#52: Marketing, Podcasting & viel mehr – Teil 1 (Sina Paries im Gespräch)

#52: Marketing, Podcasting & viel mehr – Teil 1 (Sina Paries im Gespräch)

So viel Ehrlichkeit gab es selten in meinen Gesprächen. Über das Podcasting wollten wir sprechen. Eigentlich. Haben wir auch – und über viel, viel mehr! 🙂

Das war ein Ausnahmegespräch, das wir hatten im Hotel am Moritzplatz in Berlin. Sina und ich philosophieren über unser Arbeit, unsere Werte, unsere Vergangenheit, über Podcasting und Marketing.

Es ist schon fast lustig, wie wir von einem Thema zum nächsten springen.

Ich will an dieser Stelle gar nichts verraten – sei gespannt, hör rein und vergiss nicht, dir auch Sinas Podcast anzuhören: https://itunes.apple.com/de/podcast/girlmeetsbusiness-podcast-der-podcast-f%C3%BCr-dein-girlbusiness/id1168415660?mt=2

Sinas Facebookseite „Girl meet Business“ findest du hier: https://www.facebook.com/girlmeetsbusiness/


Transkription: Marketing, Podcasting & viel mehr- Gespräch mit Sina Paries Teil 1

Sebastian Eisenbürger: Marketing und Podcast. #00:00:01-5#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen im Podcast für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und heute sind wir in Berlin in einem Hotel am Moritzplatz. Ich war noch nie hier. Und freue mich total. Bei mir sitzt die Sina Paries, mit langem IE, wie ich gerade gelernt habe (lacht). Und ich bin auf Sina gestoßen, weil sie einen Podcast macht. Und ich finde das ist ein ziemlich cooler Podcast. Zumindest ist er mir aufgefallen und das ist ja schon ein paar Monate her. Bin dran hängengeblieben. Und dachte ich frage sie einfach mal, ob sie Lust hat, mit mir, ja, über Marketing und Podcast zu sprechen. Hi Sina und cool, dass du da bist. #00:00:41-7#

Sina Paries: Hallo Sebastian, ich freue mich sehr, gerade hier am Moritzplatz, weil ich komme ja gerade von der DNX und diese ganze Stimmung schwabt hier noch über. Und ich habe heute Morgen erst gemerkt: Ach, ist ja hier am Moritzplatz. Also vielen, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich immer über Podcasting zu quatschen, da ich das so liebe. #00:00:58-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich auch. Und mir ist aufgefallen, ich habe es noch nie getan in diesem Podcast. Und jetzt nutzen wir doch mal die Chance und tun das. #00:01:04-4#

Sina Paries: Ja, sehr gerne. #00:01:05-3#

Sebastian Eisenbürger: Magst du mal in ein paar Sätzen erzählen, wer du überhaupt bist und, ja, wie du zu dem Thema gekommen bist? #00:01:09-4#

Sina Paries: Zum Thema Podcasting, ach, eine schöne Geschichte. Also ich bin die Sina erst mal. Ich bin der Host des GirlMeetsBusiness Podcast. Den habe ich letzten Oktober gestartet. Und ich habe jetzt im Sommer mein Studium abgeschlossen. Ich habe Medienkonzeption studiert. Und habe mich während des Studiums schon selbstständig gemacht. Und hatte eine kleine Agentur mit meinem damaligen Freund und auch Kommilitonen. Und war in diesem ganzen Businessthema und hatte aber immer das Gefühl nicht so ganz anzukommen, beziehungsweise ich war ganz viel auch auf Gründertreffen und habe gemerkt: „Ach, hier bin ich immer irgendwie die einzige Frau.“ Und ich fand das gar nicht schlimm, weil ich immer ganz viel mit Männern gearbeitet habe. Aber ich habe mich gefragt: „Sag mal, wo sind denn die ganzen Frauen? Bin ich jetzt irgendwie ganz komisch, dass ich jetzt irgendwie mich für Business interessiere?“ Und da kam dann schon vor zwei Jahren so ein bisschen die Idee: Ich würde gerne irgendwas für Frauen und Business machen. Und war dann erst, habe tausende auf meinem Laptop, ich hatte mal sowas, das hieß dann Candy Brands, oder Candy Business Blog, wollte ich mal machen. Und dann ist ein bisschen Zeit ins Land verstrichen und dann war ich letztes Jahr auf der DNX und war in einem Podcast Workshop von Gordon Schönwälder. #00:02:31-2#

Sebastian Eisenbürger: Oh, cool. #00:02:31-9#

Sina Paries: Bin da reinsgestürzt und wollte da eigentlich gar nicht rein, weil ich habe mal vor Jahren Mediengestalterin gelernt für Bild und Ton und habe zwei Jahre beim Radio gearbeitet. Das heißt ich war nie also am Mikro, sondern ich habe Radiotrailer geschnitten. Und mir hat das immer unglaublich viel Spaß gemacht. Und ich sitze in diesem Workshop und sehe dieses Programm und denke mir: „Ey, mir hat das schon Spaß gemacht dann doch so ein bisschen“ und „hey, du kannst ja Podcasting machen!“ Und es fiel mir wie so Schuppen von den Augen, weil meine Hürde Podcast zu machen war total niedrig, weil ich diese technische Hürde nicht hatte. #00:03:08-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:03:09-5#

Sina Paries: Und, ja, dann habe ich noch so einen kleinen Tritt in den Hintern gebraucht von Timo, vom digitalen Nomaden Podcast, weil ich ein bisschen Angst hatte. „Kann ich das? Darf ich das?“ Und so kam dann der GirlMeetsBusiness Podcast letztes Jahr zustande. Es hat auch mit Businessthemen angefangen. Mittlerweile hat sich das sehr gewandelt, dadurch, dass ich mich sehr gewandelt habe. Ich war jetzt gerade, oder komme frisch aus Bali. Und so hat das alles angefangen. Und der Podcast war meine Eintrittstür wieder in eine neue Welt, wieder zu mir selbst und ich bin einfach so, so glücklich, dass ich letztes Jahr diese Entscheidung getroffen habe, diesen Podcast zu starten. #00:03:46-1#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Das heißt es gab, ja, es gab da vor dem Podcast schon die Idee. Du warst selbstständig hast du gerade erzählt nach dem Studium. Und sollte der Podcast dann wirklich auch ein Marketinginstrument sein, für das, was du getan hast? War das mehr so ein Projekt, um mal auszuprobieren, was da so geht? #00:04:00-7#

Sina Paries: Ich glaube Podcasting ist ein super Tool, um sich zum Beispiel als Experte zu positionieren, oder Reichweite aufzubauen. Aber ich war wirklich an einem Punkt, ich hatte letzten Sommer eine interessante Situation. Ich habe ein mega geiles Jobangebot bekommen, von einer Agentur, große Kunden, super Team, hätte direkt gut viel Verantwortung bekommen, auch gutes Geld. Und ich war eigentlich genau an dem Punkt, wo ich immer sein wollte. Ich habe studiert, was ich wollte. Ich liebe Konzeptionen nach wie vor bis heute. Hatte diesen Job, dieses Angebot, und habe gemerkt: „Mist!“ Ich habe echt gedacht: „Ich will es nicht mehr. Es ist nicht meins.“ Und das war auch total schwierig für mich, weil ich gedacht habe: „Bin ich jetzt total bekloppt?“ Weil ich einen super Abschluss habe und gedacht habe: „Jetzt schmeiße ich alles über den Haufen.“ Und ich war so ein bisschen lost. Und für mich war der Podcast immer eine Möglichkeit. Ich wusste ich muss Leute kennenlernen. Ich will lernen und ich weiß gerade gar nicht, wo es hingeht. Da war so diese Tendenz irgendwie Selbstständigkeit, das fühlt sich auch gut an, da will ich weitergehen. Ich weiß nicht wohin. Aber ich muss mit Leuten in Kontakt kommen. Ich will mir ein Netzwerk aufbauen. Aber ein Netzwerk aufbauen klingt so technisch. Ich brauche eine Familie. Ich brauche Leute, die mich verstehen. Und da kam dann die Idee des Podcasts, dass ich gesagt habe: „Hey, ich glaube mir macht das super viel Spaß. Ich interview Leute.“ Mittlerweile ist der Podcast auch so ein bisschen meine Selbsttherapie so ein bisschen sage ich immer, weil ich mich jede Woche frage: Was ist mir eigentlich wichtig? Was will ich eigentlich nach da draußen tragen? Und diese Plan von „ich brauche Leute, die mich unterstützen“ ist total aufgegangen. #00:05:48-6#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:05:49-1#

