#13: Marketing & Strategie – Teil 1 (Barbara Lampl im Gespräch)

#13: Marketing & Strategie – Teil 1 (Barbara Lampl im Gespräch)

Genug gelamplt? 😉

Was das Verb „lampln“ bedeutet, wieso Barbara professioneller Freak oder Superbrain genannt wird, das erfährst in diesem spannenden Gespräch mit Barbara Lampl.

Barbara entwickelt mit ihrem Unternehmen Strategien für Vertrieb / Sales. Sie ist Asperger Autist und hat es geschaffen, diese vermeintliche Schwäche in ihre einmalige Stärke umzuwandeln.

Mit ihrem Unternehmen „Emphatic Business“ beantwortet dir Barbara die Frage, wie du erfährst, was die Kaufentscheidung deiner Kunden auslöst.

Bei ihr lernst du mehr Vertrauen, Umsatz, Zeit & Kontrolle zu gewinnen, indem du das Gehirn deines Kunden kennenlernst.

Besuch Barbara auf ihrer Webseite, ihrem Blog und bei Facebook:

http://www.barbara-lampl.de/

http://barbara-lampl.tumblr.com/

https://www.facebook.com/empathicbusiness


Transkription: Marketing & Superbrain – Gespräch mit Barbara Lampl Teil 1

Sebastian Eisenbürger: Heute im Podcast für positives Marketing: Barbara Lampl. Professioneller Freak, Superbrain und die das Verb lampln geprägt hat. #00:00:08-7#

Sebastian Eisenbürger: Herzlich Willkommen zu einer neuen Episode des Podcasts für positives Marketing. Mein Name ist Sebastian Eisenbürger und heute spreche ich mit Barbara, Barbara Lampl. Sie wird von ihren Kunden und Klienten professioneller Freak, Superbrain und die das Verb lampln geprägt hat, genannt. Hallo Barbara. Wie geht es dir? #00:00:36-3#

Barbara Lampl: Hallo Sebastian. Danke, sehr gut. #00:00:39-0#

Sebastian Eisenbürger: Sehr, sehr schön. Freut mich total mit dir zu sprechen. Wir haben uns ja schon ein bisschen kennengelernt im Vorgespräch. Ich habe dich vorgestellt als professioneller Freak, Superbrain und das es ein Verb gibt, dass deine Klienten dir verpasst haben. Was hat es damit auf sich? Wer bist du und was machst du? #00:00:55-1#

Barbara Lampl: Ja, was hat es damit auf sich? Also das lampln ist, ja, wirklich daraus entstanden, dass meine Kunden irgendwann gemeint haben, oh, sie müssen noch nachlampln. Das ist mal in einem Training entstanden, ein online Training, ein online Sales Training, dass sie jetzt eben lampln. #00:01:08-9#

Sebastian Eisenbürger: (lachend) Ok. #00:01:09-6#

Barbara Lampl: Ich mache viele Dinge einfach sehr anders als andere Menschen und so kommt das auch mit dem professionellen Freak zusammen. Das ist mir irgendwann mal verliehen worden von einem Konzernentwicklungsvorstand, der, als wir uns kennengelernt haben, so nach einer halben Stunde gemeint hat: „Du, du bist so…“ Ich so: „Ja, sag doch!“ – „Ja, du bist so ein professioneller Freak.“ Also nicht nur ein Freak, sondern eben halt auch echt professionell so als Ausdruck eben von ich glaube in Teilen von der Struktur, der Strategie. Und das Superbrain kommt daher, dass ich eben, ja, zum einen arbeite ich eben sehr viel mit dem Gehirn und manchmal sind die Leute etwas überrascht, was in den tiefen meiner Gehirnwindungen alles so rumschlummert, was ich manchmal auch zugegebenermaßen gar nicht auf dem Schirm Habe. Das ist so. Also da kommen die ganzen Titel her und, ja. Das sind dann so ein paar lustige Titel, die ich über die Jahre gesammelt habe. #00:02:03-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich finde das toll. Also ist ja in gewisser Weise eine Auszeichnung, wenn man so genannt wird. Was machst du denn eigentlich? Du hast gerade den Begriff Vertrieb in den Mund genommen. Und ja, was heißt Freak in dem Bereich und Superbrain? #00:02:14-5#

Barbara Lampl: Ich mache zwei große Dinge: Einmal entwickle ich Strategien. Das ist eigentlich so wirklich das Hauptding, was ich tue. Und das eben als Spezialfall basierend auf menschlichem Verhalten. Und das wiederrum im Einsatz in erster Linie für eben Geschäftsstrategien, Unternehmensstrategien und eben für Vertrieb und Sales, was ja je nachdem, aus welcher Richtung man kommt, ebenso ein bisschen die unterschiedlichen Abgrenzungen sind. Aber ich habe eine Unternehmensberatung, die sich eben empathic business nennt. Da steht das Empathie mehr im Vordergrund. Aber auch da arbeite ich mit der Gehirn-Empathie, nämlich das, was man kognitive Empathie nennt. Und das Freak hat bestimmt auch viel mit dem zu tun. Ich habe halt mal Mathe und Finance und Psychologie studiert. Ich bin ein Asperger Autist. Also das freakige, ich arbeite mich wahnsinnig gern in Themen und das sehr schnell ein. Das macht die ganze freaky Nummer so komplett zusammen. Man sieht mich selten ohne ein Buch. Zwar im Normalfall auch da zwei: das Notizbuch und das zu lesende Buch. #00:03:14-2#

Sebastian Eisenbürger: (lachend) Ok, das war jetzt wirklich eine ganze Menge Stoff. #00:03:17-9#

Barbara Lampl: (lachend) Ja. Siehst du, so kommt das mit dem Freak zusammen. #00:03:21-9#

Sebastian Eisenbürger: Ich finde das total gut. Vor allem die Kombination, die du studiert hast. Also das ist auch was, was man nicht jeden Tag hört. Gerade Mathematik und Psychologie sind ja so zwei Fächer, die sich eigentlich, wenn ich drüber nachdenke, so ein bisschen ausschließen vielleicht sogar. Wie kommt es dazu, dass du dich für die beiden Dinge so interessierst? #00:03:39-7#

