25:56-9#

Galina Bankova: Schön ja. Freut mich sehr. Darf ich vielleicht noch zwei Sachen loswerden, die ich zum Thema Marketing mache, wo ich denke, dass sie bis jetzt sehr gut gelaufen sind und auch eine große Rolle für den Erfolg von DoWorkYouLove gespielt haben? #00:26:14-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:26:15-1#

Galina Bankova: Das Eine ist: Ich mache sehr viel greifbares als Merchandising für das Unternehmen. Das finde ich insofern gut, weil es den Menschen in dem Netzwerk, ob Kunden, oder einfach mal Bekannte, Freunde, hilft, etwas mitzunehmen, etwas als Anker von dieser DoWorkYouLove-Energie bei sich zu haben, ob das Postkarten sind, oder Kaffeetassen, oder Kugelschreiber und so weiter. Das ist eine Sache, die im ersten Moment mit Investitionen verbunden ist und, ich denke, dass es jedem Unternehmen sehr viel bringt, egal, ob das Unternehmen sehr digitalorientiert ist, oder auch nicht. Einfach mal greifbare Sachen den Menschen anzubieten, die natürlich hochwertig sind, die als eine Art Botschafter für die Idee, für die Vision, für das Produkt, für das Unternehmen sind. Das ist so das Eine. Das Zweite, was ich sehr bewusst in den letzten Jahren gemacht habe, ist die Gespräche, die ich führe, und die Beziehungen, die ich aufbaue, ob zu einzelnen Menschen, oder zu Unternehmen, sehr langfristig zu sehen, also nie jemand kurzfristig abzufertigen und schnell das Geld zu kassieren für eine Beratung, oder für eine Veranstaltung, sondern den Menschen als eine sehr, sehr langfristige als Bestandteil des Netzwerks zu sehen, und immer mit der Einstellung: „Was ist das, was ich für den Menschen tun kann? Was ist das, was ich für die Organisation tun kann?“, ob mit einem Satz, mit einem guten Wort, mit einem guten Gefühl, oder vielleicht auch mit ganz konkreten Maßnahmen. Und dann, in so einem Gespräch, wenn das Gespräch so anfängt, dann ergeben sich sehr viele Sachen auch für mich persönlich, oder für mein Unternehmen, für mein Netzwerk, Dinge, von denen ich profitiere. Und das finde ich als Einstellung in Punkto, nicht nur Unternehmensführung, sondern auch Marketing, sehr gewinnbringend und macht auf jeden Fall auch sehr, sehr viel Freude. #00:28:22-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das sind zwei wirklich ganz, ganz wichtige Sachen. Das Erste geht so in Richtung Erlebnisse, im Grunde eben nicht nur eine Webseite zu bieten, oder irgendwie „das sind die besten Features meines Produkts“, sondern tatsächlich sich zu überlegen: „Was soll mein Kunde fühlen, wenn er sich mit meiner Marke, oder meinem Produkt, in Verbindung sieht?“ Und da ich bin komplett bei dir. Es braucht etwas Haptisches. Es braucht ein Erlebnis. Es braucht ein Event. Es braucht irgendetwas, wo es zu einer Beziehung kommt. Und eine Beziehung über ein digitales Medium aufzubauen, ich glaube das geht einfach nicht. Das digitale Medium ist ein Kanal und auch nur ein Kanal, nicht mehr, nicht weniger. Das andere, was du sagst, ist auch super spannend, weil das begegnet mir was jeden Tag: Beziehungen. Ich habe da den Begriff CRM direkt im Kopf. So, wenn ich, oder wenn es um den Begriff CRM geht, ich glaube es gibt keinen Begriff, zumindest in meiner Welt nicht, der so vielfach belegt ist wie dieser Begriff. Das ist ein bisschen, und daher ich mit vielen Softwareleuten, mit Technikern, zu tun habe, wenn die an CRM denken, denken die an irgendeine Software. So, und wenn ich über Kundenbeziehungsmanagement spreche, dann denken die an eine Software. #00:29:30-6#