Sina Paries: Von daher, wie gesagt, genau, war der Podcast mein Einstieg. Ich liebe meine Community und alle Menschen, denen ich begegnet bin seitdem. Aber man kann es natürlich auch für andere Sachen nutzen, war jetzt aber nicht bei mir so, weil ich natürlich, ich hatte kein Konzept und keinen Plan und keine Message und so. Dann kann ich mich mit, also ich kann mich ja nicht für etwas positionieren, wenn ich mich ja noch nicht positioniert habe. Dann kann ich ja nicht rausgehen so. Also geht schon, aber dann ist, ja. #00:06:16-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich weiß nicht. Ich würde schon sagen, dass du das kannst und ich würde sagen das funktioniert. Und offensichtlich: Es hat ja funktioniert. Und ich glaube auch immer, oder ich bin davon überzeugt: Es gibt immer das Ziel und vielleicht siehst du es nicht. Du läufst trotzdem in irgendeine Richtung und musst halt feststellen irgendwann, vielleicht ist das jetzt die Zeit abzubiegen, nach rechts oder links. #00:06:32-0#

Sina Paries: Genau. Und das war dieses, ich wusste nicht wie, aber der Podcast war absolut die richtige Richtung. Es war so ein Gefühl. Und, ja, ich bin einfach nur happy, dass ich dem nachgegangen bin, echt, weil mir, ja, Podcast auch so viel gibt. Wir haben ja vorher schon so ein bisschen drüber gesprochen, dass ich immer Bühne schon so ein ganz großes Thema für mich war, und ich Bühne für mich bedeutet (…) Also so als Kontext: Ich habe mal so ein bisschen, du bist ja dann in dieser Situation, ja, also ich hatte diesen Plan, ich will Konzepterin werden, und stelle mich dahin. Und es war auf einmal alles weg. Und ich bin in diesem luftleeren Raum und du fragst dich: „Wer bin ich eigentlich?“ Und ich bin zurück in meine Kindheit und habe mir überlegt: Was war eigentlich so ein bisschen außergewöhnlich, nicht unnormal, sondern außergewöhnlich? Und ich sage mal mit sechs Jahren zu sagen: „Mama ich würde gerne auf die Bühne Micky Maus tanzen“, würde ich sagen, das machen viele Kinder. Aber mit zehn Jahren vor 3000 Menschen sprechen und das lieben ist eine Tendenz. #00:07:37-5#

Sebastian Eisenbürger: Was hast du da gemacht, wenn ich fragen darf? #00:07:39-4#

Sina Paries: Ich bin, ich war 15 Jahre lang im Karnevalsverein und war Büttenrednerin tatsächlich. Wir waren damals zu so einem Dreier Trio und hatten natürlich die Herzen aller Zuschauer, weil wir waren ja kleine Kinder und da, also, ja, wir haben so Büttenreden gemacht und Witze erzählt auf der Bühne. Und das war, echt, das kam so auf mich zu. Und dann haben wir so bei so einem Wettbewerb mitgemacht. Der hieß Spaß aus der Bütt. Und den haben wir damals gewonnen, weil wir keine Konkurrenz hatten, weil es keinen in unserer Kategorie gab. Und dann sind wir damals bei „M’r Sin nit so“, das ist der größte Karnevalsverein im Saarland und, ja, im Saarland auf jeden Fall. Und da durften wir damals im Vorprogramm auftreten vor 3000 Menschen in der Saarlandhalle und wurden auch gefilmt und so. Und das war irgendwie, wo ich im Nachhinein gemerkt habe: Hey, das ist doch eigentlich eine Tendenz. Also auch so im Studium. Das allergeilste im Studium fand ich das Tutorium, als ich anderen Leuten was mitgeben konnte. Und Bühne bedeutet für bin ich irgendwie. Ich hatte oft immer Angst auf die Bühne zu gehen, weil ich Angst hatte, verurteilt zu werden, dass es so wirkt, als würde ich mich jetzt darstellen wollen. Aber das war es für mich nie. Ich wollte immer, ich war auch immer Klassensprecherin. Ich wollte immer für andere Menschen sprechen, weil ich oft das Gefühl hatte, ich habe das irgendwie mitgegeben bekommen. Und ich sage immer, wenn ich auf der Bühne bin, bin ich so ein Upgrade von mir selbst. Ich bin viel selbstbewusster. Ich bin offener. Und das war dann irgendwie, das kann ich nicht mehr ignorieren. Und das habe ich dann aber, als ich mein Studium angefangen habe, habe ich aufgehört zu tanzen, bin weggezogen und war total in meiner Businesswelt und Ziele machen. Und als ich den Podcast angefangen habe, habe ich gemerkt: „Oh, hier ist meine Bühne wieder.“ Habe ich gemerkt: „Oh, jetzt bist du langsam wieder so Zuhause.“ So, das hat dann wieder angefangen. Und mit dem Podcast ist jetzt viel mehr Zuhause mit Familie. Also ich sage Familie sind immer jetzt diese ganzen Menschen, die bei mir sind. Die sind jetzt auch alle da. Und das hat mir mein Podcast wieder gebracht. Und es ist so schön. Und es wird noch viel mehr Bühne kommen. Aber deshalb ist (…) Ich liebe Podcast. Ich liebe Podcasting, weil das mein Medium ist. Es ist einfach mein Medium. Und das ist für manchen, ich finde zum Beispiel Schreiben, schreiben kann ich nur für mich. #00:09:56-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:09:57-2#

Sina Paries: Ja, da mache ich irgendwelche Notizen. Also bloggen zum Beispiel finde ich auch toll. Ich kann es nicht. ich habe es probiert. Das kriege ich nicht hin. Da muss ich das alles strukturieren. Und Podcast ist wie jetzt, zack, anmachen, losreden und ich liebe das. Und das ist, da habe ich einfach was gefunden, wo ich merke, das ist meins. Und das ist toll. Und das ist auch ein Raum, wo ich mich wohlfühle, wo ich ich selbst sein kann und wo ich wirklich auch was außen tragen kann. Und das merkt, ich glaube das merkt man. Das merken die Menschen, wenn man man selbst ist und sich nicht verstellt. Und das war auch bei mir beim Podcast so. Jetzt kommen wir wieder zur Radiovergangenheit. Ich springe immer so ein bisschen. Warum ich beim Radio damals aufgehört habe und was mich extremst gestört hat, war fake. #00:10:40-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:10:41-2#

Sina Paries: Radio war für mich fake. Das ist laute Werbung. Das ist Angeschreie. Es ist ich bin in meinem Lieblingssong und dann kommt irgendwie „Seitenbacher“. Und #00:10:52-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist so lustig. Bin ich ganz bei dir, das ist, ja, ja. #00:10:55-7#

Sina Paries: Du bist in einem State, wo ich denke: „Hey, ich mache hier gerade voll Party.“ Und dann wirst du unterbrochen. Und es ist fake. Und, also, ich sage mal ich habe den Moderatoren geschrieben, was sie sagen sollten. Und ich war mal auf einer Pressekonferenz. Und ich weiß, wie viel Prozent der „Wahrheit“ unsere Nachrichten sind. Und es hat mich so gestört. Es hat mich kaputt gemacht, diese Mauern, auch von Menschen, so dieses: „Wir sind nicht nahbar.“ Und das ist auch auf Podcast. Podcast ist für mich ein Medium, wo du du selbst sein kannst. Und das zieht Menschen an, die so sind wie du. #00:11:29-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:11:30-0#

Sina Paries: Ich habe nie definiert, was ich für eine Community möchte. Und ich hatte nie, also man sagt ja dann zum Beispiel: Lege deinen Kundenavatar fest. Kann auch ein hilfreiches Mittel sein. Ich habe das nie gemacht. Ich war einfach ich selbst. Und komischerweise ist meine ganze Community, das sind Menschen die sind wie ich. Die sind ganz viele kreative Coaches, ganz viele hochsensible Menschen, offene Menschen, vielbegabte Menschen, die sich nicht entscheiden wollen. Und das liebe ich an Podcasting, diese Echtheit. Ich weiß jetzt gar nicht, wie wir darauf gekommen sind. Aber es kam gerade so raus. Und gerade dieser Moment im Radio. Du hast ja auch gerade dieses Seitenbacher, da sind wir jetzt auch wieder beim Marketing, wo ich sage: „Ne Leute, das (…).“ Wir sollten füreinander arbeiten, nicht nur für mich. #00:12:17-6#

Sebastian Eisenbürger: An der Stelle werden wir in der nächsten Episode wieder einschalten, weil das ist echt cool, weil genau das ist der Grund, warum ich das tue, was ich tue, weil ich bin komplett gegen Störerwerbung und alles das, was uns eben irgendwo aus etwas rauszieht, sei es im Fernsehen, im Radio, im Internet, ganz egal wo. Sehr, sehr cool, weil das ist ein schönes Beispiel. Ich habe da auch noch Carglass und weiß ich nicht was alles. #00:12:36-3#

Sina Paries: (singend) Carglass repariert. Carglass tauscht aus. #00:12:38-7#

Sebastian Eisenbürger: Ich habe gerade vor zwei Wochen einen Vortrag gehalten und diese Jingles eingespielt. Das war so lustig. #00:12:42-3#

