#54: Marketing & NLP – Teil 1 (Marc Pletzer im Gespräch)

#54: Marketing & NLP – Teil 1 (Marc Pletzer im Gespräch)

In einem Jahr Podcast für Positives Marketing war mein Gespräch mit Marc Pletzer für mich das eindrucksvollste.

Marketing & NLP ist das Thema und Marc erklärt im ersten Teil NLP anschaulich und auf seine besondere Art und Weise.

Teil zwei unseres Gesprächs hat mein Verständnis für die Dinge, die ich tue – diesen Podcast, meine Arbeit und auch meine Familie – ziemlich stark verändert. Marc hat mir ordentlich was zum Nachdenken mitgegeben.

Ich wünsche mir, dass auch du dich beim Hören auf Marc einlässt und bin mir sicher, dass auch du beim Höre einiges zum Nachdenken haben wirst.

Marc betont mehrfach, dieser Podcast könne mehrfach gehört werden. Während des Gesprächs war mir nicht klar, was er meinte – nach einigen Malen Durchhören gingen mir mehrere Kronleuchter auf.

Viel Spaß mit Marketing und NLP! 🙂

Dein
Sebastian

PS: Das beste Marketing ist und bleibt – kein Marketing!


Transkription: Marketing & NLP – Gespräch mit Marc Pletzer Teil 1

Sebastian Eisenbürger: Marketing und NLP. #00:00:01-9#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen im Podcast für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und heute, ja, habe ich einen besonderen Gast hier, oder ich bin zu Gast bei jemand ganz Besonderem, nämlich niemand geringerem als Marc Pletzer. Er ist NLP-Trainer, Coach, Buchautor und du hast hier noch eine Menge anderer Titel, Marc, oder (lacht)? #00:00:29-0#

Marc Pletzer: Das stimmt (lacht). Danke für die Einladung. #00:00:33-2#

Sebastian Eisenbürger: Danke, dass wir das hier bei dir machen dürfen. #00:00:35-1#

Marc Pletzer: Cool. #00:00:35-7#

Sebastian Eisenbürger: Freut mich sehr. Gerade weil Marketing und NLP zumindest in meiner jüngsten Vergangenheit wirklich extrem zusammengewachsen ist und ich finde es super faszinierend, dass wir jetzt hier zusammensitzen und mal diese beiden Themen von zwei Seiten beleuchten. Magst du in zwei drei Sätzen mal erzählen, wer du bist, wenn es jemand nicht weiß tatsächlich und auch, was NLP denn bedeutet? #00:00:55-7#

Marc Pletzer: Ja, lass uns da anfangen. NLP: Neurolinguistisches Programmieren. Es ist ein Modell davon, wie das Gehirn Informationen verarbeitet und wie das Gehirn Realität erschafft und zum Beispiel auch Wahrheit, zum Beispiel auch Wissen. #00:01:18-2#

Sebastian Eisenbürger: (schmunzelnd) Ok. #00:01:19-1#

Marc Pletzer: Die Hauptfunktion des Gehirns ist Bedeutung zu geben. #00:01:22-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:01:23-2#

Marc Pletzer: Und da kommt das dann wieder ins Spiel. Wenn du sagst: „Ok, das ist ein Modell, wie das Gehirn funktioniert, oder wie das Gehirn arbeitet“ und wir sind da, dass wir sagen: „Das Gehirn gibt Bedeutung.“ dann wären wir sofort an der Stelle: Wie macht es das? Wie gibt mein Gehirn Bedeutung? Und die Logik ist, dass nehmen wir, bis wir es dann vielleicht hier hören, oder in einem anderen Kontext hören, ja nicht bewusst wahr. #00:01:52-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:01:53-5#

Marc Pletzer: Sondern du lebst, und das ist die (…) eine der Vornahmen im Modell von NLP, jeder von uns lebt in einem Modell von Welt. Da könnte man jetzt auch schon wieder drüber reden und länger drüber nachdenken. Ich bemühe mich, mich hier kurz zu fassen. Was heißt das? Es stimmt nicht mit der Realität überein. Und man kann das heutzutage an sehr einfachen Beispielen deutlich machen. Unsere Augen sind nur in der Lage im bestimmten Frequenzbereich zu Sehen. Unsere Ohren sind nur in der Lage im bestimmten Frequenzbereich zu Hören. Da gibt es sozusagen eine untere Grenze und eine obere Grenze und die Veränderung sich vielleicht im Laufe des Lebens auch noch. #00:02:31-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:02:31-6#

Marc Pletzer: Und das gilt für Alles. Alle unsere Sinne sind darauf ausgelegt Informationen zu interpretieren, die wir erhalten, in einem bestimmten Schwingungsbereich. Das gilt auch für Fühlen, das gilt auch für Riechen und das gilt auch für Schmecken. Und so nehmen wir die Welt wahr. Und mit dem, was wir wahrnehmen können, sehr schönes Wort, wahrnehmen können. #00:02:50-3#

Sebastian Eisenbürger: Fällt mir gerade auf tatsächlich, ja, wahr nehmen. #00:02:54-1#

Marc Pletzer: Mit dem, was wir wahrnehmen können erschaffen wir dieses Modell. Und das, was wir immer mehr verstehen, ist, dass es auch Grenzen in diesem Modell von Welt gibt. Dinge, die ich nicht sehen kann, nicht hören kann, nicht fühlen, riechen, schmecken, kann ich nicht wahrnehmen. #00:03:10-7#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:03:11-5#

Marc Pletzer: Zum Beispiel, und das Beispiel ist dann viel bekannt aus der Literatur: Fledermäuse können Frequenzbereiche sehen, die wir (…) oder wahrnehmen sage ich jetzt mal ganz neutral, die wir nicht wahrnehmen können, Ultraschall-Frequenzen. Hunde können erheblich besser riechen als wir. #00:03:28-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:03:29-7#

Marc Pletzer: So, das sind alles Beispiele, wo unser Modell von Welt begrenzt ist. #00:03:32-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:03:33-5#