Galina Bankova: Oh ja. #00:29:32-3#

Sebastian Eisenbürger: Und ich habe inzwischen so einen kostenlosen E-Mail Kurs gemacht, das sind, glaube ich, acht Teile, wo ich erkläre, was Kundenbeziehungsmanagement tatsächlich bedeutet. Und da kommt das Wort Software nur da vor, wo ich sage: „Hier ist es keine Software.“ Es ist total spannend, weil aus meiner Sicht das momentan ist der Trend leider dahingehend, so wie ich das beobachte, dass das immer mehr abnimmt. Der Begriff Beziehung, was ist das eigentlich? Eine Beziehung ist eben kein Kauf, keine Transaktion. Eine Beziehung ist was, was nachhaltig ist, was beiderseitiges vor allem. Und ja, stelle gerade fest, das geht tatsächlich gerade ein bisschen unter. Unternehmen sind immer mehr an anderen Dingen interessiert, an Umsatz, an Gewinn, so dieses wirklich (…) #00:30:16-1#

Galina Bankova: Ich, wenn ich dir widersprechen darf: Es scheint so. Das ist einfach eine Entwicklung, die sich ergeben hat, aber nicht, weil die Unternehmen das so wollen, sondern weil sie nicht besser wissen, nicht besser können. Wieso sehe ich das so und wieso glaube ich daran? Jedes Unternehmen besteht aus Menschen. Es sind Menschen, die dieses Unternehmen aufgebaut haben und auch am Leben halten. Und jeder dieser Menschen will eigentlich Beziehungen haben, aber diese Menschen haben entweder nicht gelernt, wie diese Beziehungen funktionieren, oder sie bekommen beim Gegenüber keine Signale dafür, dass sie auch an einer zwischenmenschlichen Beziehung interessiert sind. Und deshalb wird die Aufmerksamkeit darauf gerichtet, was sonst noch zu tun ist, und das sind dann sämtliche andere Tätigkeiten und nur datenbasierte, datenorientierte Ziele. #00:31:10-9#

Sebastian Eisenbürger: Ich bin nur zum Teil bei dir ganz ehrlich. Ich würde das trennen. Es gibt für mich zwei Arten von Unternehmen: Das eine sind inhabergeführte Unternehmen, da ist es tatsächlich so. Da gibt es jemand, der hat sich mal was dabei gedacht, warum er ein Unternehmen aufgebaut hat. Er hat wirklich einen höheren Wert. Dem geht es in den meisten Fällen nicht darum nur zwingend Geld zu verdienen. Er hat wirklich eine Idee gehabt mal und wollte mit dieser Idee das Leben von einer Anzahl von Menschen besser machen. Und so funktioniert das Unternehmen. Dann gibt es Unternehmen, die sind tatsächlich, die gehören im Grunde Aktionären, die gehören einer großen Masse von Unbekannten, denen es tatsächlich nicht drum geht Beziehungen aufzubauen, denen geht es drum möglichst hohe Rendite zu haben. Und das ist schwierig, weil da gibt es Ziele und diese Ziele, die widersprechen dem, was Beziehungen eigentlich ausmacht. Ich bin komplett bei dir, dass da immer noch Menschen sitzen, denen es eigentlich tief im Herzen um eine Beziehung geht, nur der Job, das Unternehmen, was in dessen Konstrukt sie sich befinden, tut alles, um diese Beziehung ja zu beschneiden, so kurz wie möglich zu halten, so effizient wie möglich zu halten, da irgendwie einen Wert dran zu setzen „dieser Beziehungsaustausch hat jetzt 8€ gekostet, oder 50€ gekostet“. Das ist das sind alles Dinge, die passen da nicht zusammen. Und da ist der Trend, den ich da beobachte, der, wie ich sehe, leider zunimmt gerade. #00:32:22-0#

Galina Bankova: Ok (lacht). #00:32:24-1#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ok, du stimmst mir zu. Ja, es ist nur meine Meinung, und (…) #00:32:27-6#

Galina Bankova: Ich finde, dass es viele, viele andere Ebenen gibt, die dazugehören, nur das ist vielleicht nicht der richtige Ort, um jetzt weiter darüber zu reden. #00:32:36-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja, wir können das gerne vertiefen. Ich finde das total spannend und ja. Du hast mich eh total sprachlos gemacht schon (lacht). #00:32:44-7#

