#49: Marketing & Psychologie – Teil 2 (Matthias Niggehoff im Gespräch)

#49: Marketing & Psychologie – Teil 2 (Matthias Niggehoff im Gespräch)

Matthias Niggehoff ist Psychologe und sehr erfolgreicher Podcaster.

Marketing und Psychologie sind zwei Themen, die mir besonders viel bedeuten. Psychologie nimmt einen wichtigen Teil ein im modernen Marketing.

Umso schöner, dass es nach fast einem Jahr „Positives Marketing“ nun zwei Podcast-Episoden zu den beiden Themen gibt.

Matthias Niggehoff nimmt uns mit in seine Geschichte. Warum wurde er Psychologe? Was bedeutet Psychologie für ihn und wie nimmt er Marketing wahr? Und natürlich: Wie betreibt ein Psychologe Marketing?

Die superspannenden Fragen – und noch viele mehr – beantwortet wir in den beiden Episoden mit dem Titel „Marketing & Psychologie“.

Mehr zu Matthias Niggehoff findest du bei iTunes, auf Facebook und natürlich auf seiner Webseite. Seinen Kurs „Verkaufspsychologie“ findest du hier.

Viel Spaß! 🙂


Transkription: Marketing & Psychologie – Gespräch mit Matthias Niggehoff Teil 2

Sebastian Eisenbürger: Weiter geht es mit Marketing und Psychologie. #00:00:02-8#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen im Podcast für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und in der letzten Woche haben wir eine ganze Menge schon gehört von Matthias Niggehoff, dem Psychologen aus Köln. Wir sitzen wieder hier und, ja, wir haben letzte Woche aufgehört, da ging es um ein paar Marketingtipps von Matthias. Die waren total gut. Das war Reziprozität und das andere war Storytelling. Also falls du noch nicht gehört hast, worum es da ging, ist jetzt die Chance die letzte Folge anzuhören. Hi Matthias. #00:00:37-3#

Matthias Niggehoff: Grüß dich. Schön, dass ich wieder dabei sein darf. #00:00:39-5#

Sebastian Eisenbürger: Ich freue mich total. Bin total gespannt drauf. Letzte Woche haben wir ja viel über dich erfahren. jetzt geht es ein bisschen mehr hier um Tacheles, Um das Marketing. Du hast viele Kanäle haben wir gelernt. Du hast einen Podcast, Instagram, Facebook, YouTube, eine Webseite, Onlineseminare und, und, und, und eine ganze Menge offline noch. Was machst du denn, um deine Sachen zu bewerben? #00:01:00-4#