Barbara Lampl: Ich habe ganz zu Anfang (…) einfach, ich war in Mathe immer gut. Irgendwann hat man dann noch festgestellt, dass ich so was wie eine kleine, mathematische Hochbegabung habe. Und irgendwann steht man ja so vor dem Stadium „so, nun jetzt muss das Kind auch was studieren“. Und habe dann in Konstanz mal angefangen mathematische Finanzökonomie zu studieren. Das ist die Kombination, oder die Idee dahinter ist viel mehr, dass man den Finanzmarkt mit mathematischen Modellen erklären kann. #00:04:05-7#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:04:06-4#

Barbara Lampl: Da war ich dann recht unglücklich und habe relativ flott die Uni gewechselt und bin nach Zürich gegangen. Da gab es diese Kombination nicht mehr, aber mich hatte die Mathematik, muss ich ehrlich zugeben, gepackt. Also das war so, auf einmal so, ohne das wirklich zu wissen, so die wirkliche Mathematik, die man studiert, dass das wirklich so (…) da war mein Gehirn, hat sich da wahnsinnig, und ich mich auch, wahnsinnig wohl gefühlt mit. Und dann war das alles ganz spannend und dann kommt man an diesen Punkt, ok super, jetzt kann man ganz tolle, wahnsinnig tolle, mathematische Modelle entwickeln. Auch wirklich sehr komplexe und sehr tiefgreifende. Einziges Problem: Wir haben da so einen Faktor, der uns am Ende des Tages jedes Modell zerhaut in der Finance, nämlich den Menschen. #00:04:44-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:04:45-0#

Barbara Lampl: Und nachdem ich nicht gerne Unerklärlichkeiten habe, habe ich dann die Psychologie mit dazu studiert und während ich das dann angefangen zu studieren, saß ich ganz häufig in diesen Vorlesungen drin und dachte mir: „Ah, das erklärt recht viel.“ Weil als Autist habe ich keine natürliche Intuition für menschliches Verhalten. Meine Sachen sind logisch geprägt und nicht intuitiv geprägt, was manche Menschen da so tun. Für mich waren die Kind- aber auch viele Jugendjahre lang und selbst im Studium noch eher so die Kategorie „Das sind Erdmännchen. Irgendwie bin ich hier anders.“ Und so war das im Prinzip A aus einer Neugierde heraus, aber damit eben auch ein tiefes, inneres Bedürfnis das mal noch mehr zu verstehen. Und deswegen habe ich eben auch nicht unbedingt so die klassischen Sachen studiert, die man bei der Psychologie normalerweise macht, sondern bin eben in die Richtung behavioural, cognitive science in diese Richtung eingeschrieben und bin eben auf der Ebene der Verhaltenspsychologie, Profiling, Gruppen-Profiling. Das sind so meine Spezialgebiete, was die Psychologie angeht. Und so ist das mal entstanden. #00:05:44-7#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ich fand das total spannend. und jetzt machst du Vertrieb, oder Unternehmensberatung im Bereich Vertrieb. Wie kam es jetzt dazu? Also das klingt ja jetzt nicht so nach dem ganz klassischen Weg, wenn man sich irgendwo in Richtung Vertrieb orientieren möchte und Sales, dass man dann aus der Mathematik, der Psychologie und aus Finance kommt. #00:06:03-3#

Barbara Lampl: Ne, da muss ich mich auch immer gleich outen. Ich hatte in meinem ganzen Leben keine einzige Marketing-Vorlesung oder eine Sales-Vorlesung. Habe ich an der Uni zum Beispiel nie gehört. Ich habe ein, nach meinem Studium, ich bin eingestiegen in der Schweiz in die Vermögensverwaltung. Asset Management für ganz große, hohe, hochliquide Kundenvermögen. Also wirklich viel Geld und habe auch 2007, die allererste Firma war ein schweizer Vermögensverwalter, den ich gegründet habe. #00:06:27-5#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:06:28-4#

Barbara Lampl: Und, weil ich eben so viele Jahre Vorsprung habe gegenüber anderen Leuten, was menschliches Verhalten angeht, konnte ich eben Vertrieb. Ich habe auch alles. Ich habe wirklich so die harte Vertriebsschule gelernt. Also bei uns gab es wirklich noch so die Rolex, die auf dem berühmten Performance-Board steht und wer gewinnt die jetzt am Ende der Woche. Solche Späße habe ich noch, mit solchen Späßen durfte ich noch lernen. Habe mich aber immer gefragt: „Das funktioniert alles gar nicht so richtig.“ Oder es funktioniert zum Beispiel für mich auch in großen Teilen nicht und habe damit im Prinzip einen eigenen Vertriebsansatz entwickelt. Habe dann über die Jahre hinweg auch noch Schulungen gemacht, aber immer wieder nur mir die Sachen rausgenommen, die ich damit irgendwie gut fand. Das war recht wenig. Und so bin ich im Prinzip beim Vertrieb und beim Sales gelandet, weil ich dadrin ebenso erfolgreich war, dass es Aufmerksamkeit erzeugt hat und dann angefangen hat, dass ich Anfragen dafür bekommen habe und mir dann die Herausforderung gestellt habe „Ok, kriege ich das, was ich da tue, reproduziert, für mich selbst, aber auch für andere?“ Nachdem das dann machbar war, bin ich eben halt irgendwann mal im Sales gelandet. #00:07:34-6#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ich finde das wirklich sehr, sehr spannend. Also zum einen, weil es ein bisschen dem Weg ähnelt, den ich hinter mir habe. Also bei mir geht es ja um Marketing-Psychologie irgendwo. Und ich komme auch aus einer ganz anderen Ecke ursprünglich. Habe auch mal angefangen Physik zu studieren. Habe es aber nicht zu Ende gebracht. Das war mir tatsächlich zu mathematisch. Aber ich finde das sehr, sehr spannend tatsächlich und, ja, ich finde mich da zum Teil ein bisschen wieder. Was mich sehr interessiert jetzt: Klar, ich habe jetzt ein bisschen eine Ahnung davon, was du auch anders machst im Vergleich zu anderen Vertriebscoaches. Aber kannst du ein bisschen konkret drauf eingehen: Wie sieht so eine Beratung bei dir aus? Warum kommt jemand zu dir und nicht zu irgendwem anderem? #00:08:15-8#