Marc Pletzer: Das ist noch nicht so wichtig. Wichtig wird es an der Stelle, auch und gerade vor dem Hintergrund dessen, was wir in dieser und der nächsten Folge machen, an der Stelle, wo wir sagen: „Leben wir im selben Modell von Welt?“ Und das tun wir in ganz vielen Fällen. Da würden wir beide, und viele andere Menschen sich mit uns, darauf einigen können, dass das die Wahrheit ist und das wir alle dasselbe Modell von Welt an der Stelle teilen. #00:03:58-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:04:00-4#

Marc Pletzer: Und doch kommt man immer wieder, und das kann man zum Beispiel in seiner Beziehung merken, wenn man mit dem anderen Geschlecht zusammen ist, egal, ob Mann und Frau, aus welcher Perspektive man es jetzt beobachtet, aber offensichtlich gibt es da schon eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung. #00:04:14-8#

Sebastian Eisenbürger: Das kann sein, ja (lacht). #00:04:15-4#

Marc Pletzer: An bestimmten Stellen. Und da wird das eben deutlich. Also halben Schritt zurück: Es geht darum, oder es geht um ein Modell davon, wie dein Gehirn arbeitet und wie dein Gehirn Realität schafft. Was du für wahr hältst und für nicht wahr. Für möglich und für nicht möglich. Von den Wörtern her, neurolinguistisches Programmieren. Neuro ist der Gehirn-Part: neuronale Vernetzung. Linguistik ist der Sprach-Part: Linguistik, die Sprache. Oder Lingua ist lateinisch die Sprache. Da geht es um den Aspekt, dass durch die Sprache repräsentiert wird was du denkst. Du kannst nur Fragen stellen, die du vorher gedacht hast. Das heißt zum Beispiel jede Frage, die du mir stellst und jede Antwort, die ich dir gebe, sagt etwas über mein Modell von Welt aus. #00:05:08-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:05:09-5#

Marc Pletzer: Und da gibt es bestimmte Vornahmen, die du hast und die ich habe. Und bestimmte Limitierungen garantiert auch, die wir beide nicht wahrnehmen. Oder die du bei mir wahrnimmst, aber ich bei dir wahrnehme, oder nicht wahrnehme, oder wie auch immer. So, und durch die Sprache kommen wir dahinter, wie das Modell des Anderen ist. Und die These im Modell von NLP ist, dass wenn du dich persönlich verändern möchtest, und davon handelt dieses Modell im Wesentlichen, dann kann ich dir auf der sprachlichen Ebene helfen, oder dich unterstützen, weil die Sprache das entscheidende Vehikel ist, durch das deutlich wird, wie du denkst, wie du Bedeutung gibst und welche Bedeutung du gibst. #00:05:53-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:05:54-5#

Marc Pletzer: So, das ist der Linguistik-Part. Und der Programmieren-Part ist genau der Part, wo es um Veränderungen geht. Das Modell von NLP handelt darum davon, wie man anderen Menschen bei der schnellen Veränderung unterstützen kann. #00:06:07-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:06:08-0#

Marc Pletzer: Also das ist kurz erklärt. #00:06:10-7#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ja. Also ich finde das mega faszinierend, weil, ja, das ist weiß nicht, so vielschichtig wahr. Ich habe begonnen vor 1 1/2 Jahren mich damit zu beschäftigen. Habe so ganz leicht an der Oberfläche gekratzt. Und wenn ich ehrlich bin hatte ich eine Menge Vorurteile. Eine Menge der Geschichten, der Dinge, ja, die der ein oder andere auch kennt vielleicht, von wegen: „Das ist super manipulativ. Ja, warum brauchst du das?“ Bis hin zu: „Ganz mystisch. Religion. Sekte.“ Und so weiter. #00:06:39-6#

Marc Pletzer: Ja. Wuwu-Themen. #00:06:41-0#

Sebastian Eisenbürger: Genau. #00:06:41-8#

Marc Pletzer: Absolut. Absolut. Also, dieser Vorwurf, dass es manipulativ ist. Das haben ganz viele Menschen im Kopf, wenn sie diese drei Buchstaben NLP, oder eben neurolinguistisches Programmieren, hören. Ich antworte an der Stelle gerne: „Sprache ist immer manipulativ. Kommunikation ist manipulativ.“ Wir Menschen können gar nicht zusammen sein, ohne manipulativ zu sein. So. Und ich weiß, was gemeint (…) oder ich vermute ich habe eine Idee, was gemeint ist. In den 70ern und 80ern Jahren, mehr noch in den 80ern Jahren, wurde NLP bekannt als insbesondere das Tool im Sales, im Verkaufen. #00:07:22-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:07:22-8#

Marc Pletzer: Mit dem man mit sprachlichen Tricks andere Menschen von etwas überzeugen kann, oder zu etwas überreden kann und sozusagen austricksen kann, weil es eben nur ein sprachlicher Trick ist, zum Beispiel ein hypnotisches Kommando oder irgend sowas. #00:07:38-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:07:39-0#

Marc Pletzer: Und das hat definitiv das Modell von NLP ein wenig in Verruf gebracht. #00:07:44-0#

Sebastian Eisenbürger: Und es gibt es ja durchaus heutzutage das ein oder andere Derivat nenne ich es mal, dass sich damit beschäftigt. #00:07:49-4#

Marc Pletzer: Ja, absolut. Und das ist alles in Ordnung. Sozusagen NLP ist immer noch die Basis dessen, was heute in jedem Sales-Seminar, oder in praktisch jedem Sales-Seminar da draußen stattfindet, ohne dass es genannt wird. Einige nennen das dann Kybernetik-Selling. Und das sind im Wesentlichen hypnotische Sprachmuster. Andere nutzen eben einfach nur eine andere Terminologie. Ich würde da gerne einen halben Schritt zurück gehen, weil das entscheidende, was man Verstehen darf, ist: Das Modell des NLP erklärt wie Sprache funktioniert. Ich mache den genauer. Mit dem Modell des NLP haben wir ein Modell. Es ist nur ein Modell, es muss nicht die Wahrheit sein. Aber wir haben ein Modell, mit dem wir erklären können, was in dem Gehirn zum Beispiel eines möglicherweise Kunden vorgeht, wenn ich Sprache in einer bestimmten Art und Weise benutze. #00:08:39-7#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:08:40-0#