Matthias Niggehoff: Ich finde wichtig erst mal, dass die Strategie passt. Also ich habe am Anfang den Fehler gemacht, sage ich ganz offen, dass ich halt einfach willkürlich alles rausgehauen habe und ich aber nicht geschaut habe: Passt das überhaupt zu der Zielgruppe, die ich erreichen möchte? Und was möchtest du überhaupt zeigen? Also was ist das Ziel dabei? Und jetzt mache ich es halt so, dass ich gucke, ich nehme mir so Themenwochen vor und sage halt: „Ok, diese Woche geht jetzt nur um Motivationstipps“, sage ich mal so. Und dann jeden Tag ein Posting dazu, oder YouTube Videos, oder Podcastfolgen zum Thema Motivation, wo ich dann sehr viel mit diesen Open Loops arbeite, also bestimmte Sachen anreiße, wo man schon eine Erkenntnis hat, und denkt: Ah, spannend. Und dann aber immer noch so ein bisschen offen bleibt, also der Kopf. Man denkt. Regt zum Nachdenken an. Und dann launche ich dann am Ende ein Produkt, dass ich sage: „hier, hier gibt es Topic und hier gibt es ein Thema und hier und hier“, dann hat man Tipps zu einem Thema und dann am Ende gesagt: „Hier haben wir halt auch noch den passenden Kurs dazu“, oder halt ein Offlineseminar. So das ist so eine Strategie von mir, weil die Leute merken halt: „Ah, der kennt sich halt aus mit dem Thema, liefert da schon Mehrwert.“ Und dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die dann halt was zurückgeben wollen und dann, zum Beispiel ein Kurs oder so, zu buchen. Genau. Ist so eine Strategie. Und ich finde es halt wichtig da auch drauf zu achten, dass es zur Persönlichkeit der Person passt, auch das Marketing, weil ich habe am Anfang bei YouTube sehr weich das gestaltet, ne, „Ich möchte den Menschen helfen“ und „Hier hast du ein paar Tipps, um glücklicher zu werden“, oder mit „Was sind überhaupt Depressionen“, also sehr weich. Nur mein Marketing war dann relativ hart sage ich ganz offen, also mit wirklich starker Verknappung, Motto „nur heute kannst dir den Kurs holen, sonst bleibst du halt voller Angst. Kannst den Kurs holen, um weniger Angst zu haben. Und solltest du den nicht holen, bleibst du halt weiter mit deiner Angst da. Aber der Kurs kann dir dann helfen damit besser klarzukommen.“ Und das halt ein großer Fehler. Es hat schon funktioniert, aber ich finde es halt wichtig, dass wie ich mich gebe, und halt auch die Marketingstrategien, zu der Person passe, passt, ne, die ich erreichen möchte. Wenn ich jetzt zum Beispiel im Bereich so Geld verdienen und so Dominanz, Status, Macht unterwegs bin, muss ich natürlich auch so auftreten, mit schicken Autos und Anzug und entsprechender Gestik dazu zum Beispiel in Videos. Und dann kann ich natürlich auf, sagen wir mal, härteres Marketing setzen. Nach dem Motto „hier, hol das und dann wirst du besser“ und so weiter. Genau. #00:03:42-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Dann triffst du aber auch genau die Personen, die so angesprochen werden möchten. Das ist der Punkt. Und ich hatte gerade schon das Gefühl, als du das erzählt hast, irgendwie fühlt es sich komisch an. Also wenn wir, ich meine ich kenne ja deine Inhalte, wenn da plötzlich kommt: „Ok, wenn du das jetzt nicht machst, dann stirbst du quasi.“ #00:03:57-5#

Matthias Niggehoff: Ja, also sehr mit Angst halt gearbeitet. Und wenn man halt so weiche Leute anspricht, die mehr so ja „Sinn, Harmonie“, also sehr in Richtung Harmonie sind, wie ich es am Anfang gemacht habe über meine Themen, dann verschreckst du die halt völlig, weil das macht denen natürlich dann Angst. Jemand, der eher so auf Dominanz unterwegs wäre, würde sagen: „Ha, dir zeige ich es. Ich hole mir jetzt den Kurs und werde dir zeigen, dass ich das gut hinbekomme.“ Also die stachelt man eher mit Angst, oder mit so Drohungen, eher an, dass sie sagen: „Jetzt erst recht. Dir zeige ich es!“ halt über diese Dominanz. Und ich beobachte sehr oft, dass die Inhalte nicht zu der Marketingstrategie passen, oder umgekehrt, die Marketingstrategie nicht, dass das eine zum Beispiel sehr weich ist und dann harte Marketingstrategie, oder die sich so als Chef geben und sehr auf Dominanz, und dann halt sehr weiches Marketing, wo ich denke: „Ok, wenn man das ein bisschen optimiert, würde es auch immer noch passen zur Zielgruppe, vielleicht sogar eher passen, und auch dazu führen, dass auch mehr verkauft wird.“ #00:04:52-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist ganz interessant. Ich sage eben Marketing ist Kommunikation und nichts anderes. Also klar, da gibt es ein paar fachliche Dinge. Die darf man beachten. Ja, und andererseits gibt es nichts schlimmeres als fachliche Dinge beachten, weil dann macht man das Gleiche, was andere tun und läuft dann in die Falle, dass eben alle das Gleiche machen. Und ich habe es jetzt gerade, kurz bisschen aufgefallen, letztes Jahr hat Alex Fischer angefangen mit seinem kostenlos Buch, jetzt werden wir überschwemmt mit kostenlosen Büchern, also ich jedenfalls. Weiß nicht, ob das dir auch so geht. #00:05:18-8#