Barbara Lampl: Wenn es um das Thema Vertrieb geht kommen die meisten Menschen zu mir, weil sie mit diesen ganzen hard pressy, also von dem hard selling, oder wir setzen den Kunden unter Druck, oder wir müssen Sales Funnel aufbauen, oder eine Squeeze Page. Also die meisten Menschen kommen zu mir, weil sie A gar nicht verkaufen können. Verkaufen nicht wollen. Und das Ganze, was im normalen Sales, Vertrieb, Verkauf gemacht wird, den Kunden unter Druck zu setzen, damit eigentlich nicht arbeiten wollen. Das ist das, warum sie kommen. Also mit diesen Verkaufskonzepten, oder mit der Idee, die dahinter steht, einfach nicht zurechtkommen. Also das ist der Ansatzpunkt, wo sie kommen, weil ich es eben auch so nicht tue und der ganze Ansatz, den ich entwickelt habe, darauf auch überhaupt nicht basiert. Der Kunde wird garantiert nie unter Druck gesetzt. Es wird nie auf ein pures „Ja“ hingearbeitet, sondern ich sage immer: „Vertrieb und Sales, wenn man es bei mir lernen möchte, oder in die Beratung kommt, dann werden wir es daraufhin anlegen, dass der Kunde eine bewusste und qualifizierte Entscheidung trifft. Diese kann auch ein ‚Nein‘ sein, wenn es wirklich nicht passt.“ Aber es geht darum, dass der Kunde eine Entscheidung treffen kann. Und das ist das, was die meisten Menschen heute generell einfach massiv überfordert. Wir treffen im Durchschnitt 11000 bis 130000 Entscheidungen am Tag. Da kann man sich vorstellen, wie es komplex ist, gute Entscheidungen und gute, bewusste Entscheidungen zu treffen. Und das ist ein komplett anderer Ansatz, als man klassischerweise aus dem Sales kennt, wo es halt darum geht, dass der Kunde möglichst oft „Ja“ sagt und final auch zu meinem Angebot „Ja“ sagt. Darum geht es zum Beispiel bei mir gar nicht. Das ist so ein riesen Unterschied. Und in der Beratung, da ist es meistens eher, dass es wirklich um Strategieentwicklungen geht. Also die Herausforderungen eben: Okay, wie komme ich jetzt an Kunden? Wie komme ich mit dieser Methodik an Kunden? Wie kann ich aber auch ein komplettes Geschäftsmodell auf diesem Menschenbild aufbauen? Ich sage immer ich arbeite nicht Verkaufspsychologie, sondern mit Kundenpsychologie und mit Psychologie des Verhaltens aller Menschen, nicht unter diesem Aspekt: Wie setze ich jetzt einen besonders cleveren Verkaufsprozess verkaufspsychologisch auf? Weil dann sind wir wieder in der Druckwelt. Das ist der große Unterschied bei dem, wenn jemand zu mir kommt und was ich dann auch mache mit dem. #00:10:18-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, also jetzt wirklich, ich sehe da eine Menge Parallelen. Also, ich sehe das ja auch so. Im Marketing, und im Grunde ist das ja mit dem Vertrieb sehr, sehr verwandt. Das ist für mich auch Methode. Das ist kein Prozess, ist nichts, was man steuern sollte. Das ist etwas, was man einsetzt und was man bewusst einsetzen kann, womit man Dinge auslöst. Aber im Grunde ist die Frage, um die sich alles dreht eben das am anderen Ende, nämlich der Empfänger von Marketing-Botschaften, oder bei dir der Empfänger von irgendwelchen, ja, wie nennst du das? Vertriebsprozessen? Verkaufsprozessen? Gesprächen? #00:10:48-8#

Barbara Lampl: Ja, es sind halt im Vertrieb Prozesse. Aber am Ende des Tages ist es auch immer, wenn es besonders gut gemacht ist, soll das eine Strategie sein, weil wir halt eben schon wissen, menschliches Verhalten ist komplex, aber nicht individuell. Und darauf (…) für mich gibt es halt auch keine so wirkliche, da bin ich immer ehrlich bei den Kunden, mit denen ich arbeite, gibt es keine große Unterscheidung zwischen Marketing und Sales, denn beides muss Ergebnisse auf der Umsatzseite zeigen. #00:11:14-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Ja, ok. Ich finde diese Trennung auch nicht so oft sinnvoll. Also ich kenne es bei meinen Kunden, dass hier ganz oft angewandt wird eben Marketing ist vor dem Sales. Du machst Marketing, um erst mal Kunden zu gewinnen, um irgendwo Interessenten zu gewinnen. Und im Vertriebsprozess machst du aus den Interessenten eben Käufern. Aber eben, ich gebe dir da vollkommen recht. Im Grunde geht es um dieselbe Person am Ende und warum man da jetzt halt Prozesse draus machen sollte ist eigentlich nicht so sinnvoll, aus meiner Sicht. #00:11:42-3#

Barbara Lampl: Ja. #00:11:43-2#

Sebastian Eisenbürger: Vor allem weil es, ja, im wirklich Leben dann noch eine dritte Phase gibt, nämlich wenn jemand Kunde ist. Dann kommt er eben in die Bestandskundenverwaltung ganz oft und das klingt schon so nach Bestands-Kunden-Verwaltung. #00:11:54-2#

Barbara Lampl: Ja. #00:11:55-5#

Sebastian Eisenbürger: Ja, da weiß man genau, was passiert. Also, kennt auch jeder, wenn er den Telefonanbieter wechseln möchte, bis der Vertrag unterschrieben ist sind die alle super freundlich und zuvorkommend und erreichbar. Sobald die Unterschrift drunter ist dann wird es meist ein bisschen anstrengender, schwieriger. #00:12:09-5#

Barbara Lampl: Ja. #00:12:10-3#

Sebastian Eisenbürger: Und länger, was Wartezeiten der Hotlines betrifft. Ok, aber ich will gar nicht meckern hier an der Stelle, über irgendwelche Dinge, die ich jetzt vor kürzlich erfahren habe blöderweise. Egal. Ne, mich interessiert tatsächlich: Du hast jetzt so ein bisschen angedeutet, dass du Dinge anders machst, Dinge auch ein bisschen besonders machst. Was sind so deine Werte, vielleicht privat und beruflich? Getrennt, ich weiß nicht, ob das für dich eins ist, oder ob du das trennst? #00:12:33-4#