Sina Paries: Ich habe die produziert, weißt du, oh. #00:12:44-0#

Sebastian Eisenbürger: Das war so lustig. Und eine Sache, die mir auch gerade aufgefallen ist, das ist mir jetzt im Moment erst bewusst geworden. Thema Bühne: Ich bin von Haus aus keiner, der auf die Bühne will, dachte ich immer. Und mir ist gerade vorhin klargeworden, ich komme ja aus der Musik ursprünglich. Das habe ich nie so als Bühne gesehen, weil tatsächlich war das für mich mehr so der Spielplatz auf der Bühne und eben auch super gerne gemacht, vor Leuten gespielt. Und tatsächlich, habe meine Frau damals kennengelernt vor 4000 Leuten. Ich habe Klavier gespielt, sie hat gesungen. Und mir ist tatsächlich nie (…) ich habe nie einen Bogen geschlagen, zu dem, was ich jetzt tue. Und hättest du mich vor zwei Jahren gefragt, ob ich mal irgendwo öffentlich reden wollte: No Chance. Also niemals. Ich war immer der Überzeugung ich könnte das nicht. Meine Stimme geht gar nicht. Dann war ich immer der Meinung ich hätte überhaupt nichts zu sagen. Das war eben anders. #00:13:31-9#

Sina Paries: (lacht) Oh yes! Da war ich auch schon. Oder da bin ich immer noch. #00:13:35-9#

Sebastian Eisenbürger: Für mich war es das Schreiben damals. Also ich habe 2015, vor zwei Jahren, meinen Blog gestartet. Ich habe immer gerne geschrieben. Ich komme aus einem Verlag, aus einem Musikverlag und bin da groß geworden mit Musikzeitschriften und dem ganzen Kram. Und habe, oder liebe es immer noch, zu schreiben. Habe das gestartet. Fand es auch cool, wie sich das entwickelt hat und habe dann Podcasting für mich entdeckt, eben auch als Versuch. Ich wollte mal wissen, was ist denn mit diesem Medium, das da so gehypt wurde damals vor 1 1/2 Jahren. Und habe jetzt im letzten Juli angefangen. Und habe da auch festgestellt: Wie cool ist das denn? Wie viel Spaß es macht tatsächlich einfach spontan Dinge zu sagen. Und, ja, eben ohne diese Struktur, ohne drauf zu achten, welche Keywords verwende ich jetzt an welcher Stelle und in welcher Häufigkeit. Nämlich es ist eine ganz andere Art der Anspreche. Es ist viel persönlicher. Es gibt dir viel mehr mit als nur der reine Text, der, ja, in so einem Blogbeitrag, oder was auch immer für einen Text, mitgeteilt wird und finde es total spannend, was auch noch passiert. #00:14:32-0#

Sina Paries: Ja, total. Darf ich noch eins sagen? #00:14:34-3#

Sebastian Eisenbürger: Klar, du darfst noch jede Menge sagen. #00:14:35-2#

Sina Paries: Weil ich jetzt auch gerade wieder dieses (Fingerschnipp) hatte. Weil du hast mich auch vorhin, wo wir unten noch saßen, gefragt: „Was ist Bühne für dich?“ Bühne ist der Ort, wo ich ich selbst bin. #00:14:44-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:14:45-0#

Sina Paries: Das ist Bühne für mich. Und das ist wirklich physisch auch eine Bühne. Kann aber auch Podcasting sein. Und wenn du gerade sagst, du hast deine Frau kennengelernt auf der Bühne, wo du Musik machst, wahrscheinlich bist du, wenn du Musik machst, auch sehr du selbst. #00:14:57-6#

Sebastian Eisenbürger: Definitiv. Und inzwischen auch bei anderen Dingen (lacht). #00:15:00-7#

Sina Paries: Dann merkt man also, ich habe immer ich merke, gerade jetzt auch auf der DNX, wenn ich ich selbst bin, und zwar wirklich. Und auch sage: „Du, mir geht es gerade schlecht. Nimm mich in den Arm. Ich bin gerade überfordert.“ Dann öffnen sich direkt auch die anderen Menschen. Und jeder hat so dieses verschiedene Situationen, wo er sich wirklich, wirklich öffnet. #00:15:19-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:15:20-0#

Sina Paries: Und das ist bei mir unter anderem die Bühne. #00:15:23-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:15:23-7#

Sina Paries: Ja. #00:15:24-3#

Sebastian Eisenbürger: Was mir da einfällt: Du hast eingangs erwähnt, dass du dich viel mit Männern umgeben hast in der Businesswelt und hast vorhin erzählt, dass du jetzt eher dich, ja, mit Frauen beschäftigt hast. Ich glaube das liegt einfach daran, nicht weil die sehr unterschiedlich sind, sondern weil Männer sich unterschiedlich verhalten als Frauen, dass Frauen sind diesem Thema gegenüber viel offener, als Männer in ihren Anzügen oft und, ja, mit ihrer Miene. Und tatsächlich, ich es ist bei mir genau so. Ich weiß nicht wie viel Prozent, der Haupthörerteil dieses Podcasts sind Frauen tatsächlich, oder zumindest die Männer sagen es nicht. (lacht) Ich weiß es nicht genau. #00:15:55-6#

Sina Paries: (lacht) Ja. Männer, meldet euch! Klopf, klopf. #00:15:57-9#

Sebastian Eisenbürger: Das Feedback kommt fast, ich weiß es nicht, 80% schätze ich jetzt mal, von Frauen bei mir. Und das ist total spannend. Und tatsächlich, ich höre da mehr so, wenn ich ein bisschen nachbohre, dass auch die Männer da auch reinhören und eben da nicht drüber reden wollen, weil es eben was anderes ist und was Neues ist und da Themen besprochen werden, die ja, ja, weiß nicht, unter Männern vielleicht nicht so ausgetauscht werden. Keine Ahnung. Vielleicht ticke ich da auch ein bisschen anders. #00:16:19-4#

Sina Paries: Ja. Ja, das ist sehr spannend, weil für alle, die ihn nicht kennen (…) ich habe in den Podcast gehört von Bahar Yilmaz. Sie macht den „Podcast für moderne Spiritualität“. Und ich war auf Bali und da war dieses Thema da. Und sie sagte: „Du musst erst deine unauthentischste Version sein, um deine authentischste Version zu sein.“ #00:16:42-5#

Sebastian Eisenbürger: Ok. #00:16:44-3#

Sina Paries: Also du (…) ich weiß nicht, wie ich das sagen soll. Ich bin im Leben, auch wenn das jetzt vielleicht komisch findet, so dankbar für all den Schmerz, den ich hatte, weil nur dadurch kann ich so dankbar sein für alles, was ich jetzt habe. Und ich musste in dieser männerdominierten, und ich will nicht männerdominiert, sondern männliche Energie, das hat nicht was mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit einer Energie zu tun, in der ich selbst auch war, musste ich so stark sein. Ich muss so wenig auf mich selbst hören und so wenig, also das heißt für mich, männliche Energie heißt für mich: „Nach vorne. Ich brauche keine Hilfe. Ich habe meine Richtung. Ich mache auch allein.“ Und das musste ich so extrem leben, um jetzt wiederum zu sagen: „Nein, wenn es mir schlecht geht, bitte hilf mir bitte, halte mich“, und das auch ein Thema ist, das ich jetzt viel, viel mehr auch vorantreiben möchte. Und ich glaube, dass generell in unserer ganzen Businesswelt, die ist geprägt von dieser männlichen Energie. Es gibt einen super Vortrag von Vera Birkenbihl, unbedingt anschauen, über Männlichkeit und Weiblichkeit. Und sie sagt im Grunde: Männer, sie sind von Mars, und Frauen von der Venus. Und wir haben uns irgendwie sind wir zusammen auf diese Erde gekommen, mit unseren Energien, und haben aber irgendwie vergessen, dass wir beide alles haben, aber irgendwie auch erst mal, wir müssen erst mal wieder miteinander reden lernen. #00:18:09-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:18:10-0#