Matthias Niggehoff: Ja, das kommt ja ursprünglich aus Amerika die Idee. (unv.) Genau. Und dann kam Dirk Kreuter und ja, ich sehe ständig kostenlose Bücher. #00:05:26-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja? Das mag auch gut funktionieren, nur ist es so, irgendwann ist das auch komisch, wenn das jeder tut, und dann sehe ich halt genau: Ok, das hat jetzt der da abgekupfert, der da abgekupfert, der da abgekupfert. Ist es so schwierig sich wirklich zu überlegen: Was ist denn meine Art, ja, Produkte zu verkaufen, meine Art Marketing zu machen? Was unterscheidet denn mein Produkt von dem anderen Produkt vom Mitbewerber und was bedeutet das denn für meine Marketingstrategie? Weil ich bin überzeugt davon, dass es immer Alternativen gibt, die mögen ähnlich sein, nur die dürfen dann anders kommuniziert werden. #00:05:56-9#

Matthias Niggehoff: Ja. Und da ist halt wichtig, wie du schon sagst, dass halt die wie ich es kommuniziere, also mit was für Sprachen, mit was für einer Sprachwahl ich arbeite. Mit was für Bildern. Wenn jetzt über Video ist, Körpersprache, Gestik, Mimik, dass es halt passt zu den Personen, oder halt mal was Neues ist. #00:06:13-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:06:14-6#

Matthias Niggehoff: Also nicht wieder zu sagen: „Ich kopiere wieder die Strategien.“ Das wird ja oft empfohlen, was ich immer traurig finde, zu sagen: „Kopiere einfach von den Leuten, die es erfolgreich machen.“ #00:06:21-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist eben total trügerisch. Das ist so trügerisch. Ja. Es ist wichtig sich das anzuschauen. Ich lese auch diese Bücher. Ich habe jetzt auch gerade Tools of Titans dann Zuhause liegen und lese das. Nur ich habe diesen Abstand. Ich weiß eben das klappt für die Person, für die Person, für die Person. Das Vorwort ist von Arnold Schwarzenegger und ich finde das cool. Ich mag das. Ich habe auch seine Biografie gelesen. Hatte auch totale Vorurteile gegenüber Arnold Schwarzenegger. Nur das ist halt er. Das hat für ihn funktioniert. Und ich kann mir da ein paar Punkte rausgreifen und gucken, ob das für mich funktioniert. Nur dieses wirklich, diese Kopie machen von irgendjemandem, das ist es nicht. #00:06:55-4#

Matthias Niggehoff: Ja. Das ist so, viele sind halt dann völlig überfordert. Also kenn ich auch noch aus meiner Anfangszeit, wo ich dann auch überlegt habe: Wie vermarkte ich das? Und die einen sagen: „Ja, du musst auf jeden Fall irgendwie Webinar machen und das möglichst automatisiert, dass du nicht live dabei bist und so.“ Weißt du. Und dann wurde geraten das zu machen, und das, und das ist halt so eine völlige Überforderung. Und viele machen dann alles mögliche und das passt halt nicht zu der Grundstrategie. Das passt nicht zu den Werten, die ich kommunizieren möchte. Nicht zur Zielgruppe. Ne, zu so weichen Leuten, wie ich das hatte, die so nach Sinn und Harmonie streben, passt halt kein automatisches Webinar, wo dann am Ende aggressiv gesagt wird: „Hier, nur im Rahmen des Webinars kostet der Kurs so und so viel und du musst das jetzt kaufen.“ Das schreckt die Leute völlig ab und dann verlierst du halt Kunden und du hast halt auch keine Kundenbindung. Also wenn das halt komplett passt. Und ich glaube viele sind auch einfach zu faul zum Denken. Also Denken ist ja eh so ein bisschen aus der Mode gekommen und viele können überhaupt nicht denken. Also sie wissen gar nicht, wie man richtig denkt, oder bedienen sich auch immer wieder dem üblichen Einheitsbrei, anstatt mal woanders mal zu gucken, zum Beispiel nach Marketingideen, wie du in der letzten Folge sagtest, mit dem Handwerk, oder das ich halt einfach woanders gucke: Wie machen die das im Offlinebereich im Handwerk? Oder wie baut ein Drogenkartell ein Marketing auf? Klar, klingt jetzt übertrieben, aber zu gucken, wie machen die das und kann ich da vielleicht was übernehmen so? #00:08:23-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich finde das total spannend. Gerade nochmal zu der künstlichen Intelligenz, die du gerade angesprochen hast. Ich weiß nicht, ich habe ich kriege das momentan ständig vorgesetzt. In den letzten zehn Jahren war das Thema Big Data so ein riesen Ding. Jeder wollte das haben. Jeder musste das machen. Keiner wusste, was das ist. Keiner wusste, was er damit machen möchte. Nur das war halt der Trend, haben alle gemacht, also müssen wir das auch machen, jedes große Unternehmen. Und jetzt ist es da. Und jetzt von wegen Denken und anstrengend und macht ja heute keiner mehr, jetzt sitzen sie vor diesem riesen Berg Daten und keiner durchschaut das, weil keiner hat sich vorher Gedanken gemacht: Was wollen wir eigentlich erreichen damit? Und jetzt wird über KI nachgedacht, also sowas wie eine künstliche Intelligenz, weil offensichtlich der Mensch nicht in der Lage ist, oder zu faul ist, sich selbst damit zu beschäftigen. So und jetzt sind die Computer hergestellt und geschaffen werden, Algorithmen geschrieben werden, die diese Denkarbeit leisten. Das ist eine total ungesunde Entwicklung aus meiner Sicht und total spannend zu beobachten einfach, wie Unternehmen sich da einfach von Dekade zu Dekade irgendwie ein neues, kleines Grab schaufeln und irgendwann so viele Gräber vor sich haben, dass sie gar nicht wissen, weiß nicht, wo ist noch Platz für das nächste. Das ist ein bisschen traurig. Andererseits ist das Entwicklung. #00:09:30-0#