Barbara Lampl: Ne, gar nicht. Also ich sage immer allen: „Ich bin nur eine Person und ich bin beruflich und privat genau der gleiche Mensch.“ Ich kann da persönlich nicht sonderlich trennen. Also für mich ist ein Work-Life-Balance-Konzept irgendein Konzept, was ich einfach nicht verstehe und eher so als große Lüge verstehe, weil ich irgendwie nicht zwei Personen bin. Für mich sind meine Werte etwas, was sehr gleichbleibend ist und ich auch eher mal sage, es sind so Grundlagen, Ecksteine, oder Eckpunkte viel mehr, von den Dingen, die mir wichtig sind. #00:13:03-0#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). #00:13:03-9#

Barbara Lampl: Das ist (…) das sind manchmal, ich würde da noch nicht mal gar nicht so in die Plattitüden-Welt der Werte so „Ehrlichkeit, sonst irgendwas“ gehen. Für mich ist es, geht es am Ende des Tages immer um Eins und das ist der größte Wert, den ich immer ausdrücken möchte, ist Menschlichkeit. Das ist so mein Wert, auf dem alles basiert. Dass ich mein Gegenüber bis zu einem gewissen Punkt wirklich verstehen kann. Und das ist immer menschlich, echt menschlich ist. Ich bin kein großer Freund des Begriffes der Authentizität. Ich bin ein Freund von „echt“. Und das sind so die zwei großen Dinge: Echt und menschlich. Darauf basiert eigentlich alles, was ich an Werten für mich selbst und auch im Business und auch privat lebe. Eigentlich sind es nur die zwei (lacht). #00:13:53-2#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Und du würdest sagen, dass, was du jetzt machst, das ist das, was dich auch glücklich macht und wo du immer hin wolltest. Ist das so? #00:14:00-3#

Barbara Lampl: Ich weiß gar nicht, ob ich da immer hin wollte. Ich wollte mal, als ich klein war, habe ich mal herausgefunden, was ein Vorstand ist und dann wollte ich der erste weibliche Vorstand bei BMW werden. Dann habe ich festgestellt wir hatten schon einen weiblichen Vorstand. Das ist jetzt irgendwie doof gewesen. Das mit dem Vorstand habe ich noch nicht ganz aufgegeben. Das war so. Ich habe immer gewusst, dass ich eher selbstständig arbeite, oder unternehmerisch arbeiten werde. Das war irgendwie schon früh klar. Wo ich immer hin wollte kann ich genau gar nicht sagen. Aber ja, ich bin da sehr glücklich, wo ich heute bin, weil ich da halt auch ich sein kann. Und ich auch so, ich sage immer so liebevoll: „Ich habe halt mein Home-Hood gefunden, wo mein (…)“ Einer der wichtigsten Punkte, die ich weiß, die für mich entscheidend sind, damit ich glücklich ist, ist, dass mein Hirn ausgelastet ist. Das bestimmt ganz viel davon, dass ich glücklich bin. Und es gibt so ein paar Dinge, die wollte ich immer erreichen. Ich wollte immer für das Denken bezahlt werden. Das habe ich erreicht (lacht). #00:14:54-9#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Das ist eine Sichtweise, die ich auch so noch nicht gehört habe, aber auch sehr, sehr spannend ist tatsächlich. Ok. Und Vorstand werden, ja, warum nicht. Ich hatte tatsächlich ganz lange das Ziel in die Geschäftsführung irgendwo zu kommen, ohne zu wissen wo. Und habe das dann auch tatsächlich geschafft. Und es war gar nicht so schwierig muss ich sagen und habe dann festgestellt, dass ist es jetzt irgendwie auch nicht gewesen und habe es aufgegeben. Und mache das, was ich jetzt tue, viel lieber, bin viel glücklicher damit. Ja. Aber ich will dir jetzt nicht den Traum nehmen in einen Vorstand zu kommen. #00:15:26-4#

Barbara Lampl: Ne, also ich glaube auch aus heutiger Position, ich habe auch genügend Vorstände und Vorstandsgremien in meinem Leben zwischenzeitlich schon beraten. Ich würde heute sagen ich sehe mich eher dann auf der Seite des Aufsichtsrates (lacht). Aber, auf der anderen Seite, wenn mir jetzt jemand, mir sind auch immer mal wieder in den letzten Jahren solche Posten schon noch angeboten worden. Aber da war jetzt nichts dabei, wofür ich gesagt habe: „Das so ganz hat nicht gepasst.“ Aber die Aufsichtsratposten, da wäre ich definitiv noch offener für zu haben (kichert). #00:15:50-6#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Würdest du auch sagen, das ist das, was dich morgens wirklich aufstehen lässt, dieses für das Denken bezahlt sein und dieses Ziel, was du irgendwo erreichen willst, oder sind das noch andere Dinge? #00:16:00-0#

Barbara Lampl: Ne. Das ist gar nicht, was mich morgens aufstehen lässt. #00:16:03-1#

Sebastian Eisenbürger: Ok, sondern? #00:16:04-1#

Barbara Lampl: Was mich morgens aufstehen lässt ist der Erfolg meiner Kunden. Also es gibt nichts Größeres als was mich motiviert, wenn ich die Ergebnisse meiner Kunden sehe. Das ist einfach das, was ich mega geil finde. Also das, wenn ich sehe, wie die das rocken. Wie die sich weiterentwickeln. Welche Ergebnisse die haben. Dafür stehe ich morgens auf. Das ist das, wo ich mir echt denke dann, da sitze ich, es gibt ein YouTube, ne Facebook-Video von mir, da mache ich die Robbe. Da sieht man so richtig meinen Autisten-Charme in Perfektion. Ich freue mich so, wenn jemand so ein Stück erfolgreicher geworden ist. So diesen von, auf der Sales-Seite habe ich zwischenzeitlich immer mal wieder auch, da geht es dann wirklich so um den ersten Kunden. Die ersten 1400, die ersten 2000€ Umsatz. In den tiefen dessen, was ich meistens mache, geht es ja schon um erheblich größere Summen. Aber das erste Mal, wenn ein Kunde die 100.000 bricht, GENIAL. Ja, da sitze ich da und da kriege ich Tränen, weil das so super ist, dass die sich an den Punkt da hochgearbeitet haben. Und dann stehen die da und verstehen zum ersten Mal ihren Selbstwert und was sie geleistet haben. Dafür arbeite ich. Dafür stehe ich morgens auf. Das finde ich großartig. #00:17:19-8#