Marc Pletzer: So. Wir hatten ja ein schönes Beispiel in dem Kontext, in dem wir hier gerade zusammen sind. Und das ist ein Beispiel, was glaube ich jeder da draußen nachvollziehen kann: Wenn ich zu einem Menschen sage: „Du trägst die Verantwortung für dein Leben.“ Dann waren wir ja an der Stelle, dass die ganz viele Teilnehmer im Kurs das Gefühl hatten: Das fühlt sich wie eine Last an. #00:09:02-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Mhm (bejahend). #00:09:03-5#

Marc Pletzer: Nicht alle, aber schon, also eine ganze Reihe. Ich würde sagen die Mehrheit, ohne dass ich es genau gemessen habe. Waren schon einige, die komisch geguckt haben, die gesagt haben: „Stimmt, oh, ach, ne.“ Wenn ich sage: „Du kannst jeden Tag so gestalten, wie du möchtest.“ wo ich sagen würde: „Diese beiden Aussagen sind nicht dramatisch unterschiedlich.“ haben viele Menschen, also viele Teilnehmer in dem Kontext gesagt: „Wow, das fühlt sich toll an. Das ist das, was ich will.“ Sozusagen wenn ich die Wahl hätte zwischen „ich trage die Verantwortung für mein Leben“ und „ich gestalte jeden Tag so, wie ich möchte“, dann nehme ich bitte das Zweite. #00:09:41-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:09:42-7#

Marc Pletzer: So. Wir könnten jetzt erst nochmal eine halbe Stunde diskutieren, ob die beiden Sätze semantisch wirklich gleich sind. Aber ich würde sagen sie sind sehr nah aneinander in der Aussage, in der Kernaussage. Aber worum geht es? Dein Gehirn verarbeitet die Informationen unterschiedlich, je nachdem, welchen dieser beiden Sätze ich wähle. Und das Modell von NLP ist ein Modell, was ganz viel von dem Feedback handelt. Deswegen erwähne ich das. Ich kann etwas sagen. Das entscheidende ist: Was ist das Feedback, was ich von meinem Gegenüber bekomme? Das heißt wenn ich jetzt zum Beispiel Vater oder Mutter bin und ich sage meinem Kind, dass jetzt gerade am Ende der Pubertät, oder am Ende der Zeit ist noch Zuhause zu leben, und ich sage zu meinem Kind: „Du trägst jetzt die Verantwortung für dein Leben.“ dann löst das in dem Kopf dieses Kindes andere Bilder aus, als wenn ich sage: „Weißt du, du hast jetzt die Möglichkeit jeden Tag so zu gestalten, wie du möchtest.“ #00:10:37-9#

Sebastian Eisenbürger: Klar. Gestalten, tragen: Das sind ja schon die Worte, die irgendwo sehr aussagekräftig sind. #00:10:43-0#

Marc Pletzer: Ja. Es sind auch diese Verben, die eine riesige Rolle spielen. Und das Wort Verantwortung ist bei dem ein oder anderen negativ belastet und fühlt sich irgendwie schwer und groß und wie auch immer an. So. Ist das manipulativ, wenn ich den zweiten Satz sage, statt des ersten? Ja! #00:10:59-4#

Sebastian Eisenbürger: Klar. #00:11:00-3#

Marc Pletzer: Weil ich dann sozusagen dem Kind, wenn es jetzt darum ginge, diesem jungen Menschen, bessere Gefühle mache. #00:11:06-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:11:07-1#

Marc Pletzer: Weil ich demjenigen ein Leben voller Möglichkeiten eröffne, anstatt dass er die Verantwortung tragen muss, oder trägst. So. Insofern ja. Sprache ist manipulativ und Sprache bewusst einzusetzen ist ein Wunder. Und das ist das, was ich jeden Tag tue. Und das ist das, was ich liebe an meinem Beruf. Und diese Begeisterung für Sprache, diese Begeisterung für Genauigkeit und diese Begeisterung für Wirkung, das ist das, was ich unseren Teilnehmern weitergebe und weitergeben möchte. #00:11:43-5#

Sebastian Eisenbürger: Wo ist der Zusammenhang zur Rhetorik? Vielleicht ist das ein geläufigerer Begriff. #00:11:47-0#

Marc Pletzer: Ich glaube, also, das ist nur eine Begrifflichkeit. Für mich ist Rhetorik irgendwo ganz woanders, weil ich Rhetorik-Kurse besucht habe. Und in diesen Rhetorik-Kursen ging es um deutlich andere Dinge. Ich erinnere mich grob, ohne dass ich mich darauf vorbereitet hätte und jetzt fundierte Quellen in meinem Kopf hätte, ich erinnere mich grob, dass Rhetorik die Kunst des Redens ist. Und das muss nicht stimmen. Das müsste ich nochmal im Lexikon nachlesen. Jedenfalls in den Rhetorik-Kursen, die ich besucht habe, und das ist viele, viele Jahre her, ging es um etwas anderes. Da ging es um: Wie halte ich meine Hände? Wie stehe ich auf der Bühne? Wie atme ich? Wie fange ich an? Und das, was wir häufig verpasst haben, zumindest in diesen Kursen, die ich besucht habe und in den Büchern, die ich zum Thema Rhetorik bisher gelesen habe, ging es häufig nicht um die Wirkung. Jemand kann rhetorisch geschult sein und kann eine tolle Rede halten. Und ich habe diese Menschen in unseren, also in unseren Seminaren natürlich auch. Vor allen Dingen auch in sowas, was wir Kommunikationstrainer nennen. Wenn ich diese Menschen vor eine Gruppe stelle und lasse die eine Minute reden und frage dann: „Sage mir mal, wie sich jetzt die Menschen fühlen, die dir gerade zugehört haben.“ können viele von diesen brillanten Rednern mir keine Antwort geben. Insofern würde ich sagen, und das ist völlig subjektiv: So, wie ich Rhetorik in meinem Leben erklärt, gelehrt bekommen habe, hat Rhetorik mit dem Senden zu tun. Und die Art und Weise, wie wir Sprache verwenden und wie wir Kommunikationstraining, Ansprachen halten, Reden halten, Vorträge halten, Trainings geben, schulen, hat mit dem Feedback der Teilnehmer zu tun. Ich möchte mitbekommen, wie das, was ich sage, auf die Menschen, oder den einzelnen Menschen, wirkt, der vor mir sitzt. #00:13:56-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, das ist sehr spannend tatsächlich. Ich denke gerade darüber nach, weil ich mich ja gerade in beiden Bereichen so ein bisschen fortbilde. Einerseits NLP, andererseits Rhetorik. Weiß nicht, ob du die Toastmasters kennst? #00:14:05-2#