Sina Paries: Und diese Businesswelt ist eben von dieser männlichen Energie dominiert, was überhaupt nicht schlimm ist. Also ich sage nicht: „Männliche Energie ist besser als weibliche“, sondern ich sage: „Beides braucht Platz.“ Und ich merke, dass wir derzeit in einer Welt leben von Entschuldigungen. Ganz viel Burnout. Ganz viel Stress. Ganz viel Druck. Das ist, was ich gespürt habe: Druck, Druck, Druck auf der Arbeit. Und ich glaube, dass diese ganze Yoga Bewegung, die zum Beispiel gerade kommt, dieses Achtsamkeitsding, das ist für mich dieses, eine Loslass-Energie. Und ich merke jetzt, wo ich mich mehr mit Frauen umgebe, dass ich merke, dass ich so in Balance bin und das sowohl Frauen als auch Männern mitgeben möchte. Schaut mal die andere hin. Weil ich war eine Frau und war in männlicher Energie. Und es gibt auch Männer, die sind absolut in ihrer weiblichen Energie. Die müssen wieder lernen auch wieder mehr in die männliche zu gehen, um einfach eine Balance zu finden. Wir brauchen beides. Und das habe ich unter anderem auf Bali gelernt. Und wie das funktioniert kann ich jetzt nicht sagen, weil das Puff war. Also ja, jetzt könnte ich hier irgendwas von Active Meditation reden, aber das ist wirklich, ja, das hat dieses, es musste sein, dass ich so viel mit Männern gearbeitet habe. Und ich mache es immer noch gerne. Es ist gar nichts gegen. Auch mein Podcast zum Beispiel. Ich hatte total Angst. „Oh Gott, was ist wenn ich jetzt nur so einen Podcast nur für Frauen mache, ob ich dann in dieser Feministinnen-Ecke bin?“ Und zwar im Sinne Feministinnen, oftmals wirken sie so sehr hart und „Oh, wir sind jetzt alle Opfer und wir müssen was für die Frauen tun.“ Und ich sage: „Ne.“ Wir müssen nichts für die Frauen von außen tun, sondern immer wir müssen erst mal wieder auf uns gucken. Und das passiert gerade, sehe ich in meiner Community, wenn ich sage: „Wir sind keine Opfer.“ Und wir werden auch nicht von einer, irgendeiner, Businesswelt unterdrückt, sondern wir müssen einfach nur sagen: „Ich lasse diese weibliche Energie zu.“ Und dann, mal gucken, was dann passiert. Keine Ahnung. Genau. #00:20:10-7#

Sebastian Eisenbürger: Ist spannend. Also ich habe mich mit der Frage schon beschäftigt, ein bisschen aus einer anderen Perspektive heraus, und ich finde es echt spannend. #00:20:16-7#

Sina Paries: Mhm (bejahend). #00:20:17-3#

Sebastian Eisenbürger: Ich habe immer überlegt, oder irgendwo habe ich es gelesen glaube ich, das eben es gibt gar keine Opfer und Täter. Es gibt nur eine Beziehung zwischen zwei oder mehr Personen, und jeder hat die Entscheidung, wie er sich, ob er mit seiner Rolle einverstanden ist, oder nicht. Und tatsächlich, ich würde es auch gar nicht an einem Geschlecht festmachen. Die meisten Opfer, die „genießen“ es auch in dieser Rolle zu sein, weil sie da Dinge tun können, sich fallenlassen können, die sie nicht tun können, wenn sie irgendwo auf der anderen Seite sind. Ich will jetzt gar nichts schönreden oder bewerten. Das ist einfach nur eine Perspektive auf diese Situation, wenn zwei da sind. Einer ist vielleicht lauter als der andere. Und, ja, jeder hat die Wahl da mitzuspielen, oder eben nicht. Und für mich war das damals die riesen Erkenntnis, weil tatsächlich habe ich dieselben Fragen gestellt. Hattest ja vorhin erwähnt. Was erzähle ich dir denn jetzt hier in diesem Podcast? Und habe tierisch mit mir gestruggled. Und, ja, es ist eine Selbstoffenbarung irgendwo. Jeder kann viel aus den Dingen raushören, die ich erzähle, wie ich sie erzähle. Und inzwischen, ja, ist mir das völlig egal. Ich weiß nicht, insgesamt, ich erzähle auch jedem, der mir Fragen stellt. Ich habe echt keine Geheimnisse. Jeder kann mich alles fragen, was er will, und, ja. Was ist das Schlimmste, was passieren kann? #00:21:27-8#

Sina Paries: Genau. Nichts. Und dieses „Was ist das Schlimmste, was passieren kann?“ Ich hatte zum Beispiel auf Bali den Moment. Ich hatte unheimliche Angst „Was ist, wenn ich mal kein Geld hatte?“ Das war bei mir ganz stark. Du, es passiert gar nichts. Passiert gar nichts, wenn du kein Geld hast. Es kommt einfach. Es kam dann trotzdem. Ich bin ich habe immer gesagt: „Oh Gott, was ist, wenn ich mal kein Geld habe? Ich verpuffe.“ So, peng, implodiert. Und auch, irgendwas wollte ich denn jetzt, warte, ich wollte noch irgendwas, was ich jetzt gerade sagen wollte (…) Es fällt mir wieder ein. Nicht schlimm. Wir machen weiter. #00:22:05-1#

Sebastian Eisenbürger: Wir machen weiter, ok. Ich würde noch mal den Sprung noch mal hin zum Podcast bringen. #00:22:08-5#

Sina Paries: Ja, genau. (lacht) Upps. Mal wieder etwas abgeschweift. Ja. #00:22:11-1#

Sebastian Eisenbürger: Alles gut. Ich liebe das, dass es alles so ein bisschen geht, wie es geht. #00:22:15-2#

Sina Paries: Ja, weil alles ist auch so verbunden, sage ich immer. Ja. #00:22:18-6#

Sebastian Eisenbürger: Ich kriege mit, nach viel gespiegel, dass jetzt viele Unternehmen drüber nachdenken, Podcast zu machen. Ich finde das cool und die machen sich da ganz viele Sorgen. Und es sind häufig ähnliche Sorgen. Da heißt es eben nämlich, das muss da jemand machen und derjenige soll das ja auch verkörpern und soll auch möglichst nicht das Unternehmen wechseln, weil das ist ja irgendwo dann das Gesicht, oder die Stimme, die da nach draußen geht. Und dann gibt es die Sachen, das ist ja auch, muss man kontinuierlich tun. Bringt ja nichts einmal eine Folge aufzunehmen und dann nie wieder. Dann ist es, oder scheint es super aufwendig zu sein so einen Podcast zu produzieren. Und, ich weiß nicht, ich finde das ist dann alles immer so lustig, weil das ja alles irgendwo Ausreden sind, irgendwie, ja, doch nicht das Neue ausprobieren zu wollen. #00:22:56-8#

Sina Paries: Man findet immer Gründe, für alles (lacht). #00:22:58-6#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Ach, genau. Jetzt habe ich noch einen Kommentar. Den hatte ich vorhin vergessen, oder der ist mir wichtig. Du hattest, was hast du vorhin gesagt zum Thema Persona, oder (…) ?

Sina Paries: Kundenavatar. Traumkunden. #00:23:12-4#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Das ist für mich nur so eine Symptombehandlung tatsächlich. Ich bin da kein großer Fan von. Ich weiß, viele machen das, und viele Marketingberater empfehlen das auch. Für mich ist das nur das, die Symptombehandlung, irgendwas klappt nicht, also bau den Kundenavatar, um von dem eigentlichen Problem abzulenken, nämlich das Produkt, das Angebot, nicht so super ist, wieder Anbieter es verkörpern möchte. Das heißt er steht nicht 100% dazu. das heißt es kommt nicht so an, wie er sich das vorstellt. Das heißt er braucht einen Kundenavatar, um eine Ausrede zu finden, wenn es denn nicht funktioniert, oder wenn es halt funktioniert. Ja, da sind wir bei so Tools, bei so Mechaniken, die wir einsetzen können. Wir können auch mit einem riesen Vorschlaghammer einen Nagel in die Wand hauen. Der ist auch drin. Und die Wand drumrum bröckelt dann. Oder wir wissen einfach, was wir tun, und machen das richtig. Jetzt habe ich auch den Faden verloren (lacht). #00:24:00-2#

Sina Paries: Ja, nicht schlimm, aber ich würde da super gerne einsteigen, weil, wenn wir von Persona reden, dann reden wir von User Centered Design, was ich jahrelang gemacht habe. Also es geht dadrum, ich war auch im Design Thinking, also habe eine Design Thinking Ausbildung an der hier in Potsdam, an der School of Design Thinking, und es geht immer um die Frage: Wie kann ich ein Produkt für andere schaffen? Und ich glaube es ist immer eine Balance im Business zwischen dem, was ich sagen will, und dem, was ich mit den Leuten, die mich erreichen. Was ich heute aber ganz viel sehe, ist: Es kommt Lean Startup. Design Thinking. Diese ganzen Methoden wie sie heißen. Und es ist: „Mach was für andere, damit du was für dich tust.“ Und dieses „mach was für andere, damit du was für dich tust“ finde ich in erster Linie auch total gut. Aber für mich ist immer die Frage: Was will ich eigentlich, es klingt jetzt vielleicht ein bisschen hoch hinterlassen, was ist mir eigentlich wichtig? Was will ich eigentlich hier raustragen? Was mir wirklich wichtig ist, weil ich habe gemerkt, wenn ich das raustrage, was mir wirklich wichtig ist, dann kommen die Leute automatisch, weil sonst bin ich immer fremdbestimmt. Weil zum Beispiel im Design Thinking gehst du hin, du gehst raus, du machst Umfragen, und guckst: Was sind die Probleme deiner Kunden? Und wenn du dann das Problem gefunden hast, dann baust du darum das Produkt. So. Und das funktioniert. Ja, natürlich. Aber was ist (…) Ich mache mal jetzt ein ganz, ganz plakatives Beispiel: Was ist, wenn du einen Drogenabhängigen interviewst und der sagt: „Ich brauche jetzt mehr Drogen.“ #00:25:41-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:25:42-2#