Sebastian Eisenbürger: Das ist toll, ja. Das ist echt gut, gefällt mir gut. Ok. Ja, weiß nicht, würdest du sagen, dass du in einem Jahr, oder in zwei Jahren tatsächlich das gleiche machst wie heute? Also im Sinne von du willst weiterhin dafür aufstehen, oder gibt es tatsächlich etwas, wo du darüber hinaus noch hin möchtest? #00:17:36-1#

Barbara Lampl: Ich habe zwischenzeitlich (…) Ich habe mir ein Motto für 2016 gesetzt. Und das ist glaube ich auch das, was ich die nächsten Jahre sehr krass verfolgen werde. Ich habe mal im Scherz gesagt: „Ich mache es nicht mehr unter Revolution.“ Und deswegen heißt das Ding auch empathic business, weil ich einfach glaube, wir brauchen mehr Empathie. Wir brauchen mehr Menschlichkeit. Und das kann man auch quantitativ machen, mit quantitiven Ansätzen. Und ich habe mir mein Motto für 2016 war: „How can I serve more customers for more value in less time?“ Also wie kann ich mehr, noch mehr Wert für noch mehr Menschen erzeugen, um wirklich eben halt wirklich mehr Wert und das eben für noch mehr Menschen. Und das im besten Falle sogar noch in kürzerer Zeit. Und das glaube ich ist ein Motto, was mich sicherlich auch in den nächsten Jahren begleiten wird. In welcher Ausprägungsform, da bin ich zwischenzeitlich sehr offen und sehr flexibel geworden. Ich meine ich mache das jetzt. Ich bin selbstständig, oder mit eigenem Unternehmen seit 2007 und habe manche Märkte verlassen, um dann wieder zurückzukommen. Ich bin schon zwischentlich sehr in meinem Home-Hood. Aber ich entwickle das ja natürlich auch ständig und immer und immer weiter. Also ich, jetzt gebe ich in Zukunft eine Vorlesung an der Hochschule Fresenius für Data Management und Data Analytics. Das heißt momentan ist sehr viel mehr Mathe mehr wieder in meinem Leben und sehr viel mehr quantitativ. Was man sofort an meiner bemerkt, dass ich mehr Beispiele in diese Richtung entwickle. Aber wie gesagt, diesen Mehrwert für mehr Menschen in noch kürzerer Zeit, das wird mich glaube ich sicherlich die nächsten paar Tage noch begleiten, ja. #00:19:12-5#

Sebastian Eisenbürger: Ok, also klassisch Pareto-Prinzip-mäßig. Immer auf das konzentrieren, was den meisten Effekt hat. Ist das so? #00:19:19-2#

Barbara Lampl: Die Frage ist wie man Effekt definiert. Ich denke ja weniger in Effekt, also als im deutschen Effekt, als im englischen Impact. Wirkung haben, weil Effekt kann ja manchmal so ein bisschen mit effektiv und sonst irgendwas. Aber alles das, was Wirkung hat, ja, darauf bin ich schon (…) Ich sage ja auch immer Pareto-Prinzip zu Ende denken, nicht mittendrin aufhören. #00:19:42-0#

Sebastian Eisenbürger: Das zu Ende denken heißt, dass man es immer wieder anwendet, oder was meinst du damit? #00:19:45-7#

Barbara Lampl: Ne, die 80-20-Regel, wenn sie gilt, gilt sie ja auch für die 80-20-Regel. #00:19:50-5#

Sebastian Eisenbürger: Das meine ich damit, genau. Dann immer weiter und weiter machen. #00:19:52-4#

Barbara Lampl: Damit heißt es ja, dass es 64-4 sind, nicht 80-20. #00:19:55-9#

Sebastian Eisenbürger: Ja. Das habe ich auch erst vor kurzem tatsächlich kennengelernt und fand das da sehr spannend. Ja, cool. Was mich noch interessiert: Was ist Freiheit für dich? Du sagst das Denken ist das, was dich glücklich macht und was dich (…) ja doch, was es wirklich für dich ist für das Denken bezahlt zu werden. Ist es auch was dich frei macht, wo du wirklich sagst das ist das, wo du dich unangestrengt fühlst, nicht gestresst, tatsächlich frei? #00:20:23-3#

Barbara Lampl: Ich glaube es gibt nur ganz wenig Momente, wo ich mich gestresst fühle und da schlägt der Autismus zu. Das sind dann schräge, soziale, menschliche Interaktionen, die ich nicht einschätzen kann, oder Menschen, die ich nicht einschätzen kann. Ansonsten würde ich sagen, dass ich mich gestresst fühle kommt super, super selten vor. Ich unterscheide für mich immer zwischen Unabhängigkeit und Freiheit, weil ich bin Wort-Fetischist an der Stelle und mein Job ist ja auch für andere wirtschaftliche Unabhängigkeit und Freiheit zu erzeugen. Und Freiheit hat ganz schnell (…) eigentlich kann ich relativ schnell frei sein. Ich habe ende, ne im Sommer 2015 meine große Wohnung aufgelöst und alles in einen Container gepackt. Und damit war ich in dem Moment frei. Aber war ich wirklich unabhängig? Ja, Freiheit. Ich hätte das digitale Nomadenleben, sonst irgendwas, führen können. Da bin ich aber gar nicht der Freund von. Für mich ist Unabhängigkeit das, was wirklich zählt. Freiheit ist für mich so ein Rebellionskonzept, wo ich sage: „Hey, ich bin froh, dass ich die Pubertät hinter mich gebracht habe. Ich möchte das auch in anderen Lebensbereichen.“ Ich werde wahrscheinlich nie erwachsen sein. Das meine ich nicht damit. Aber die Pubertät hinter mich gebracht. Und unabhängig ist eine viel bewusstere Entscheidung, weil damit lebe ich nicht in Abhängigkeiten, sondern nur in gewählten Kombinationen. Und deswegen ist für mich unabhängig der schönere und größere Begriff, weil dann kann ich auch mit einem Menschen und mit anderen Menschen auf einer anderen Ebene interagieren als wenn ich suche meine Freiheit zu verteidigen. Für mich hat Unabhängigkeit den schöneren Anklang und das bessere. Und Unabhängigkeit, ja. Ich muss mir auch Unabhängigkeit im Denken zum Beispiel bewahren, damit ich nicht den gleichen Mist immer denke, oder die gleichen Konzepte für die Kunden entwickle, was nach 10 Jahren auch eine Herausforderung ist, da immer sich Unabhängigkeit im Denken, im Tun, im Handeln, im Lebensmodell, im Businessmodell zu bewahren. Und das hat wenig mit Freiheit zu tun, weil Freiheit ganz schnell auf Füße trampeln von anderen Leuten ist, oder auf Kosten anderer. Und das würde mit meinen, da hatten wir es mit der Menschlichkeit, als Wert eben halt auch entgegensprechen. #00:22:37-0#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Ja ich glaube ich interpretiere den Begriff „Freiheit“ anders als du. Also für mich ist Freiheit Unabhängigkeit gar nicht so weit voneinander weg. Und für mich ist beides auch wenig jetzt irgendwie ein Umstand, der eben das dir was eintreten muss, sondern mehr eine Entscheidung. Also wirklich etwas, was ich in meinem Kopf mit mir selbst ausmache. Und ob ich mich jetzt frei fühle, oder unabhängig fühle, aus meiner Sicht bestimme ich das selbst weitgehend und gehe dann anders um mit Dingen. #00:23:02-8#