Marc Pletzer: Ja. Mhm (bejahend). #00:14:06-5#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Bin ich jetzt 1 1/2 Jahren dabei und nutze das sehr für mich, für das, was ich tue, beruflich. Also auch wirklich, was meine Leidenschaft geworden ist vor Menschen zu stehen und über meine Themen zu sprechen, um die es ja auch in diesem Podcast geht. Es kann sein, dass ich es anders wahrnehme, weil ich beides gleichzeitig tue und mich da anders verhalte, als vielleicht auch andere, die dort Rhetorik lernen. #00:14:28-7#

Marc Pletzer: Ist meine Wahrnehmung, ja. #00:14:29-5#

Sebastian Eisenbürger: Das kann gut sein. Und ich, also mir bringt es so unfassbar viel tatsächlich beides zusammenzubringen. Ich halte schon jahrelang Vorträge und tatsächlich ging das immer nur auf der Sachebene. Das heißt ich habe meine Folien präsentiert, wo drauf stand: „Hier, das ist Methode 1, Methode 2, Methode 3, Methode X.“ Im Grunde war mir egal, wie der Rest das sieht. Ob die eingeschlafen sieht, oder in den Bildschirm geschaut haben, das war mir tatsächlich gleichgültig. #00:14:52-8#

Marc Pletzer: Ja. #00:14:53-5#

Sebastian Eisenbürger: Es hat mir auch keinen Spaß gemacht. Ich musste das tun, weil es Teil meines Jobs war. Und irgendwann habe ich dann angefangen festzustellen, dass ein guter Vortrag, nachdem ich selbst einige gehört habe, deutlich mehr hat, oder auch haben kann als die reine Sachebene. #00:15:06-8#

Marc Pletzer: Absolut. Ja. Und was wichtig daran ist, ist: Der Vortrag, wenn wir da beginnen, wird dann zunehmend uninteressant. Weil du kannst denselben Vortrag vor zwei verschiedenen Gruppen halten und du wirst einen völlig unterschiedlichen Response kriegen. Die eine Gruppe kann bei diesem Vortrag völlig begeistert sein. Wir könnten den mit Video aufzeichnen, so dass wir sozusagen von dem Sende-Part her dasselbe haben. Nur die Menschen, die zuschauen, werden völlig unterschiedliches Feedback geben, werden einen völlig unterschiedlichen Response haben, je nachdem, wie die Gruppe ist, wo die Gruppe ist, was es für ein Tag ist, was an Besonderheiten passiert ist, und so fort. So. Das heißt das Modell von NLP handelt von Feedback. Und das ist in der Tat, wenn wir uns vorstellen, es ist erfunden worden bisschen über 40 Jahre ist es her, dass es gefunden, oder erfunden, oder zusammengesetzt wurde. Und das hat zu der Zeit eine Trendwende eingeläutet. Und diese Trendwende ist heute noch sage ich mal nicht 100% vollzogen. Für die allermeisten Menschen, die heute Vorträge halten, handelt ihr Vortrag immer noch davon, was sie senden und nicht davon, was bei den Leuten ankommt und wie die Menschen reagieren. Und damit wird in vielen Fällen ein Vortrag unwirksam bleiben. #00:16:21-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Nur dass es so viele tun, erweckt das ja den Anschein, als ob genau das die richtige Methode ist. Ich besuche 1000 Konferenzen und Vorträge von allen möglichen Leuten, die Sachen erzählen und die sind ja wirklich fast immer gleich. #00:16:35-6#

Marc Pletzer: Mein Beileid. #00:16:36-3#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Dankeschön. #00:16:37-6#

Marc Pletzer: Habe ich mir abgewöhnt (lacht). #00:16:39-0#

Sebastian Eisenbürger: (lacht). Ich arbeite dran, dass es auch Leute gibt, die dann sehen, wie Menschen wie ich und andere Kollegen dann Vorträge halten und das dann gut finden. Und das Schöne ist: Das Feedback kommt ja an. Es lohnt sich und macht Spaß und es ist toll. #00:16:52-9#

Marc Pletzer: Es entsteht ein Vakuum. Und das andere ist: Je besser du darin wirst, das zu tun, desto mehr werden Menschen nicht verstehen, was du tust. #00:17:02-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:17:03-6#

Marc Pletzer: Sie werden sich nur fragen, warum du diesen Impact auf die Gruppe hast, also diese Wirkungen erzielst, die du erzielst. #00:17:13-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:17:14-2#

Marc Pletzer: Und die hat eben genau mich Wachheit und Bewusstheit zu tun. Ja. #00:17:19-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja, definitiv. Ich habe gerade dieses Bild im Kopf, wie ich vor einer Gruppe von Anwälten stehe in so einem riesen mega Gebäude mitten in Stuttgart. Und klar, ich wusste, da sitzen Anwälte und Steuerberater. Und das wirklich alle so aussehen habe ich nicht mit gerechnet. Ich war so der einzige, der nicht im Anzug unterwegs war, so Jeans und Hemd und so. Und dachte: „Ok, das könnte anders werden, als ich das so gewohnt war.“ Und es wurde nicht anders. Klar, es hat anders angefangen. Es war ein bisschen holpriger. Ich habe mich unsicherer gefühlt als sonst, weil das war so ein großer Konferenztisch. Also wirklich so, wie man es aus Filmen kennt, wo 40 Leute ran gepasst haben, in einem so Oval. Und ich stand halt vorne und durfte meine Sachen erzählen. Und auch da hat es funktioniert. Ich es hat wie gesagt ein bisschen länger gedauert, bis so dieser Groove dann da war, bis ich gemerkt habe „ja ok, das ist die Art und Weise, wie die Menschen ticken und was sie interessiert“, und was ich mega spannend finde. Was ich auch gerne so oft wiederhole, wie es geht. am Ende sind es alles Menschen, egal, ob sie in einem Anzug stecken, oder ob sie irgendwo eine Jeans oder einen Schlafanzug tragen. #00:18:20-7#