Sina Paries: Dann baust du das da außen rum. Die Frage ist: Bin ich überhaupt koscher mit dem, was der sagt? Das heißt treffe ich überhaupt die Leute, mit denen ich gerade arbeite, sind das überhaupt die Menschen, die zu dem passen, was eigentlich in mir steckt? Und dann sind wir immer wieder an dem Punkt, wo ich sage: „Wir machen User Centered Design und wir gucken auf die Probleme unserer Kunden, aber im allerersten Schritt mache ich gerade: Was will ich, was braucht diese Welt von mir?“ Und das ist etwas, das ist eine riesen Frage. Und ich musste dazu 2 1/2 Monate auf Bali und mich komplett neu aufstellen und in meine Chakren Atmen und alles. Und da kam so ein bisschen was, wo ich sage: „Ok, ja, das könnten wir mal machen.“ Und das ist nämlich ganz schmerzhaft, weil, jetzt sind wir wieder bei Masken und jetzt sind wir wieder bei im Unternehmen, wo wir ja nicht ehrlich sind, wo wir ja nicht wir selbst sind. Ja, wo wir auf die Arbeit gehen, obwohl wir schlecht sind, wo wir auf die Arbeit gehen und lächeln, obwohl ich vielleicht gerade Zuhause Stress mit meiner Frau oder meinem Mann habe, oder das Kind. Ich sage immer (…) Ich hatte früher ich hatte Angst davor, krank zu sein. Ich hatte Angst davor zum Doktor zu gehen, weil dann bin ich ja nicht auf der Arbeit. Das ist ja dieser ganze Druck. Und da wirklich zu sagen: „Was wollen wir eigentlich machen? Was ist mir eigentlich wichtig?“ Und wenn ich das gefunden habe, dann kann ich überlegen: Wie sind die Leute, die das auch cool finden? Und in der Regel sind die wie du. Und da sind wir wieder bei meinem Podcast. Ich war einfach ich selbst. Und du, alle Leute, die meinen Podcast hören, die sind so ähnlich wie ich. Das ist von automatisch passiert. #00:27:21-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:27:22-1#

Sina Paries: Und deshalb, wie du sagst, finde ich das Kundenavatarding, ist, wenn man es als Erstes macht für mich auch Symptombekämpfung, weil das zu sich selbst gucken tut immer weh. Ich hatte jetzt auch wieder vor zwei Tagen kam ein Thema hoch, wo ich (…) ich habe ja auch immer mal gedacht, dieses Persönlichkeitsentwicklungsding wird mal irgendwann einfacher. Wo du merkst: „Ne, du, da ist ein Thema. Da will ich nicht hingucken. Das tut weh.“ #00:27:42-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:27:42-8#

Sina Paries: Aber es tut so gut und, ja, immer zu sich zu gucken: „Wer bin ich?“ Und diese Frage ist so groß und so schwer. Und es ist immer wieder ein kleines Puzzlestück und auch ich werde sie natürlich noch nicht, habe sie noch nicht beantwortet. Und es ist immer Wachstum. Es wäre ja auch langweilig, wenn man irgendwann mal fertig wäre. Und ich glaube vor diesem Schritt haben Unternehmen ganz viel Angst wirklich mal zu gucken (…) #00:28:06-0#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Und das finde ich so entscheidend. Da sind wir genau an dem Schlüssel. Es geht um Veränderung. #00:28:10-4#

Sina Paries: Ja. #00:28:10-8#

Sebastian Eisenbürger: Und, ja, Persönlichkeitsentwicklung, da denkt jeder immer so an sich selbst. Und klar, das ist ja auch richtig. Nur das gilt auch für Unternehmen. Für mich sind Unternehmen auch Personen, die geprägt sind durch die Leute, die da arbeiten, natürlich von oben nach unten. #00:28:24-2#

Sina Paries: Mhm (bejahend). #00:28:25-1#

Sebastian Eisenbürger: Nur wenn das nicht funktioniert, also wenn da irgendwie ein Vorstand sitzt, der dazu da ist, um möglichst große Dividenden auszuschütten, also wirklich wenige Werte da sind und jeder da ist, um seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, ja, ist natürlich keiner da, der das Ding wirklich sich an sich zieht, eine Stimme darstellt für das Unternehmen und wirklich da spricht. Und es ist spannend. Auch die Unternehmen, die jetzt nicht mal von ihrer Stimme im Gesicht profitieren, da gibt es ja diverse in der Vergangenheit, Microsoft, Apple sind die besten Beispiele, da läuft das halt nicht mehr so, wie es mal lief. #00:29:00-1#

Sina Paries: Mhm (bejahend). #00:29:00-9#

Sebastian Eisenbürger: Und das große Warum, was dort immer ganz, ganz groß geschrieben wurde, das wird, oder in meiner Wahrnehmung ist es jedenfalls so, das weicht so allmählich auf in so ein waberndes, ja, die wollen alle ihr Geld verdienen und möglichst sicher durch alles durchkommen und so. #00:29:16-4#

Sina Paries: Total. Und auch bei mir, ich hatte totale Blockaden gehabt, wenn du Thema „Geld“ sagst. Und ich habe mal überlegt. jetzt gehen wir mal weg aus unserer Welt. Warum haben wir eigentlich angefangen Firmen zu gründen? So mal ganz früher. Und das war für mich: Ich habe einen Apfel. So. Und du hast eine Banane. Und ich hätte jetzt gerne eine Banane. Tauschen wir das. Und irgendwann habe ich aber gesagt: „Ich habe keine Banane.“ Und dann gebe ich dir dafür Geld. Das heißt für mich der Sinn eines Unternehmen ist es Wert zu schöpfen, Wert für andere Menschen zu schöpfen, und dadurch bekomme ich auch einen Wert zurück. Das heißt es geht nicht darum Geld zu verdienen. Geld passiert automatisch, sobald ich Wert schöpfe, weil (…) Ich war auf Bali und da wurde es mir klar. Ich war im Supermarkt und ich habe irgendwas gekauft. Und du gibst der Verkäuferin das Produkt. Und ich gebe das Geld. Sie gibt mir das Wechselgeld. Und sie gibt es mir zurück, mit den Händen zusammen, und sagt: „(trena casi?) Vielen Dank, dass Sie bei mir gekauft haben. Danke, dass du jetzt diesen, dass du dieses Produkt gekauft habt. Ich bin dir dankbar und ich gebe dir, ich gebe dir etwas und du gibst mir etwas.“ Und dieses Geld ist ein Ausdruck von Wertschätzung und von Dankbarkeit und nichts anderes. Geld ist, wenn man zu sagen, Geld ist Liebe. Geld ist ein Ausdruck von Dankbarkeit, weil du mir was gegeben hast, gebe ich dir jetzt auch was zurück. Und das haben wir glaube ich so ein bisschen vergessen, weil, und das ist übrigens auch witzig. Wenn wir sagen: „Wir haben Unternehmen, die sind nur darauf aus, Geld zu machen.“ Bedeutet das für mich, das sind alles Menschen, die nur Liebe wollen. Die wollen nur mehr Liebe. #00:31:04-5#

Sebastian Eisenbürger: Das ist cool. #00:31:05-8#

Sina Paries: Das ist mir gerade gekommen. Ja, doch. Und deshalb dieses Masken so, weil, ja. Und wenn wir wieder, das ist, dann sind wir wieder: Was will ich in die Welt tragen? Welchen (…) Ich habe es dir vorhin gesagt. Ich hatte diesen Moment auf Bali, wo ich sage: „Ich will, dass das jeder Mensch erfährt, diese Nähe, dieses Halten in dieser Kakaozeremonie.“ Das heißt jetzt auch nicht, dass ich Kakaozeremonien machen werde, aber wo ich sage: „Das war für mich so schön. Ich will, dass das alle anderen erfahren.“ Und ich weiß, dass es irgendwie sich dann spreaden wird und ich werde auch Geld dafür irgendwann haben, damit es fließt. Damit es fließen kann. Aber ich habe nicht das Ziel Geld zu machen. Weil Geld ist, Geld ist, das ist nur Papier. Selbst ist (…) Geld war ja mal sogar gedeckt. Ich glaube, also unser Geld war ja mal was wert. Wirklich in Gold. Das haben die ja irgendwann mal aufgelöst. Also unser Geld ist wirklich rein faktisch nichts wert. Es ist wirklich nur Papier. #00:31:56-7#

Sebastian Eisenbürger: Das ist die Bedeutung, die wir ihm geben. #00:31:58-0#

Sina Paries: Genau, ist nur die Bedeutung, die wir ihm geben. Und jetzt sind wir wieder auch ein bisschen ab, aber, ja, schön. #00:32:05-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und wir könnten da auch noch tausend (…) #00:32:07-4#

Sina Paries: Ich merke es, ja (lacht). #00:32:08-6#

Sebastian Eisenbürger: Und mir würden noch ganz viele Sachen einfallen. #00:32:10-4#