Barbara Lampl: Ja, ich glaube da habe ich einfach andere Lebenserfahrungen gemacht. Das ist halt, wenn man so als Mensch auf die Welt kommt, der so anders ist, dann prägen einen da einfach andere Dinge. Und für mich ist eben halt, ich war immer (…) Ich muss mir immer meine Unabhängigkeit bewahren, nicht unbedingt meine Freiheit. Das ist vielleicht einfach die Entwicklung, die halt so aus meinem Leben entstanden ist. Und deswegen ist es ja auch schön, dass jeder so (…) Das ist ja eben auch keine allgemeingültige Definition, sondern das ist eben nur meine Sicht auf die Dinge. #00:23:35-3#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich finde es total toll tatsächlich da auch andere Meinungen zu hören. Und ich bin auch sicher, dass meine nicht die richtige ist. Ist einfach nur meine Meinung. #00:23:42-4#

Barbara Lampl: Ja, es gibt immer drei Wahrheiten: deine, meine und eine absolute, die wir nicht kennen. #00:23:48-4#

Sebastian Eisenbürger: Wenn es die tatsächlich gibt. Da bin ich mir auch nicht sicher. #00:23:50-9#

Barbara Lampl: Ja, ich glaube manchmal gibt es die schon. #00:23:53-2#

Sebastian Eisenbürger: Ja, ich weiß das nicht. Oder ich habe aufgehört danach zu suchen. Sagen wir mal so. Die mag es schon geben irgendwo. Ja, sehr, sehr spannend. Vielleicht mag ich die Mathematik deshalb nicht so super gerne. Weil es da immer um absolute Wahrheiten geht. Ja, was mich noch total interessiert. Ich weiß nicht, wenn du drüber sprechen magst. Der Autismus, das ist etwas, wo ich mich tatsächlich noch nie intensiv mit beschäftigt habe. Ich weiß glaube ich so viel, wie man so als Laie weiß. Klar, ich habe so eine gewisse Vorstellung, dass das einen prägt, dass das irgendwo vielleicht auch mal zunächst mal irgendwo, ja, dich belastet, um das mal so auszudrücken. Aber ich finde du hast ja tatsächlich diese Eigenschaft, die es ja ist, die hast du hergenommen und die hast du wirklich zu einer Stärke umgemünzt. Ist das so, siehst du das auch so? #00:24:39-6#

Barbara Lampl: Ja, ja. Ich habe meine größte Schwäche zu meiner größten Stärke gemacht. Ja, definitiv. #00:24:44-0#

Sebastian Eisenbürger: Also finde ich total faszinierend, weil ich glaube das kann man sehr, sehr oft machen und oft kommt man gar nicht drauf. Oder oft wird man auch gar nicht drauf gebracht. Oft wird man da, weiß nicht (…) es ist halt irgendwie eine Krankheit. Ich weiß nicht, ist es eine Krankheit? Sagt man das so? #00:24:59-0#

Barbara Lampl: Ne, es ist keine Krankheit. Eigentlich ist es auch keine Behinderung. Wir versuchen immer zu sagen: „Es gibt neurotypisch und atypisch.“ Also wirklich auf der Ebene, weil unser Gehirn ist wirklich anders rum verdrahtet. Es ist eine ja eine (…) die Struktur unseres Gehirns, also wir als Autisten, ist anders. Und es gibt eben halt die neurotypischen Menschen und es gibt die atypischen Menschen und darunter fassen wir zum Beispiel nicht nur allein Autismus, sondern eben vielleicht auch Depressionspatienten oder Schizophrene, weil wir einfach sagen: „Diese Gehirnstrukturen, diese Gehirne sind anders.“ Es gibt die große Masse, die hat die einen, die neurotypischen Gehirne und wir haben eben die anderen. Wir haben die atypischen Gehirne. Und so sehe ich das auch. Ich bin sehr froh. Ich habe diese Diagnose erst nach meinem 30. Geburtstag bekommen. Es war nur eine Erklärung im Nachgang für viele Dinge, warum ich Dinge so anders gesehen habe, so anders gefühlt habe und in manchen Dingen so überhaupt gar nicht zu Recht gekommen bin. Aber grundsätzlich ist es einfach nur ein anderes, ja, wir denken anders. Wir handeln anders. Wir haben halt ein anderes Gehirn mitbekommen. Wir haben einen anderen Bausatz bei uns im Kopf hinterlegt. Das ist einfach mal so. #00:26:01-5#

Sebastian Eisenbürger: Ich finde es wirklich richtig toll so etwas zu erkennen und zu einer Stärke umzuwandeln für sich selbst. Tatsächlich, also ich finde das richtig, richtig gut. Und ich glaube das gelingt dir auch total gut. #00:26:13-3#