Marc Pletzer: Ja. Ich glaube der wichtigste Unterschied ist die Frage wie viel Angst die haben. #00:18:26-2#

Sebastian Eisenbürger: Ok, jetzt wird es wieder tiefgründig hier. #00:18:29-6#

Marc Pletzer: Nein, nein. Das ist zumindest meine Erfahrung im Umgang mit solchen Gruppen. Wenn ich Vorträge halte, oder irgendwelche Trainings gebe draußen im Mischgebiet vor normalen Menschen, die keinerlei Erfahrung mit Kommunikation und Sprache und Leben und Lebensplanung, Zielplanung und solchen Dingen haben, dann stelle ich fest, dass im Wesentlichen Ängste die Menschen davon abhalten sich persönlich zu verändern, oder ihr Leben zu verändern. So. Jetzt könnten wir, wenn wir schon so viel über Vorträge reden, uns natürlich die Frage stellen: Warum halten wir überhaupt Vorträge? Und die allermeisten Menschen, und deswegen passt das, was du gerade gesagt hast, die allermeisten Menschen halten Vorträge, um Wissen oder Informationen zu transportieren. #00:19:14-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:19:15-6#

Marc Pletzer: So. Wenn du studiert hast, oder wenn du irgendwann mal in deinem Leben viele Dinge Wissen musstest für eine Prüfung (…) Ich erinnere mich zum Beispiel: Ich habe vor vielen Jahren den Jagdschein gemacht und für den Jagdschein darf man eine Menge Informationen büffeln, die man danach nie wieder braucht: Namen von, ich weiß gar nicht, ich glaube über 40 verschiedenen Entenarten zum Beispiel. So, das ist pures Auswendiglernen. Das lernt man wirklich auch nur für die Prüfung. Und die wichtigen Enten kennt man und den Rest der exotischen Enten kennt man nicht. Worum es mir geht ist: Wenn ein Mensch die Erfahrung macht, dass er eine Menschen Stoff lernen muss, dann ist zumindest meine Erfahrung und das, was ich von den allermeisten Menschen höre, die mit mir darüber sprechen, dass die beste Methode dieser Wissensaneignung ist, sich an einen möglichst stillen Platz zu setzen und möglichst für sich alleine zu lernen. Wir reden nicht davon, dass man dann nochmal in einer Gruppe, in einem Rep-Kurs oder was auch immer zusammenkommt und vielleicht nochmal über Methoden diskutiert oder über Verständnisfragen. Aber das reine vermitteln oder aufnehmen von Informationen, die allermeisten Menschen bestätigen mir, dass das am besten funktioniert im stillen Kämmerlein für sich alleine und dann drückt man sich dieses Wissen ins Hirn. Wir sind nicht an der Stelle, wo wir darüber diskutieren, ob es Sinn macht oder nicht. Mir geht es um was anderes. Wenn da draußen eine Menge Vorträge gehalten werden mit der Absicht Informationen rüberzubringen oder Wissen zu vermitteln, wir aber, zumindest der weit überwiegende Teil von uns sagt: „Die beste Methode sich Wissen anzueignen oder Informationen aufzunehmen ist diese zu lesen im stillen Kämmerlein und auswendig zu lernen“ (…) Und ich weiß nicht, wie es dir geht, selbst für normale Informationen, ich sage jetzt mal Dinge, die ich per E-Mail bekomme, die lese ich lieber als dass jemand mir die erzählt. Ich kann die Informationen schneller erfassen, wenn ich die lese. Ich bin auch jemand der gerne Bücher liest. Das ist für mich die optimale Art. Ich höre auch Hörbücher. Und ich lese auch Bücher. Das ist für mich die optimale Art Informationen aufzunehmen, wenn es also nicht so sehr um wissen geht, sondern man sagt: „Okay, es geht darum Zusammenhänge zu verstehen.“ dann würde ich eventuell den Vortrag in einer zweiten Position nehmen. Aber für mich wäre ein Buch, was ich lese, Top Nummer 1.

So. Wenn das stimmt, dass das für die Mehrheit der Menschheit so ist, dann macht es keinen Sinn Vorträge zu halten, um Informationen zu vermitteln. So, jetzt könnten wir die Frage stellen: Welche Absicht hat dann ein Vortrag? Welche Absicht hat ein Workshop, ein Seminar, ein was auch immer, irgendetwas, was ich mit Publikum tue? #00:22:03-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:22:04-4#

Marc Pletzer: Und jetzt gibt es bestimmt noch den ein oder anderen da draußen, der gerade denkt: „Ja, Selbstdarstellung.“ Und das stimmt auch. Es gibt eine Menge Redner, die auf die Bühne gehen, um sich selbst darzustellen. Den würde ich jetzt auch mal außen vor lassen wollen. Und dann lande ich, zumindest für mich, und das darf jeder, der uns zuhört, für sich selber prüfen, an einer ganz simplen Stelle: Der Grund, warum ich Vorträge halte oder Trainings gebe ist: Ich möchte, dass die Menschen sich neu und anders Verhalten als bisher. #00:22:35-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:22:36-5#

Marc Pletzer: Ich halte Vorträge und ich gebe Seminare und Workshops und alles, was ich tue, damit DU dich danach anders verhältst als vorher. Ich möchte also eine Verhaltensveränderung erzielen. Und das ist der einzige für mich sinnvolle Grund, sich vor eine Gruppe zu stellen. So, jetzt darf ich mir, wenn ich vor den Anwälten stehe, natürlich die Frage stellen (…) oder Steuerberater oder was auch immer. Bei mir sind es manchmal Bänker, Versicherungsleute, was auch immer, je nachdem, welches Unternehmen mich überredet oder überzeugt. Ich darf mir die Frage stellen: Welches neue Verhalten möchte ich in diesen Menschen haben? Welches neue Verhalten möchte ich denen schenken? Weil die meisten Menschen, wenn du sie fragen würdest vor deinem Vortrag: „Welches neue Verhalten möchten sie können, wenn ich mit ihnen fertig bin? Das hört sich jetzt sehr blöde an, aber welches neue Verhalten hätten Sie gerne nach meinem Vortrag?“ Die Frage können die meisten Menschen ihnen nicht beantworten. #00:23:28-8#