Matthias Niggehoff: Aber ich glaube halt, dass viele es halt von den Kunden nicht so merken. Ich glaube das funktioniert halt in so einer in dieser üblichen Masse von Menschen und paar wenige merken das glaube ich erst so. Mit diesem kostenlosen Buch zum Beispiel, das ist auch, ja, unter uns gesagt, eine Verarschung teilweise ist, weil man dann doch 6-7€ zahlt, und dann viele den Upsell noch mitnehmen mit Hörbuch und was es da noch gibt und so. Aber ich glaube halt für die meisten Leute funktioniert das trotzdem noch. Das ist halt schade, weil halt viele nicht darüber nachdenken. Und ich finde es halt schön mal um die Ecke zu denken, mal was anders zu machen und das es halt irgendwie auch zusammen passt. Ja. #00:10:07-8#

Sebastian Eisenbürger: Ich hoffe du willst jetzt kein kostenloses Buch schreiben (lacht). #00:10:10-0#

Matthias Niggehoff: Ne, ne. Habe ich vor. Ein Bekannter von mir, der ist Investmentbanker, vielleicht kennst ihn auch, Gerald Hörhan? #00:10:14-7#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:10:15-2#

Matthias Niggehoff: Mit dem bin ich öfters mal hier in Köln auf Feiern. Der ist öfters mal hier in Köln. Und der hatte auch erst so „ja, kostenloses Buch machen jetzt viele“, ich so „lass den, lass den Mist. Mache es über einen Verlag.“ Hat er jetzt auch gemacht, irgendwie 10€ pro Buch und fertig. Und mache dir da nicht deine Reputation da so kaputt. #00:10:35-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das hat einen komischen Beigeschmack einfach, weil es jeder tut. Ja. Ich glaube mein Glück ist tatsächlich, dass ich nie eine Marketingausbildung hatte. Ich habe also nie gelernt, wie es wirklich geht. Immer halt geschaut, wie es funktioniert, also sehr operativ unterwegs. Und da, ich habe mitgekriegt, du verlagerst jetzt ein bisschen dein, kann man Schwerpunkt sagen, oder dein Haupteinsatzgebiet, bisschen weg von dieser allgemeinen Psychologie hin zur Vertriebspsychologie. Gibst (…) #00:10:59-8#