Barbara Lampl: Danke, danke. #00:26:14-5#

Sebastian Eisenbürger: Doch, auf jeden Fall. Und ich kann auch wirklich gut nachvollziehen, ja, warum das erfolgreich ist, was du tust. Zum einen die Sichtweise, die meiner Sichtweise sehr ähnlich ist, was eben das Thema betrifft. Und, ja, die Herangehensweise unterscheidet sich halt sehr, sehr stark von den klassischen Vertriebs- und Sales-Prozessen, von denen ich auch eine ganze Menge kenne. Und ich kenne auch eine ganze Menge Leute, die so was tun. Teilweise, ja, wenn ich es mal werten darf, besser oder schlechter. Ja, ich finde das faszinierend. Magst du mal ein bisschen was drüber erzählen, ja, wo du mit dem Marketing, wo wir dann in der nächsten Episode drauf zu sprechen kommen, in Berührung kommst, oder ob das überhaupt ein Begriff ist, den du benutzt? #00:26:51-3#

Barbara Lampl: Ich würde mal sagen ich komme mit dem Marketing natürlich schon in Berührung, denn wenn Kunden zu mir kommen, dann wie gesagt unterscheiden wir nicht unbedingt unter den Marketing- und den Sales-Aspekt. Der Punkt ist, dass je nachdem, wie der Kunde zu mir kommt, dann kann er Aufmerksamkeit und Interesse erzeugen. Nur das mit der Kaufbereitschaft, dem Kaufprozess und dann auch dem Follow Up, da hackt es dann beziehungsweise auch in dem Moment, dass viele Marketingsachen für meine Kunden noch gar nicht irgendwie reproduzierbar oder skalierbar sind. Deswegen, ich komm mit dem Marketing sehr viel in Kontakt. Ich habe nur mir irgendwann abgewöhnt das zu unterscheiden, weil ich es eben als einen großen Prozess sehe und auch von meinen Kunden eben halt die Hauptherausforderung nicht immer unbedingt im Marketing, sondern echt im Sales liegt und ich eben halt auch mit einem klassischen Reverse Engineering, also einem rückwärts gerichteten Prozess, arbeite, so dass das Marketing immer ein wichtiger Teil ist und ja, ich auch ein growth hacking Freund und solche Geschichten. Und, wie gesagt, das ist ja eigentlich alles mehr so in der Marketingwelt, wo Sales ein Prozess ist. Aber in meiner Welt ist es das eben halt eigentlich nicht. Ich habe immer noch (…) Es gab mal den Versuch Marketing und Sales als ein Begriff zusammenzufassen, was mega unerfolgreich war. Aber den Traum habe ich immer noch, dass wir halt da nicht mehr unterscheiden, sondern halt eben den, ja, vielleicht den Akquise, den Gewinnungsprozess eines Kunden in seiner Gesamtheit betrachten und auch wirklich auch nachdem er dann mal Kunde geworden ist. Das wäre eigentlich, wenn dafür mal jemand einen schicken Begriff finden würde, fände ich es mega cool, weil darum dreht sich am Ende des Tages auch viel bei mir. #00:28:36-2#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, in der Tat, bin ich völlig bei dir. Ich überlege gerade, ob mir so ein Begriff einfällt. Tatsächlich so auf die Schnelle nicht. Also ich sage gerne, immer, Marketing ist immer (…) Marketing ist nämlich nichts anderes als Kommunikation am Ende. #00:28:49-8#

Barbara Lampl: Genau. #00:28:46-1#

Sebastian Eisenbürger: Es ist ja mit Vertrieb nichts anderes. Das ist auch klar, da sind andere Inhalte, die kommuniziert werden, aber es geht immer darum, etwas verkaufen zu wollen. Im Marketing geht es darum, etwas, ja, ne, tatsächlich. Ja, da bin ich komplett bei dir. Noch eine Sache, die mich total interessiert, vielleicht so zum Abschluss. Ich komme oft, oder werde oft damit konfrontiert, dass Marketing sehr negativ wahrgenommen wird als Begriff. Also wenn ich irgendwo sage: „Ich mache Marketingberatung“, dann werde ich erst mal schräg angeschaut. Erfährst du das ähnlich, wenn du sagst du bist hier Vertriebscoach, oder „ich arbeite im Bereich Vertrieb“? #00:29:25-8#

Barbara Lampl: (lacht) Also ganz ehrlich, in unserer Welt heutzutage kannst du eher sagen ich mache irgendwas im Sex-Bereich, als das du sagst du machst Sales oder Vertrieb. #00:29:34-3#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ok. #00:29:35-1#

Barbara Lampl: Seien wir mal ehrlich. Also das dreckigste Wort ist schon definitiv, deswegen benutze ich zwischenzeitlich auch nur noch Sales. Das klingt mehr nach Sex. Ne, wenn ich sage ich mache irgendwie Vertriebscoaching, entwickle Sales-Strategien, der Gesichtsausdruck ist schon ganz großes: „Ja, genau.“ Ok, ich mache dann doch Import Export von Waffen. Ah ja, spannendes Welt. Ok, das wäre scheinbar gesellschaftlich anerkannter. Ne, definitiv. Also man hält da nicht viel drauf. Es ist, ja es ist schon eher so die Abteilung dreckig. Also definitiv so sehe ich das schon. Also das ist zumindest das, was bei mir ankommt. Gut, mir ist das zwischenzeitlich, muss ich ehrlich zugeben, echt Wurst, aber jedem so das Seine, ne. #00:30:18-2#

Sebastian Eisenbürger: Ok. Magst du mir noch erklären, wie es dazu gekommen ist, dass dir das Wurst ist? Weil da bin ich noch nicht angekommen. #00:30:24-3#