Sebastian Eisenbürger: Das stimmt. Ich habe gerade darüber nachgedacht, warum Vorträge und warum nicht Buch. Für meine Antwort ist die, dass ich aus einem bestimmten Grund zu einem Vortrag eingeladen werde, nämlich wahrscheinlich der, dass derjenige, der diesen Vortrag veranstaltet, möchte, dass die Teilnehmer ein Wissen mitnehmen. Und ein Buch können sie aus der Hand legen. Ein Vortrag, den können sie langweilig finden #00:23:49-6#

Marc Pletzer: Und dann hören sie nicht zu und nehmen das Wissen nicht mit. #00:23:52-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja und da ist eben noch der Faktor der Person da, die da steht und das Wissen vermittelt. Ich glaube wenn die was spannendes #00:23:57-2#

Marc Pletzer: In aller Regel ist die langweilig. #00:23:59-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja, nur da gibt es ja Ausnahmen, die unter anderem auch hier ausgebildet werden. #00:24:03-5#

Marc Pletzer: Ja, schau, von den Ausnahmen reden wir nicht. Uns ging es darum: Die allermeisten (…) oder mir ging es darum: Die allermeisten Vorträge werden gehalten für Informationsvermittlung. Wenn Informationsvermittlung besser in anderen Medien funktioniert, dann empfehle ich andere Medien zu nutzen. #00:24:18-1#

Sebastian Eisenbürger: Da bin ich komplett bei mir. #00:24:19-0#

Marc Pletzer: Ok. Und das war die Stelle. #00:24:20-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:24:20-8#

Marc Pletzer: So. Wenn du gut werden willst auf der Bühne, und Bühne ist einfach nur gemeint mit „du sprichst zu mehr als einem Menschen“ und du kannst dieselben Techniken auch noch nutzen, wenn du zu einem Menschen sprichst. Aber du sprichst zu mehr als einem Menschen und du hast die Absicht klar, dass du diesem Menschen die Möglichkeit geben möchtest sein Verhalten zu verändern. Dann darfst du, bevor du vor diese Menschen gehst, klarhaben, was das neue Verhalten ist, dass du denen beibringen möchtest. #00:24:53-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:24:53-4#

Marc Pletzer: So, jetzt sind wir mitten im Modell von NLP. NLP nutzt Sprache dafür, damit Menschen ihr Verhalten verändern können. #00:25:01-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:25:01-9#

Marc Pletzer: Warum verändern Menschen ihr Verhalten nicht? Weil sie Angst haben. Also ist das Erste, was du zu tun hast, wenn du einen Vortrag hältst: Du darfst den Menschen die Angst nehmen. Wenn du Angst nicht nimmst werden sie sich nicht verändern, zumindest nicht in der Leichtigkeit und zumindest nicht einfach und zumindest nicht schnell. #00:25:19-1#

Sebastian Eisenbürger: Ist es tatsächlich der einzige Grund? #00:25:20-9#

Marc Pletzer: Mein Modell von Welt, ja. Angst ist der einzige Grund, warum Menschen sich nicht verändern. #00:25:25-0#

Sebastian Eisenbürger: Ok, Desinteresse, kein Problem, kein Bedürfnis in Sicht ist kein Grund. Ok. Das ist jetzt in meinem Kopf noch so der Grund, warum Menschen sich nicht mit solchen Sachen beschäftigen. #00:25:36-1#

Marc Pletzer: Ja ja ja. Beschäftigen ist ein anderes Thema. #00:25:40-8#

Sebastian Eisenbürger: Ok, du meinst dann wirklich die Veränderung vornehmen. #00:25:44-1#

Marc Pletzer: Absolut. #00:25:44-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:25:45-5#

Marc Pletzer: So. Jetzt könntest du sagen, wenn du vor deinen, ist ja jetzt egal, Steuerberatern stehst, Anwälten stehst, vielleicht hattest du nicht klar, was das neue Verhalten ist, was die können sollen, wenn du mit ihnen fertig bist? #00:25:57-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja, doch schon. Also meine Vorträge da handelt es um Digitalisierung, Marketing mal anders, anders als es klassischerweise getan und gelehrt wird. #00:26:07-0#

Marc Pletzer: Ok, das ist kein neues Verhalten. #00:26:08-6#

Sebastian Eisenbürger: Das Verhalten ist das sich (…) Ja, das stimmt (lacht). Es ist ein anderes Vorgehen, eine andere Perspektive. #00:26:18-0#

Marc Pletzer: Das ist ein keines Verhalten. #00:26:19-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das stimmt. Ist interessant gerade. #00:26:23-2#

Marc Pletzer: Ich weiß, deswegen Frage ich dich. Was ist das neue Verhalten, was du bewirken möchtest mit dem, was du tust? #00:26:29-9#

Sebastian Eisenbürger: Die Frage nehme ich mal mit. Die kann ich jetzt hier nicht richtig beantworten. #00:26:33-5#

Marc Pletzer: Das ist gut. Nimm dir Zeit dafür. Nur das ist entscheidend: Du darfst völlige Klarheit haben, welches neue Verhalten du danach haben möchtest. #00:26:42-7#

Sebastian Eisenbürger: Sehr cool. #00:26:45-4#

Marc Pletzer: Was tun diese Menschen, nachdem du deinen Vortrag gehalten hast, tun, aktiv tun, Tätigkeit, anders als vorher? So, du könntest jetzt auf einer sehr basic, auf einem sehr basic Level anfangen und kannst sagen: „Ok, die beschäftigen sich mit Ideen wie disruptive. Die fangen an die digitalen Medien zu verstehen. Die laden sich, ist egal, WhatsApp, Instagram, YouTube, irgendeine App auf ihr Handy und spielen damit. Die lernen diese neuen Medien kennen, oder die neuen Möglichkeiten kennen. Die nehmen ihr acht Jahre altes Notebook oder Laptop oder was immer sie haben, schmeißen es aus dem Fenster, kaufen sich was vernünftiges Neues. Die verstehen, dass sie das atmen müssen, bevor sie es tun können und fangen dann an zu handeln.“ Und dann sind konkrete Handlungen. #00:27:34-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:27:34-9#