Matthias Niggehoff: Genau. Wirtschaftspsychologie und Vertrieb. Also Verkauf ist halt ein Thema, was ich drin habe, und das halt auch überwiegend viel Onlinebereich, wo ich halt auch Psychologie mit reinnehme. #00:11:12-3#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Was ist denn da besonders, also Marketing oder Vertrieb im Verkauf? #00:11:17-4#

Matthias Niggehoff: Also wo mein Steckenpferd liegt, oder wo ich mit sehr viel mache, ist halt dieses Kunden Persönlichkeitsprofiling, werde ich mir jetzt auch als Marke schützen gelassen habe, wo ich jetzt auch einige Vorträge auf Konferenzen zu gebe. Da geht es halt darum wirklich zu analysieren: Welchen Kunden möchte ich ansprechen? Viele kennen ja dieses Avatare bilden. #00:11:35-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:11:36-7#

Matthias Niggehoff: Das geht aber noch darüber hinaus, dass ich wirklich genau schaue: Wie tickt der Kunde und wie spreche ich den an, also genau welche Sprachmuster verwende ich, welche Bilder, was für Musik? Also wirklich bis ins Detail durchplanen: Wie spreche ich den an? #00:11:49-4#

Sebastian Eisenbürger: Ok, da machen wir gerade ein bisschen was ähnliches. Ist cool. Ne, ich habe tatsächlich gerade ein Webseitentemplate entwickelt, wo ich auch auf unterschiedliche Sprachmuster eingehe, auf unterschiedliche Persönlichkeitstypen, und das ist gerade in der Vertestung und bin da sehr gespannt, was da passiert. Ein super interessantes Thema, weil ich glaube auch Unternehmen ticken genau so, wie die Menschen in den Unternehmen. Also wenn da eben jemand ist mit einer gewissen Persönlichkeit, wird der seine Inhalte auch genau so präsentieren. Nur ist es halt so, der Fisch muss nicht dem Angler schmecken, sondern (…) der Fisch sage ich, der Köder muss nicht dem Angler schmecken, sondern dem Fisch, wird häufig vergessen im Marketing. #00:12:24-2#

Matthias Niggehoff: Ja. Also das, was ich eben schon meinte, dass halt die Strategie, oder das, was man macht, halt zu den Personen passt so. Und da habe ich halt einfach Typologien aus der Persönlichkeitspsychologie angewandt daraus, und dann wird das eingesetzt. Wir zeigen jetzt auf einer Amazon Konferenz hier in Bonn, die größte in Deutschland, wo geschaut wird: Wie kann ich das auf dem eCommerce Bereich anwenden, auf meine Produktübersicht bei Amazon? Wen möchte ich wie ansprechen? Weil ich halt oft sehe, dass das daneben liegt. Das sehe ich halt auch im Bereich Körpersprache, Gestik, Mimik, wo das oft nicht zusammenpasst zu der Person. Und, ja, das ist nicht so optimal so. #00:13:06-1#

Sebastian Eisenbürger: Vielleicht gehen wir da mal kurz drauf ein. Gestik Mimik zusammenpassen zur Person, also Thema Authentizität. #00:13:12-1#

Matthias Niggehoff: Mhm (bejahend). #00:13:13-1#

Sebastian Eisenbürger: Wie wichtig ist das aus deiner Sicht?

Matthias Niggehoff: Ja, mit das Wichtigste, weil man da (lacht) (…) #00:13:18-0#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ja, das war jetzt eine rhetorische Frage. #00:13:20-3#

Matthias Niggehoff: Ja, also ich finde das mit das Entscheidende, wenn man, weil was ist das Ziel? Wenn ich halt mit Menschen spreche, möchte ich halt maximale Wirkung mit meinen Worten erzielen, also dass Leute das verstehen, nachvollziehen können, jetzt im Verkauf auch irgendwas kaufen. Und darum muss das halt zusammenpassen. Und viele spüren das halt, wenn irgendwas nicht zusammenpasst. Ich habe halt nicht diese starke Wirkung. #00:13:41-0#