Sina Paries: Ja, ja. #00:32:11-1#

Sebastian Eisenbürger: Und wir reden wieder über Podcasting. #00:32:12-1#

Sina Paries: Wir reden über Podcasting. #00:32:13-5#

Sebastian Eisenbürger: Mich würde interessieren, tatsächlich mehr jetzt wieder ganz zurück zum operativen: Wie produzierst du deinen Podcast? Wie suchst du den Interviewpartner aus? Wie läuft das auch von der Zeit? Erzähl einfach mal ein bisschen was du da hast. #00:32:24-9#

Sina Paries: Ich gehe mal ganz zum am Anfang zurück, als ich das gestartet habe. Da habe ich mir (…) erst mal war: Ist das was für mich? Und für mich war das Ding: Ich will über 7 Folgen kommen, weil mir jemand gesagt hat, ich muss erst mal das Medium für mich antesten. Und ich mache es so. Ich suche mir Interviewpartner, die ich wirklich mag, nicht für Reichweite, sondern die ich einfach interessant finde. Mit denen möchte ich sprechen. Da an alle: Eine gut geschrieben E-Mail wirkt wunder. Das heißt ich habe mich einmal hingesetzt und eine gute Mai geschrieben. Das heißt klar erklärt: Wer bin ich? Was will ich machen? Und vor allem: Was kann ich dir geben? #00:33:05-9#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:33:06-7#

Sina Paries: Und die personalisiere ich jedes Mal. Das heißt ich habe keine Standardmails. Und das hilft unheimlich dafür Interviewpartner zu finden. Und sonst von der Technikseite her, ich zähle jetzt einfach mal Programme auf. Ich persönlich nehme auf mit Audition und ich und schneide das dort auch. Und ich glaube so eine gesamte Folge, ist immer schwierig zu sagen, wie lange das dauert, weil ich auch relativ schnell bin durch die Radiovergangenheit. Genau. Aber so rein contentmäßig bin ich da: Was ist eigentlich gerade bei mir Thema? Und ich gebe erst mal was raus. Und dann kommt von automatisch von außen auch Fragen. Also ich bin wirklich, da bin ich wieder immer beim Ich. Und das ist auch nicht Ego oder so, denn es ist einfach, weil ich gemerkt habe: Das, was mich interessiert, und die Themen, über die ich sprechen möchte, in der Regel interessiert das auch die Menschen da draußen. #00:34:01-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und das ist auch wieder ein spannender Punkt. Die meisten glauben nämlich sich Gedanken machen zu müssen: Was haben denn die anderen für Probleme? #00:34:07-0#

Sina Paries: Ja. #00:34:07-7#

Sebastian Eisenbürger: Und tatsächlich, wenn ich quasi mich selbst mal als mein eigener Traumkunde bezeichne, mich als Avatar sehe, dann wird alles ganz, ganz logisch und ganz, ganz einfach. Und tatsächlich, das ist auch das Ende eines jeden Workshop, den ich mit Unternehmen mache. Wir machen eine Übung. Wir stehen alle auf. Gehen alle einen Schritt zurück. Gehen einen Schritt zur Seite. Und ich gehe wieder einen Schritt nach vorne und gucken quasi aus der Kundenbrille auf unsere eigenen Produkte, auf unsere eigenen Marketingmaßnahmen, und fragen uns: Gefällt uns das denn da, was wir da sehen, oder gefällt uns das nicht? Und wenn wir ganz, ganz ehrlich sind gefällt uns das häufig nicht so gut. Wir machen das, weil es unser Job ist, und nicht weil das das ist, was wir richtig cool finden. #00:34:40-9#

Sina Paries: Ja. Und das ist dann total so ein schwerer Schritt. Also dieses, wir hatten auch auf der DNX die Übung mit Laura Seiler gemacht. Stelle dir jemanden vor, den du wirklich liebst. Und jetzt stelle dir vor, wie er dich sieht. Und es ist unheimlich schwer, wenn du auch sagst: „Sei dein eigener Traumkunde.“ Ich glaube bei vielen da draußen gehen gerade die Alarmglocken an so, weil dieses, ich hatte das ja auch „ich bin nicht gut genug.“ Wir haben das alle. Wir haben es alle. Und das kommt ja von irgendwo her. Bei mir war es eine Situation in der Kindheit. Und ich habe gedacht, ich bin nicht gut genug. Ich habe mich nicht selbst akzeptiert. Und es ist total ok. Es war dafür an der Zeit, aber, ja, am Ende des Tages läuft es für mich immer da wieder noch mal ins innen und zu sagen: „Ich liebe mich und ich bin es mir wert mein eigener Traumkunde zu sein, weil ich toll bin, weil ich ein toller Mensch bin und weil ich wertvoll bin und weil ich gehört gehöre.“ Und bei mir war es zum Beispiel auch am Anfang von den Folgen: Ich hatte auch Interviewpartner. Und ich hatte aber auch Folgen, da manchmal lasse ich einfach fließen. Ich weiß gar nicht über was ich rede in der Folge. Und ich könnte jetzt hier sagen und mach Content Strategie Tools, und das ist aber immer, immer nur Symptombekämpfung, Maßnahmenbekämpfung. Und für mich war einfach mal anfangen und gucken, was passiert. Und auch, wenn du noch nicht ready bist. #00:36:10-3#
Ich habe heute Morgen so ein schönes Video von Jacob Drachenberg gesehen. Und der sagt: „Wir machen diese Persönlichkeitsentwicklung, aber wir machen das nicht, um dadurch irgendwann mal gut genug zu sein. Wir nehmen nicht ab, damit wir irgendwann mal schön sind. Wir werden jetzt nicht bewusster, damit wir dann mal irgendwann gut sind. Sondern wir sind heute schon genau richtig.“ Und dieses „ich bin heute schon perfekt“, das ist so schwer. Das ist so, so schwer. Und selbst ich habe immer noch die Momente. Und ich habe das wirklich mit einem Coach gelöst. Wirklich, ich war tief unten in meinem Unterbewusstsein und habe das hoch geholt. Habe gedacht: Ach Gott. Wirklich, dieses auch wie habe ich mich fertig gemacht all die Jahre. Und das eine Aufgabe, die ist so schwer und mit der struggled jeder. Aber ich kann es nur jedem so was von an das Herz legen, sich auf diese Reise zu begeben und sich anzunehmen, wie man ist, und zu sagen: „Ich bin wütend.“ Weil ich war auch, ich, wer in dieser Persönlichkeitsentwicklungsszene ist ja auch oft dieses „denke positiv“ und ja „weg mit den negativen Emotionen“ sage ich „ne, nichts da“. Also lasse die Wut auch mal zu. So ich bin jetzt wütend. Ich sage immer wenn ich einmal im Monat meine Tage habe, du, da bin ich scheiße gelaunt, da tut es weh, und dann will ich auch mal schlecht gelaunt sein. Weil was ich gemacht habe, ich habe diese ganzen negativen Emotionen immer weggedrückt. Immer weggedrückt. Aber ich mache mittlerweile, ich nehme sie an, ich gucke sie mir an, und meine Herausforderung ist gerade so schnell wie möglich wieder in die gute Emotion zu gehen, weil ich da sein will. Aber ich drücke es nicht weg. Und dieses „sich nicht mehr fertig machen“, dahin hat mich mein Podcast gebracht. #00:37:53-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:37:53-9#

Sina Paries: Ganz ehrlich. Da hat mich der hingebracht, weil ich dadurch Menschen kennengelernt dann, die, wie das ist, und, ja, deshalb, ja. Wie gesagt, wir schweifen vom Thema Podcasting ab, aber es ist so. Und das jetzt auch jeder, der zuhört: Du musst dich jetzt nicht selbst gefunden haben, um irgendwas zu starten. Das habe ich ja auch gehabt. Ich muss perfekt sein. Ne. Heute bist du perfekt. Und du kannst nur, das ist jetzt meine Erfahrung (…) Du musst dich bewegen, um etwas in Bewegung zu setzen. Wenn du immer nur stehenbleibst und planst, dann tut sich nichts. Du musst dich bewegen, auch wenn du noch nicht weißt wohin. #00:38:32-4#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:38:33-2#

Sina Paries: Und das kann für jeden was ganz unterschiedliches sein. Das kann sogar sein: Ich hebe jetzt mal den Telefonhörer ab und rufe mal meine Mutter an, weil ich mich so lange schon nicht mehr gemeldet habe. Das kann schon eine Bewegung sein. Aber irgendwas tun und raus aus dem Kopf und irgendwie was machen, was auch immer, ja. #00:38:51-1#

Sebastian Eisenbürger: Auch da fallen mir tausend Anknüpfungspunkte ein. #00:38:54-5#