Marc Pletzer: So, der entscheidende Punkt ist: Wenn wir als Vortragende, im weitesten Sinne, was immer das ist, Trainer, Vorstand, also im Sinne von Manager, wenn ich Menschen führe, dann möchte ich klar haben, was ist das neue Verhalten? Und zu welchem neuen Verhalten möchte ich die bringen? Und je konkreter zu klar hast, welche Handlungen du haben möchtest, desto besser werden deine Vorträge. #00:27:57-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Das ist echt spannend. In anderen Bereichen ist mit das völlig einleuchtend, wenn ich über eine Webseite nachdenke, über eine Kampagne nachdenke. Da gibt es immer diesen einen „Call-To-Action“. Das ist die Handlung. #00:28:06-0#

Marc Pletzer: Exakt da waren wir jetzt. #00:28:07-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:28:07-9#

Marc Pletzer: Ja. So, und dann darfst du gut darin werden die Menschen dahin zu bringen, dass sie sich auf diese Weise noch verhalten. Schau, und dazu darfst du, und das ist wieder mitten aus dem Modell von NLP, zwei Dinge berücksichtigen. Menschen verändern sich aus zwei Gründen: Entweder sie haben große Ziele oder sie haben große Schmerzen. So, wenn du jetzt das Marketing-Beispiel nimmst, deine Vorträge: Die eine Möglichkeit ist, dass du sagst: „Schauen Sie, wenn Sie die neuen Möglichkeiten nutzen und Sie machen Marketing mit Unterstützung und im Internet und auf den neuen Plattformen und mit den neuen Möglichkeiten, werden sie so viel mehr Kunden in Ihrem Unternehmen haben, es wird so viel besser laufen, es wird so viel einfacher und so fort.“ So, das habe ich bei einem Vortrag neulich ausprobiert für dich. Und hier ist dieser Geschäftsführer und du hast die Antwort bestimmt auch schon 100 Mal bekommen. Und er sagt zu mir: „Ok Herr Pletzer. Jetzt probiere ich diese neuen Möglichkeiten, die sie mir da alle Vorschlagen, jetzt probiere ich die alle aus. Dafür muss ich erst mal Mitarbeiter einstellen. Ich muss PCs kaufen. Ich muss die ganzen Investitionen machen. Jetzt wollen sie wahrscheinlich auch noch, dass ich da auf Google und YouTube und Facebook Geld ausgebe und dann gebe ich das alles aus und dann stellt sich nach einem Jahr heraus, dass das alles nicht funktioniert. Und dann?“ #00:29:15-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das ist die spannende Frage. #00:29:18-3#

Marc Pletzer: Hier ist meine These: Die allermeisten haben nicht genügend Schmerzen, um sich zu verändern. Und wenn du jetzt in dem Bereich disruptiv unterwegs bist, weil bei mir zumindest in dem Business-Akademie-Bereich ist das Disruptiv-Thema ein riesen Thema. So, weil hier ganze Branchen, die keine Idee haben, was Digitalisierung bedeutet, in meinem Modell von Welt, ich sage es mal dramatisch, die werden einfach hinweggefegt. #00:29:47-7#

Sebastian Eisenbürger: Ist richtig. #00:29:48-2#

Marc Pletzer: Sozusagen die haben nicht einmal eine Idee, was da passiert. Die nennen das Phänomen, um jetzt mal ein Wort zu nennen, die nennen das Phänomen Amazon oder die nennen das Phänomen Google und haben eine Old-Fashion-Denke und sagen: „Wenn ich bei Google auf Platz 1 bin, bin ich safe, oder auf Platz 2 oder 3. Bin ich safe, safe.“ Und du sagst: „Hey, das ist nicht das, was Digitalisierung bedeutet. Das ist nicht das, was disruptiv bedeutet. Es wird deinen Markt hinwegfegen.“ #00:30:16-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, das ist spannend. Ich war vor kurzem gerade bei einem Welt-, also wirklich einem Weltmarktführer, einer der größten deutschen Firmen und die Aussage gehört: „Das Internet? Das sitzen wir aus. Das ist ein Trend.“ #00:30:26-1#

Marc Pletzer: Ja. So, und hier ist die Stelle. Diese Firmen wird es hinwegfegen, bevor sie es geschnallt haben. #00:30:32-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:30:33-3#

Marc Pletzer: So, jetzt sind wir beide an einer ähnlichen Stelle unterwegs. Wir sagen: „Ich würde die gerne dahin bringen, dass die zukunftsfähig werden. Ich hätte das gerne.“ Menschen verändern sich, das ist mein Modell von Welt, aus zwei Gründen: Große Ziele. Die haben diese Firmen nicht. #00:30:52-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:30:53-2#

Marc Pletzer: Die haben in diesem Bereich keine großen Ziele. #00:30:55-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:30:55-7#

Marc Pletzer: Also bleibt dir als Vortragsredner, als Speaker, als Autor, als was auch immer du tust, um andere Menschen zu bekehren, nur noch ein Weg: Große Schmerzen. #00:31:07-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:31:09-1#

Marc Pletzer: Und ich nehme den Weg nicht immer. Aber hier waren diese Bänker von einer der größten schweizer Banken. Und dies war ein Management-Training und dies waren die Nachwuchs-, die Top-Nachwuchskräfte. Ende 20, Anfang-Mitte 30. Die Besten der Besten. Ausgewählt für einen Workshop mit mir mit 80 Leuten. Und das Thema des Workshops war Veränderung. Und ich sage: „Okay Ihr Lieben. Ich habe an sich, wenn ihr über Veränderung sprecht, nur eine Frage: Was macht Ihr, wenn das Geld abgeschafft ist?“ #00:31:41-5#

Sebastian Eisenbürger: Tja. Da geraten wir echt ins Wanken. #00:31:45-4#

Marc Pletzer: Und jetzt passiert was Spannendes. Es ist überhaupt keine Welt ins Wanken geraten. #00:31:48-5#

Sebastian Eisenbürger: Nein? #00:31:49-1#

Marc Pletzer: Sondern das, was die danach 2 Stunden getan haben, ist, sie haben mir begründet, warum das Geld nicht verschwinden wird. Verstehst du? Wenn die jetzt die Metapher, die da drin ist, das haben die natürlich nicht verstanden, aber wenn du die Metapher verstehst, die da drin ist, das ist disruptiv. Ich muss komplett mein Business wegdenken und dann sagen: „So, und wie mache ich jetzt mein Business, wenn es mein Business nicht mehr gibt?“ #00:32:17-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:32:18-7#