Sebastian Eisenbürger: Ich habe da, also das predige ich auch tatsächlich sehr, sehr häufig, und bekomme oft den Einwand: Ja, wir treten dort gar nicht als Personen in Erscheinung, sondern als Unternehmen, als Marke. Und Menschen in Unternehmen finden es oft gar nicht so schön tatsächlich authentisch sein zu müssen, sondern die sind halt irgendwie. Die bilden so ihr Konstrukt, ihre Hierarchie, ihre Organisation, die halt so ist, wie sie ist, wie die PR-Abteilung sie gerne haben möchte. Passt aus meiner Sicht so gar nicht zum Konzept „authentisch sein“, sondern ist eben tatsächlich irgendeine Maske, die irgendwo draufgesetzt wird, und die funktioniert so lange, bis jemand da ein bisschen tiefer reinschaut und feststellt: Irgendwie passt das irgendwie auch nicht gut zusammen. #00:14:17-4#

Matthias Niggehoff: Ja, oder so lange, bis halt Leute dann kündigen, weil sie sich nicht mehr wohlfühlen, weil dieses verstellen, es kommt immer auf den Rahmen an, also ein bisschen anpassen machen wahrscheinlich die meisten. Wenn ich im Kundengespräch bin, bin ich anders als irgendwie auf einer Geburtstagsparty von Freunden. Ich denke das ist klar. Aber trotzdem kann ich immer noch bestimmte Werte vertreten, die halt passen, und schon versuchen als mich selber halt da rüber zu kommen. Wenn ich mich stark verstellen muss, dann kostet das sehr viel Energie und ich bekomme dann auch nicht meine Anerkennung so stark, also kann nicht so viel Energie dort rausziehen, sondern eher kostet mich das viel Energie. Das kann dazu führen, dass Leute eher krank werden, oder irgendwann auch sagen so: „Woah, ich kann nicht mehr.“ #00:14:57-9#

Sebastian Eisenbürger: Was würdest du Unternehmen empfehlen, die genau dieses Problem haben, dass sie einerseits gerne authentisch wären, andererseits so einen Markenbild verkörpern, dass sie gar nicht, also von den Personen im Unternehmen, gar nicht verkörpert kriegen. #00:15:11-7#

Matthias Niggehoff: Die Leute einstellen, die dazu passen. #00:15:13-8#

Sebastian Eisenbürger: (lacht). #00:15:14-2#

Matthias Niggehoff: Ja, also klar. Wenn man eine klare Unternehmensphilosophie hat, und ich kenne halt auch Unternehmer, Unternehmen, die setzen halt im Vertrieb halt wirklich auf so eine rabiate, also hartzelligen, Dirk Kreuter nennt das immer diese Hunter, also die halt wirklich dann losgejagt werden und sagen dann: „Ihr braucht kein Team sein. Ihr müsst euch auch nicht verstehen. Hauptsache jeder generiert da den Umsatz und vertickt viel“ und so. Also eine sehr auf Dominanz und Status geprägte Unternehmen. Und dann stelle ich natürlich nur die ein. Und das lässt sich schon ganz gut rausfinden, wie ticken die Leute und so. #00:15:49-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja, setzt ein gewisses Mindset voraus, eben diesen Schritt gehen zu wollen, die Bereitschaft dazu, diesen Schritt gehen zu wollen. #00:15:55-4#

Matthias Niggehoff: Aber immerhin ist es dann ehrlich. Wenn ich halt wirklich sage: „Ja, ich (…)“, also ich jetzt nicht persönlich, aber jemand wirklich sagt so: „Mir geht es nur um die Kohle und ich will halt die Kunden, dass die dann kaufen.“ Finde ich es immer noch ehrlicher als manche Leute, gerade im sozialen Bereich, oder in diesen in der ganzen Öko-Industrie, habe ich schon oft erlebt wirklich bei Trainings in so Bioketten oder so, wo dann halt auf heile Welt gemacht wird, wir haben uns alle lieb und ja und alles Fair Trade, dann aber wirklich üble Sachen hinter den Kulissen ablaufen, die halt nicht mehr authentisch ehrlich sind, und nett sind, sondern genau das Gegenteil. #00:16:27-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Stattdessen ist eben dieses Markenbild, das sehr stark Gefahr läuft irgendwann zusammenzubrechen. #00:16:32-1#