Sina Paries: Wir kriegen das mit diesem Podcasttingthema nicht so hin. Aber, wie gesagt, Podcasting ist meine Bühne und ich bin ich selbst und dann sind wir da halt immer ganz schnell. Und an alle, wenn ihr euch wirklich für technisch interessiert für Thema Podcasting, schaut vorbei bei Timo und Sascha vom digitalen Nomaden Podcast. Die haben einen wundervollen Kurs zum Thema Podcasting. Da ist alles drin wie das mit Technik geht. Oder geht zur Gordon Schönwälder. Da kriegt ihr die ganze Technik, kriegt ihr alles mit. #00:39:21-8#

Sebastian Eisenbürger: Den kann ich auch empfehlen, uneingeschränkt. #00:39:22-8#

Sina Paries: Ja, die sind super. Ja. Weil die Technik, das ist, wie gesagt, Oberfläche Kleinkram, auch wieder Kleinkram, aber, ja. #00:39:32-2#

Sebastian Eisenbürger: Es ist also viel weniger wichtig als gedacht. Als ich angefangen habe, ich habe mir einen riesen Stress um die Technik gemacht. Ich habe jedes Füllwort rausgeschnitten. Habe Stunden verbracht diesen Podcast zu schneiden und jetzt, jetzt drücke ich den Aufnahme-Knopf und drücke den Stopp-Knopf. Dann kommt da irgendeine Spur raus. Die kommt dann in meine Audiosoftware. Und dann schneide ich einmal, nämlich wenn ich meine zwei Sekunden erzähle, wie der Podcast heißt. Dann kommt meine Musik dazwischen. Und dann kommt der Rest. Das war es eigentlich. Ich habe mir mal hochgerechnet: Ich brauche pro Episode eine Stunde. Und da ist die Aufnahme schon mit drin. #00:40:05-4#

Sina Paries: Ich auch mittlerweile. Ja. Ist einfach nur noch vorne ab, hinten ab und das geht halt jetzt so raus. Letztens hatte ich auch ein Interview, da ist mir die Aufnahme mittendrin abgebrochen. Ich habe es trotzdem genau so veröffentlicht, weil ich habe gedacht „ist halt passiert“ so. Da haben wir halt nur eine halbe Folge, aber die erste halbe Folge war ja gut (lacht). So, weißt du, ja. #00:40:26-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ja, ich habe auch schon tausend Sachen. Du klingelst an der Tür und dann passiert dies und jenes und dann kommt jemand rein, na ja, alles egal. #00:40:32-7#

Sina Paries: Lassen wir drin. #00:40:33-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ich finde es cool. Ich mag das inzwischen auch, wenn ich es woanders höre. Ist halt das Leben. Es ist authentisch und das gehört dazu. Finde ich viel besser, als wie künstlich dann Hochglanz und von vorne bis hinten. #00:40:43-6#

Sina Paries: Weil so sind wir nicht, so. Wir sind halt nicht, also wir sind, ich sage immer: „Wir sind perfekt unperfekt.“ Wir sind PERFEKT unperfekt. Und das ist halt das Leben. Ist halt so. Also warum nicht zeigen? Wir wollen das irgendwie nie zeigen, weil wir so Angst davor haben, aber (…) #00:40:57-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und meine erfolgreichste Episode, die ich habe, die heißt „Marketing und Liebe“ mit Melanie Mittermaier. Und ich saß bei ihr Zuhause auf ihrer Terrasse, es war letzten Sommer, in Tuntenhausen, so heißt der Ort (…) #00:41:08-1#

Sina Paries: Ganz kurz, Melanie macht doch das mit Beziehungen? #00:41:10-8#

Sebastian Eisenbürger: „Liebe Leben“ heißt ihr (…) #00:41:11-9#

Sina Paries: Genau, sie macht doch so eine offene Beziehung. #00:41:14-2#

Sebastian Eisenbürger: So, genau, und anderem. #00:41:15-5#

Sina Paries: Ok, dann weiß ich, wer das ist. #00:41:16-4#

Sebastian Eisenbürger: Genau. Wir haben uns getroffen bei ihr Zuhause, haben nett gesprochen. Und ich fange an die ersten (unv.), da Leuten die Kirchturmglocken. Und ich dachte: „scheiße“. Das war echt am Anfang und ich wollte jetzt nicht das Ding abbrechen, weil wir waren gerade so schön im Schwung. Und dann haben wir ein paar nette Witze drumrum gemacht, von wegen „wir sind jetzt hier, reden über das Thema Liebe in Tuntenhausen, also in einem Ort, der auch noch perfekt dazu passt, direkt neben der katholischen Kirche und die gibt jetzt noch ihren Senf dazu.“ #00:41:41-7#

Sina Paries: (lacht) Die macht noch Alarm gerade. Ja. Ach, schön. #00:41:45-#

Sebastian Eisenbürger: Und das war so der Moment, wo ich dachte: „Ok, eigentlich ist es doch wirklich alles schnurzegal. Wir saßen draußen, da ist auch ein Spielplatz davor, da haben Kinder gespielt, also es war eine nette Atmosphäre da. Man hörte dann wir sitzen draußen und machen diese Aufnahme. Und alles gut. #00:41:58-9#

Sina Paries: Ja. Alles gut. #00:42:00-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Also das zieht tatsächlich nicht als Ausrede. Es muss nicht qualitativ perfekt sein. Es muss nicht alles irgendwo mit tagelangem Aufwand produziert werden. Und das einzige, was wirklich wichtig ist: Es braucht eine Person, die dazu steht, was sie sagt. Die weiß, was sie will und mutig ist, diese Dinge auch zu sagen, ohne sich zu überlegen, wenn es noch einen oben drüber gibt: „Wie sieht denn der das?“ Oder, ja, „wie komme ich persönlich damit an?“ (unv. #00:42:27-9# ), oder was auch immer. #00:42:29-6#

Sina Paries: Und auch, wie du sagst, sie sich traut das, was sie sagt. Mein Podcast hat sich total gewandelt. Die Themen, das kommt immer wieder neu. Also ich habe eins gedacht ich muss das ja planen und ich muss ja wissen, wie das passiert. Du kannst, also, das habe ich gemerkt, du das fängt erst an sich zu bewegen, wenn als ich draußen war, weil erst dann habe ich ja wirklich Feedback auch von Hörern. Und erst dann, dann fängt es wirklich an sich zu entwickeln. Also wichtig ist dieser erste Schritt ins kalte Wasser, der so echt abartig ist am Anfang, habe ich gedacht. Der Podcast war draußen und ich war happy. Und ich habe gedacht: „Bitte hört es keiner. Bitte find“, na ja, weil das war auch noch so „oh, wie ist das?“ und das ergibt sich mit der Zeit. Und wichtig ist, was ich derzeit merke, ist: Was ist heute der wichtige Schritt? Was ist heute das, was wichtig ist und was ist der erste Schritt? Weil oftmals wissen wir, was der erste Schritt ist, und machen uns schon Gedanken über Schritt 80. #00:43:24-7#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:43:25-2#

Sina Paries: Was ist denn, wenn ich den drei Monate habe und dann, egal, fang an. Heute der erste Schritt. Und der Rest, den kannst du dir ja dann morgen überlegen. #00:43:33-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und noch zu dem Vorbehalt, von wegen das muss ja kontinuierlich sein: Ich habe im Anfang des Jahres eine 10-teilige Podcastserie gemacht mit jemandem zusammen. Da geht es um Bühne übrigens. „Jeder kann“ reden heißt der Podcast. Und da geht es eben, ja, darum so die Angst abzubauen vor Menschen zu stehen und von Dingen zu erzählen. Und das funktioniert wunderbar. Das ist eine 10-teilige abgeschlossene Serie. Die ist einfach da. Die hören sich Menschen an, alle zehn Folgen nacheinander. Und dann ist das zu Ende. Da gibt es nichts mehr. Und das ist ein abgeschlossenes Projekt. Also es muss nicht irgendwie etwas sein, was über Jahre hinweg, oder Jahrzehnte hinweg, wöchentlich oder wie auch immer produziert wird. #00:44:08-5#

Sina Paries: Ja. Bei mir waren es diese sieben Folgen. Also mir hat jemand den Rat gegeben: Wenn jemand ganz neu mit Podcasting anfängt, weil Podcasting ist so ein Medium, bei YouTube zum Beispiel, du machst das Video, du hast unten drunter die Kommentare und du bekommst direkt Feedback. Podcast, da schwebst du so ein bisschen im luftleeren Raum. Du produzierst erst mal du kriegst kein Feedback. Und nach sieben Folgen ist so der Moment, wo ich merke: Habe ich richtig Bock drauf, oder lasse ich es? Und es ist einfach versuche diese ersten sieben Folgen und dann wirst du merken: Ist es meins, oder ist es nicht meins? Und wenn es nicht deins ist, dann machst du halt was anderes. #00:44:40-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Dann ist es das Schreiben vielleicht. #00:44:43-1#

Sina Paries: Genau. #00:44:43-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Was mich interessiert, machen wir mal einen Haken an das Podcasting dran (lacht). #00:44:47-6#

Sina Paries: Ja. (lacht) Ja, wir haben es geschafft. Wir sind zum Thema Podcasting noch gekommen. #00:44:51-8#