Galina Bankova: (lacht). #00:32:45-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Mich würde noch interessieren: Hast du noch irgendwie diesen, weiß nicht, andere Kanäle? Du bist jetzt sehr persönlich unterwegs auf Netzwerkevents, um für dich und dein Unternehmen Werbung zu machen. Nutzt du die digitalen Medien? Du hast vorhin Crowdfunding erwähnt und Facebook, das geht ja sehr in die Richtung. Machst du so was nach wie vor? #00:33:03-1#

Galina Bankova: Crowdfunding nicht mehr und ich nutze sehr stark die sozialen Medien. Und der Kanal, der bei mir, oder bei DoWorkYouLove, am besten funktioniert, ist Facebook. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut Facebook funktioniert. Und das kommt vor allem daher, dass wir sehr viele Events machen, die eben auf Facebook reingestellt werden können und indem Menschen dort irgendwas liken, kommentieren, oder einfach mal auf einen Knopf „ich nehme teil“ klicken, bekommen das sehr viele Menschen mit. Und das ist der schnellste Weg der Informationsverbreitung für uns aktuell. Sonst nutzen wir sehr, sehr gerne die Meetup.com Plattform, Eventbrite, was nicht nur für Ticketverkauf, sondern auch so eine als eine Suchmaschine für Veranstaltungen sehr gut funktioniert. Instagram funktioniert für uns auch sehr, sehr gut, dadurch, dass verschiedene visuelle Botschaften in die Welt getragen werden können. #00:34:07-1#

Sebastian Eisenbürger: Das geht dann eher in die Richtung Der Besucher deiner Events? #00:34:11-8#

Galina Bankova: Ja, auch Multiplikatoren, auch Partner, weil beispielsweise Partner, die mit uns zusammenarbeiten, wie beispielsweise übermorgen bin ich auf einer Messe hier in München, „Expat in the City“, und die sind auf uns zugekommen nicht weil wir uns persönlich kannten, sondern sie haben einfach gegoogelt und da haben sie nicht nur auf der Webseite Informationen gelesen, sondern auch auf Facebook, auf Instagram und so weiter. Das gesamte Package ist wichtig. Ein anderes Beispiel: Eine Messe, wo wir auch vertreten sind im Oktober, auch in München, auch eine Karrieremesse, „herCAREER“, ganz speziell für Frauen, sie wollen auch unbedingt mit uns zusammenarbeiten, weil wir eben schon eine Zeit lang Qualität liefern, weil wir dranbleiben, weil wir immer wieder den Menschen einen Mehrwert liefern, und das können sie nicht wissen, wenn wir in den sozialen Medien nicht aktiv sind, wenn wir keine Fotos von den Events zeigen, wenn wir Interviews, Feedback mit Teilnehmern nicht öffentlich zeigen und so weiter. Also sehr, sehr viele kleine Puzzleteile, die das große, ganze Bild dann formen. #00:35:23-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Machst du das sehr intuitiv, diese Kanäle auswählen, oder auch, wie du diese Kanäle bespielst, oder ist das sehr strategisch. #00:35:29-4#

Galina Bankova: Es ist eine Mischung. #00:35:30-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:35:31-0#

Galina Bankova: Es ist eine Mischung, ja. Wie wir vorhin schon drüber gesprochen haben eine Mischung aus Kunst, oder Kreatives, und Philosophie und Bauchgefühl, gepaart mit Daten, Zahlen, Fakten. #00:35:44-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ok. Sehr spannend. Ich würde jetzt gerne noch viel tiefer mit dir da einsteigen, leider reicht unsere Zeit nicht. #00:35:50-8#

Galina Bankova: Vielleicht ein anderen Mal. #00:35:52-1#

Sebastian Eisenbürger: Sehr, sehr gerne. Ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken. Das war echt besonders, was wir hier gerade besprochen haben. Es hat mich persönlich sogar ein bisschen angestoßen in eine gewisse Richtung zu denken. Fand ich total cool. Danke dir ganz, ganz herzlich Galina. #00:36:06-1#

Galina Bankova: Ich danke dir Sebastian für die Zeit und für die Möglichkeit jetzt hier mit dir über so spannende Themen zu sprechen. #00:36:13-5#

Sebastian Eisenbürger: Gebe ich dir total zurück. #00:36:15-0#

Galina Bankova: Bis bald. #00:36:15-9#

Sebastian Eisenbürger: Bis bald. Tschüss! #00:36:17-0#

Galina Bankova: Tschüss! #00:36:17-8#

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