Matthias Niggehoff: Ja. #00:16:33-0#

Sebastian Eisenbürger: Ja. #00:16:33-8#

Matthias Niggehoff: Und das erlebe ich halt da gerade, also (unv.) #00:16:36-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Magst du verraten, musst du nicht, wenn du nicht möchtest, was für Methoden du einsetzt für dein Marketing? Du hast diesen Open Loop schon angesprochen. Gibt es da noch weitere? #00:16:45-1#

Matthias Niggehoff: Ja, halt ganz viel in Richtung Launch-Strategie, was ich schon meinte, dass ich halt Inhalte anfüttere und dann plötzlich „hier, das Produkt und dann bekommt ihr alles“ sehr viel. Ja, E-Mail Marketing mache ich auch mit, bin ich aber am Überlegen, wie weit ich das weiterführe. Also es funktioniert halt schon. Aber irgendwie habe ich keinen Bock mehr auf Newsletter und so. Klar, die Leute öffnen schön. Also ich dachte halt früher immer so: „Ja, wer liest denn irgendwie Newsletter oder so?“ Und es funktioniert sehr gut. Aber irgendwie habe ich da selbst halt keine Lust mehr. Lieber halt über Social Media, oder wenn ich im Podcast erwähne: „Es gibt ein neues Seminar. Sind noch ein paar Plätze frei.“ (unv.) Genau. Sehr gerne nutze ich die Verknappung. Halte ich immer noch für das mit Abstand effektivste Methode der Verkaufspsychologie, Sachen zu verknappen. Also ich sage es sind halt nur fünf Plätze für das Seminar, ist ja auch so, hast du gesehen. Es gibt nur fünf Plätze. Und normalerweise habe ich dann auch Wartelisten, dass direkt schon drei weg sind und ich dann einfach nur noch zwei Plätze anbieten kann. Und das funktioniert halt auch sehr gut. Bei Verknappung finde ich halt wichtig, dass es auch wirklich stimmt. Weil manche haben ja auch irgendwie so auf der Webseite so einen Count Down und wenn du die nochmal neu aufrufst steht wieder „In zwei Minuten läuft das Angebot ab, und das ist einfach nur (…) #00:17:52-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Im Grunde ist es halt dann keine Verknappung, weil es ist ja einfach eine Tatsache. Das ist einfach so. Also Verknappung klingt immer so nach künstlicher Verknappung. Das ist ja dann so dieses manipulative sagen hier, klar, gerade bei den digitalen Produkten, wenn ich da schon lese, da ist das eBook nur für einen Tag verfügbar oder so. #00:18:06-4#

Matthias Niggehoff: Oder Webinarraum ist voll aus technischen Gründen. Ja, es ist dann halt die reale Verknappung und es gibt die künstliche Verknappung, und ja. Die sind halt Quatsch. Und gerade digital ist das relativ schwer zu vermitteln, um es mal deutlich zu sagen: „Kurs kostet halt bis Sonntag so und so viel Euro und danach kostet er mehr“, das finde ich schon legitim sowas zu machen. #00:18:25-9#

Sebastian Eisenbürger: Ne, das ist auch ok. #00:18:27-7#

Matthias Niggehoff: Es muss aber halt stimmen dann auch. #00:18:29-1#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ich glaube das ist auch gut nachvollziehbar, denn je früher du Plätze verkaufst, desto besser kannst du planen, desto sicherer ist das Ganze und (…) #00:18:36-3#

Matthias Niggehoff: Oder Frühbucherrabatt ist einer der besten Verknappungsmöglichkeiten, dass man sagt, wenn man bis zu dem Punkt kauft, kriegt man halt noch mal 100€ Rabatt oder so. #00:18:44-8#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Und es ist für mich so lange ok, solange es sich gut anfühlt. Und ich finde das ist halt auch so ein wichtiger Punkt: Jeder Verkäufer, jeder Unternehmer, hat genau diese Fähigkeit. Er muss es einfach nur tun. Sich mal reinfühlen in seinen Kunden. Wie würde ich mich selbst fühlen, wenn ich mein eigener Kunde wäre? Würde ich es cool finden, oder würde es mich nerven? Und das ist im Grunde so einfach. #00:19:01-5#