Sebastian Eisenbürger: Was mich dann interessiert ist Thema Video. Machst du da irgendwas? #00:44:54-9#

Sina Paries: Ich habe mal ein bisschen Facebook Live ausprobiert. Ich hatte immer unheimlich viel Schiss vor Video. Ich konnte mich nicht sehen. Wirklich. Und ich glaube Video wird es geben, in irgendeiner Form, aber Video wird geplanter sein. Das heißt Podcasting ist, merke ich, ist mein Tool, spontan, zack. Das ist so einfach. Ja. Da ist ja auch egal, ja, wir sitzen ja jetzt hier gerade im Hotelzimmer. Wir müssen nicht irgendwie uns Angst machen über Licht oder so. Da kann ich einfach anfangen und einfach reden. Und Video ist ein Medium, wo ich merke, ich fühle mich immer wohler damit. Und es wird es vielleicht auch mal geben, Aber, ja, mal schauen. Also ruft schon auch so ein bisschen. #00:45:45-3#

Sebastian Eisenbürger: Es ist spannend, weil tatsächlich, ich bin an demselben Punkt gerade. #00:45:47-5#

Sina Paries: Ja. #00:45:48-1#

Sebastian Eisenbürger: Ich hatte 01. Juli 2015 habe ich meinen Blog gestartet. War schon eine Herausforderung. Dann 01.07.2016 habe ich den Podcast gestartet. War auch eine Herausforderung. Jetzt naht der 01.07.2017 und tatsächlich ist das mein Go im Kopf zumindest mit Video anzufangen. Und ich habe dieselben Themen. Ich habe inzwischen echt gar keine Schwierigkeiten mich zu hören und mit mir zu reden. Völlig easy. Gar kein Problem. Auch vor vielen, vielen Menschen mache ich und mir geht es echt richtig gut dabei. Und ich weiß, dass dieses Videoding bei mir nur im Kopf sitzt. #00:46:17-1#

Sina Paries: Mhm (bejahend). #00:46:17-9#

Sebastian Eisenbürger: Also theoretisch gar kein Thema, nur praktisch dann ist die Situation eine andere. Und ich habe mir jetzt was überlegt, was ich auch beim Podcast gemacht habe, ähnlich mit den sieben Folgen: Ich produziere jetzt Videos. So 20 Stück tatsächlich, so 3-minüter jeweils, also sehr kurz. Und es ist sehr spontan und wenn mir ein Thema einfällt, weil es an diesem Tag gerade aktuell war, aus irgendeinem Seminar, aus einem Workshop, aus einem Meeting heraus, mache ich ein kurzes Video. Auch sehr unprofessionell, quasi Handy vor das Gesicht und schauen, dass es nicht ganz dunkel ist, mit einem Mikro angesteckt. Und dann habe ich diese Videos. Und die werden veröffentlicht zum 01.07., weil dann sind sie da. Und ich habe nicht das Problem abzuwarten: „Hmm, wie kommt das jetzt an? Und mache ich denn das zweite oder das dritte?“ Sondern die Videos, die bis dahin da sind, die werde ich veröffentlichen. Und da fällt es mir recht leicht, weil es mich gar nicht so interessieren muss „wie kommt das an?“ Die sind da. Und dann werde ich sehen: Klappt das, oder klappt das nicht? Das ist so mein Tipp da vielleicht ein bisschen mit dieser Angst umzugehen „wie kommt denn das an, was ich da erzähle, oder wie ich ein Video mache?“ #00:47:17-0#

Sina Paries: Und das ist ja ganz stark dieses Thema Sichtbarkeit. Also in Video da machst du dich ja nochmal viel, viel sichtbarer als über diese auditive Spur. Ich, also ich bin jemand, ich finde durch die Stimme hört man auch sehr, ob jemand da ist, ob er ehrlich ist, ob er unsicher ist. Aber wenn man jemandem in die Augen schaut, dann sieht man das wahre Ich. Und das hast du halt auf Video. Und zum Beispiel ich habe mal so bisschen angefangen mit Instagram Stories. Da hast du nämlich nicht so dieses „es muss jetzt alles perfekt sein“, weil was wir ja jetzt denken. Und dieses ganze Thema Sichtbarkeit, das ist so ein, das ist ja dann auch wieder mein dieses Akzeptanzthema, aber das, um da mehr Sicherheit zu bekommen, kannst ja einfach mal sein einen etwas persönlicheren Facebook Post zum Beispiel zu schreiben, oder einfach, wo man sagt: „Ok, ich zeige mich jetzt mal in irgendeiner Art und Weise.“ Und auch: „Genau, ich probiere das aus.“ Also ich finde diese Idee mit dieser Videodings gerade gar nicht auch so schlecht. Behalte ich mal im Hinterkopf. Und genau, einfach antesten, Schritt für Schritt. Das ist immer so das, ja, was ist heute der richtige Schritt? Mit was fühle ich mich auch wohl? Und ich habe mich am Anfang mit meinem Podcast auch überhaupt nicht wohlgefühlt. Ja, also das war, wenn man mal auf meine Timeline guckt bei mir persönlich auf dem Profil die letzten Jahre. Ich hatte unheimliche Angst mich auf Social Media zu zeigen, verurteilt zu werden. Und ich habe es dann halt einfach einmal gemacht. Und dann war so, dann war der Schalter umgelegt und jetzt ist halt, ja. Dann ist es mal irgendwie, dann ist man so drüber, sage ich. Irgendwann ist man so drüber und dann ist es irgendwie gewohnt. #00:48:48-9#

Sebastian Eisenbürger: Das ist so. Als das erste negative Feedback kam dachte ich noch: „Oh nein, oh nein, was passiert da überhaupt?“ #00:48:53-8#

Sina Paries: Ja, ich habe nur geheult. Es war ganz schlimm. #00:48:55-5#

Sebastian Eisenbürger: Habe dann auch lernen dürfen, das war auch nicht ganz unaufwendig dieser Prozess bei mir, dass das tatsächlich mit dazugehört, und dass ich ja selbst entscheiden kann: Was nehme ich an? Was nehme ich nicht an? Was nehme ich wie ernst und was nicht? Und inzwischen würde ich sagen kriege ich jetzt ganz oft negatives Feedback, nur wenn es kommt, dann ist es halt so. Dann wird es gelöscht, oder ich beschäftige dann mit, je nachdem, wer das ist. #00:49:15-2#

Sina Paries: Und das finde ich ist aber auch, also ich sehe mittlerweile negatives Feedback als ein positives Zeichen, weil es bedeutet: Ich habe anscheinend einen Standpunkt. Ich bin anscheinend klar. Und immer, wenn ich was klar ausdrücke, wird es wahrscheinlich Menschen geben, die es mögen und die es nicht mögen, weil sonst bin ich in so einem Brei so. Und den kannst du nicht greifen, ist so ok. Und wenn du negatives Feedback bekommst, dann heißt es einfach: Da ist gerade jemand nicht damit einverstanden, aber es heißt: Du bist gerade, du hast gerade meine Aussage gemacht. #00:49:44-0#

Sebastian Eisenbürger: Und genau da machen wir jetzt in der nächsten Folge weiter. Da geht es jetzt tief in das Marketing rein. Magst du nochmal bisschen erzählen: Wie erreichen dich Menschen? Wo ist dein Podcast zu finden? #00:49:53-0#

Sina Paries: Ok, wie erreichen mich Menschen? Hört gerne alle in den GirlMeetsBusiness Podcast rein. Den findet ihr auf www.GirlMeetsBusiness.de. Wird es in nächster Zeit, wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich doch, wird es ganz viel um das Thema gehen wie gehe ich grob mit der Frage: Wie starte ich so ein Business, aber gehe eigentlich da, wie gehe ich da nicht kaputt, rein mit meiner Energie? Und wie achte ich auf mich? Und wie kann ich wirklich ich selbst in meinem Business sein? Darum wird es ganz viel gehen. Ansonsten gerne auf Facebook. Und ihr dürft mich auch gerne alle auf Facebook adden, Sina Paries. Das bin ich. Das ist mein privates Profil. Mir schreiben, und genau. Ich bin da für euch, wenn ihr fragen habt. #00:50:36-0#

Sebastian Eisenbürger: Sehr, sehr schön. Ganz, ganz herzlichen Dank. #00:50:38-1#

Sina Paries: Dankeschön. #00:50:38-8#

Sebastian Eisenbürger: Wir sehen uns dann, oder hören uns dann nächste Woche wieder. Und bei dir, lieben Hörer, möchte ich mich ganz arg bedanken, dass du bis hierhin drangeblieben bist. Würde mich ganz arg über Feedback freuen, über Bewertungssterne bei iTunes, bei Facebook wollte ich gerade sagen, bei iTunes. Gerne auch über einen Bewertungstext. Da kriege ich immer mal wieder Feedback und bemühe mich immer das auch mit einfließen zu lassen in das, was ich erzähle. Dann hören wir uns nächste Woche wieder. Bis dann. Und tschüss! #00:51:02-6#

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