Marc Pletzer: Und das verstehen, und ich meine, verstehst du, das sind hochintelligente Menschen. Die haben alle studiert. Die haben Doktortitel und die sind unglaublich wichtig. Das sind die Hoffnungsträger dieser Bank. Die Bank will mit denen die Zukunft gestalten. Die verdienen richtig viel Geld, heute schon. #00:32:35-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:32:36-1#

Marc Pletzer: Die werden morgen die Vorstände dieser Bank und anderer Banken in der Welt sein. Diese Menschen, die da saßen, Männer und Frauen. Aber in dem Moment, wo ich sage, wie wäre es, wenn wir uns mal mit radikaler Veränderung beschäftigen (…) verstehst du, hier ist der entscheidende Unterschied. Und man kann diesen Podcast, den wir jetzt gerade machen, mehrfach hören, weil der auf verschiedenen Ebenen ist. Das eine ist, dass ich sage: „Okay, was wäre mit einer radikalen Veränderung, aber ich rede nicht darüber?“ Verstehst du, es ist ein Unterschied, ob ich drüber rede, weil das ist die Frage, die ein normaler Mensch, ein normaler Manager stellt. Der Vorstand sagt zu seinen Mitarbeitern: „Was wäre, wenn es eine radikale Veränderung gäbe?“ Und dann denken die alle radikale Veränderung, radikale Veränderung, radikale Veränderung, keine Ahnung, wir sind safe. Dann gehe ich her und rede nicht darüber, sondern ich springe direkt rein. #00:33:33-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:33:34-2#

Marc Pletzer: Ich sage: „Ok, wir haben kein Geld mehr. Was macht ihr jetzt?“ #00:33:36-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:33:37-6#

Marc Pletzer: Ja. Und das ist ein wichtiger Unterschied im Leben. Es geht nicht darum drüber zu reden. Wir können auch ein Beispiel aus dem Privatbereich dann nehmen. Du könntest nach Hause kommen und deine Frau sagt zu dir: „Ich hätte gerne, dass du dich liebevoller verhältst.“ Das ist reden über. #00:33:52-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:33:53-3#

Marc Pletzer: Wenn sie sagt: „Nimm mich bitte in den Arm und gib mir einen Kuss.“ Dann hast du ein konkretes Bild in deinem Kopf, was zu tun ist. Jetzt kannst du dich entscheiden, das zu tun, oder nicht zu tun. Ich hoffe, dass du dich dafür entscheidest, das zu tun. Nur jetzt habe ich eine konkrete Anweisung. #00:34:09-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:34:10-0#

Marc Pletzer: Aber „verhalte dich liebevoller“, „denk disruptiv“, nimm dieses Beispiel. Hä?! Daraus kommt kein neues Verhalten. #00:34:16-8#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Das ist richtig, ja. #00:34:18-4#

Marc Pletzer: So, ich habe also diese jungen Manager, diese Nachwuchskräfte, massiv unter Druck gesetzt. Und hier war eine Managerin, die einen unter Vorstand ist. #00:34:27-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:34:28-3#

Marc Pletzer: Und ich habe wirklich Gas gegeben. Und ich war eingeladen worden als Speaker, um Gas zu geben. Ich bin halt bekannt in der Branche als derjenige, der wirklich schüttelt. Und wenn Manager mal wirklich geschüttelt werden wollen, dann beschäftigen sie jemanden wie mich. Und das ist okay. Ich mag die Rolle. Und ich habe wirklich geschüttelt. Und die Managerin hat sich mit mir unterhalten und sie hat gesagt: „Herr Pletzer, ich verstehe nicht, dass sich nicht einer gewehrt hat. Nicht einer.“ Und ich sag: „Schauen Sie, Ihre gesamte Bank handelt nur mit Angst. Führungsstil von vor 100 Jahren. So, in dem Moment, wo ich vorne sitze und drücke auf den Angst-Knopf, sind die alle starr.“ So, was war passiert? Hier sind aus der ganzen Welt Manager eingeflogen worden und die hatten alle das Gefühl sie sitzen in einem Assessment-Center. #00:35:22-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:35:22-8#

Marc Pletzer: Die hatten alle das Gefühl sie werden gefilmt, geprüft, getestet. Und jeder hatte nur ein Ziel: Er hält den Ball flach und er bemüht sich so gut dazustehen, wie es nur geht. Er bemüht sich den Referenden intelligente Fragen zu stellen. Und ich hatte ein anderes Ziel. Ich wollte, dass die sich neu und anders verhalten. Jetzt hat natürlich jeder gedacht: Was ich will ist, dass sie sich im Job neu und anders verhalten. Aber das war nicht meine Absicht. Ich wollte, dass sie sich irgendwo in ihrem Leben anders verhalten. Also habe ich eine Menge zu ihren Beziehungen gemacht und habe sie eine Menge gefragt zu ihren Beziehungen im privaten Bereich. So, und meine Absicht war klar. Im Business werde ich die nicht ändern, weil die halten sich für die Creme de la Creme des Business. Aber ich werde ihr Privatleben durcheinander würfeln. Und sie werden anders mit ihrer Frau umgehen und ich mag den Gedanken. Weil wenn du anders mit deiner Frau umgehst, dann verändert sich dein Leben. #00:36:16-9#

Sebastian Eisenbürger: Das ist spannend. Lass uns hier mal (lacht) kleinen Cliffhanger einbauen. Du hast ein wenig schon über Marketing gesprochen, sind wieder ein bisschen zurück ins Privatleben gekommen. #00:36:25-0#

Marc Pletzer: Wir sind ganz am Anfang (lacht). #00:36:26-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja (lacht). Weiter geht es in der nächsten Folge. Dann wie immer vielen, vielen Dank Marc. #00:36:32-2#

Marc Pletzer: Sehr gerne. #00:36:33-1#

Sebastian Eisenbürger: Es war super, super spannend, sowohl die Einführung in NLP als auch der Schwenk in die Schweiz. Und dann bis zur nächsten Woche. Tschüss! #00:36:38-0#

Marc Pletzer: Genau, bis nächste Woche. Tschüss. #00:36:40-8#

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