Matthias Niggehoff: Und man kann sich das auch teilweise in anderen Bereichen, wenn ich jetzt so diese Dominanz-Status-Typen ansprechen möchte, dann kann es durchaus sinnvoll sein, ein bisschen Angst und Druck auch zu machen. Vielleicht mehr, als wenn ich so einen weichen Typen ansprechen würde. Der würde dann völlig abgeschreckt werden davon. Also da halte ich es sogar für nötig. Genau so wie wenn ich jetzt jemanden habe, der, sage ich mal, sehr nachdenklich ist, rational unterwegs ist, auch Belege haben möchte, den brauche ich auch nicht mit Testimonials kommen, weil da wird der sagen: „Ah, Testimonials, kann ja jeder irgendwas erzählen.“ Das ist sehr spannend. Und das darauf anzupassen ist eine wichtige Aufgabe. #00:19:35-6#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ich würde gerne die letzten Minuten dir geben. Wenn jemand findet, das ist total cool, was du machst, und, ja, meine Empfehlung ist auf jeden Fall da. Dein Podcast ist mega, gehört zu den wenigen, wo ich wirklich jede Folge höre. #00:19:48-3#

Matthias Niggehoff: Mhm (bejahend). #00:19:49-1#

Sebastian Eisenbürger: Wie kann derjenige dich erreichen? #00:19:50-6#

Matthias Niggehoff: Am besten auf meine Homepage einfach Matthias-Niggehoff.de. Also da gibt es dann Termine für Offlineseminare, aber auch meine digitalen Produkte sind da zu finden. Da hat man auch viel. Der Podcast natürlich. Facebook ist eine gute Quelle. Ich poste da jeden Tag viele Tipps, die auch nichts kosten, also Videos und auch meine Podcastfolgen findet man da. Also einfach meinen Namen dort eingeben, mich abonnieren. YouTube Kanal, auch da findet man mich unter meinem Namen. Da gibt es auch ganz viel kostenloses Material. Genau. #00:20:20-9#

Sebastian Eisenbürger: Sehr gut, vielen Dank. Hast du noch den letzten Tipp, den du hier loswerden magst? #00:20:24-4#

Matthias Niggehoff: Ja, seid ehrlich und authentisch. Ich glaube das ist die Zukunft. Ich glaube das ist, oder ich hoffe es zumindest, dass Qualität sich durchsetzt. Klingt jetzt nicht so überzeugend, aber, ja, das so lieber zu machen. Und, ja, was wir eben schon mal besprochen haben, diesen langen Atem zu haben, dass ich halt wirklich dran bleibe. Und ich kann mir vorstellen, wenn man halt auf dieses rabiate, unehrliche Marketing setzt, dass man vielleicht sogar eher kurzfristig gute Erfolge hat, ohne Frage. Aber wenn man halt langfristig was aufbauen will, auch eine Marke, die professionell ist und halt auch wirklich Offline vielleicht sogar, je nachdem, was für ein Business man hat, auch wirklich von großen Unternehmen gebucht wird, wo man wirklich so ein richtig fetter Auftrag mal reinkommt, muss man es wirklich ehrlich authentisch machen. Das wäre so meine Empfehlung . #00:21:09-4#

Sebastian Eisenbürger: Cool. Bin ich komplett dabei. Ich danke dir für diese letzten Worte in diesem Podcast. #00:21:13-8#

Matthias Niggehoff: Gerne. #00:21:14-4#

Sebastian Eisenbürger: Herzlichen Dank für diese beiden Episoden. Es war echt cool, viel, viel Inhalt. Hilft mir total weiter, den Hörern bestimmt auch. Danke dir ganz, ganz herzlich. #00:21:22-0#

Matthias Niggehoff: Gerne. Schön, dass ich da sein durfte. Danke. #00:21:23-9#

Sebastian Eisenbürger: Und bei dir, lieben Hörer, möchte ich mich bedanken, dass du so lange drangeblieben ist und fände es total cool, wenn du mir bei iTunes eine Bewertung gibst, die Sterne anklickst und gerne auch einen Text schreibst. Dann weiß ich, was ich beim Podcast ganz gut mache und vielleicht noch ein bisschen verbessern kann. Dann bis zur nächsten Woche. Tschüss! #00:21:38-2#

 

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