Barbara Lampl: Na ja, wieso ist mir das egal? Also das ist auch so eine Erfahrung. Ich habe mal versucht sehr Hardcore, weil ich ja so anders war, mich der Meinung und all dem, was der Rest Welt so denkt, wie man insbesondere als Frau auch zu sein hat, was dazu geführt, dass ich drei Bandscheibenvorfälle, ein gelähmtes, rechtes Bein hatte und eine komplett gerockteste Gesundheit des Hormonsystems. So, das passiert, wenn man auf die Meinung anderer Leute so weit gibt, sich da anzupassen. Ich habe mich so richtig selbst, ich habe mir im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken durchgebrochen. Und dann habe ich mich eben halt so ein bisschen auf die Reise gemacht. Und natürlich, es gibt gute Tage und es gibt schlechte Tage. An schlechten Tagen kann natürlich schon einmal ein Schrott-Kommentar durchschlagen. Aber zwischenzeitlich denke ich mir so: „Wenn ihr das denken wollt, ja gut, bleibt doch in eurer unerfolgreichen, kleinen, eingeschränkten Wahrnehmungswelt, wo ihr allen Ernstes glaubt, dass Marketing, Sales und sonst irgendwas schlecht ist“ Nur weil vielleicht viele das da draußen so machen. Ja, ich kann aber nicht die Verantwortung weder für das, was die Kollegen da teilweise veranstalten, übernehmen, noch für eure (…) Ich meine ich berate Unternehmer. Ich meine wer auf der unternehmerischen Entscheidung basiert Marketing und Sales ist Schrott, ja gut, dann brauche ich mich halt auch nicht wundern, wenn der Schuss irgendwann nach hinten losgeht, oder ich nicht so erfolgreich bin, nicht so glücklich bin. Da sind wir wieder beim Begriff der Freiheit, nicht so viel unternehmerische Freiheit habe, weil ich mir halt jeden einzelnen Kunden hart erkämpfen muss, oder sonst irgendwas. Ja bitte, wenn die sich für dieses Modell entscheiden möchten, ist das nicht mein Problem mehr. Und so sehe ich das zwischenzeitlich auch. #00:32:06-4#

Sebastian Eisenbürger: Ja, das ist gut. Also ich sehe das tatsächlich im Business-Bereich ähnlich. Aber im privaten Umfeld stört mich tatsächlich, wenn ich darüber spreche und erst einmal erklären darf, warum ein Marketing, auch wenn es bei mir positives Marketing heißt, doch irgendwie gar nicht so schlecht ist und negatives ist, wie man vielleicht vermutet im ersten Moment. #00:32:23-4#

Barbara Lampl: Ja, gut. Ich meine ich habe da vielleicht einfach auch ein bisschen Vorbereich. Ich meine ich habe ja mal Vermögensverwaltung gemacht. Man stelle sich mal vor, dass man das Geld anderer Leute anlegt. Ich meine ich habe mich ja schon hochgearbeitet, wenn ich jetzt Sales mache, so ist das nicht, also. #00:32:34-5#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ok. #00:32:36-6#

Barbara Lampl: Nein, aber, da muss ich auch leicht (…) ich meine das ist so eine Frage, die mir etwas anders immer gestellt wird, wenn ich mit Kunden zusammen arbeite, die dann auch wirklich erfolgreicher werden und immer erfolgreicher werden. Und dann kommt immer eine Frage: Barbara, wie machst denn du das? Wie reagiert dein privates Umfeld dadrauf? Und dann sind wir halt manchmal bei einer harten Entscheidung: Ich werde mich privat erst dreimal nicht mehr rechtfertigen. Und wer das glaubt, dass ich das die ganze Zeit tue, ja dann bleiben wir halt auch eher Bekannte. #00:33:11-9#

Sebastian Eisenbürger: (lacht) Ok. #00:33:13-8#

Barbara Lampl: Also da bin ich auch echt ehrlich und denke mir so: „Ey, wir haben da draußen in der Welt genügend Schrott.“ Ich finde eine positive Grundhaltung kann man schon anderen Menschen gegenüber anlegen und sich denken: „Hey, wenn wir befreundet sind, dann habe ich einfach mal einen gewissen Grundrespekt für deinen Job.“ #00:33:30-3#

Sebastian Eisenbürger: Mhm (bejahend). Ja, da hast du völlig recht. Ja, ich würde an der Stelle mal einen Cut machen. Du darfst, oder du solltest noch erzählen, wie man dich erreicht, wenn man dich erreichen möchte, wo man dich findet. Und in der nächsten Woche, in der nächsten Episode sprechen wir tatsächlich drüber, was Marketing für dich bedeutet, wie du selbst Marketing machst, als wie du es schaffst an Kunden zu kommen. Was du auch deinen Kunden für Tipps und Tricks verrätst. Bin ich sehr gespannt drauf. Auch, ja, deine Meinung als, ja, Verbraucherin in der täglichen Marketingwelt zu hören. Aber jetzt erzähl mir ganz kurz, wie man dich erreichen kann, wenn man mit dir Kontakt aufnehmen möchte. #00:34:03-2#

Barbara Lampl: Genau. Man kann mich ganz einfach, wenn man sich gar nichts merken will, dann googelt man mich einfach. Barbara Lampl. Und ansonsten ist auch genau das meine Webseite. Also Barbara-Lampl.de. Da gibt es eine schicke Webseite, die ich nur empfehlen sich einmal gleich mal anzugucken. Es gibt ein Facebook privates Profil. Es gibt eine Facebook-Fanpage. Es gibt einen Twitter-Account. Und die E-Mail-Adresse, kann man mir auch immer schreiben, ist ganz simpel, ist BL@Barbara-Lampl.de. Im Prinzip gehören mir die ersten paar Google-Seiten. Man kommt mir nicht so ganz aus. Und einen YouTube-Kanal gibt es auch noch. Da könnt ihr, wenn ihr Lust und Laune habt. Ein paar Workshops, das nächste Workshop sind meistens alle zwischen 45 Minuten und einer Stunde lang. Dann kriegt ihr mal einen Eindruck, wie ich so arbeite und was ich so genau mache. #00:34:46-2#

Sebastian Eisenbürger: Das ist total cool. Und du bist Multi-Channel unterwegs. Ich glaube du hast keinen Kanal ausgelassen. Super. Prima. Dann bedanke ich mich an der Stelle ganz herzlich bei dir. Freue mich total drauf, wenn es dann in der nächsten Woche weitergeht. Und ich würde mich total freuen, wenn du, lieber Zuhörer, mir eine positive Bewertung gibst bei iTunes, mir einfach ein paar Sterne anklickst und einen kleinen Text schreibst. Denn das hilft mir total diesen Podcast für mich weiter zu entwickeln, besser zu werden, und einfach ein bisschen darauf einzugehen, was dich bewegt und was du möchtest. Dann vielen Dank für das Zuhören bis hierher und bis nächste Woche. Tschüss! #00:35:19-0#

 

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